Männertagsgedanken

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Wie weise unser Fliegendes Spaghettimonster die Welt geordnet hat, zeigt sich an diesem Feiertag, den Es für uns schuf. Da hat es  zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 

Erstens zeigt es so, wie wichtig Ihm Gleichberechtigung ist. Nicht nur uns Frauen gebührt ein Tag der besonderen Ehre, sondern auch den Männern. Die ziehen, mit frischem Grün am feinen Outfit, in Gruppen durch die Landschaft und haben ihre Verpflegung direkt am Mann. Ein Verhalten, das schon zur Tradition geworden ist. Wenn diese Tradtition sich immer mehr dahin ändert, dass nicht nur Männer, sondern ganze Familien an diesem Tag unterwegs sind, zeigt das nur, wie sehr Sein Wunsch nach Gleichberechtigung von den Menschen akzeptiert wird. 

Weiterhin hat Es es mit diesem Tag auf´s Vortrefflichste verstanden, Theorie und Praxis zusammen zu führen. Ist doch dieser Tag für uns Pastafari ein willkommener Anlass,  mal wieder eine größere Wartung am Biervulkan vorzunehmen und die Stripperfabrik auf Vordermann zu bringen.

Ich bin sicher, euch fällt noch mehr ein, warum  dieser Feiertag gewürdigt werden muss. 

Regelrecht entsetzt war ich hingegen, als ich gerade aus der Presse erfahren musste, wie eine verirrte Truppe Abergläubiger versucht, diesen Tag zu nutzen, um ihre, zwar lustigen, aber doch so an den Haaren herbeigezogenen Lehren unter das Volk zu bringen. 

Christen, so nennen sie sich, tun so, als wäre heute ihr Feiertag. Deshalb haben sie sich eine irre Geschichte ausgedacht und behaupten, ihr Namensgeber, der Göttersohn Jesus Christus, ist zurückgekehrt zu seinem Vater in den Himmel. Genau 39 Tage nach dem Passtahfest. Das fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond,  also frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April. Nach dem Neuen Testament der Christen (das alte hatte ihr Gott wohl geändert, weil sein Sohn nicht ganz so wollte wie der Vater) hat Jesus da den Tod überwunden. Muss ihn viel Überwindung gekostet haben, wieder ins Vaterhaus zurück zu kehren. Über einen Monat hat er mit sich gerungen. Auch das zeigt klar das gestörte Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Dann, an einem Donnerstag, zwischen dem 30. April und 3 Juni, soll er sich ins Hotel "Papa" aufgemacht haben. Wohl auch, weil er inzwischen von dem geänderten Testament erfahren hatte und nun die Angst da war, völlig enterbt zu werden.

So richtig toll muss der Empfang dann auch nicht gewesen sein. Noch ganze 40 Tage, nachdem er wieder bei Papi eingezogen war, hat es ihn sehr zu seinen alten Kumpels, altmodisch Jünger genannt, gezogen. Immer wieder hat er sich mal bei ihnen blicken lassen. Hat wohl mehr Spaß gemacht, mit denen um die Häuser zu ziehen als Harfe spielen zu lernen. Dann hat er aber doch klein bei gegeben. Zur Belohnung soll er im Himmel auf den Platz zur Rechten Gottes erhoben worden sein, nahm dann also, wie in der Antike üblich, den Platz des Thronfolgers bzw. Ehrengastes ein. Ich vermute ja eher, der Alte wollte so seinen Sprößling ein bisschen unter Kontrolle halten und vom schädlichen Einfluss der Peers, vor allem der lockeren Maria Magdalena, fernhalten. Jahwe wollte ja die schwer erkämpfte Position als Sologott nicht wieder durch ne Unmasse von Enkeln abgeben.

Klar, die Christens behaupten da etwas anderes: "Ihn, der sich selbst erniedrigt hat und gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, hat Gott über alle erhöht und ihm einen Namen gegeben, der größer ist als alle Namen Das läuft also eher darauf, dass Papa Sohni für seinen Gehorsam belohnt hat. Recht verworren sind auch die Vorstellungen, wie der Sohnemann wieder zurück ins Elternhaus geholt wurde.

Bis heute wird debattiert über das Verhältnis von Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Sicher gibt es wichtigere Themen, aber man kann ja mal. Die Traditionalisten sind nicht der Meinung, dass die Auferstehung Jesu Christi am Passtahsonntag erfolgte. Er soll nach seinem Kreuzestod am Garfreitag  in ein Jenseits hinabgestiegen sein, das Reich der Toten. Die Höllenfahrt Jesu soll nicht all zu lange gedauert haben, denn am dritten Tage soll er bereits wieder zu den Lebenden auferstanden sein. Als Himmelfahrt zählt der Aufstieg in ein in der Höhe befindliches Jenseits 40 Tage nach der Auferstehung, ohne zu sterben. 

Damit es aber nach wie vor spannend bleibt, verkünden die modernen Theologen die Gemeinsamkeit von Auferstehung und Himmelfahrt. 

Lirum larum Löffelstiel … wie herum auch immer … es wird als Sieg angesehen, dass olle Jehova seinen Sohn erfolgreich von den Peers getrennt hat, als Triumph über alle Jugendgruppen dieser Welt. Ein krasses Beispiel, wie Aberglauben eine ganz normale, wenn auch gestörte, Vater – Sohn – Beziehung ins esotherische abgleiten lässt.

Was können wir glücklich sein, hier im Besitz der unverfälschten, reinen Wahrheit zu sein und so über diesen Unsinn herzlich lachen zu können.

RAmen

Eure Elli S.

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

Zuerst erschienen bei http://fsm-uckermark.blogspot.de/2012/05/das-wort-zum-freitag_17.html

 

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19 Antworten auf Männertagsgedanken

  1. Ingo Leschnewsky sagt:

    Das ist doch Unsinn, von wegen "Himmelfahrt" – heute ist Evolutionstag!

  2. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Wenn ich denn schon bei "heute" im ZDF um 19:00 die politisch korrekte Reporterin nach dem Sinn des Vatertages fragen höre, dann gehen mir die Schuhe auf. Dürfen Männer nichts allein mit ihren Kumpels machen? Es ist nachgerade nervig. Femine Gängelung kann man auch übertreiben. Dafür regt sich auch normalerweise kein Mann über Frauenbuchhandlungen auf – bei solchem Gelaber dann aber doch extra.

    Wenn denn Familien unterwegs sind – meinetwegen, kann ja jeder machen wie er will. Aber mit der Familie kann man an 100 anderen Tagen im Jahr unterwegs sein. Muss ja wohl möglich sein, einen Tag im Jahr mal was zu machen, wo Frauen nichts bei zu suchen haben ohne sich Emanzengelaber anhören zu müssen.

  3. Berthold Fritz sagt:

    Heute hatte ich einen Deal mit unserem so verehrten und heissgeliebten Spaghettimonster, es moege doch seine nudelige Anhängseligkeit schützend über uns ausbreiten und es nicht regnen lassen. Ich musste versprechen, als Gegenleistung den ganzen Tag den Schirm deutlich sichtbar auf meiner Schulter zu tragen. Und soll ich euch was sagen, Es hat es bewirkt! Es war den ganzen Tag trocken. Ich meine ich habe mich schon augenzwinkernd von meinem Einhorn in der Garage verabschiedet, es möge doch ein gutes Wort einlegen. „O Einhorn breit-den Mantel aus!
    So war ich deutlich als Vatertagsteilnehmer erkennbar, die Wallfahrt ins Grüne hat Spass gemacht, weil ich mich so aufgehoben gefühlt habe, die Sicherheit der nudeligen Anhängsel war allüberall zu spüren. Der Weg führte mich durch den Wald und -oWunder, an ein Wasser, an dem auch sogleich ein Boot angeglitten kam, seine Frontklappe herabliess und mich aufnahm. Ich erreichte sicher getragen das andere Ufer des Wassers, wo, O Wunder wieder ein Weg war, das konnte kein Zufall sein, ES liess den Weg genau da anfangen, wo mich das Boot ausspuckte wie der Wal den Jonas. Und nun musste ich nur noch die zweibeinige Balance, die ES mir mitgegeben hat, bis zum nächsten Biertisch beibehalten, nur Sein Wille bewahrte mich vor vielen Jahren vor dem Schicksal der Vierbeinigkeit!
    Jedoch, nach einigen Bierchen, konnte weder ES noch DAS (Einhorn) etwas ändern an meiner fehlenden Koordination aller Muskeln der Fortbewegung und die Naturgesetze wirkten stärker als jedes Gebet um Stabilität und Sicherheit.
    Mein Lager hat mich wieder, die Evolution war Sieger!

  4. Frank Berghaus sagt:

    #3 Berthold Fritz am 17. Mai 2012 um 21:33

    :-) :-)

  5. Jörg sagt:

    #2 ilex (E. Ahrens) am 17. Mai 2012 um 19:44
     
    Muss ja wohl möglich sein, einen Tag im Jahr mal was zu machen, wo Frauen nichts bei zu suchen haben
     
    Sitzpinkler und Schattenparker haben damit vielleicht ein Problem, Männer hingegen nicht.

  6. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #5 Jörg am 17. Mai 2012 um 21:47

    http://www.wissenbloggt.de/?p=6239

  7. @ ilex

    Du Armer, darfst du nur eine Tag im Jahr etwas ohne Frau machen? Dann verstehe ich, dass du denn Männertag völlig anders siehst als Elli und ich. :)

  8. ilex sagt:

    #7 Bruder Spaghettus am 17. Mai 2012 um 22:46
    Deine dummerhaftige Häme kannst Du dir sparen. Lese einfach, was ich geschrieben habe und um was es wirklich geht. Ich muss mich von Dir nicht blöde anmachen lassen.
    Meinetwegen kannst Du an dem Tag, der offiziell Christi Himmelfahrt genannt wird, selbstverständlich machen was Du willst. Ob mit oder ohne Deine Tussie. Das steht Dir logischerweise völlig frei, ohne dass ich mir anmaßen würde, dich dafür zu kritisieren, wie Du den Tag verbringst. Das ist alles allein Dein Bier und – ehrlich gesagt – es interessiert mich auch nicht besonders.
    Dann erwarte ich allerdings von Dir ebenso viel Seelengröße, wenn andere Leute andere Traditionen pflegen. Und nur darum geht es – dass man einen Vatertagsausflug machen kann oder nicht – es muss ja keiner mitmachen. Aber wer das in alter Tradition will, der sollte doch mal von dem jedes Jahr neu bemüht witzigen Weibergelaber in den Nachrichtensendungen verschont bleiben.

  9. Ein Teil von jener Kraft sagt:

    Er soll nach seinem Kreuzestod am Garfreitag in ein Jenseits hinabgestiegen sein, das Reich der Toten. Die Höllenfahrt Jesu soll nicht all zu lange gedauert haben, denn am dritten Tage soll er bereits wieder zu den Lebenden auferstanden sein.

    Matthäus 12,40:  „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein“. Mathematik war offenbar nicht Matthäus' Stärke (oder hat erst Luther den Fehler reingemacht?).

  10. @ ilex
    Da war weder Häme noch blöde Anmache in meinen Worten, sondern lediglich Witz. Freilich, wenn man zu sehr am Biervulkan versackt war, verschieben sich die Relationen. Aber auch dann sollte man nicht so ausfällig werden. Schade, hätte ich nicht erwartet.

  11. Elli S. sagt:

    @ Berthold Fritz
    Dein Humor gefällt uns Pastafari sehr. :)

  12. Jörg sagt:

    #10 Bruder Spaghettus am 18. Mai 2012 um 15:21
     
    Schade, hätte ich nicht erwartet.
     
    Ich schon.

  13. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #10 Bruder Spaghettus am 18. Mai 2012 um 15:21 und nebenbei sein Epigone #12 Jörg am 18. Mai 2012 um 21:54

    Relationen verschieben sich nicht durch Bier. Eigentlich hatte ich von Dir mehr Textverständnis erwartet.

    Es ist vollig egal, ob Männer am sogenannten Himmelfahrtstag mit anderen Männern, ihren Frauen oder ihren Familien auf Tour gehen oder nicht. Das entscheidet jeder nach seinem Gusto. Darum geht es erkennbar nicht.

    "Vatertagsausflüge" gibt es, solange ich erinnern kann. Gut – irgendwann sollen sie auch mal aufgekommen sein. Wann, wo und wie kann man sicher irgendwo eruieren. Ist aber unerheblich, denn dieser Brauch besteht schon mindestens 65 Jahre. Diese Ausflüge sind weder illegal noch unüblich und verletzen auch nicht die Rechte anderer. Also war ja wohl genügend Zeit, sich daran zu gewöhnen und das zu akzeptieren.

    Daher bedarf es nicht jedes Jahr der gleichen unsachlichen und ahnungslos hämischen Kommentare von Frauen, die an den Schaltstellen der Fernsehnachrichten sitzen. Das ist reine Wichtigtuerei und muss nicht sein. Immerhin ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung männlich. Offensichtlich gibt es einige Frauen, die nur darauf lauern, ob sie irgendwo benachteiligt sein könnten.

  14. Frank Berghaus sagt:

    Seid doch nicht so giftig miteinander! Das ist der Vatertag wirklich nicht wert. Es ist halt ein Spass, den jeder ein wenig anders sieht.

  15. Argutus sagt:

    Ich verstehe nicht, warum hier so viel vom Vatertag geredet wird. Der ist doch erst am dritten Sonntag im Juni.

  16. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #15 Argutus am 19. Mai 2012 um 09:41

    Das mag ja in den USA so sein. In Norddeutschland zumindest ist eben Himmelfahrt im Volksmund der Vatertag. Passt ja auch irgendwie. ;-)

  17. @ Frank

    Ich mach das doch alles nur, damit wir dann stolz feststellen können, wie viel Kommentare Ellis toller Männertagsartikel bekommen hat. ;)

  18. Frank Berghaus sagt:

    #17 Bruder Spaghettus am 19. Mai 2012 um 20:26

    :-) Ja, ich finde ihn auch toll!

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