“Mein einziger Fehler war die Antwort auf die Frage nach der genetischen Identität der Juden”, sagte Thilo Sarrazin kürzlich in einem Interview. Tatsächlich hat nichts an Sarrazins Thesen Teile der deutschen Öffentlichkeit so auf die Palme gebracht wie sein Hinweis auf genetische Grundlagen kognitiver Fähigkeiten. Sigmar Gabriel sagte damals: “Thilo Sarrazin hat in der Öffentlichkeit so getan, als würde sich Intelligenz und Dummheit und Fleiß und Leistungsverhalten genetisch vererben, und wer das sagt …, der ist natürlich ganz nah an den ganzen Rassentheorien, … Damit verstößt er gegen elementare Wertvorstellungen der Sozialdemokraten. Ich glaube übrigens, auch gegen elementare Wertvorstellungen unserer Verfassung”. Die genetische Verhaltenstheorie ist nach Meinung des SPD-Vorsitzenden also verfassungsfeindlich.
Aus dem ABC der Intelligenzforschung
Die Auffassung, dass Intelligenzunterschiede wie andere Eigenschaften des Menschen zum großen Teil auf Erbanlagen zurückzuführen sind, die der natürlichen Auslese unterliegen, geht auf die Evolutionstheorie von Charles Darwin zurück. Sein Cousin Francis Galton (1822 – 1911), war der Begründer der Intelligenzforschung. Der englische Psychologe Charles Spearman (1863 – 1945) entwickelte die heute auf vielen Forschungsgebieten angewandte Methode der Faktorenanalyse und wies damit nach, dass hinter den verschiedenartigen kognitiven Leistungen (mathematisch, sprachlich usw.) eine allgemeine Intelligenz ("general factor” oder einfach “g") steht, die in allererster Linie (wenn auch nicht ausschließlich) die intellektuelle Leistungsfähigkeit bestimmt.
Den ersten brauchbaren Intelligenztest schlug der französische Psychologe Alfred Binet 1905 vor. Der Intelligenzquotient (IQ), der auf den deutschen Psychologen William Stern zurückgeht (1912), ist ein relatives Maß für die Intelligenz. Wer z. B. einen IQ von 100 hat, liegt damit genau in der Mitte der allgemeinen Intelligenzverteilung, ein IQ von 115 bedeutet definitionsgemäß, dass man weniger intelligent ist als die oberen 15,8% der Bevölkerung und intelligenter als die restlichen 84,2%. Als “durchschnittlich” wird ein IQ zwischen 85 und 115 angesehen. Im Lauf der Zeit wurden immer bessere Tests zur Messung der allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit entwickelt und auch in großem Stil eingesetzt, z. B. von der amerikanischen Armee zur Klassifizierung von Rekruten schon im Ersten Weltkrieg. Die Intelligenz gilt als das am besten messbare Persönlichkeitsmerkmal.
Intelligenz wird von genetischen Anlagen und der Umwelt bestimmt. Die Erblichkeit gibt an, wie groß der Anteil an der Gesamtheit der gemessenen IQ-Unterschiede ist, der auf Unterschiede in den für den IQ relevanten Genen zurückgeht. Für Erwachsene liegt die Erblichkeit der Intelligenz bei 60 – 80%. Für Kinder ist sie niedriger, weil sich die kognitive Leistungsfähigkeit nur allmählich bis zum Erwachsenenalter zu einem genetisch festgelegten Endzustand hin entwickelt. Für die kognitive Grundfähigkeit “g” wurde sogar eine Erblichkeit von 87% ermittelt. Diese Zahlen wurden vor allem durch Studien an Gruppen eineiiger getrennt aufgewachsener Zwillinge bestimmt. Die Korrelation ihrer IQ-Ergebnisse ist allein auf die genetische Übereinstimmung zurückzuführen und liefert deshalb unmittelbar die Erblichkeit.
Aufregung über den IQ
Wie in allen Humanwissenschaften gab es auch in der Intelligenzforschung immer große Streitfragen, aber ein Generalangriff auf grundlegende Konzepte dieses Wissenschaftszweigs begann erst in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA. Insbesondere wurde bestritten, dass die Intelligenzunterschiede zum größten Teil erblich sind. Selbst der Realitätsgehalt einer allgemeinen Intelligenz wurde seither immer wieder in Frage gestellt. Intelligenzforschung wurde von vielen Kritikern als Ideologie zur Rechtfertigung sozialer Ungerechtigkeiten attackiert.
Während in den USA gestritten wurde, herrschte in Deutschland zu dem Thema lange Zeit Funkstille. Der Wissenschaftsjournalist Dieter E. Zimmer hat seinem vor kurzem erschienenen, sehr empfehlenswerten Buch “Ist Intelligenz erblich” eine Literaturliste von 19 Seiten beigefügt, die nach Angaben des Autors nur ganz wenige Aufsätze und Bücher deutschen Ursprungs enthält, weil sich die deutschen Psychologen und Genetiker mit wenigen Ausnahmen “aus diesem Forschungsgebiet weitgehend ausgeklinkt zu haben scheinen”. Es wurden noch nicht einmal die bedeutenden Werke der ausländischen (vor allem amerikanischen) Literatur ins Deutsche übersetzt. Trotzdem wurde Sarrazin gerade im Land der “IQ-Ignoranz” nicht nur von der SPD-Spitze völlige Unwissenheit über den Forschungsstand vorgeworfen.
Gutmenschentum contra IQ
Unter Gutmenschentum verstehe ich eine heutzutage sehr verbreitete Art moralischer Selbststilisierung, deren Vertreter ständig auf eine wirkliche oder vermeintliche Schuld der eigenen Gruppe hinweisen, um mit wenig Aufwand das moralische Selbstwertgefühl zu heben und anderen gegenüber die eigene moralische Überlegenheit zu demonstrieren (siehe http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_zukunft_des_gutmenschentums/). Die beliebtesten Angriffspunkte bei diesem Spiel sind angebliche Diskriminierungen Dritter und Sünden wider die Umwelt. Für Gutmenschen gibt es gleich zwei Gründe, die Intelligenzforschung vehement anzugreifen.
Erstens sind die Intelligenzforscher Spielverderber, wenn sie soziale Unterschiede mit der IQ-Verteilung in Zusammenhang bringen, weil man sich über biologische Unterschiede schlecht empören kann. Zweitens ist eine rein theoretische Auseinandersetzung um die Intelligenzforschung für Gutmenschen äußerst attraktiv, weil es nur um “gute” und “böse” Ansichten geht. Anders als bei Angriffen auf “Umweltsünder” besteht nicht die Gefahr, dass die Übereinstimmung von Wort und Tat der Moralisten in Frage gestellt werden könnte. Die Auseinandersetzung spielt sich vor allem auf drei Feldern ab: soziale Unterschiede, Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowie internationale Unterschiede.
Soziale Unterschiede und IQ
Frauen in niedriger sozialer Stellung mit unterdurchschnittlichem IQ bekommen heutzutage mehr Kinder als gut ausgebildete und beruflich erfolgreiche Frauen, was einen Abwärtstrend der Durchschnittsintelligenz fördert. Diese Feststellung war einer der Steine des Anstoßes an den Thesen Thilo Sarrazins, weil er einen Zusammenhang von sozialer Stellung und Intelligenz unterstellte. Damit wiederholte sich in Deutschland eine Auseinandersetzung, die sich vierzehn Jahre zuvor in den USA abgespielt hatte. Als 1994 der Harvard-Psychologe Richard J. Herrnstein und der Politikwissenschaftler Charles Murray das Buch “The Bell Curve” veröffentlichten, in dem sie darlegten, dass die Klassenstruktur der USA, ganz anders als noch am Anfang des 20. Jahrhunderts, der Intelligenzverteilung entsprach und dass viele gesellschaftliche Probleme wie Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Kindervernachlässigung und Armut in hohem Maße mit Intelligenzdefiziten zusammenhingen, wurden wiederum die Autoren heftig des Rassismus (weil Arme oft Schwarze waren) und der Rechtfertigung ungerechter Zustände beschuldigt. Nicht selten wurden aber auch den Kritikern von Herrnstein und Murray in den Medien “Political Correctness” statt wissenschaftlicher Ehrlichkeit vorgeworfen. 52 Professoren wiesen in einer öffentlichen Erklärung mit dem Titel “Mainstream Science on Intelligence” (http://en.wikipedia.org/wiki/Mainstream_Science_on_Intelligence) die Angriffe auf ihre Wissenschaft zurück.
Ginge es den Gutmenschen nicht um moralische Selbsterhöhung, sondern tatsächlich um das Wohl der “Betroffenen”, würden sie die kognitiven Schwächen der unteren sozialen Schichten als ernstes Problem anerkennen und sich z. B. darüber Gedanken machen, wie in einer sich technologisch immer weiter entwickelnden Gesellschaft für Menschen mit geringen geistigen Fähigkeiten sinnvolle Arbeit, Erfolgserlebnisse und gesellschaftliche Anerkennung erreichbar sind. Anklagen gegen die vermeintlich ungerecht verteilten Chancen nützen nur den Anklägern selbst, solange sie sich damit noch in Szene setzen können.
Geschlechtsunterschiede und IQ
Intelligenzforscher haben festgestellt, dass die Intelligenzverteilung bei Frauen und Männern unterschiedlich ist. Bei Frauen kommt sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Intelligenz viel seltener vor als bei Männern. Einen IQ von über 125 weisen Frauen nur halb so oft auf wie Männer, über 155 ist das Verhältnis eins zu fünf. Das wirkt sich z. B. auf die Häufigkeit der Verleihung von Nobelpreisen an Männer und Frauen aus. Für Literatur gingen 10%, für Naturwissenschaften 2% (in der zweiten wie in der ersten Häfte des 20. Jahrhunderts) aller Nobelpreise an Frauen. Die Fields-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen für Mathematiker seit 1936, wurde noch nie einer Frau verliehen. Beim Schach gibt es eigene Titel für Frauen (z. B. Woman Grand Master) mit niedrigeren Qualifikationskriterien als für die entsprechenden allgemeinen Klassen.
Gutmenschen ignorieren diese Fakten und empören sich über alle Maßen, wenn etwa ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit, mit der Frauen Spitzenpositionen einnehmen, und den geschlechtsspezifischen Intelligenzverteilungen angedeutet wird. Diese Erfahrung musste z. B. 2005 Lawrence Summers machen, damals Präsident der Universität Harvard, als er vorsichtig andeutete, dass die Unterrepräsentation von Frauen in Natur- und Ingenieurwissenschaften an Spitzenuniversitäten etwas mit der Intelligenzverteilung zu tun haben könnte. Die Kontroverse war einer der Gründe für seinen Rücktritt im folgenden Jahr.
Internationale Unterschiede und IQ
Weltweit haben IQ-Tests gezeigt, dass man in allen großen Populationen der Menschheit das ganze Spektrum der Intelligenz von den niedrigsten bis zu den höchsten Werten findet. Es gibt also keine wissenschaftliche Grundlage für Rassismus. Jeder Mensch muss damit rechnen, dass ihm ein anderer Mensch einer beliebigen Hautfarbe intellektuell gleich oder überlegen sein könnte. Es wurden jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den IQ-Durchschnittswerten festgestellt (http://www.isteve.com/iq_table.htm, http://en.wikipedia.org/wiki/File:AverageIQ-Map-World.png). Für Europäer ergab sich ein Wert von etwa 100, für Ostasiaten von 105 und für Afrikaner von 70. Auch Intelligenztests an Einwanderern in den USA bestätigten erhebliche Unterschiede, so dass die Verschiedenheit nicht alleine mit Umweltbedingungen erklärt werden kann.
Besonders heftige Kontroversen gab es in den USA um das Forschungsergebnis, dass Afroamerikaner (deren Gene im Schnitt zu 20% europäischer Herkunft sind) einen mittleren IQ von 85 haben, während Weiße bei 100 liegen und Amerikaner asiatischer Abstammung noch höher. Als 1969 der Psychologe Arthur Jensen, der als einer der fünfzig bedeutendsten Vertreter seines Fachs im 20. Jahrhunderts gilt, die Ansicht äußerte, dass Bildungsprogramme im Rahmen des “War on Poverty” so enttäuschende Ergebnisse gebracht hatten, weil sie überproportional auf junge Afroamerikaner orientiert waren, die einen erheblich niedrigeren IQ hatten als ihre weißen Altersgenossen, wurde er zur Zielscheibe heftigster Angriffe. Wo immer er auftrat, gab es Zoff.
Damit war afroamerikanischen Kindern mit schlechten Zukunftschancen natürlich nicht geholfen. Es zeigte sich jedoch, dass durch intensive Betreuung und geistige Anregung von Kindern mit niedrigem IQ in den ersten Lebensjahren der IQ zwar nur vorübergehend spürbar angehoben werden konnte, die Kinder jedoch nachher wesentlich motivierter und darum auch erfolgreicher in Schule und Beruf waren als ihre Altersgenossen in einer Vergleichsgruppe ohne intensive Betreuung.
Fazit: das Gutmenschentum steht einem rationalen Umgang mit Intelligenzunterschieden im Wege
Intelligenzunterschiede, nicht nur zwischen Individuen, sondern zwischen Gruppen von Menschen, sind nicht Hirngespinste von Apologeten sozialer Ungerechtigkeit, sondern harte Tatsachen, die man zuerst einmal zur Kenntnis nehmen muss, wenn man die damit zusammenhängenden Probleme richtig angehen will. Der hysterische Umgang der Gutmenschen mit der biologischen Ungleichheit nützt jedenfalls am allerwenigsten denen, die von der Natur mit geringerer kognitiver Leistungsfähigkeit ausgestattet worden sind als andere.
Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.
Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.
Man sollte mal erforschen, in wieweit sich Fettleibigkeit intelligenzhemmend auswirkt. Wer in Australien einwandern will, darf keinen größeren Bauchumfang als 102 cm haben. Könnte auch für deutsche Politiker eine hilfreiche Grenze sein…
Ich habs schn mal versucht zu erklären. Die sache ist viel komplexer.
Und von einem gemessenen IQ auf einen genetischen rückzuschließen ist schlicht dämlich.
Viele Einflüsse können einen GUTEN genetischen Ausgangspunkt im Laufe der Entwicklung runterdrücken.
Strukturbildung ist das treffende Wort.
#2 YeRainbow am 29. Februar 2012 um 08:54
von einem gemessenen IQ auf einen genetischen rückzuschließen ist schlicht dämlich.
Wer hat das hier wo getan?
#2 YeRainbow am 29. Februar 2012 um 08:54
Ich wiederhole hier gerne, was ich schon auf unserer Facebook-Seite gesagt habe:
Nach heutiger Erkenntnis ist beides richtig. Der Streit zwischen Intelligenzgenetikern und Intelligenzumweltlern geht lediglich darum, wie hoch der jeweilige prozentuale Anteil ist.
Vielen meiner humanistischen Freunde, mit denen ich in so vielen Punkten übereinstimme, schießt in diesem Punkt die Zornesröte ins Gesicht. Dann kriege ich auch gleich den „Sarrazin“ um die Ohren gehauen. Dahinter steckt aber die Unwilligkeit oder Unfähigkeit, zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu unterscheiden. Der Wunsch besteht in dem unbedingten Willen, etwas für die sozial Benachteiligten zu tun. Die Wirklichkeit – sprich wissenschaftlich erhärtete Fakten – wird nur insoweit akzeptiert als sie diesem – ehrenwerten! – Wunschbild entspricht. Was dabei übersehen wird, ist die Tatsache, dass es noch nie zielführend war, die Wirklichkeit zu ignorieren.
Es wiederholt sich auf eigentümliche Art und Weise, was seinerzeit ein Kepler, ein Galilei oder ein Darwin erleben mussten – es kann nicht wahr sein, weil es so nicht in den heiligen Texten steht. Heute sind es keine heiligen Texte mehr, heute sind es die „politisch korrekten“ Vorgaben einer Gutmenschen-Ideologie – ehrenwert gemeint, aber kontraproduktiv, weil es das Leiden jener verlängert, für die man sich einzusetzen vorgibt. Im zweiten Absatz des obigen Textes unter der Zwischenüberschrift „Soziale Unterschiede und IQ“ wird zurecht darauf hingewiesen, dass statt sich in der Pose des „guten Menschen“ zu gefallen, man den mühsameren Weg gehen sollte, den Betroffenen adäquate, d.h. ihrer persönlichen Situation angemessene Hilfen zukommen zu lassen. Das aber funktioniert nur, wenn man wie ein kompetenter Arzt, von einer wirklichkeitsgetreuen, sprich tatsachengestützten Diagnose ausgeht.
Nicht nur die Gesellschaft, auch die Natur verteilt die Chancen sehr ungerecht. In einem Punkt erheben wir uns vielleicht über die Natur: Wir sind im Begriff, ihrer Erbarmungslosigkeit auszuweichen, indem wir nach und nach ihre Gesetze erkennen und so zu Mitgestaltern im Sinne von mehr Menschlichkeit werden können. Die mehr oder weniger verdeckte Aggression so vieler „Gutmenschen“ vor den Einsichten der Intelligenzforschung, stellt sich mir dar als Hoffnung auf mehr einfühlendes und helfendes Verstehen im menschlichen Miteinander.
#5 Uwe Lehnert am 29. Februar 2012 um 11:18
Volle Zustimmung!
Das moralisch motivierte Verleugnen von Fakten ist dumm und kontraproduktiv. Am besten erkennt man das, wenn man die Fehl-Argumentation in einen anderen Sachbereich transponiert, wo man sie nicht täglich zu lesen bekommt. Etwa so:
Atomkerne können nicht spaltbar sein, denn wenn sie spaltbar wären, dann könnte man mit Hilfe einer solchen Spaltung Atombomben bauen. Diese hätten aber entsetzliche Folgen für die armen betroffenen Menschen. So etwas Schlimmes darf man nichteinmal denken.
Deshalb wird verbindlich festgelegt: es gibt keine Kernspaltung und die bösartige Behauptung es gäbe sie doch muß aufs Entschiedenste zurückgewiesen und mit allen verfügbaren Mitteln der Propaganda und Politik unterdrückt und ausgerottet werden.
Naja kommt doch darauf an, WER Atomkerne spaltet. Man darf es nur nicht Allen erlauben.
#7 queenofhasbara am 29. Februar 2012 um 11:41
Es geht hier nicht darum, wem es erlaubt sein soll, sondern ob man sagen darf, daß es möglich ist.
Das ist immer wieder die Frage der Faktenresistenz. Nicht nur religiöse Menschen ignorieren gern die ihrem Glauben entgegenstehenden Fakten, sondern auch die Leute, die man etwas spöttisch als "Gutmenschen" bezeichnet.
Menschen sind unterschiedlich. Unterschiedlich groß, unterschiedlich hübsch, unterschiedlich kräftig und eben auch unterschiedlich intelligent. Und das von Anfang an, seit Geburt, also genetisch. Sicher kann ein Mensch natürliche Handicaps durch Ausdauer, Mühe und Übung mehr oder minder kompensieren. Das muss er dann aber auch machen.
Wie der genetische und kulturelle Anteil von Intelligenz zu gewichten ist, ist eine Frage, die man erforschen und diskutieren kann. #5 Uwe Lehnert am 29. Februar 2012 um 11:18 kann man da nur beipflichten.
#6 Argutus am 29. Februar 2012 um 11:35
Sehr schöner Vergleich! (Fast so eine Art verbaler Laplace-Transformation.)
Frauen in niedriger sozialer Stellung mit unterdurchschnittlichem IQ bekommen heutzutage mehr Kinder als gut ausgebildete und beruflich erfolgreiche Frauen, was einen Abwärtstrend der Durchschnittsintelligenz fördert.
#11 uschu am 29. Februar 2012 um 16:08
Das ist zwar ein sehr tiefschürfender Kommentar, aber wir hätten es dann doch lieber etwas genauer
"Frauen in niedriger sozialer Stellung mit unterdurchschnittlichem IQ bekommen heutzutage mehr Kinder als gut ausgebildete und beruflich erfolgreiche Frauen, was einen Abwärtstrend der Durchschnittsintelligenz fördert."
Hmmm … War das nicht schon immer so? Zudem kommen auch durchaus fähige Leute mitunter aus Verhältnissen, die nicht gerade vom Feinsten sind. Insofern frage ich mich als Laie: Gibt's tatsächlich diesen "Abwärtstrend" oder ändert sich in Wahrheit an den Gesamtrelationen nichts?
#13 Rechtspopulist am 29. Februar 2012 um 19:14
Das war immer schon so und es hat auch immer Aufsteiger gegeben. Ich kenne ein Arbeiterkind, der Prof. geworden ist.
Heute haben sich allerdings die Masseverhältnisse zuungunsten verschoben. Wenn statt (sagen wir mal) 30% plötzlich 50% oder mehr der Gebärenden aus schwächeren Schichten kommen, dann ändern auch die paar Aufsteiger nicht mehr allzu viel.
@#14 Frank Berghaus
Zum einen würde ich von den Aufsteigern nicht als ein paar reden 1/3 der deutschen Milliardäre kommen selbst aus ärmlichen Verhältnissen man sollte einmal bekannte Persönlichkeiten fragen was ihre Großeltern und Urgr0ßeltern so gemacht haben da dürfte ein nicht unbedeutender Anteil antworten " beim Pflügen auf den Ochsenhintern geschaut "
Eine Verschiebung sehe ich nicht, eher in die andere Richtung !
Im alten Griechenland Rom und im Mittelalter dürfte das Verhältnis locker 10 zu 1 bestanden haben und wir haben es trotzdem auf den Mond geschafft.
#15 myotis am 1. März 2012 um 00:47 = Eine Verschiebung sehe ich nicht, eher in die andere Richtung !
?? – Könnte es etwas konkreter sein?
#15 myotis am 1. März 2012 um 00:47
@ Meinste damit, weil es damals keine Unterschichtenzuwanderung gab?
@#17 Indianerjones
"Geburten in Deutschland" 2006 S.33
Es ist einfach irrwitzig, und es rächt sich. Die Pisa-Studien sind der beste Beweis.
Das Gleichheitsgeschwafel habe ich inzwischen als das erkannt was es ist: Eine Strategie um die persönlichen Interessen besser durchzusetzen.
Wer von der IQ-Korrelation der Zwillingspaare auf die Erblichkeit schließt, unterstellt implizit, dass die Zwillinge nach dem Zufallsprinzip auf jeweils zwei verschiedene neue Umwelten aufgeteilt wurden. Es erscheint jedoch wahrscheinlich, dass die vermittelnde Person oder Institution in unterschiedlicher Weise in der Lage ist, gute Pflegeeltern zu finden. Personen der Unterschicht können dies weniger gut als z.B. Pfarrer. Ich meine, es gäbe mindestens eine Studie zum dem Problem, evtl. von Bronfenbrenner. Wie groß diese Umweltkorrelation ist und in welchem Maße sie zu einer Überschätzung der Erblichkeit führt, ist mir nicht bekannt.
Ich sage es hier nur einmal, weil ich diesem Blog keine unverdiente Aufmerksamkeit geben will:
Es ist längst nicht so einfach und eindeutig, wie hier beschrieben. Die Ergebnisse der APA während der Kontroverse zur Bell Curve 1994 beispielsweise unterstützen nicht die Behauptungen des Gastautors, ebenso muss man auch bedenken, dass der Pioneer Fund, eine klar mit Vorurteilen ausgestattete Organisation (weil sie Forschung für die "Unterschiede zwischen den Rassen" fördern wollen), hinter vielen Ergebnissen der hier genannten Meinungen steht. Jensen, Murray und Rushton oder auch Lynn gehören beispielsweise dazu und deren Ergebnisse sind etwa mit der der Templeton Foundation vergleichbar. Und diese waren bisher trotz ihrer schwachen Aussagen immer besonders klar in den Medien vertreten, sie sind wesentlich bekannter als der durchschnittliche Psychologe oder Genetiker. Zudem gibt es den Flynn-Effekt, der belegt, dass sich der IQ in der gesamten Welt erhöht ( http://en.wikipedia.org/wiki/Flynn_effect ), natürlich nicht, warum. Aber die Wahrscheinlichkeit scheint doch gering, dass er auf genetischen Grundlagen beruht, sondern eher auf sozialem Umfeld. Die Strukturschwäche des afrikanischen Kontinents ist beispielsweise fast deckungsgleich mit den schlechten Ergebnissen in den IQ-Tests. IQ-Tests sind im Übrigen nicht allzu aussagekräftig, was sie lediglich aussagen, ist die Leistung im jeweiligen Test, nicht warum sie gut abschneiden oder nicht so gut. Es wurde ja auch gezeigt, dass die IQ-Leistungen in Tests von Schülern in sehr kurzer Zeit um einen fast 2-stelligen Prozentsatz steigen können, wenn die richtigen Grundlagen erkennbar sind.
Was ich letztlich also sagen will, ist, dass die Wissenschaft hier überhaupt nicht einig ist und noch viel zu wenig weiß über die hier getätigten Behauptungen. Und gerade in einem solchen Gebiet, wo Vorurteile überall noch existieren und unmöglich ganz aus den Ergebnissen von Wissenschaftlern herauszuhalten sind, vor allem, wenn sie von rassistischen Organisationen gefördert werden, scheint mir eine gute Prise Skeptizismus gegenüber den Behauptungen hier doch sehr vernünftig.
P.S.: Der Absatz hier ist von besonderem Interesse:
"Ginge es den Gutmenschen nicht um moralische Selbsterhöhung, sondern tatsächlich um das Wohl der “Betroffenen”, würden sie die kognitiven Schwächen der unteren sozialen Schichten als ernstes Problem anerkennen und sich z. B. darüber Gedanken machen, wie in einer sich technologisch immer weiter entwickelnden Gesellschaft für Menschen mit geringen geistigen Fähigkeiten sinnvolle Arbeit, Erfolgserlebnisse und gesellschaftliche Anerkennung erreichbar sind."
Hier wird "untere[n] soziale[n] Schichten" automatisch und allgemein "kognitive Schwächen" vorgeworfen, mit der Idee, dass Menschen aus unteren sozialen Schichten also auch nur anspruchslose Jobs zugeteilt bekommen sollten. Das ist, wenn man bedenkt, dass laut dieser Definition Afrikaner oftmals zu diesen unteren sozialen Schichten gehören, fast schon ein indirekter Aufruf bzw. Legitimation von Apartheid.
#21 Mardas am 4. März 2012 um 16:04
Ich sage es hier nur einmal, weil ich diesem Blog keine unverdiente Aufmerksamkeit geben will:
Ziemlich überheblich, finden Sie nicht?
Zum Glück entscheiden Sie nicht darüber, welche Aufmerksamkeit für diesen Blog angemessen ist oder nicht. Warum äussern Sie sich dann überhaupt hier? Nur um Ihre falschen Interpretationen zu präsentieren?
Im Übrigen:
Die höhere Geburtenrate von niedrigeren Schichten existiert seit Menschengedenken und zwar auf dem fast gleich hohen Niveau von heute, nur eben mit dem Unterschied, dass früher die allgemeine Geburtenrate noch wesentlich höher war als heute, also anstatt dass der Akademiker vlt. durchschnittlich 1 Kind bekommt und die sozial-schwache Familie durchschnittlich 2,5 Kinder bekommt, bekam eine großbürgerliche Familie etwa um 1900 eben 2,5 Kinder und die Arbeiterfamilie vlt. 7 Kinder. Durch die Wünsche der Eltern, eine Altersversorgung durch die Kinder zu garantieren, waren die Geburtenraten der beiden hier genannten Schichten erwartungsgemäß immer schon unterschiedlich groß. Doch im Vergleich zu heute hat sich fast gar nichts am Verhältnis geändert.
Würde man im Übrigen also Sarrazins Kernthese, dass der durchschnittliche genetische IQ durch höhere Geburtenraten der niedrigen Schichten sinkt, ernstnehmen und zuende denken, müssten vor Beginn der Arbeits- und Gesellschaftsteilung seit den Sumerern oder gar noch vorher die Menschen weitaus und wesentlich klüger gewesen sein als heute, etwas, das sich so nicht nur nicht belegen lässt, sondern sehr unwahrscheinlich ist.
Ich war mit allem einverstanden, was in dem Kommentar stand, bis dass ich auf den Passus mit den Frauen kam
Ich fühlte mich derart an der Ehre gepackt, dass ich versucht war, den gesamten Artikel als falsch zu “fühlen”. Ich als “Frau” bin ja eher so ein “Bauchgefühls”-Mensch. Ich stehe eher auf Esoterik, also im Prinzip stehe ich auf Spaghettimonster (das wars eigentlich schon, denn Astrologie, Homöopathie und Vatikan sind nicht so meins), und Kinder kriegte ich auch überdurchschnittlich viel. Abschluss ist unter aller Sau (Abitur…).
Ich habe mal versucht E-Technik zu studieren. Mann, was für ein Reinfall. Eigentlich verstand ich nicht ganz was da gesagt wurde, aber eigentlich dachte ich immer: Mensch, warum machen die das so kompliziert. Und mein Freund damals, ja, der dachte immer, ich sei klüger als er. Aber hat nichts genutzt. Jargon lernen wie er und dann es sinnentleert zu benutzen, war nicht so meins, aber ich konnte es gut an anderen live beobachten, von Rezeption, Verarbeitung und Wiedergabe. Hat mich in den Sinn von Akademischen Reifegraden zweifeln lassen.
Jedenfalls war ich dann draußen. Kinderkriegen. Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Da geht die Intelligenz runter während der Schwangerschaft. DAS sollte mal untersucht werden. Und das Stillen danach, naja, ich hatte eher den Eindruck, da gings wieder aufwärts.
Dennoch – eine Frage, ich dachte der Mensch mit dem höchsten IQ ist eine Frau? Vos Savant?
Und noch etwas: Wenn ich sehe, wie Mädchen im frühen Alter sehr viel reifer sind als ihre Geschlechtsgegenparte und dann mit rosa Sauce ertränkt werden, wäre das nicht auch ein Hinweis, dass da ganz ordentlich systematisch idiotisiert wird und zwar geschlechtsselektiv?
Und die dritte Frage: Ich hatte manchmal den Eindruck, dass meine Denk- und Denkarbeitsweise anders ist, als man so akademisch so wollte. Das geht vielleicht allen meinen Geschlechtsgenossinnen so. Und dann frage ich: Ist der IQ-Test andro-optimiert?
Und die letzte Frage: Wenn ich so als in diesem Artikel betroffene und tief getroffene Gruppe mich diskriminiert fühle, vielleicht tun das auch die anderen? Und zwar mit Recht?
#21 Mardas am 4. März 2012 um 16:04
ebenso muss man auch bedenken, dass der Pioneer Fund, eine klar mit Vorurteilen ausgestattete Organisation (weil sie Forschung für die "Unterschiede zwischen den Rassen" fördern wollen), hinter vielen Ergebnissen der hier genannten Meinungen steht.
Daß jene, die Unterschiede zwischen den Rassen aus ideologischen Gründen ablehnen, etwas dagegen haben, daß der Pioneer Fund Forschungen zu diesem Thema unterstützt bestätigt ja nur die Notwendigkeit eines solchen Funds, der sich bemüht, das bestehende Ungleichgewicht in der Forschungsförderunge etwas zu neutralisieren.
Für die Wissenschaft ist das aber alles gänzlich unerheblich. Da zählen nur Argumente und empirische Ergebnisse. Der völlig unwissenschaftliche Hinweis auf die vom verordneten linken Zeitgeist abweichende und somit ketzerische Meinung von Wissenschaftlern erinnern in ihrem Irrationalismus fatal an die Bedenken der Nationalsozialisten gegen die Relativitätstheorie, weil Einstein Jude war.
#23 Mardas am 4. März 2012 um 16:17
Würde man im Übrigen also Sarrazins Kernthese, dass der durchschnittliche genetische IQ durch höhere Geburtenraten der niedrigen Schichten sinkt, ernstnehmen und zuende denken, müssten vor Beginn der Arbeits- und Gesellschaftsteilung seit den Sumerern oder gar noch vorher die Menschen weitaus und wesentlich klüger gewesen sein als heute,
Wieso denn das? Offensichtlich hast du Sarrazins Buch auch nicht gelesen. So hat er das nicht gesagt. Der durchschnittliche genetische IQ sinkt durch höhere Geburtenraten von Personen mit niedrigem IQ. Diese müssen nicht notwendigerweise alle aus den niedrigen Schichten kommen. Es gibt auch durchaus kluge Leute in der Unterschicht, das ist von Sarrazin nie bestritten worden. Allerdings weist Sarrazin darauf hin das die Durchmischung von IQ und gesellschaftlicher Schicht in der Vergangenheit weitaus höher war. Das lag ganz einfach an den gesellschaftlichen Barrieren, die in der Vergangenheit wesentlich höher waren als heute. Das führte dazu, das es früher in den Unterschichten zahlreiche kluge Menschen gab, die aber durch Geburtsschranken und finanzielle Barrieren wenig Möglichkeiten hatten, etwas aus ihrer Intelligenz zu machen. Andererseits gab es in den Oberschichten zahlreiche Dummköpfe, es gab grenzdebile Könige und dergleichen, die lediglich durch ihre Geburt in die Oberschicht gelangten. Durch den Wegfall zahlreicher solcher Schranken, führte dies dazu das die Durchmischung der Intelligenz in den Schichten heutzutage immer mehr verschwindet oder zumindest abnimmt. Das sich unsere moderne Gesellschaft immer mehr Förderungswege überlegt, wie man intelligente Kinder fördern kann und immer mehr gesellschaftliche Bildungsschranken abzubauen versucht ist ein begrüssenswerter Prozess, er führt aber, wie Sarrazin richtig feststellt, zu dem Effekt, das immer mehr die Faustregel zutrifft das sich in der Unterschicht die Dummen sammeln, während in der Oberschicht sich die klugen wiederfinden. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier wieder mal die Regel. Oder anders ausgedrückt: früher gelangte man hauptsächlich durch seine Geburt in eine bestimmte gesellschaftliche Schicht, heute entscheidet immer mehr die eigene Dummheit oder Intelligenz darüber wo man sich wiederfindet
#14 Frank Berghaus am 29. Februar 2012 um 19:29
Das war immer schon so und es hat auch immer Aufsteiger gegeben. Ich kenne ein Arbeiterkind, der Prof. geworden ist.
Ja, warum auch nicht. Das wird ja auch von Herrn Sarrazin nicht bestritten. In einer Livediskussion mit Thilo Sarrazin meldete sich auch mal jemand der auch darauf hinwies das er aus einfachen Verhältnissen stammte und einen höheren Bildungsweg eingeschlagen hätte. Thilo Sarrazin meinte daraufhin nur mit der ihm eigenen Gelassenheit: "Ja, warum auch nicht? Wenn ein kluger Arbeiter kluge Kinder bekommt und ein dummer Akademiker dumme Kinder, dann bestätigt das doch durchaus meine Thesen…"
In dem von dir zitierten Abschnitt wird nicht behauptet ,dass es so ist, sondern dass die Gutmenschen das behaupten. Als logische Konsequenz sollten sie – vorausgesetzt, die glauben WIRKLICH, dass ihre Aussage stimmt – sich um die "Betroffenen" kümmern. An dieser Stelle kann man herauslesen, dass der Autor eben bezweifelt, dass die Gutmenschen das tatsächlich meinen- sie profilieren sich lediglich und heucheln Mitleid. Gratulation, dass Sie in diesen Fettnapf gerannt sind!
#24 assangista am 4. März 2012 um 16:26
Dennoch – eine Frage, ich dachte der Mensch mit dem höchsten IQ ist eine Frau? Vos Savant?
Also in den 80er Jahren stand Frau vos Savant im Guiness Buch der Rekorde. Das widerspricht allerdings der von dir weiter unten gestellten Frage/Behauptung das der IQ Test "andro-optimiert" wäre. Mittlerweile liegt wohl irgendein Südkoreaner noch um ein paar Pünktchen höher, aber das ist ja im Grunde völlig unwichtig.
Ich möchte mal sagen, das gerade das Beispiel von Marilyn vos Savant ein gutes Beispiel ist, das der IQ zwar wichtig, aber eben nicht alles ist. Fähigkeiten wie Kreativität und charakterliche Fähigkeiten, wie z.B. Ehrgeiz, Ausdauer und Disziplin, werden durch den IQ Test so gut wie gar nicht erfasst. Ich finde Frau Savant sehr sympathisch aber seien wir mal ehrlich… was hat sie aus ihren ungeheuren Fähigkeiten gemacht? Sie schreibt eine Kolumne in einer Sonntagszeitung in der die Leser ihr irgendwelche Rätselfragen stellen und hat ein paar Bücher geschrieben. In den 90er Jahren habe ich mir ihr Buch "Brainbuilding" gekauft, in dem sie ein paar Tipps gibt, wie man seine Intelligenz angeblich verbessern kann. Das Buch ist okay, aber es ist auch nicht besser als irgendein x-beliebiges Buch zu diesem Thema. Ein paar allgemeine Tipps für ein harmonisches Leben, ein paar kleine Tricks wie man seine Intelligenz im täglichen Leben nutzbringend anwenden kann, dazu noch ein paar Intelligenzrätsel um das Denkvermögen anzukurbeln und das wars. Das hätte auch irgend jemand anders schreiben können.
Wikipedia schreibt dazu:
……..Ähnliche Gedanken äußerte auch die amerikanische Psychologin Ellen Winner in ihrem 1996 erschienenen Fachbuch „Hochbegabt – Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern“. Sie schrieb: „Der eigentliche Grund, weshalb ein hoher IQ in der Kindheit keine Vorhersagen über die künftige Kreativität erlaubt, liegt sicher darin, daß Intelligenz und Kreativität zwei grundverschiedene Dinge sind. […] Ein Mensch kann hochintelligent sein, aber trotzdem starr, unkreativ und ohne die leiseste Spur jener zielstrebigen Leidenschaft, die kreative Menschen antreibt. Nehmen wir das oft zitierte Beispiel von Marilyn Jarvik (geborene vos Savant), die mit dem höchsten je gemessenen IQ von 228 ins Guiness-Buch [sic] der Rekorde eingegangen ist. Heute schreibt sie eine Kolumne mit dem Titel ‚Frag Marilyn‘ für eine Sonntagszeitung und antwortet Lesern, die sie mit kniffligen Fragen austricksen wollen. Sie mag schnell sein, sie mag klug sein, aber niemand würde sie als besonders schöpferisch im Sinne einer großen Kreativität bezeichnen.“[51]
In vos Savants Kolumne wurde die Frage, weshalb sie sich niemals einer Karriere als Naturwissenschaftlerin gewidmet hätte, ebenfalls aufgegriffen. Im November 2009 wurde vos Savant von einer Leserin gefragt, warum sie sich für eine solche Karriere nicht entschieden hätte, wo sie doch ihrer hohen Intelligenz schon von früher Kindheit an bewusst gewesen wäre. Marilyn vos Savant erwiderte darauf, dass sie sich für eine solche Berufsausbildung nicht interessiert hätte, und dass es bereits genügend intelligente Menschen gäbe, die im naturwissenschaftlichen Bereich tätig seien
- Zitat Ende-
Weshalb ich das Beispiel anführe? Um dir zu zeigen, das es darauf ankommt was wir aus unseren Fähigkeiten machen. Man kann mit einem IQ von 228 Kolumnen in einer Sonntagszeitung schreiben oder man kann mit einem halb so großen IQ die Relativitätstheorie aufstellen und damit die Welt verändern.
Verlässliche IQ-Werte können bloß bis etwa 145 gemessen werden. Der Savant-IQ von 228 ist nichts weiter als ein blödsinniger Marketing-Gag. Insofern macht es wenig Sinn in Diskussionen an Fräulein Savant anzuknüpfen.
(Und selbst wenn IQ-Werte bis 228 verlässlich gemessen werden könnten, hätte Savant mit restloser Gewissheit keinen IQ in der Höhe von 228.)
Lieber Firithfenion: Sehr inkonsistent in deiner Argumentation. Schließlich bezieht sich mein Beispiel von Vos Savant vor allem auf den Artikel, in dem behauptet wird, dass Intelligenz sehr gut gemessen weden kann und dann die Behauptung aufgestellt wird, dass innerhalb DIESER Messungen Frauen eher im Mittelfeld liegen, somit eine ausgeprägte Gaußkurve der Verteilung ergeben würde. Bleiben wir doch bitte dabei. Denn DEINE Argumentation, dass es etwas mehr als nur die IQ-Intelligenz gibt, bringt Faktoren in die Diskussion, die ich gar nicht angesprochen habe. Nicht in diesem Punkt.
Ich habe dagegen – ohne an den Artikel anzuknüpfen, oder Position gegen ein Argument darin zu beziehen – bei einem anderen Punkt sogar auch in die Richtung angedeutet. Dass es wohl auch Intelligenz gibt, die nicht messbar ist in IQ-Messungen. Und konsequenterweise muss man dann auch sagen, vielleicht auch nicht messbar in Nobelpreisen? Ich meine … Nachteiligkeiten, geschlechtsbedingt gibt es nicht nur sozial und psychologisch, sie gibt es unüberbrückbar in der NAtur. Kinder austragen, stillen, hormonelle Brüche … Bedenke, bedenke.
Aber selbst wenn man diesen Faktor nicht einbringt. Curie hat zwei Nobelpreise bekommen. Soviel dazu, zu “Extremen” und “erfolgreich”. Und die größten Herrscher mit dem meisten Impact in der europäischen Geschichte: Elisabeth I, Katharina, Maria Theresa, Victoria. Und dann Thatcher, Merkel.
Erfolg…
Reden wir später darüber .
"man kann mit einem halb so großen IQ die Relativitätstheorie aufstellen und damit die Welt verändern"
Das ist schlichtweg falsch. Mit einem IQ von 114 werden keine Relativitätstheorien aufgestellt. Ausnahmewissenschafter mit IQ 114 finden sich nicht.
#24 assangista am 4. März 2012 um 16:26
Ich als “Frau” bin ja eher so ein “Bauchgefühls”-Mensch. Ich stehe eher auf Esoterik, also im Prinzip stehe ich auf Spaghettimonster (das wars eigentlich schon, denn Astrologie, Homöopathie und Vatikan sind nicht so meins), und Kinder kriegte ich auch überdurchschnittlich viel. Abschluss ist unter aller Sau (Abitur…).
Ich habe mal versucht E-Technik zu studieren. Mann, was für ein Reinfall. Eigentlich verstand ich nicht ganz was da gesagt wurde, aber eigentlich dachte ich immer: Mensch, warum machen die das so kompliziert.
Vermutlich sind Frauen ebenso intelligent wie Männer. Allerdings – wenn man "als Frau" auf Esoterik steht und E-Technik als kompliziert gemacht empfindet – dann ist das eine Attitüde, die bei Männern eher den Beschützerinstinkt anspricht. Nun ist Kinder zu bekommen eine ebenso ehrenwerte Sache und auch nicht so ohne. Offensichtlich brauchen viele Frauen das Potential ihrer Intelligenz nicht ausschöpfen, weil sie mehr Möglichkeiten für Lebensentwürfe haben als Männer.
Sehr guter Artikel und interessante Kommentare, danke!
Ich habe nur zwei kleine Anmerkungen:
1) Auch die "weißen" Juden verdienen es, neben (Schwarz-)afrikanern, Weißen und (Ost-)Asiaten genannt zu werden, haben sie doch von all diesen Rassen (mit 107?) den höchsten durchschnittlichen IQ. (Die Aschkenasi sind zwar eine Mischrasse, doch besitzen sie einen rel. abgeschlossenen Genpool; eine Diskusion über "Juden und Rasse" möchte ich hier nicht lostreten).
Schade, dass wir keine Testergebnisse aus dem Mittelalter besitzen, ich denke, die Aschkenasi sind ein gutes Beispiel dafür, wie man in rel. kurzer Zeit mittels genetischer Abschottung und verschiedener eugenischer Praktiken den IQ eines Volkes erhöhen kann.
2) Dass max. 80% des IQ erblich sind, ist doch eine höchst positive Nachricht!
Wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet es, dass im Optimalfall Menschen mit einen genetischen IQ von 100 durch gute Bildung, einem gesunden sozialen Umfeld und mittels weiterer Faktoren auf einen Wert von 120 kommen können, ebenso Menschen mit 70 auf 84 usw. – das ist doch phantastisch!
" Dass max. 80% des IQ erblich sind, ist doch eine höchst positive Nachricht!
Wenn ich es richtig verstanden habe, bedeutet es, dass im Optimalfall Menschen mit einen genetischen IQ von 100 durch gute Bildung, einem gesunden sozialen Umfeld und mittels weiterer Faktoren auf einen Wert von 120 kommen können, ebenso Menschen mit 70 auf 84 usw. – das ist doch phantastisch!"
Das ist eine falsche Ansicht. Der IQ-Wert ist kein Prozentwert. Hierzu findet sich bei Rost (sinngemäß): Bei einer Erblichkeit von 80% können durch maximale Umweltoptimierung etwa 7 IQ-Punkte (also nicht 20) hinzugewonnen werden. D.h. bei einem "genotypischen IQ-Wert von 100" kann durch Umweltoptimierung ein IQ von 107 erreicht werden, durch eine sehr problematische Umwelt kann eine IQ- Verringerung bis hin zum Wert 93 eintreten.
Bei einer Erblichkeit von 50% dementsprechend: 89/100/111
lg
"Der IQ-Wert ist kein Prozentwert"- hier habe ich mich leider ungenau ausgedrückt. Man kann die Bedeutung der Umwelt für die Varianz des IQ-Wertes (angegeben in Prozent) nicht einfach mit dem IQ-Wert multiplizieren und anschließend hinzuadieren, bzw. mittels solch einem Vorgehen wird nicht der mögliche Effekt einer maximalen Umweltoptimierung errechnet.
"Realistisch gesehen, werden pädagogisch-psychologische-soziologische Versuche, die Umwelt zu optimieren, kaum mehr als eine Standardabweichungseinheit an Umweltverbesserungen erzielen, was bei einem Verhältnis Anlage : Umwelt wie 50 : 50 immerhin eine IQ-Steigerung von 11 Punkten möglich machen könnte."
Gutmenschen sind nicht gut!
Das ist eine eigene Spezies.Die Ergründung dieser Art ist wohl eine neuzeitliche , zivilisatorisch entstandene Erfahrungsgeschichte , die eine eigene darauf abgestimmte Wissenschaft erfordert, das kann durchaus interessant werden……..[..]
# Erwin
Danke, für die Korrektur und die interessanten Kommentare (und dass überhaupt noch in diesem schon etwas älteren Thread geantwortet wird)!
Könntest Du mir die komplette Literaturangabe (Rost) geben?
Ja gerne, Richard:
S. 236-237, Detlef Rost, Intelligenz-Fakten und Mythen, 2009 (neuestes deutschsprachiges Lehrbuch zum Thema Intelligenz)
Im Vorwort führt Rost seine Intention an, die ihn veranlasste das Fachbuch zu schreiben:
"Bei Vorträgen zur "Intelligenz" bzw. "Hochbegabung", die ich in den letzten 15 Jahren vor Lehrkräften, Bildungspolitikern, (Schul-)Psychologen, Studenten und Dozenten der Erziehungswissenschaft und Psychologie gehalten habe, habe ich immer wieder bemerkt, wie wenig die Ergebnisse der empirischen Intelligenzforschung bekannt sind. Das verwundert, stellt doch die Intelligenz das am besten untersuchte Persönlichkeitsmerkmal dar, gehören Intelligenztests doch zu den besten diagnostischen Instrumenten der Psychologie. Um so unverständlicher ist es, dass vielfach statt Faktenkenntnis ideologisch verbrämte Meinungen, Mutmaßungen und Mythen vorherrschen- fast immer unter Berufung auf angeblich "wissenschaftliche" Quellen; In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um Pseudowissenschaft. …
Die vielfach erfahrungswissenschaftlich belegte hohe Relevanz der allgemeinen Intelligenz g für den Schul-, Berufs- und Lebenserfolg wurde und wird nicht selten angezweifelt und geleugnet; Geschlechts- und Sozialstatusunterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit anzusprechen, ist heut fast ein "Tabubruch"; Hinweise auf die Ergebnisse verhaltensgenetischer Forschung werden gern als "konservatives Gewäsch" abgetan.
Aus dieser Erfahrung erwuchs die Absicht, ausgewählte Ergebnisse der Intelligenzforschung unter kritischem Blickwinkel in einem Buch zusammenzustellen und zu diskutieren und damit "Spreu vom Weizen zu scheiden"."
Vielen herzlichen Dank!
Nichts zu danken!
Warum nur sind diese Gutmenschen* nur bei der unerwünschten Zuwanderung, wohlgemerkt keine Einwanderung gar so perfide in ihrer Wirkung und Ausdrucksweise*..?
Da lobe ich doch meine ehrlichen Gastarbeiter , die dann hier blieben und auch ihre Kinder nachholten doch sehr. Natürlich, wie wir alle ´wissen gab es einen Anwerbestopp 1973, danach kamen keine neuen Gastarbeiter mehr, sondern nur noch zweifelhafte Personen, ich bitte da zu unterscheiden, denn Passtürke zum Beispiel ist nicht gleich richtiger Türke der als Gastarbeiter hier geblieben ist und seine Kinder mindestens genausogut erzogen hatt, wie es hier angestammt ist, denn Ausfälle haben wir natürlich hier auch in der angestammmten Bevölkerung. Nochmal……das wirkliche Problem erschien erst nach den Anwerbestopp, über Asylbetrug und dergleichen……das aufkommen der Religion tat natürlich verstärkt ihr ÜBRIGES……[...]
Gleich, ob nun die Intelligenzvarianz zu 50 oder 80% von genetischen Faktoren bestimmt wird: Die Bedeutung der Schulung im logischen Denken sollte nicht unterschätzt werden. Bloß vom 'Machbarkeitswahn' mancher Pädagogen ist stark abzuraten.
Merkte erst jetzt, dass ich nicht mehr geantwortet habe. Deswegen so spät. An ilex (E. Ahrens). Nein. Ich bin überhaupt kein Eso-Typ, das war reine Ironie, deswegen das Spaghettimonster
. Und E-Technik lag nicht an der Materie sondern an der Darbringung. Wir hatten im Fach Bauelemente die gleichen Vorlesungsvorlagen, die der Dozent schon seit 20 Jahren hatte (konnte man an der Darlegung des Mooreschen Gesetzes ersehen). Soviel dazu.