Archiv der Kategorie: Sprache

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Narrative und Erkenntnisgewinn

Narrativen, sinnstiftenden Erzählungen, begegnet man in Gesprächen und Medienberichten beinahe täglich. Sinn und Zweck scheint es dabei nicht allein zu sein, irgendetwas zu erzählen, sondern einer Geschichte, einer Idee oder einer Behauptung ungeachtet ihres Wahrheitsgehalts oder ihrer Plausibilität durch häufige Wiederholung allgemeine Anerkennung zu verschaffen. Bisweilen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei der Wiedergabe mancher Narrative um ein gedankenloses Nachplappern einer Erzählung handelt. Eines dieser Narrative ist die These, dass es „den Islam“ nicht geben würde, sondern eine Vielzahl … Weiterlesen

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Verfassung oder Grundgesetz

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In Kommentaren und Berichten höre und lese ich immer mal wieder, dass das «Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland» keine Verfassung sei, sondern nur ein Provisorium. Dieser Meinung mag man zustimmen oder auch nicht. Kritiker berufen sich dabei gern auf den Artikel 146, in dem es heißt Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen … Weiterlesen

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Sei so lieb …

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Ein Gedankenspiel Rom, Ostersonntag 2019, „urbi et orbi“ heißt es da wie jedes Jahr, „der Stadt und dem Erdkreis“. Doch an diesem Tag richtet sich diese Paronomasie des Monarchen der Vatikanstadt vielleicht insbesondere an eine bestimmte Adresse, die der Papst jedoch nicht namentlich nennt und auch nicht verurteilt. Am vorangegangenen Karfreitag hatte es in Sri Lanka ein Mehrfachattentat gegeben. Tags darauf verurteilte der vatikanische „Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung“ die selbe Tat und twitterte von „barbarischer islamistischer Gewalt“ in Sri … Weiterlesen

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Vom Recht auf freie Meinungsäußerung

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Im Vorfeld einer Konferenz … Auf unsere Verfassung, das Grundgesetz, berufen oder beziehen sich manche Menschen in Auseinandersetzungen mit anderen bisweilen in einer Weise, die bei mir den Eindruck hinterlässt, dass der Text des Verfassungsartikels, um den es geht, gar nicht genau bekannt ist, oder die Aussage eines Verfassungsartikels absichtsvoll zu eigenen Gunsten (und damit zu Ungunsten eines Gegenübers oder Kontrahenten) fehlinterpretiert wird. Dies betrifft z.B. die Artikel 3 — Gleichheit vor dem Gesetz, 4 — Glaubens- und Bekenntnisfreiheit, sowie 5 — Meinungsfreiheit. Im … Weiterlesen

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Ein kurzes Wort zum Atheismus

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Atheismus Der Atheismus, lt. Wikipedia «im engeren Sinne die Überzeugung, dass es keinen Gott bzw. keine Götter gibt», definiert oder erhebt „aus sich heraus“ keinen Machtanspruch. Er leugnet aber, ohne die Anarchie zu befürworten oder zu fordern, den direkten oder indirekten Machtanspruch von Göttinnen und Göttern oder deren irdischen Stellvertretern; vgl. Kant – Aufklärung: Daß der bei weitem größte Teil der Menschen den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die … Weiterlesen

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Interpretationsmöglichkeiten! — oder ein wenig Augenwischerei?

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«Sehen Sie, das ist Islam.» Ein paar einleitende kurze Worte zum Begriff „Interpretation“: In dem Bild links eine Gruppe Augen zu sehen, die einen anschauen oder anstarren, mag einer Sehgewohnheit, einer Täuschung oder einer Wunschvorstellung entsprechen, eine Interpretation ist es nicht, denn eine Auslegung, Übersetzung oder Erklärung seitens des Betrachters im Sinne des Begriffs „Interpretation“, oder auch eine Deutung, findet nicht statt. In dem Bild die Schwanzfedern eines Pfaus wahrzunehmen, wäre ebenfalls keine Interpretation, sondern allenfalls eine Assoziation, oder einfach das Erkennen eines (bekannten) … Weiterlesen

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Weltanschauliche Wörterkunde

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Ein Beitrag von Jan M. Kurz (Initiative Humanismus, Partei der Humanisten). Als Freund von sprachlicher Präzision pflegen ich und eine Vielzahl weiterer Menschen in Diskussionen und Erörterungen, egal ob auf schriftliche oder sprachliche Weise, auch in weltanschaulichen oder philosophischen Themengebieten gerne eindeutige Fachformulierungen zu verwenden. Da die allermeisten dezidierten Humanisten mit diesem Vokabular vertraut sind, stellt das auch in aller Regel kein Problem dar und ist allgemein für die inhaltliche Klarheit von Vorteil. Hin und wieder kommt es jedoch vor, dass diese semantische Vorgehensweise … Weiterlesen

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«Wer hat ihm das Recht gegeben, zu morden?»

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Die Frage, mit der ich diesen Beitrag überschrieben habe, taucht im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen hier und da auf. Manchmal auch in der Form „Woher nimmt er sich das Recht, …“. Als ob es ein solches Recht geben würde. Es handelt sich dabei um eine Suggestivfrage, mit der der Eindruck vermittelt werden soll, einem Täter, einem Mörder sei das Recht zugestanden worden, einen anderen zu töten. Gestellt wird diese Frage bisweilen von Befürwortern der Todesstrafe, die damit jedoch für sich oder für „den Staat“ — … Weiterlesen

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Von Ebenbildern und Ängsten

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— Unsatirisch über’s Gottvertrauen — Es gilt manchen als unumstößliche Gewissheit, dass Gott uns Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Im 1. Buch Mose, der Genesis, 1,26 und 1,27 heißt es dazu: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu … Weiterlesen

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Missverstandene Religionsfreiheit

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Religionsfreiheit ist ein umstrittener Begriff. In manchen Ländern hat sie weitreichende Gültigkeit und ist gesetzlich oder verfassungsrechtlich garantiert; manch einer weiß mit dem Begriff möglicherweise nichts anzufangen, da er sich ein Leben ohne seine Religion nicht vorstellen mag. 1.: In Deutschland ist die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses gemäß GG Artikel 4 Satz 1 unverletzlich. 2.: Darüberhinaus wird die ungestörte Religionsausübung gemäß GG Artikel 4 Satz 2 gewährleistet. Zum Verständnis dieser beiden Sätze und Sachverhalte ein … Weiterlesen

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Toleranz und Wertschätzung

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Toleranz ist ein vielbemühter Begriff im Umgang mit Menschen aus anderer Herren und Damen Länder, aus anderen Kulturkreisen, Menschen mit anderen Wertvorstellungen oder mit anderen Weltanschauungen als der eigenen. Toleranz ist jedoch auch ein manchmal missverstandener oder unzutreffend interpretierter Begriff, und die Grenze zur Heuchelei ist dabei bisweilen nicht weit entfernt. Ein Erlebnis aus den 1990er Jahren ist mir in Erinnerung, welches anschaulich macht, was Toleranz nicht ist (vgl. den letzten Satz dieses Beitrags). In einem kleinen Restaurant saß ein junges Ehepaar mit seinen … Weiterlesen

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Gastfreundschaft, Wertschätzung und religiöse Diktate

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Als ein religiös und weltanschaulich neutraler Staat garantiert Deutschland in unserer Verfassung, dem Grundgesetz, in Artikel 4 die Freiheit des Glaubens, des Gewissens sowie die Freiheit des religiösen und des weltanschaulichen Bekenntnisses. Der Staat selbst hat jedoch weder eine Staatsreligion noch eine Staatsweltanschauung. Im November 2018 richtete der amtierende Innenminister der Bundesrepublik Deutschland eine Fortsetzungsveranstaltung der „Deutschen Islam Konferenz“ DIK in Berlin aus. Zu dieser Veranstaltung war eingeladen worden, es wurde jedoch niemand zur Teilnahme gezwungen, sie war freiwillig und oblag den Eingeladenen. Den … Weiterlesen

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Troll-Aus

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Trolle sind bekannt als menschengestaltige Fabelwesen der Mythologie. Im Internetzeitalter hat der Begriff eine neue Bedeutung bekommen: So bezeichnet man nun "eine Person, die ihre Kommunikation im Internet auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielen". Für viele Menschen, die häufig im Internet unterwegs sind, ist dies ärgerlich, andere mögen sich daran ergötzen. In "sozialen" Netzwerken wie Facebook sind Internet-Trolle sehr präsent, in den moderierten Kommentarbereichen der Online-Auftritte mancher Zeitungen und Zeitschriften werden einzelne, gemäßigte Troll-Kommentare bisweilen freigeschaltet, weil sie dort m.E. … Weiterlesen

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Sprachliche Gleichbehandlung vs. Sprachverhunzer

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Aus Österreich kommt schon der zweite Artikel zum Schutz der Sprache, und es geht keineswegs um typisch österreichsche Ausdrucksweisen. Es geht darum, die deutsche Sprache gegen Verhunzer zu schützen. Dazu hat atheisten-info.at am 17.7. eine lesenswerte Parade von Beispielen gebracht, bis hin zu den politischen Implikationen und den "BürgerInnenmeisterInnen" (Bild: Jankaka, Wikimedia Commons): Sprachliche Gleichbehandlung Bundesgleichbehandlungsgesetz – Begriffsbestimmungen § 2. (..) (4) Vertreterin oder Vertreter des Dienstgebers im Sinne dieses Bundesgesetzes ist jede Bundesministerin, jeder Bundesminister, jede Dienststellenleiterin, jeder Dienststellenleiter, jede und jeder Vorgesetzte … Weiterlesen

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Österreichischer Vorstoß gegen Sprachverhunzer

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Die Presse.com (Wien) berichtet am 14.7. über Gendern: "Feministinnen zwingen Mehrheit ihren Willen auf": In einem offenen Brief fordern Sprachkritiker die "Rückkehr zur sprachlichen Normalität". Gendergerechte Formulierungen seien "zu eliminieren" (Bild: geralt, pixabay).   Dem Wildwuchs durch das sprachliche 'Gendern' soll Einhalt geboten werden, 800 Unterzeichner haben sich bisher gefunden, um gegen den Zwang der "kämpferischen Sprachfeministinnen" anzugehen. Der Regelfall soll das sein, was die Mehrheit als richtig empfindet, man mag sich keinem von oben her verordneten anderen Willen fügen. Die feministischen Anliegen würden … Weiterlesen

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Humanistische Grundforderungen für einen zeitgemäßen Schulunterricht

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Hermann Geyer stellt uns einen Text aus seiner Denkfabrik zur Verfügung mit der folgenden inspirierten Einleitung (zu dem wb  dies inspirierende Bild spendiert, Xocolatl, Wikimedia Commons): Damit es nicht dauernd so ausschaut, als würde ich nur lamentieren über die bejammernswerten Zustände allenthalben: Nachdem zuletzt mehrfach Indoktrinierung Diskussionsthema war habe ich mich davon zur Formulierung von abhelfenden Richtlinien inspirieren lassen. (Oder vielleicht bin ich auch einfach inspiriert worden, das weiß man bei all den Spiritussis, von denen angeblich manche wehen, wo sie wollen, ja nie … Weiterlesen

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Machtergreifung mit Vorwarnung

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Es geht um zwei Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Die Rechtschreibreform scheint ja keine Gemeinsamkeiten mit dem Euro zu haben. Das eine ist in der  bundesdeutschen Ausprägung ein föderalistisch durchgesetztes Projekt, das andere ein europäisches. Wieso ziehen dann beide Projekte Aufmerksamkeit auf sich, und zwar hinsichtlich ihrer Durchsetzung? Das liegt an den politischen Methoden und Verfahrensweisen, mit denen die Projekte vorangetrieben wurden. Bei näherem Hinsehen zeigen sich verblüffende Parallelen. Es ist, als ob die Rechtschreibreform das Urbild dessen … Weiterlesen

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