® Theologie ist keine Wissenschaft

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Von Ralf Michalowsky:

Sie hat an öffent­li­chen Universitäten eben­so­we­nig zu suchen, wie Gebetsräume jed­we­der Glaubensrichtung.

Bis die gesetz­lich ver­an­kerte Trennung von Kirche und Staat Realität wird, ist es noch einen lan­ger Kampf. Es kann nicht sein, dass bei sin­ken­der Zahl von Mitgliedern in den Glaubensgemeinschaften, bei immer mehr Kirchenaustritten, bei mehr als einem Drittel kon­fes­si­ons­freier Menschen in Deutschland, sich die Kirchen zuneh­mend in öffent­li­che Räume drän­gen, um ihren Einfluss aus­zu­deh­nen.

Das geht nicht zuletzt auf Kosten aller Steuerzahler, auch der­je­ni­gen, die bewusst aus einer der Kirchen aus­ge­tre­ten sind. Sie wer­den über die all­ge­mei­nen Steuereinnahmen auch zur Bezuschussung der Glaubensgemeinschaften her­an­ge­zo­gen. Rund 40 Mrd. Euro kas­sie­ren Kirchen und ihnen nahe­ste­hende Sozialwerke jähr­lich vom Staat und ihr eige­ner Beitrag aus Kirchensteuern ist nicht mehr als ein Tropfen auf dem hei­ßen Stein. Nach eige­nen Angaben geben sie weni­ger als 10 % ihrer 9 Mrd. Euro Kirchensteuereinnahmen für soziale Zwecke aus.

Nehmen wir ein Beispiel: das Hilfswerk Misereor e.V. Es hat 2009 ca. 50 Mio. Euro an Spenden ein­ge­sam­melt. Das sind etwa 33 % des Gesamtetats. 62 % gibt Vater Staat und nur 5 % rücken die Kirchen raus. Dabei über­stei­gen Verwaltung (mit 2,6 %) und Werbung (mit 3,3 %) den Kirchenanteil schon um 0,9 %. Die Mär von der Unersetzlichkeit kirch­li­chen Engagements bestä­tigt sich auch hier wie­der.

Doch zurück zur Universität. In Münster soll jetzt auf uni­ver­si­tä­rem Grund eine Moschee gebaut wer­den. „Wir haben eine katho­li­sche und eine evan­ge­li­sche Universitätskirche“, sagt Universitäts-Rektorin Prof. Ursula Nelles. Da sei es nur kon­se­quent, wenn die isla­mi­sche Theologie eine Moschee erhalte. Die Baukosten in Höhe von vier Millionen Euro sol­len durch Spenden finan­ziert wer­den. Die Pläne für das neue isla­mi­sche Zentrum mit der Moschee sind sehr kon­kret, sagt des­sen Leiter Prof. Mouhanad Khorchide. Mit einem Flyer wirbt die Universität um Spender. Khorchide: „Wir sind im Gespräch mit gro­ßen isla­mi­schen Stiftungen in Indonesien, Marokko und Katar.“ Voraussetzung für die Annahme von Spenden sei, dass daran keine Bedingungen geknüpft wür­den, dass das Zentrum unab­hän­gig bleibe, so Khorchide. Er ist opti­mis­tisch, „dass die erfor­der­li­che Summe in einem Jahr zur Verfügung steht“.

Nachdem es in NRW seit Februar 2012 in einem Modellprojekt ale­vi­ti­schen Religionsunterricht in staat­li­chen Schulen gibt, will die Landesregierung an der UNI Duisburg-Essen nun einen Lehrstuhl für ale­vi­ti­sche Religionskunde ein­rich­ten.

Dabei sollte doch jedem auf­ge­klär­ten Menschen klar sein: Theologie ist keine Wissenschaft, auch wenn es Thomas von Aquin war, der die­sen Unsinn hof­fä­hig gemacht hat! Alle Religionen sind Produkte mensch­li­cher Phantasie. Meist basie­ren sie auf kon­stru­ier­ten Schöpfungsgeschichten, sind mit Dogmen ver­knüpft und haben alle einen ent­schei­den­den Mangel: sie sind rea­li­täts­fern und nicht über­prüf­bar.

Deshalb kann es sich bei der Theologie nicht um eine Wissenschaft han­deln. Die reli­giö­sen Systeme die­nen viel­mehr dem Machterhalt selbst­er­nann­ter Cliquen, die ihren Nachwuchs mit Steuergeldern in einer Pseudowissenschaft aus­bil­den dür­fen.

Die pseu­do­wis­sen­schaft­li­che Theologie als Lehrfach an den Universitäten muss abge­schafft wer­den!

Der Trend geht aber lei­der in eine andere Richtung. Religiöse Cliquen ver­ste­hen es aus­ge­zeich­net, sich mit poli­ti­schen Herrschaftsstrukturen zu ver­net­zen. Sie haben Lobbyisten im Bundestag und in allen Länderparlamenten. Um die Akzeptanz ihrer eige­nen Existenz abzu­si­chern und zu stär­ken, sind sie sogar bereit, öku­me­ni­sche Unterstützung zu leis­ten. Das geht über die Zusammenarbeit der christ­li­chen und jüdi­schen Glaubensgemeinschaften hin­aus und erstreckt sich zuneh­mend auch auf die Interessen der reli­giö­sen Cliquen aus dem islamisch-religiösen Milieu. Wenn es um die Expansion und die Mehrung des eige­nen Reichtums und Einflusses geht, spie­len reli­giöse Alleinvertretungsansprüche plötz­lich eine unter­ge­ord­nete Rolle.

Wenn es in Münster katho­li­sche und evan­ge­li­sche Universitätskirchen gibt, dann ist das schon schlimm und nicht akzep­ta­bel. Das als Argument für den Bau einer Moschee auf staat­li­chem Terrain her­an­zu­zie­hen, passt zwar in die Argumentationskette der Religioten, ist aber falsch. Gebetsräume jed­we­der Couleur müs­sen pri­vat betrie­ben wer­den und haben unter dem Dach einer staat­li­chen Universität nichts zu suchen.

Aufgeklärte Menschen müs­sen sich end­lich stär­ker orga­ni­sie­ren, zusam­men­schlie­ßen und durch Schaffung von Transparenz und Verbreiten von Informationen die­sen Trend umkeh­ren.

Unsere Ziele sind:

  • Theologie weg von den öffent­li­chen Universitäten
  • keine staat­li­che Förderung von theo­lo­gi­schen Studiengängen
  • keine staat­li­che Förderung der Ausbildung von Religionslehrern
  • Religion als Schulfach abschaf­fen und durch Ethik und Kunde der ver­schie­de­nen Glaubensrichtungen erset­zen
  • keine Erziehungseinrichtungen (KITA, Schulen, Universitäten) in kirch­li­cher Trägerschaft
  • keine Bezahlung des kirch­li­chen Führungspersonals durch den Staat

Stoppt den reli­giö­sen Expansionsdrang – über­all!

Ralf Michalowsky ist Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Laizismus in der LINKEN. NRW und war bis zum Mai 2012 als MdL reli­gi­ons­po­li­ti­scher Sprecher der LINKEN Landtagfraktion.

[Über­nahme von: Die Freiheitsliebe]

 

 

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29 Antworten auf ® Theologie ist keine Wissenschaft

  1. Argutus sagt:

    Die Theologie ist deshalb keine Wissenschaft, weil ihr eine zwingend notwendige Eigenschaft fehlt, ohne die es keine Wissenschaft geben kann: die Ergebnis-Offenheit.

    Daß es Gott gar nicht gibt, kann niemals das Ergebnis der theologischen "Forschung" sein, weil diese Erkenntnis jenseits der für sie gezogenen Grenzen liegt.

    Dazu kommt noch, daß "die Theologie" ein irreführender Singular ist. Es gibt nämlich viele Theologien, die alle zu ganz unterschiedlichen "Wahrheiten" gelangen. So ist  beispielsweise die Trinitätslehre in der christlichen Theologie richtig und in der islamischen Theologie falsch.

    Wie unwissenschaftlich das ist, sieht man leicht, wenn man sich vorstellt, die Maxwellschen Gleichungen der Elektrodynamik würden in einer Physik gelten und in einer anderen nicht.

    Dabei ist "unwissenschaftlich" eigentlich nur ein höflicher Euphemismus. Etwas deutlicher gesprochen ist das haarsträubender Schwachsinn.

  2. Uwe Lehnert sagt:

    Auf der Ursprungsseite dieses Artikels wurde mein Kommentar mehrmals zurückgewiesen, deshalb hier:

    Naturwissenschaft ist Wirklichkeitswissenschaft, Theologie dagegen Transzendenzkunde. Gott als ihr Gegenstand ist ein imaginiertes, also vorgestelltes Phänomen, dessen Existenz zwar nicht widerlegt, aber auch nicht einsichtig belegt werden kann. Die Naturwissenschaften denken und forschen ergebnisoffen, für die Theologie steht aufgrund von Offenbarung die Wahrheit im Prinzip schon fest, sie muss nur noch gedeutet und in den jeweiligen zeitlichen und sachlichen Kontext gestellt werden. Die Naturwissenschaften haben als Wahrheitskriterium die Empirie, die beobachtete Wirklichkeit. Ein solches ihre Theorien wahrheitsnäher machendes Korrektiv haben die Theologen nicht. Zwar versuchen sie, ihre theologischen Konstruktionen in sich widerspruchsfrei zu halten, aber das bedeutet nicht, dass diese Gedankengebilde irgendeine reale Basis in der Wirklichkeit haben müssen. Und wie soll auch der Wahrheitsbeweis für etwas objektiv Unprüfbares erbracht werden?

    Das deutsche Bundesverwaltungsgericht urteilte am 3.2.2005: »Ein Professor an der Evangelischen Theologischen Fakultät einer staatlichen Hochschule übt ein konfessionsgebundenes Amt aus. Sagt er sich öffentlich vom Christentum los, muss er es hinnehmen, wenn ihm auf Anregung der Landeskirche und der Fakultät anstelle des ursprünglichen konfessionsgebundenen Faches (Neues Testament) das dem bisherigen entsprechende religionswissenschaftliche Fach (Geschichte und Literatur des frühen Christentums) übertragen und er aus der Theologenausbildung ausgeschlossen wird.« Das mag rechtslogisch in sich stimmig sein – wie Prof. Lüdemann, um den es hier geht, selbst konstatiert – es fragt sich nur, was die Pfarrerausbildung an einer staatlichen Universität überhaupt zu suchen hat. Wer hätte nach den traurigen Erfahrungen unter den Nationalsozialisten und Kommunisten gedacht, dass auch heute noch Wissenschaftler an deutschen Universitäten im Dienste einer Ideologie stehen, und das gesetzlich geregelt und mit Konkordatsverträgen (z.T. aus der Zeit des Nationalsozialismus!) im Sinne der Kirche abgesichert. Wenn Theologie Wissenschaft sein will, und das muss sie, wenn sie sich an einer Universität befindet, dann muss sie, wie jede andere Wissenschaft auch, ergebnisoffen arbeiten und der Wahrheit verpflichtet sein. Das »Schicksal« des Theologen Gerd Lüdemann ereilte z. B. auch die Theologen Eugen Drewermann, Uta Ranke-Heinemann, Horst Herrmann, Hans Küng, Hubertus Mynarek u.v.a.m. Schreiben wir das Jahr 1812 oder 2012? Ich bin mir nicht mehr sicher.

  3. Frank Berghaus sagt:

    #2 Uwe Lehnert am 30. Oktober 2012 um 15:32

    Auf der Ursprungsseite dieses Artikels wurde mein Kommentar mehrmals zurückgewiesen, deshalb hier:

    Damit kein falscher Eindruck entsteht. Nics Bloghaus hat seit einiger Zeit ähnlich wie wir mit einer grossen Fülle an kommerziellem Spam zu kämpfen. Die Abwehrmassnehme (CAPTCHA Code) scheint aber – davon konnte ich mich heute selbst überzeugen – noch nicht so toll zu funktionieren. Auch mein Kommentar wurde nicht akzeptiert – diesmal aber sicher nicht aus Böswilligkeit :-)

    Unser Technikus probiert derweilen eine ganz andere Lösung aus. Bei Erfolg werde ich die Erkenntnisse an andere befallene Blogs gern weitergeben.
    Drei Stunden nach Installation kann ich bereits sagen, dass nicht ein einziger Spam mehr durchgekommen ist, aber der Kommentarbetrieb völlig ungestört läuft :-) Nic darf mich interviewen – wenn er mag.

  4. pinetop sagt:

    Wieder bleibt nichts anderes, als Argutus und Uwe zuzustimmen.
     
    Theologie könnte aber durchaus eine wissenschaftliche Disziplin sein, nämlich dann wenn konkrete Fragen zu beantworten sind. Warum entwickelte sich religiöse Toleranz in Nordamerika zwischen der ersten Besiedelung in Virginia (Mai 1607) und der Monroe-Doktrin? Welche sozialen Schichten sind für fundamentalistische Strömungen besonders empfänglich? Wie ist der Vatikan finanziert? Wie erklärt sich die islamische Expansion im Mittelalter? Welche unbewußten religiösen Denkfiguren sind bei Karl Marx zu finden? Inwieweit ist Religion für Neurosen und Psychosen verantwortlich?
     
    Theologie bedeutet heute, dass die Annahme eines Gottes gegen Kritik immunisiert wird und dass Dogmen gegenüber wissenschaftlicher Aufklärung abgeschirmt werden. Das ist ein Schlag in´s Gesicht jeder Wissenschaftlichkeit.  

  5. pinetop sagt:

    Oh nein!!!! Besiedelung mit u
    Frank: Besudelung? Ich hoffe es richtig korrigiert zu haben :-)

  6. Argutus sagt:

    #4 pinetop am 30. Oktober 2012 um 16:23

    Ja, das ist alles sinnvoll – aber nicht Theologie sondern Religionsgeschichte, Religionssoziologie, Philosophiegeschichte, Psychiatrie etc.

    "Theologie" heißt es nur, wenn es Unfug ist.

  7. pinetop sagt:

    Interessant sind auch die Versuche der Theologen im 20. Jahrhundert auf Kritik zu reagieren. Sehr oft sind sie bereit, peinliche Glaubensbestandteile zu opfern, falls diese für das Weiterbestehen der Religion nicht als wichtig erscheinen. Heftiger Streit entsteht regelmäßig darüber, was als besonders kompromittierend oder als besonders schützenswert zu gelten hat. Nach Geschmack wird über Dogmen gestritten, was bei Außenstehenden nur für Verwirrung, Entsetzen oder Erheiterung sorgen kann.  

  8. pinetop sagt:

    In Erinnerung ist noch der Bischof Dyba, der in den 80er Jahren den Auftritt in den Medien suchte und engagiert für den Katholizismus warb. Stets erwartete ich ernst zu nehmende Argumente, was aber regelmäßig enttäuscht wurde. Seine "Argumentation" war einfach: Ich wünsche mir doch so sehr, dass es einen Gott gibt. Und deshalb muss es ihn auch geben. 

  9. ilex (E. Ahrens) sagt:

    #6 Argutus am 30. Oktober 2012 um 16:31

    Nur darum kann es mit Anspruch auf Wissenschaftlichkeit noch gehen.

  10. Abu Sheitan sagt:

    Die Münsteraner sollten fairerweise einen buddhistischen Stupa bauen und den Dalai Lama ein Kalachakra-Ritual  abhalten lassen. Für die Studenten wäre aber sicherlich ein Priapus-Tempel wünschenswerter…

  11. Frank Berghaus sagt:

    #10 Abu Sheitan am 30. Oktober 2012 um 21:26

    Ich musste den Zusammenhang deines Postings zum Titelthema jetzt wohl nicht verstehen, oder? :-)

  12. Frank Berghaus sagt:

    Hier ist die Wahrheit, die manche nicht erkennen wollen:

     

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  13. Abu Sheitan sagt:

    #11 Frank Berghaus
    "In Münster soll jetzt auf uni­ver­si­tä­rem Grund eine Moschee gebaut wer­den. „Wir haben eine katho­li­sche und eine evan­ge­li­sche Universitätskirche“, sagt Universitäts-Rektorin Prof. Ursula Nelles. Da sei es nur kon­se­quent, wenn die isla­mi­sche Theologie eine Moschee erhalte. "
    Da ist es doch nur recht und billig, den Buddhisten ebenfalls einen Andachtsraum zu bieten. Schließlich genießt der Dalai Lama weltweit größte Verehrung und seine Religion gilt besonders in intellektuellen Kreisen als hip und sprituell. Ich nehme allerdings an, dass die meisten Studenten eher Spaß als Entsagung suchen. Daher bietet sich die Verehrung des altrömischen Gottes Priapus an. Die Römer errichteten sogar sicherheitshalber dem "unbekannten Gott" Denkmale, was ihnen als Polytheisten keine Probleme bereitete.  Wir sollten Religionen gründen oder alte wiederbeleben und ähnlich wie die großen Forderungen stellen, um das Ganze ad absurdum zu treiben.
    Wenn schon an europäischen Universitäten, Geomantie, Homöopathie und ähnlicher Unsinn gelehrt wird, sollten wir auch Astrologie,  Nanologie und Phrenologie fordern.
    Folgende Hochschulen haben  Geomantie oder Feng Shui in den letzten 15 Jahren in Form von Einzelvorträgen, Vortragsreihen oder gar Lehraufträgen in Vorlesungen aufgenommen:
    – Ludwig Maximilians-Universität München, Fachbereich Architektur
    -TU München-Weihenstephan, Fachbereich Landespflege
    – FH Weihenstephan, Fachbereich Landschaftsarchitektur
    – Gesamthochschule Höxter, Fachbereich Landschaftsplanung
    – TU Dresden, Fachbereich Städtebau
    – FH Hannover-Nienburg, Fachbereiche Architektur + Studium Generale
    – TFH Berlin, Fachbereich Grünplanung
    – TU Berlin, Fachbereich, Fachbereich Gesellschaft und Umwelt
    – FH Kassel-Witzenhausen, Fachbereich Landschaftsplanung
    – Universität für Bodenkultur Wien, Fachbereich Landschaftsplanung
    – FH Oldenburg, Fachbereich Architektur
    – Hochschule Wädenswil /Schweiz

  14. Frank Berghaus sagt:

    #13 Abu Sheitan am 30. Oktober 2012 um 22:18

    OK, jetzt habe ich verstanden! Mit der Kirche des FSM haben wir ja bereits einen vielversprechenden Anfang in diese Richtung mit über einer Million Mitgliedern weltweit.

  15. Uwe Lehnert sagt:

     #3 Frank Berghaus am 30. Oktober 2012 um 15:48
    Nur zur richtigstellung: Mit Ursprungsseite war diefreiheitsliebe.de gemeint.

  16. Frank Berghaus sagt:

    #15 Uwe Lehnert am 30. Oktober 2012 um 23:01

    Oh Sorry, ich dachte, du wärst wie ich an Nics Spam-Schutz gescheitert :-)

  17. Indianerjones sagt:

    Oftmals denke ich mit einen sanften, in sich schlummernden Grinsen, an meine Erfahrungen im Religionsunterricht zurück, erschreckend und zweitklassige Komödie zugleich. Zwei Dinge bleiben mir immer in Erinnerung, nämlich als der katholische Bonifiziat ins Klassenzimmer trat:…Grüß Gott liebe Kinder, wir natürlich antworteten artig…. Grüß Gott Herr Bonifiziat…..Da hielt er inne, mit erschrockenen Gesichte stieß er hysterisch heraus:-o…..Da sind ja noch die 2 Evangelischen im Raume, die er mit forschen Worten sofort aus den Klassenzimmer wies. Ich war da 10 Jahre alt und das kam mir nicht gerade heilig vor, was mich aber im nachhaltig ,zu meiner großen Freude, sehr zum selbständigen Nachdenken anregte. Ein paar Jahre später wurde  dann ja meine Firmung vorbereitet, war der nette Bonifiziat, mal wieder in seinen Element ( mittlerweilen erfuhren wir auch im Rahmen unserer Ausbildung zum Streiter Christi, das er Konvertit ist…von evangelisch auf katholisch)….mit Schaum vorm Munde wollte er uns ins Gefecht schicken um seine Kirche zu verteidigen, er war mir aber immer noch nicht unsympatisch eher im Gegenteil, denn er hatte auch durchaus was vernüftiges zu erzählen, aber sein Sinn zu einer Religion hatt mich insoweit geprägt, das ich sie ablehne! Es ist nämlich die Konkurrenz zueinander, denn gäbe es nur einen Gott, wie die Monotheistischen es sich selbst glauben machen, würden sie ja nicht gegeneinander kämpfen und das es nun mal keine allumfassende Glaubensrichtung für alle gibt…….sind die Verschiedenen folglich nur als Fata Morgana wirksam, je nachdem wie man es nimmt.:nerd:

  18. Argutus sagt:

    Was kann es für einen Grund geben, daß ein Blog zwar diesen Artikel nicht aber Uwe Lehnerts Kommentar dazu haben möchte?

  19. Frank Berghaus sagt:

    #18 Argutus am 31. Oktober 2012 um 06:49

    Ich vermute auch da eher ein technisches Problem und keinen Affront gegen Uwe Lehnert.

  20. Dummheit und Weisheit
    Was unterscheidet den kurzsichtigen Dummen vom weitsichtigen Weisen?
    Der Dumme glaubt, die Welt des Menschen sei "Gott gewollt" und will "Gott spielen", d. h. einen unverdienten Gewinn ("Frucht vom Baum der Erkenntnis") auf Kosten der Mehrarbeit anderer erzielen, damit er in den Himmel der wenigen Zinsgewinner kommt, um nicht in der Hölle der vielen Zinsverlierer zu landen. Nimmt man dem Dummen diese Hoffnung, sieht er darin einen "Verlust", denn eine dritte Möglichkeit ist in "dieser Welt" nicht vorgesehen.
    (NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."
    Der Weise kommt gar nicht erst auf den Gedanken, die Welt wäre "Gott gewollt", und erkennt in dem Verzicht auf Machtausübung einen unendlichen Gewinn.
    "Wer reich geworden ist, möge herrschen; und wer Macht hat, möge darauf verzichten."
    Jesus von Nazareth (NHC II,2,81)
    "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.

    Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist."

    Silvio Gesell (Vorwort zur 3. Auflage der NWO)
    In diesem Sinne: http://www.juengstes-gericht.net
     

  21. Abu Sheitan sagt:

    #19 Frank Berghaus
    Von mir ist hier auch schon ein Beitrag im Nirvana verschwunden. Möglicherweise lag es aber an einem mathematischen Problem meinerseits bei der Captcha – Abfrage.  ;-)

  22. Frank Berghaus sagt:

    #21 Abu Sheitan am 31. Oktober 2012 um 11:05

    Registrierte Benutzer sind von Rechenaufgaben befreit :-)

  23. ingres sagt:

    Ethik ist genauso wenig eine Wissenschaft wie Theologie. Ein Ethik-Unterricht liegt also formal letztlich auf dem selben Level wie Religionsunterricht. Der Unterschied ist lediglich, dass im Ethik-Unterricht der Staat die Maßstäbe setzt, also rein formal eine weitere Kontrollinstanz gegenüber staatlicher Macht und Indoktrination entfällt. Warum sollte der Staat ethischer oder besser sein als sonstige Organisationen? Dort handeln Politiker zunächst mal gemäß ihren eigenen Interessen. Nein wenn der Staat indoktriniert, könnten u. a. kirchliche Organisationen immerhin noch dagegen halten. Im Grunde gemommen gibt man das zu, wenn man die Kirche für ihr Verhalten im 3. Reich kritisiert. 
    Ich würde einfach vorschlagen, dann einzuschreiten, wenn der Religionsunterricht der jeweiligen Glaubensgemeinschaft verfassungswidrige Elemente enthält. Das könnte zwar auch staatliche Willkür enthalten, aber in einem Rechtsstaat besteht dann ja die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.
    Der Irrtum, den man hier begeht liegt m,.E, darin zu glauben, dass der Staat nicht gegen die Verfassung handelt. Das ist aber höchstens dann gewährleistet, wenn dem Staat mächtige Interessengruppen entgegenstehen. Diese können zwar mit dem Staat unter einer Decke stecken. Aber wenn der Staat alles regelt, ist die Kontrolle des Staates viel schwieriger.

  24. Frank Berghaus sagt:

    #23 ingres am 31. Oktober 2012 um 12:05

    Wie üblich haben Sie wieder komplett missverstanden, worum es hier eigentlich geht.

  25. Klarsicht sagt:

    Ich erlaube mir als Ergänzung zum obigen Beitrag auf den von Herrn Dr. Bernd Vowinkel mit dem Titel „Warum die Theologie keine Wissenschaft ist“ im folgenden Link zu verweisen.

    Warum die Theologie keine Wissenschaft ist:
    http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/2009/04/23/warum-die-theologie-keine-wissenschaft-ist/#more-769

    Home Page von Dr. Bernd Vowinkel:
    http://berndvowinkel.wordpress.com/religionskritik/

    Es grüßt
    Klarsicht

  26. Frank Berghaus sagt:

    #25 Klarsicht am 31. Oktober 2012 um 14:08

    Danke für die Ergänzung! Vowinkel, der ja auch Mitglied in unserer Gruppe Initiative Humanismus ist, hat diese Links dort bereits gepostet, aber hier fehlten sie in der Tat noch.

  27. Argutus sagt:

    #23 ingres am 31. Oktober 2012 um 12:05

    Ethik ist genauso wenig eine Wissenschaft wie Theologie. Ein Ethik-Unterricht liegt also formal letztlich auf dem selben Level wie Religionsunterricht.

    Mit der Ethik und der Religion ist es wie mit der Kunst, der Musik, der Literatur oder der Politik. Die sind alle keine Wissenschaften, wohl aber kann man ihre historische Entwicklung wissenschaftlich erforschen und lehren.

    Was nun den Ethik-Unterricht in Schulen betrifft, so bin ich dagegen. Für eine wissenschaftlich korrekte objektive Darstellung wäre dieses Thema viel zu speziell als daß ein eigenes Schulfach angemessen wäre. Solche Dinge gehören im Geschichts-Unterricht mitbehandelt.

    Ein eigenes Schulfach wäre nur dann angemessen, wenn dieser Unterricht beabsichtigt die Kinder im Sinne einer ganz bestimmten Ethik zu indoktrinieren. Damit freilich würden wir nur die religiöse Ideologie gegen die des jeweiligen politischen Zeitgeistes austauschen, was ich entschieden ablehne.

    Meine Position ist die: der Religionsunterricht in öffentlichen Schulen sollte nicht durch irgendetwas anderes ersetzt sondern vielmehr ersatzlos abgeschafft werden.

  28. pinetop sagt:

    Ethik könnte ein gutes Lehrfach werden, wenn das Manifest der Initiative Humanismus ausgiebig behandelt wird. smiley

  29. ingres sagt:

    #27 Argutus am 31. Oktober 2012 um 15:22
    Ich habe zum Religionsunterricht eine ganz pragmatische Haltung. Da die Gesellschaft den Glauben verloren hat und die Tradition sich aufgelöst hat, kann der Religionsunterricht auch keinen Inhalt mehr haben. Deshalb ist er funktions- und bedeutungslos, außer vielleicht an konfessionellen Schulen.

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