Was humanistisch ist

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Was humanistisch ist, ist weltlich, ergreifbar, und faktenbezogener Humanismus ist die Antwort auf der langen Suche nach einer Begründung der Moral und des menschlichen Handelns.

Es ist eine Antwort auf die von den Menschen gestellten Fragen, von dem Menschen, dem denkenden Tier dieses Planeten.

Er ist grundlegend existenziell und gleichzeitig diesseitig. Säkularer Humanismus ist die praktische Umsetzung all der Werte der grenzüberschreitenden humanistischen Aufklärung.

Er ist evolutionär und zugleich revolutionär. Humanismus ist also der Ausgang des Menschen aus seinem selbstverursachten und selbstverschuldeten Nicht-Denken.

Er ist zugleich ein gerechtes Nein zu der aus seit Jahrhunderten bestehenden Irrationalität und dem (Aber)Glauben. Säkularer Humanismus ist den alten Hirten der Religionen und der massenpopulistischen Politik ein neues Gespenst, das  diesmal nicht nur über dem europäischen Kontinent, sondern über den gesamten Globus fliegt und die von den Irrationalitäten besessenen Menschen nicht nur erschreckt, sondern ihnen durch das wahre Erschrecken ihre Augen öffnet und aus dem tausendjährigen religiösen, inhumanen und wie Pest seelenfressenden Wahnschlaf aufweckt.

Säkularer Humanismus ist dem postmodernen Menschen der Schlüssel zu seinen Freiheiten. Der Schlüssel zur Bekämpfung all der neuartigen, aber auch seit unweiten Ewigkeiten schon vorhandenen Gesellschaft-zerstörenden und menschenrechtsverletzenden Gedanken der an ihrem Profitdenkenden, der Unfreien.

Der säkulare Humanismus ist das Gegenmittel jeglicher islamischen Fatwa. Er ist das Anti-Blasphemie-Gesetz an sich.

Der Inbegriff der Umwertung aller scheinheiligen Werte in einem Begriff wie eine Salbe gegen die von den Irrationalitäten, Engstirnigkeit, Dogmen, Aberglauben, Diktatoren und im Allgemeinen den Menschenrechtsverletzungen den Menschen zugefügten Leiden.

Er ist des Menschen Selbstverwirklichung als ein Individuum in der Kollektivität seiner Mitmenschen zugrundeliegend und der kollektiven Einheit einer Gesellschaft, bestehend aus endlich vielen Individuen, dem Pluralismus verbunden und der Demokratie treubleibend.

Der Humanismus sei als ein menschliches Universum der menschlichen Subjektivität zu erfassen, erklärte Jean Paul Sartre schon einige Male.

Die Nicht-Erforderlichkeit im Sinne der Nicht-Notwendigkeit des auf unbewiesenen Annahmen basierten Glaubens in der heutigen Welt ist mit der Verflechtung der eigenen menschlichen Unmündigkeit, dem Nicht-Vorhanden-Sein eigenen Mutes zum selbstständigen Denken durch existent basierten Fakten verbunden.

Nichtsdestotrotz wird das Recht auf Glauben in keinem Wege von säkularen Humanisten bestritten. Jeder wird seinem Glauben überlassen! Die Auswirkung der Religion auf die Gesellschaft und die Machtansprüche und angenommenen Wahrheitsansprüche jeglicher Glaubensrichtungen sind aber die unbestrittenen Fakten in unserer globalen Gemeinschaft. Darauf kann man sich nicht mehr in subjektiver Weise einlassen, die religiösen Wahrheitsansprüche beinhalten objektiv keine Wahrheit, keine wirkliche Begebenheit, und deren Moral-Askese ist einem fesselnden Gurt ähnlicher als befreiende Flügel für einen Gefangenen, gespannt und gestrickt um das Hirn des denkenden Tiers, es bietet keine Lösungen, sondern es verleugnet gerade das, was besteht. Religionen wirken als Barriere zuerst gegen menschliches Denken.
Die Ausübung der Religionskritik und im allgemeinen der Kritik an bestehender Irrationalität sind der erste Schritt zur Erweiterung der Grenzen eines beschränkten Gebietes der menschlichen Freiheiten. Der Rand dieses Gebietes besteht aus unbewiesenen Annahmen, die nur in dem Gehirn der Menschen existieren und wofür weder explizite noch implizite Belege vorhanden sind, dass sie in der Wirklichkeit auch gelten könnten. Aus dieser Sicht zeigt der Grad der Religiosität eines Menschen gerade den Grad seiner Unwissenheit über das, was er für sich als eine wahre Aussage annimmt, ohne dass die Wahrheit solcher Annahmen überhaupt bewiesen werden kann. In diesem Sinne ist dann der Mensch unfrei gegenüber seiner eigenen möglichen Denkentfaltungen.

 

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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5 Antworten auf Was humanistisch ist

  1. Indianerjones sagt:

    Die Ausübung der Religionskritik und im allgemeinen der Kritik an bestehender Irrationalität sind der erste Schritt zur Erweiterung der Grenzen eines beschränkten Gebietes der menschlichen Freiheiten. Der Rand dieses Gebietes besteht aus unbewiesenen Annahmen, die nur in dem Gehirn der Menschen existieren und wofür weder explizite noch implizite Belege vorhanden sind, dass sie in der Wirklichkeit auch gelten könnten. Aus dieser Sicht zeigt der Grad der Religiosität eines Menschen gerade den Grad seiner Unwissenheit über das, was er für sich als eine wahre Aussage annimmt, ohne dass die Wahrheit solcher Annahmen überhaupt bewiesen werden kann. In diesem Sinne ist dann der Mensch unfrei gegenüber seiner eigenen möglichen Denkentfaltungen.
    @ Diese Worte sind zwar nichts mehr hinzuzufügen, weil gut und Wahrheitsgetreu, dennoch möchte ich hierbei vorfühlend sein und auf die kritischen Bemerkungen ,die wohl darauf folgen könnten, wohlgemerkt nicht müssen ,aufmerksam machen…….mit einen Satz…**Intelligenz ist die stärkste Waffe-aber auch die beste Lösung zum Frieden* :nerd:

  2. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Religionen wirken als Barriere zuerst gegen menschliches Denken.

    Kamran Ghanei bringt es in kurzer Form im Stil von "Was ist Aufklärung?" auf den Punkt. Wobei offensichtlich das gelenkte Denken weiter verbreitet ist als befürchtet – auch Menschen, die im großen und ganzen mit der Religion abgeschlossen haben, lassen sich teilweise dann wieder von Ideologien vereinnahmen und unterwerfen sich freiwillig verbreiteten Denkmustern, die sie mit mehr Inbrunst vertreten als angemessen. Offensichtlich gibt es ein Bedürfnis im menschlichen Denken, das "Wahre" erkannt zu haben – mag es nun "wahr" sein oder nicht.

  3. indianerjones sagt:

    #2 ilex (E. Ahrens) am 9. Juni 2012 um 12:21
    @ Wie wunderbar Ilex das aufgegriffen hatt, geradezu vorbildlich. :nerd:

  4. Pingback: Kirche heute, 10. Juni 2012 « Moment Mal

  5. pinetop sagt:

    Wie schon wiederholt dargestellt sind für mich die tragenden Elemente einer humanistischen Gesellschaft der Respekt vor dem Individuum, das naturwissenschaftliche Weltbild und die demokratische Legitimierung politischer Macht (Macht ist hier nur politisch gemeint. Wirtschaftliche Macht ist nicht durch demokratische Methoden zu legitimieren, sondern vollkommen auszuschalten, und zwar durch Wettbewerb oder Konkurrenz). In der offenen Gesellschaft und mit Hilfe wertfreier Sozial- und Wirtschaftswissenschaften können Bürger Vorstellungen zur Moral beschreiben und den Umfang des Sozialstaats bestimmen.
     
    Es bleibt ein Problem, welches in seiner Bedeutung nur unzureichend begriffen wird. Der zeitliche Umfang der Perspektive. Wenn man sich mit politischen oder wirtschaftlichen Sachverhalten beschäftigt, stößt man immer wieder auf den zeitlichen Horizont oder modern ausgedrückt: die Nachhaltigkeit. In Fragen des Naturschutzes hat man mittlerweile nachhaltiges Denken als selbstverständlich erkannt, aber nicht für Wirtschaft und Politik. Wir haben eine Politik, die nur in Legislaturperioden denkt und Wirtschaftsmanager, die nur die Laufzeit ihres Vertrags berücksichtigen. Wir erleben eine Tendenz zur Bilanzierungspraxis, die das Vorsichtsprinzip immer stärker vernachlässigt und stille Lasten erzeugt. Und wir müssen eine Wirtschaftspolitik erleben, die glaubt mit Konkunkturprogrammen und mit einer Flutung durch billiges Geld die Probleme lösen zu können. Diese Kurzfristigkeit der Wirtschaftspolitik war auch ihrem Begründer Keynes bewußt als er auf Kritik mit den Worten reagierte: "Langfristig sind wir alle tot."      

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