Mayday – Save Our Souls

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IAFLDie persönliche Vorgeschichte:

Wie könnte man einen solchen Tag jemals vergessen? Wir befanden uns auf einem Flug von Leeds in Nordengland nach Nizza in Südfrankreich. Außer meinem Kopiloten und mir war nur ein einziger Passagier an Bord, der Rallye-Pilot A.S., der in Frankreich noch schnell vor dem Beginn der Rallye verschiedene Reifen testen sollte. In Flugfläche 200, also auf 20 000 Fuß Höhe, zogen wir ruhig unsere Bahn in pechschwarzer Nacht. Routine, keine besonderen Vorkommnisse. (Foto: Privatbesitz). Dass wir soeben die englische Küste in Richtung Kanal überquerten, wussten wir nur von unseren Instrumentenanzeigen, zu sehen war nichts. Kurz bevor die englische Bodenkontrolle uns an die französischen Kollegen übergeben würde geschah, was für jeden Piloten ein Albtraum erster Güte ist: Beide Triebwerke begannen unruhig zu arbeiten, der Treibstoffdruck ließ nach, die „engines“ verloren Leistung. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie endgültig ihren Dienst quittieren würden. Ich gab die nun erforderliche Mayday-Meldung nach London ab. Man darf wissen: in der Luftfahrt gibt es das seemännische SOS nicht. „Mayday“ ist eine Verballhornung des französischen „M’aidez“ – “Helft mir!”

Die Reaktion war professionell. „Next suitable airport“, der nächste geeignete Flughafen für die angepeilte Notlandung war London Gatwick, wenn wir es denn erreichen sollten. Mein Kopilot, ein noch unerfahrener junger Mann, war völlig verstört. Nicht etwa weil er Angst gehabt hätte, dazu war sein Vertrauen in mich als seinen Ausbilder zu groß. Nein, er fand die Anflugkarten von Gatwick, um die ich ihn gebeten hatte, nicht. Trotz des unvermeidlichen Stress musste ich feixen: er hatte unter „G“ gesucht, nicht aber unter „L“ wie London-Gatwick. Mein Lachen verging mir von einer Sekunde auf die andere, als mir der Fluglotse die Frage stellte, die mir auch heute noch, 30 Jahre nach den Geschehnissen, in der Erinnerung einen Schauer über den Rücken fahren lässt: „How many souls on board?“ Er musste schließlich seine Infos sammeln, bevor wir uns möglicherweise in einen Haufen rauchender Trümmer verwandelten. Nein, wirklich, er sagte nicht etwa: „how many persons“ oder „how many people“, er wollte die Anzahl der an Bord befindlichen „Seelen“ wissen. Wir schafften es mit Ach und Krach bis Gatwick, der gesamte Luftraum um uns herum wurde freigemacht, sehr zum Ärger der aus Übersee kommenden Piloten, die nun für fast eine Stunde in die Warteschleifen rund um Gatwick geschickt wurden. Meine Landung in Gatwick war wohl nicht ganz so butterweich wie man es als Pilot so gerne hätte. Jedenfalls wachte unser Passagier, der „selig“ geschlafen hatte, auf und sagte in seinem unnachahmlichen Fränkisch: „Was, sind wir schon in Nizza? Nein? Aber was machen wir denn in London?“ Er hatte nicht mitbekommen, dass soeben seine Seele davor bewahrt wurde, seinen Körper verlassen zu müssen.

Die Erschaffung der Seele

Die Frage nach dem Wesen der menschlichen Seele wurde Jahrtausende lang ausschließlich von Theologie und Philosophie beantwortet. Erst in neuerer Zeit haben sich die Naturwissenschaften als Antwortende eingereiht. Der normale Sterbliche weiß von seiner Seele in aller Regel nur das, was ihm von Kindesbeinen an von „Seelsorgern“ eingetrichtert wurde: irgendetwas Quasi-Göttliches, das in einem wohnt, und in dem sich alle gottgegebenen Regeln bündeln, die einen auf den rechten Pfad führen. Das „Seelenheil“ ist dabei so wichtig, dass der Gläubige gelegentlich mit einem „Seelenhirten“ Rücksprache halten muss (Beichte), damit sein „Seelenfrieden“ nicht durch Verunreinigung Schaden nimmt. Und wenn er einst gestorben ist, so wird man für ihn ein „Seelenamt“ abhalten und eine „Seelenmesse“ lesen, denn auch als Toter ist seine Seele schließlich noch vorhanden, zwar in einer anderen Welt, aber durch die Worte des Priesters durchaus noch erreichbar. Das erste Wesen mit schriftlich attestierter „Seele“ war laut Genesis Adam, dem Gott, nachdem er ihn aus einem Lehmklumpen geformt hatte, den Lebensodem einhauchte. Nach diesem schwerwiegenden Akt war Gott übrigens dermaßen erschöpft, dass er erst einmal einen Tag Pause einlegen musste – eine sehr menschlich naive Vorstellung von einem Allmächtigen, die vielen christlichen Kulturen allerdings einen Feiertag bescherte.

Der Dualismus Körper und einer von ihm unabhängigen Seele entspricht dabei durchaus nicht der urchristlichen monistischen Auffassung von der Einheit von Körper und Seele. Hatten nicht die Jünger den Auferstandenen als leiblich-seelische Einheit nach einigen Anfangsschwierigkeiten der Identifikation eindeutig erkannt? Sie nahmen ihn eben nicht als Geist oder Engel wahr, sondern als leibhaftigen Menschen, den sie anfassen konnten. Da lag es nahe, an eine leibliche Auferstehung zu glauben. Doch in den Gräbern verwesten weiterhin die Leichen, das leere Grab des Jesus aus Nazareth blieb die einzige Ausnahme. Das Aufkommen dualistischer Vorstellungen von Leib und Seele war eine zwingende Folge dieses nicht zu leugnenden Tatbestandes. Die folgenden Diskussionen bezogen sich deshalb eher darauf, wann denn nun eigentlich die Seele in den Menschen gelange. Gab es seit Beginn dieser Welt einen quasi unendlichen Vorrat an Seelen, von denen jeweils eine bei Bedarf einem Neugeborenen Wesen implantiert wurde? Und wird diese Seele nach dem Ableben ihres Trägers dem globalen Seelenpool wieder zugeführt? Das wäre keine schöne Vorstellung für die meisten gewesen, grenzte möglicherweise auch zu sehr an Vorstellungen von Seelenwanderung wie sie anderen Religionen eignet. Man entschied sich schließlich für die erheblich attraktivere Idee eines Jenseits voll mit Individuen. Das ließ sich erheblich besser an diejenigen verkaufen, die Angst vor einem endlosen Nichts nach dem Tode hatten. So wurde die Vorstellung genährt, dass man letztendlich alle seine bereits verstorbenen Verwandten im Jenseits in die Arme schließen werde und mit jedermann, einschließlich der Schwiegermutter, in perfekter, ewiger Eintracht dahinleben werde.

Auch Vorgang und Zeitpunkt, zu dem die Seele dem Körper beigegeben wird, wurden eindeutig festgelegt: Weder nahm Gott eine bereits geschaffene Seele aus dem großen Pool, noch wurde die Seele mit dem väterlichen Samen an die Nachkommen weitergegeben (das Ovulum war noch nicht entdeckt) – obwohl dies so elegant die Weitergabe der Erbsünde erklärt hätte. Nein, bei jedem Befruchtungsakt erschafft Gott eine ganz neue, spezifisch auf dieses entstehende Wesen abgestimmte Seele und gibt sie dem werdenden Zellhaufen bei. Da behaupte nun einer, Gott sei heutzutage nur noch überwachend und nicht mehr schöpferisch tätig. Dieser großen Mühe, der sich Gott für jedes Einzelwesen unterzieht, trägt vor allem die katholische Kirche bis auf den heutigen Tag Rechnung, wenn sie so vehement und manchmal auch militant gegen Masturbation, Abtreibung oder Verhütung ankämpft. Eine zunehmend geringer werdende Anzahl Menschen folgt ihr allerdings in dieser rigiden Interpretation. In die Welt gesetzt wurde die Idee einer beim Befruchtungsvorgang von Gott geschaffenen Seele (Kreatianismus, nicht mit dem Kreationismus zu verwechseln) von Laktanz, einem wohl 325 verstorbenen Kirchenlehrer. Sie hat sich gegen zahlreiche Anfeindungen in der römisch-katholischen Kirche vollständig durchgesetzt und bis auf den heutigen Tag praktisch unverändert erhalten.

Die vielen Seelen in unserer Brust – oder wo auch immer

Viel interessanter in der Historie blieb die Frage, an welcher Stelle sich die beigegebene Seele denn nun im Körper einnistet. Bis auf die Extremitäten und die Geschlechtsteile sind alle möglichen Orte im Körper in Erwägung gezogen worden. Die „Seele in meiner Brust“ reflektiert noch deutlich eine der althergebrachten Vorstellungen. Neue Impulse bekam die Debatte in der Neuzeit insbesondere durch René Descartes’ Naturphilosophie und Metaphysik. Nach Descartes (1596–1650) hat man streng zwischen einer ausgedehnten Materie (res extensa) und einer denkenden Seele (res cogitans) zu unterscheiden. Der Körper, zu dessen Bereich Descartes die irrationalen Lebensakte zählt, ist ein Teil der Materie und lässt sich vollständig im Rahmen der Mechanik erklären, während sich die denkende Seele als immaterielle Entität der empirischen Forschung entzieht.

Man war damals davon überzeugt, dass die Fähigkeit zu sprechen und intelligent zu handeln sich durch die Interaktion physischer Komponenten nach Naturgesetzen nicht erklären lasse, sondern vielmehr etwas Nichtphysisches voraussetze, das man berechtigterweise Seele nennen könne. Nach Descartes’ dualistischer Konzeption kann man die Seele nicht im Körper oder an irgendeinem Ort der materiellen Welt lokalisieren. Allerdings gebe es eine Kommunikation zwischen Seele und Körper, deren Ort auffindbar sei. Descartes vermutete, die Epiphyse (zu deutsch Zirbeldrüse) sei der zentrale Ort des Austauschs zwischen Seele und Körper. Diese Hypothese wurde allerdings durch die empirische Forschung bald widerlegt. Die Kritik an Descartes’ Epiphysentheorie führte jedoch zu zahlreichen neuen Hypothesen über den Ort des Seelenorgans. Heute gilt es auch bei den Anhängern des dualistischen Seelenkonzepts wie beispielsweise Richard Swinburne als mehr oder weniger unbestritten, dass die Seele mit Denken (res cogitans) und Bewusstsein ihren Ort im Gehirn habe. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht nicht ganz unwichtig, dass die in der lateinischen Bibel als „anima“ bezeichnete Seele in der Septuaginta noch mit „psyche“ wiedergegeben wird.

Das ist insofern von Bedeutung, als die moderne Naturwissenschaft eindeutig das Gehirn als Ort des Denkens und des Bewusstseins, also auch der Psyche, lokalisieren kann. Wenn aber die Gleichung “Seele gleich Bewusstsein” Gültigkeit haben soll, stellt sich eine völlig neue Frage: Wenn Denken offensichtlich an messbare Gehirnströme, chemo-elektrische Prozesse, gebunden ist, also materiell bedingt – wozu dann noch eine Seele? Die, weil immateriell, unnachweisbar eine andere, bisher unbekannte Energieform aufweisen müsste. Paraphysiker und Klerikale glauben fest daran: wie sollte es denn sonst möglich sein, mit Verstorbenen zu kommunizieren? Denken und Bewusstsein sind mit dem Tod unweigerlich zu Ende, weshalb es nach materialistischer (monistischer) Auffassung auch kein wie immer geartetes Weiterleben nach dem Tod geben kann. Mit der Materie stirbt auch das Bewusstsein. Die Kirche ist sich offensichtlich zum Zeitpunkt, als sie Descartes’ Definition von Seele als res cogitans übernahm, nicht klar darüber gewesen, welche Konsequenzen mit dieser Adaptation verbunden sind. Deshalb beharrt sie heute zwar auf dem dualistischen Prinzip, löst sich aber gleichzeitig von der Gleichung “Seele gleich Bewusstsein”.

Seele darf nicht sterben

Was beinhaltet denn nun eine von Denken und Bewusstsein befreite Seele? Letztlich bleiben nur die göttlichen Moral- und Ethikvorstellungen, oder besser: die vom Bodenpersonal verordneten Ideen. Für die von ihnen zusammengestellte Liste von Gut und Böse mussten sie allerdings gehörig sortieren, denn ganz so einfach ergibt sich das aus ihren Schriften nicht. Oder ist es zum Beispiel ein Zeichen höherer Moral, wenn ein Vater bereit ist, den eigenen Sohn zu ermorden, bis er buchstäblich in letzter Sekunde von Gott, der es ihm befahl, daran gehindert wird: „Lass mal bleiben, ich hab ja nur Spaß gemacht“? Oder wenn eine ganze Ortschaft wie Sodom und Gomorrha inklusive aller unschuldigen Kinder dem Erdboden gleichgemacht wird, nur weil einige wenige der „Sünde“ verfallen waren? Welche Moral kann man denn aus solchen Geschehnissen ableiten? Das ficht die Herren natürlich nicht an. Sie nennen ihre hausgemachte Moral weiterhin „gottgegeben“. Der zornige Miesepeter Jahwe wird einfach ausgeklammert.

Es lässt sich nun zeigen, dass unterschiedliche Kulturen im Laufe der Geschichte durchaus im Detail unterschiedliche Moralvorstellungen entwickelt haben. Doch eine erhebliche Anzahl wie zum Beispiel die Ächtung von Mord und Diebstahl teilen alle. Das legt die Vermutung nahe, dass hier evolutionäre Prozesse im Spiel sind, die in ihrem Grund mit religiösen Vorschriften nichts zu tun haben. Es ist für Kleriker völlig unvorstellbar, dass Ethik und Moral sich auch evolutionär entwickelt haben könnten. Ob solche Vorstellungen indirekte oder direkte Produkte der Evolution sind befindet sich in heftiger wissenschaftlicher Diskussion.

Es sei nicht verschwiegen, dass es durchaus „naturwissenschaftliche“ Ansätze zur Rettung der Seele und damit für ein Leben nach dem Tode gibt. Kirchen sind schließlich nicht zuletzt auch eine finanzielle Großmacht. Sie sind vor allem daran interessiert, dass der von ihnen verwendete Seelenbegriff nicht sang- und klanglos mit modernen Erkenntnissen untergeht. Sie würden ihr letztes Repressionsmittel verlieren. Der von ihnen postulierte „Sinn des Lebens“ hätte jede Gültigkeit verloren. Bleibt noch die Angst vor dem Tod, die durch die Einhaltung religiöser Normen genommen werden soll: „Wenn du brav bist, kommst du ins Paradies.“ Zu bedenken bleibt allerdings, dass die Möglichkeit eines wie auch immer gearteten Weiterlebens nach dem Tode theoretisch denkbar ist – und zwär völlig ohne Koppelung an religiöse Vorstellungen. Allerdings verkauft Kirche gerne den Glauben gleich im Doppelpack mit dem Jenseits, obwohl das rein logisch nicht haltbar zu sein scheint. Unabhängig von dieser Frage: Halten wir es doch einfach mit Epikurs’ vergnüglicher Botschaft:  „Genieße das Leben, Du hast nur eines! Angst vor dem Tod? Denke daran, solange Du bist, ist er nicht! Und wenn er ist, bist Du nicht mehr! Was also ängstigst Du Dich?“

Das kann und darf nicht heißen, dass diejenigen, die den starren Regeln der Religionen nicht folgen mögen, nun keinerlei ethische Normen zu einem vernünftig und verantwortungsbewusst geführten Leben benötigten. In einem lesenswerten Beitrag behandelt Prof. Bernulf Kanitscheider, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung und des Wissenschaftsrates der GWUP, die „Grundzüge einer naturalistischen Philosophie und Ethik“: „Eine naturalistische Ethik wird also sicher sparsam mit Restriktionen umgehen. Nur so viele Forderungen werden aufgestellt, dass das Wohlbefinden aller Individuen der Gemeinschaft garantiert ist. Ziel einer solchen Ethik ist, dass Menschen nicht aus Selbstzweck irgendwelche Prinzipien erfüllen müssen, sondern dass alle – soweit von den materialen Randbedingungen her möglich – ein aus ihrer eigenen Sicht gelungenes Leben führen können. So steht die naturalistische Ethik im Dienste der Idee eines glücklichen Lebens, dem Zentrum eines modernen säkularen Humanismus.“

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4 Antworten auf Mayday – Save Our Souls

  1. Dawoifi sagt:

    Ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, nach dem biologischen selektiven Vorteil einer angeblich nach dem Tode noch existierenden Seele zu fragen? Scharfe Augen, schnelle Beine, funktionierendes Immunsystem, Sexualtrieb nicht zu knapp, bestimmtes Sozialverhalten, Intelligenz: All dies macht evolutionär Sinn, weil es zur Verbreitung der dazugehörigen Gene beiträgt.
    Da angeblich nur der Mensch über eine Seele verfügt, müsste sich in den letzten 5 bis 6 Mio Jahren, seit der Abspaltung von den Schimpansen/Bonobos, ein selektiver Vorteil für Gene, die eine unsterbliche Seele "wachsen" lassen (darf man das so ausdrücken?), ergeben haben. Irgendeine Eigenschaft also, die nach dem Tode des die Seelen-Gene besitzenden Individuums zum Tragen kommt. Welcher Vorteil sollte dies wohl sein?
    Dieser Vorteil muss m.E. verneint werden, weshalb ich die Annahme einer unsterblichen Seele für mit der Evolutionstheorie unvereinbar halte. Und da letztere ansonsten wirklich für alle beobachtbaren (Lebens-) Phänomene stets brauchbare Antworten liefert, ist wohl die Seelentheorie nichts weiter als vorwissenschaftlicher Humbug.

  2. Argutus sagt:

    #130 Dawoifi am 12. August 2012 um 13:36

    Dieser Vorteil muss m.E. verneint werden, weshalb ich die Annahme einer unsterblichen Seele für mit der Evolutionstheorie unvereinbar halte.

    Eine Unvereinbarkeit folgt daraus nicht. Es wäre bloß so, daß diese Seele aus der Evolution nicht ableitbar und deshalb nicht auf sie zurückzuführen wäre.

    Die Seele wäre dann so etwas wie ein Reiter auf einem Pferd. Der ergibt sich ja auch nicht aus der biologischen Evolution des Pferdes.

  3. Christoph Deblon sagt:

    #130 Dawoifi am 12. August 2012 um 13:36
    Da angeblich nur der Mensch über eine Seele verfügt
     
    Ich habe im Moment nicht herausbekommen können, ob es hier eine definitve Festlegung der Kath. Kirche gibt. "Gängige" Ansicht ist anscheinend die nach Thomas von Aquin, daß die Tiere eine "sensitive" Seele haben, der Mensch hingegen eine unsterbliche "Geisteseele". Man sollte aber bedenken, daß das Konzept der Seele überhaupt in der Theologie nicht die essentielle Bedeutung hat, die man überlicherweise annimmt. In meinem katholischen "Handbuch der theologischen Grundbegriffe" gibt es kein Stichwort "Seele".
     
    Für die Evolutionstheorie würde es aber auch keinen Unterschied machen, wenn die Tiere gar nicht wirklich Schmerz u.sw. empfinden würden – Hauptsache, sie funktionieren so, als ob. Wie Sie argumentieren,sollte man mit Occams Rasierer die Tiere a la Descartes als Maschinen betrachten.

  4. Argutus sagt:

    #132 Christoph Deblon am 12. August 2012 um 14:31

    Man sollte aber bedenken, daß das Konzept der Seele überhaupt in der Theologie nicht die essentielle Bedeutung hat, die man überlicherweise annimmt.

    Das ist richtig. Die Vorstellung einer unsterblichen Seele ist nicht genuin christlich, sondern sie ist ist (zumindest im Abendland) griechischen Ursprungs. Dennoch hat sie nachträglich auf die christliche Theologie etwas Einfluß genommen.

    Echt christlich wäre die These, daß der Mensch nach dem Sterben vollständig vollständig tot ist, aber später von Gott neu erschaffen wird.

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