Wenn es IHN nicht gäbe…

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– Gott zum Gruße, Merkwürden. Was spricht dafür, dass es ihn gibt?
– Alles, mein Sohn.
– Gewiss bin ich zweier Menschen Sohn, nichts spricht indes dafür, dass Ihr einer davon seid. Aber zur Sache: Eure Antwort scheint mir ein wenig allgemein. Ich könnte entgegnen: Wenn alles für seine Existenz spricht, spricht letztlich nichts dafür. Ich fürchte, so kommen wir nicht weiter.
– Du armseliger Wicht in deiner religiösen Unmusikalität verlangst nach Beispielen? Bitte sehr: Ohne Gott gäbe es keine Moral. Wir wüssten nicht, was Gut und Böse ist.
– Wissen wir das denn?
– Was für eine Zukunft hätte unsere Seele ohne Gott? Ohne die verheißene Unsterblichkeit verschwände sie mit dem Dahinscheiden unseres Körpers.
– Himmel oder Hölle – welch Alternative!
– Wo wäre unsere eigene Schöpferkraft ohne die Inspiration des Schöpfers? Woher käme die Kreativität eines Botticelli, eines Michelangelo, eines Beethoven, Mozart …
– … John Lennon …
– … meinetwegen auch dessen. Wir können sie nur als göttlichen Ursprungs erklären.
– Fehlt es mir deshalb an Talent?
– Ohne Gott hätte unser Leben doch gar keinen Sinn.
– Welchen hat es denn?
– Das Wahre und Gute, letztlich Gott selbst zu erkennen, diese Fähigkeit macht doch die wahre Natur des Menschen aus, wie es unser Heiliger Vater so trefflich formulierte.
– Der Mensch braucht Gott, um Gott zu erkennen? Sowas nenn ich Tautologie. Sagen wir’s einfacher: Der Mensch ist, dank seines fabelhaften Gehirns, als einziges Tier in der Lage, sich Götter auszudenken.
– Pfui Deibel. Dich sollte man …
– … auf den Scheiterhaufen?
– Geht ja leider nicht mehr. Aber du bist ein treffendes Beispiel: Wie sollte man die Menschen überhaupt lenken und leiten ohne den gemeinschafts- und sinnstiftenden Glauben an Gott!
– Bis zur Selbstaufgabe?
– Wenn jeder selber anfängt zu denken, wo kommen wir denn hin?!
– In die Selbstbestimmung?
– Verstehst du denn nicht, wir brauchen IHN einfach! Gäbe es IHN nicht …
… müsste man ihn glatt erfinden! Keine weiteren Fragen, Euer Merkwürden.

 

Original: http://dubiator.wordpress.com/2013/01/09/wenn-es-ihn-nicht-gabe/#more-1106

 

 

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6 Antworten auf Wenn es IHN nicht gäbe…

  1. pinetop sagt:

    Ich wollte ja eigentlich die Aussagen zerpflücken. Aber es ist einfach nur zu lästig und zu nervtötend, dieses Gesabbel von Merkwürden zu kommentieren.

  2. Frank Berghaus sagt:

    #1 pinetop am 9. Januar 2013 um 16:58

    Wohlweislich ist es ja als Satire getaggt, damit niemand auf genau diesen Gedanken kommt :-)

  3. Argutus sagt:

    Jede Antwort eine Peinlichkeit. Aber der Stil ist gut getroffen. Religiöse Menschen produzieren diese Sorte von Schwachsinn jederzeit mühelos und in beliebigen Mengen. Das Programm in ihrem Gehirn, das ihn generiert, sorgt dabei stets auch für den dazu passenden dümmlich-gläubigen Gesichtsausdruck. So kommt man dann in den zweifelhaften Genuß hochkonzentrierten geistigen Mülls inszeniert als psychiatrisches Gesamt-Kunstwerk.

  4. W. Scholz sagt:

    Gott und die Moral: Kann er denn in seiner Allmacht Gut zu Böse und Böse zu Gut erklären?
    Oder würde das unangenehm aufstoßen, so dass man sich dächte: Boshaftigkei und Egoismus können doch keine Tugenden sein!?! Mord und Totschlag können doch nicht plötzlich zum Ausdruck charakterlicher Güte erklärt werden?!?
    Aber wenn dem so ist, dass uns solch ein göttlicher Sinneswandel  dubios erschiene – wie sollen dann Gut und Böse auf einen Gott zurückgeführt werden?
    Dessen ungeachtet: Interessant ist, dass man ständig den Begriff der Seele verwendet, nicht aber den des Geistes.
    Seltsam, nicht? Der Geist darf verblöden, Haupstsache das Seelenheil ist gesichert. So darf sich denn auch der größte Idiot in den Armen der Kirche wohl fühlen, während gestreiche Leute doch eher unerwünscht sind …
    Tja, und dort, wo die Kirche mit ihrer "Löse- und Bindegewalt" Sünden vergeben hat, darf auch der Gott keine nachträgliche Einwände mehr vorbringen. Er muss nach ihrer Pfeife tanzen. …
    Das reinste Irrenhaus.

  5. Indianerjones sagt:

    #3 Argutus am 9. Januar 2013 um 17:17 @
    Das verläuft wie die Kontitiunierung, da schweben auch alle gedankenlos dahin…und merken es nicht! :nerd:

  6. Indianerjones sagt:

    #3 Argutus am 9. Januar 2013 um 17:17 @
    Das muß auch so sein, denn schließlich müssen die Gläubigen bedient sein, das ist prägnanter als bei den Nazis und Kommunisten, nur subtiler vorgetragen….halt!…..Beispiel: Alle freuen sich wenn ein Neugeborenes eintrifft, doch es kommen welche daher …mit Erbsünde!und so wird halt getauft, andere wieder schnippeln doch allen Ernstes an der Vorhaut dess Neugeborenen rum, weitere Beispiele erspare ich mir und der Gesellschaft.:evil:……. Aber, die allgemeine Freude über einen neugeboren Menschen , oder auch eines edlen Tieres erfreut doch alle normal denkenden Menschen, dem ist doch nun wirklich nicht zu widersprechen.!!!!!!…..Das dürfte wohl auch die natürlich gepachtete Unschuld sein, denn das ist klar……das Neugeborene…..hatt noch nichts böses gemacht….ist aber da und die drumrum kümmern sich nun um den neuen Erdenbürger, in erhellender, friedwertigen Weise……….[…]
    Außer die Religiösen…….die müssen natürlich durch gewisse Eingriffe, den Frieden stören und verachten damit in irgenteiner Weise die naturgebene Unschuld eines jeden Neugeborenen Kindes! …[..] :nerd:

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