مولد النبي

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Morgen, am 9. November 2019 (nach unserer Zeitrechnung), feiert ein Teil der islamischen Welt ein Fest zu Ehren der Geburt des Religionsgründers Mohammed. Dieser Tag wird in den unterschiedlichen islamischen Ländern nicht nur recht unterschiedlich benannt (zum Beispiel Türkei: Mevlid, Tunesien: Mouled, Pakistan und Indien: Milad Unn Nabi, etc.) sondern auch höchst unterschiedlich begangen. In den asiatischen Ländern finden Massenumzüge mit grünen Fahnen statt (siehe Titelfoto einer Demonstration in Bhadohi, Indien), im Maghreb ist es zwar ein offizieller Feiertag, doch mehr als eine kurze Ansprache und ein Gebet im Fernsehen vom Mufti gibt es in aller Regel nicht. In solchen Reden wird heutzutage zumeist auf das „vorbildliche Leben“ des Propheten hingewiesen und seine besondere gesellschaftliche und soziale Rolle in den Vordergrund gerückt.

Solche Feste sind erst seit dem Mittelalter überliefert und auch heute noch gibt es Länder, in denen keinerlei Feierlichkeiten stattfinden, so ausgerechnet im Geburtsland des Propheten, Saudi-Arabien. Auf den ersten Blick mag dies verwundern, doch macht es im Sinne der Strenggläubigen durchaus Sinn.

So schreibt etwa die Wikipedia: „Von dogmatischen Muslimen wie den Wahhabiten, den Ahl-i Hadîth oder strengen Sunniten wie den Deobandi wird diese Feier als unzulässige Neuerung (Bid'a) und als verbotene Vergötterung Mohammeds abgelehnt. Die Gegner des Mawlid an-Nabi argumentieren zusätzlich damit, dass es eine Nachahmung des christlichen Weihnachtsfestes sei. Andere Muslime sagen, Mohammed selbst und seine Gefährten hätten bereits seinen Geburtstag besonders begangen, allerdings mit Fasten, nicht mit Festlichkeit.“

Wir freuen uns jedenfalls über den freien Tag (ganz so wie auch die Masse der Tunesier) und werden ihn dazu nutzen, einen ausgedehnten Einkaufsbummel zu machen, da trotz des Feiertags alle Geschäfte geöffnet sind.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mawlid_an-Nabi

 

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Eine Antwort auf مولد النبي

  1. Frank Berghaus sagt:

    Sepp Rothwangl kommentiert:

    Das Geburtsdatum von Mohammed ist die selbe Fiktion (oder Konstruktion wie jene von Jesus und ist interessanter Weise ebenfalls mit einer Großen (dreifachen) Konjunktion von Jupiter und Saturn durch Albumasar verknüpft:

    Auf denselben Tag wie Aryabhata
    datiert der islamische Astrologe Abu Ma’shar el-Balchi, aus Chorasan gebürtig und Albumasar genannt, in seinem „Buch der Tausend“ die Flut, verknüpft sie mit einer Konjunktion aller Planeten.

    Albumasar wirkte und starb mit über 100 Jahren im April 886 CE in Bagdad. Albumasar basierte damit vermutlich auf derselben persischen Quelle wie Aryabhata, denn al-Biruni schreibt: „Dieser Mann (Albumasar), der so stolz auf seinen Scharfsinn ist, hat diese Sternzyklen ausschließlich berechnet auf Grund der Bewegungen der Sterne, wie sie durch die Beobachtungen der Perser bestimmt wurden …“

    Albumasar gibt den Termin von Flut und Konjunktion, von zwei verschiedenen Daten ausgehend, die aber zum selben Ergebnis führen, wie folgt an:

    1.: Die Flutkonjunktion liegt 1.095.777 + 267.821 = 1.363.595 Tage vor dem Mittwoch, an dem die Regierung Yazdigerds III. anfing.

    2.: Zwischen dem ersten Jahr des Jahres der Flut und dem ersten Tag des Jahres der Konjunktion, die das arabische Volk ankündigte, liegen 3671 Jahre.

    Der letzte Sassaniden König Yazdigerd III. trat seine Regentschaft 632 CE an. Die erste angegebene Tageszahl ergibt genau 3000 Jahre, die zweite ca. 733 1/2 Jahre, sodass man rückgerechnet bei 3102 BCE ankommt.

    Mit der Konjunktion des arabischen Volkes ist die dreifache Konjunktion von Jupiter und Saturn des Jahres 571 CE gemeint. Interessanterweise liegt dort auch das Geburtsjahr des Propheten Mohamed.

    Zählt man also vom Jahr 570 CE um 3671 Jahre zurück, so kommt man tatsächlich auch auf 3102 BCE.

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