Bibbern um Privilegien

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Als der große Augustinus sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere als PR-Chef des Römischen Kaisers aus Frust mit seinem Freund in eine gleichgeschlechtliche (Gem)Einsamkeit in seine Heimat zurückzog, setzten die hilflosen Christen dort alles daran, den beredten Mann in höchste Kirchenwürden als ihren Bischof in Hippo zu hieven. Im heutigen Bayern muss die Catholica um grundgesetzwidrige Privilegien bibbern, weil sie eine in gleichgeschlechtlicher Gemeinsamkeit lebende Erzieherin feuern will.

Die betroffene Dame hatte ihrem Arbeitgeber die Geburt ihres Kindes gemeldet und Mutterschaftsurlaub beansprucht. Gleichzeitig hatte sie ihm mitgeteilt, dass sie mit einer anderen Dame in Lebensgemeinschaft lebt. Daraus friemelte der Arbeitgeber eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft scheinbar unmoralischer Art und kündigt der jungen Mutter fristlos. Leben In der Catholica nicht auch (zwar immer weniger) Männer und Frauen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften (Klöstern) zusammen, besonders in besonders strengen. Warum muss die Gemeinschaft zwischen der jungen Mutter und ihrer Freundin schlecht sein?

Penetrant pocht der Arbeitgeber, eine kirchliche Einrichtung, auf einem Selbstbestimmungsrecht, das ihm laut GG nicht zusteht. Dort ist nämlich eindeutig geregelt, dass die Kirchen ihre Angelegenheiten zwar eigenverantwortlich aber eben nur im Rahmen der für alle geltenden Gesetze verwalten. Von Selbstbestimmung keine Spur! Was die Catholica hier treibt ist eher Anmassung und Missachtung der in unserer Demokratie für alle geltenden Rechte und Gesetze.

Während in unserer Demokratie niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf und jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit hat, setzt sich die Catholica dreist über unser GG hinweg und will sich ihr eigenes Recht basteln.

Nun hat ihr aber die Gewerbeaufsicht in die Suppe gespuckt und die Kündigung der jungen Mutter abgelehnt. Seltsam zwar, dass hier die Gewerbeaufsicht und nicht das Arbeitsgericht eingeschritten ist, gleichwohl aber erfreulich, dass eine Aufsichtsbehörde gegen den offensichtlichen Machtmissbrauch einer mit Steuergeldern finanzierten kirchlichen Einrichtung einschreitet. Endlich erinnert sich jemand daran, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind und dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Besonders die Würde einer jungen Mutter, die ehrlich mit sich und der Welt umgeht.

Aber Ehrlichkeit und Recht scheinen der Catholica ein Begriffspaar, das ihr gerade in Sachen Moral nicht schmeckt, besonders, wenn es sich um geschlechtsbezogene Moral handelt. Was Nonnen und Mönche, also Kleriker, dürfen, soll Laien verwehrt sein? Ach ja, schon wieder vergessen. Kleriker sind ja Eunuchen für das Himmelreich (Mt 19, 12) und geniessen irgendwie die Freiheit der Narren. Aber bitte nicht in unserer Demokratie!

 

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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6 Antworten auf Bibbern um Privilegien

  1. Matthias Stein sagt:

    Die Soutanenträger werden aber vermutlich nicht ruhen und spätestens dann, wenn der Mutterschutz abgelaufen ist, ihre Kündigungsbestrebungen fortsetzen.
    Man kann der Erzieherin anraten sich einen cleveren Anwalt zu suchen und sich so heftig zu wehren, dass den Herrschaften das GG "um die Ohren geschlagen" wird.
    In einem vergleichbaren Fall hat ein Chirurg in NRW, dem man  in einem katholischen Krankenhaus deshalb kündigte, weil er
    a) geschieden und
    b) mit der neuen Lebenspartnerin in Gemeinschaft lebte,
    was nach den Moralvorstellungen der RKK Ehebruch und damit ein Verstoß gegen Kirchenregeln verstößt.
    Das Gericht erklärte, dass er als Arzt keine Glaubenssätze zu vertreten habe und deshalb die Kündigung unwirksam sei.
    Vermutlichen werden die Katholen versuchen der Frau die "Glaubensvermittlung" auf's Auge zu drücken. Da sie aber vermutlich keine Theologin ist, sollte sie auf diesen Aspekt besonders eingehen und auf Weiterbeschäftigung klagen.
    Zusätzlich müssten – aber das ist nur (m)eine Hoffnung dem Arbeitgeber sämtliche Gelder ( es werden  ohnehin nur max. 10% sein) zu Streichen  und den Laden in private oder öffentliche Hände zu geben. 
    matthias,
    Im Übrigen bin ich derMeinung, dass das Konkordat und die Staatsverträge gekündigt werden müssen!
     

  2. Epikur63 sagt:

    Hmm, ist mit dem "gleichgeschlechtlichen Freund" Alypius gemeint? Ich hatte noch nie gehört, dass die beiden eine homosexuelle Beziehung hatten: Gibt es dafür irgendeinen historischen Beleg? Belegt ist z.B. das er schon früh ein uneheliches Kind hatte.
    Das Verhalten der katholischen Kirche finde ich auch in diesem Fall vollständig unethisch und es passt nicht in unsere Gesellschaft. Aber die Aussage, dass die Kirche das entsprechende Selbstbestimmungsrecht laut GG nicht hätten, stimmt leider nicht. Artikel wie Paragraph 118 des Betriebsverfassungsgesetzes regeln dies laut Sicht des Bundesverfassungsgerichts in Übereinstimmung mit dem GG.

  3. Berthold Fritz sagt:

    Circulus vitiosus
     
    Die Bibel ist unfehlbar
    "aber woher weißt du das?
    Weil sie das Wort Gottes ist!
    "aber wie kannst du so sicher sein?
    Es steht so in der Bibel
    "aber warum der Bibel glauben?
    Weil die Bibel unfehlbar ist
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    W EIL…
     
    Glauben hat mich erst einmal überleben lassen.
     
    Jetzt, wo ich weiß, ist es reine Zeitverschwendung, mit religiösen Menschen zu reden , denn wenn sie der Vernunft zugänglich wären, gäbe es keine religiösen Menschen.

  4. Jörg sagt:

    Nach Ablauf ihrer Elternzeit kann sie ihre Homosexualität aber trotz des Urteils den Job kosten:
    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/kirche-keine-kuendigung-in-elternzeit-fuer-lesbische-erzieherin-a-839767.html

  5. Frank Berghaus sagt:

    #4 Jörg am 21. Juni 2012 um 00:03

    Wenn sie nicht gerade in der "Verkündigung" tätig ist, hat sie bei Gericht aber sehr gute Chancen, auch das abzuwehren.

  6. Jörg sagt:

    #5 Frank Berghaus am 21. Juni 2012 um 00:18
     
    Gehört der Kindergarten denn nicht zum "Verkündigungsbereich"? Gerade bei nahezu wehrlosen Kleinkindern verkündigen die Religioten ihren Stuss ja immer recht gerne.

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