Wissenschaft und Technik

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Happy_HumanGrundlage unseres Wohlstands

Die Arbeitsgruppe um Eckhard Behrend und Lothar Bendig legt hiermit eine überarbeitete Fassung vor, die die bisherigen Anmerkungen berücksichtigt. Der Text wurde aufgrund der Diskussion noch einmal geändert, ohne dass ich die Numerierung angepasst hätte:

Die Wissenschaften, insbesondere Natur- und Ingenieurwissenschaften, bilden die Lebensgrundlage des heutigen Menschen. Innovationen erhöhen die Lebensqualität.  So haben z.B. die rasanten Fortschritte in der Medizin dazu beigetragen, viele Krankheiten zu heilen und menschliches Leben zu verlängern. Auch Sozial- und Geisteswissenschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaft. Die Nutzung  der Erkenntnisse aus der Wissenschaft, der Wissens- und  Technologietransfer in die Praxis und die Schaffung von innovativen Produkten und Dienstleistungen sind die Quelle von Wohlstand. Aber es sind nicht allein die Produkte der Technik, die Wissenschaft wertvoll machen, es ist auch der Prozess des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns.

Freiheit der Wissenschaft

Die  Freiheit der Wissenschaft ist ein fundamentales Gut europäischer Zivilisation. Wissenschaft muss, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, sowohl frei von staatlicher Instrumentalisierung als auch von übermäßigen ökonomischen Zwängen sein. Auch Grundlagenforschung, die zunächst keinen direkten, kurzfristigen ökonomischen Nutzen verspricht, muss gefördert werden. 

Das wissenschaftliche Weltbild

Das wissenschaftliche Weltbild beruht auf einigen fundamentalen Annahmen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass alle Aspekte der Welt grundsätzlich verstehbar und einer wissenschaftlichen Untersuchung zugänglich sind. Gleichzeit aber auch die Tatsache, dass wissenschaftliche Erkenntnisse immer nur bedingt als gültig angesehen, durch neues Wissen ersetzt werden können Erkenntnis niemals vollständig ist. Jede Entdeckung wirft potentiell neue Fragen auf. Wissenschaftliche Erkenntnis stützt sich auf falsifizierbare Fakten. Auch ethisch-moralische Werte befinden sich in einem evolutionären Prozess, der sich neuen Erkenntnissen öffnet und sich veränderten gesellschaftlichen Begebenheiten anpasst. 

Die Wissenschaft kann nicht alles erklären, aber die Religionen erklären gar nichts.

Religionen und ihre Institutionen liefern weder nützliche Beiträge zur Erkenntnis der Welt noch hilfreiche zu ihrer ethischen Bewertung. Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Ansatz berufen sich Religionen auf vermeintlich ewige und letzte Wahrheiten, die für unantastbar erklärt werden. Religiöse Vorgaben und religiöses Denken sind jedoch starr und erlauben keine den Problemen angemessenen Anpassungen an veränderte Lebensbedingungen. Auch die kritische Reflexion von Glaubenssätzen wird nicht geduldet. Obwohl ihnen jede begründbare Legitimation fehlt, beanspruchen Religionen und ihre Institutionen als vorgeblich ethisch-moralische Instanz die Mitsprache bei der Bewertung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Ergebnisse. Mythen wie die direkte göttliche Erschaffung von Pflanzen, Tieren und Menschen stehen im Widerspruch zur beobachtbaren Welt und ignorieren jahrhundertelange wissenschaftliche Erkenntnis. Die notwendige Trennung zwischen Staat und Religion umfasst daher auch die Trennung  zwischen Wissenschaft und Religion. Beide Bereiche lassen sich nicht  auf einen Nenner bringen. In der Religion geht es um Glauben, innere Überzeugungen, persönliche Visionen, basierend meist auf alten, historisch nicht abgesicherten Überlieferungen. Wissenschaft dagegen arbeitet nach standardisierten, erprobten Methoden, mit deren Hilfe plausible, nachvollziehbare Theorien aufgestellt und durch wiederholbare Experimente bestätigt werden können.  Die wissenschaftliche Methode schließt die Forderung ein, Theorien jederzeit zu widerrufen, wenn sie aufgrund neuer Erkenntnisse als falsch angesehen werden müssen. Diese Anpassungsbereitschaft kennen religiöse Dogmen nicht.

Bildung und Wissenschaft

Im  Bildungsbereich muss sichergestellt werden, dass ein wissenschaftlich-kritisches und demokratischen Prinzipien genügendes Weltbild vermittelt wird und keine religiösen Lehren, die insbesondere naturwissenschaftliche Erkenntnisse leugnen. Gesicherte wissenschaftliche  Erkenntnisse über unsere Welt müssen deshalb die religiösen Legenden ablösen, die leider immer noch in den Lehrplänen  unserer Kindergärten und Schulen zu finden sind. Insbesondere ist allen Versuchen entgegenzutreten, Glaubenselemente als wissenschaftliches Wissen darzustellen.

Technik und Verantwortung

Wir sind uns aber auch bewusst, dass die Technisierung unseres Planeten nicht nur  geistige Folgen, sondern auch handfeste physische Beeinträchtigungen der Umwelt des Menschen zur Folge haben. Dazu zählen die Ausrottung von  Tier- und Pflanzenarten, die Auswirkungen der industrialisierten Intensiv-Landwirtschaft, die Beeinträchtigung und teilweise Zerstörung  der natürlichen Lebensräume und die Vergiftung von Boden, Wasser und  Luft bis hin zur globalen Veränderung des Klimas und der Zerstörung der  die Erde schützenden Ozonschicht. Diese Probleme verursacht nicht die Wissenschaft, sondern deren Anwendung. Deshalb ist die Technikfolgenabschätzung sehr wichtig. Die Probleme, die eine z.T. verantwortungslose Anwendung der Technik verursacht hat, können jedoch wiederum nur mithilfe der Wissenschaft gelöst werden. Die ethischen Fragen, die durch neue Technologien aufgeworfen werden, exemplarisch seien hier Methoden der Molekularbiologie und ihre Anwendung auf den Menschen (künstliche Befruchtung  (IVF), die Präimplantationsdiagnostik (PID) und die  Klonierungstechniken) genannt, müssen verantwortungsvoll und undogmatisch diskutiert werden.

Wir treten deshalb ein für: 

1.  Die Trennung von Wissenschaft und Religion

Glaubensgemeinschaften dürfen keinen Einfluss auf Lehre und Forschung haben. Die wissenschaftliche Methode  schließt die  Forderung ein, Hypothesen jederzeit zu widerrufen, wenn sie durch neue Erkenntnisse widerlegt werden. Das gilt für religiöse Dogmen in keiner Weise. 

2. Die Abschaffung von Religion als Lehr- und Theologie als Studienfach

Beide sind konsequenterweise an staatlichen Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zu streichen und durch ein weltanschaulich neutrales Fach Ethik-Unterricht an Schulen und Religionswissenschaft an wissenschaftlichen Einrichtungen zu ersetzen,  

3. Die Vermittlung eines naturalistisch-wissenschaftlichen Weltbildes 

An allen Schulen der Bundesrepublik Deutschland wird in den naturwissenschaftlichen Fächern ausschließlich wissenschaftlich begründeter Lehrstoff vermittelt. Über die in Religionen enthaltenen Mythen, wie z.B. die Schöpfungslehre, wird entsprechend wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgeklärt..

4.  Die Freiheit von Wissenschaft und Forschung 

Die Freiheit der Wissenschaft darf niemals eingeschränkt werden.

Dies beinhaltet die Förderung des verantwortungsvollen und effektiven Einsatzes wissenschaftlicher Erkenntnisse durch eine säkulare und religionsneutrale Politik, die objektiven Wissenszuwachs und Nutzen für die Menschheit als Ziel  hat. 

5. Innovationen zum Wohle der Gesellschaft

Diese müssen allen Menschen unabhängig von deren Geschlecht, Herkunft oder anderer Merkmale zugutekommen. Das menschliche Wohl ist nach diesseitigen Kriterien zu verstehen, nicht nach jenseitigen, religiösen Heilsversprechen. 

6.  Technik-Folgen-Abschätzung

In jeder Phase des Innovationsprozesses (von der Idee bis zum Markt) sind mögliche Konsequenzen für Natur und Gesellschaft zu bewerten, um Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. 

7.  Bessere Kommunikation zwischen Wissenschaft, Technik und Bevölkerung

Wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre erkennbaren und potenziellen Einflüsse auf die Gesellschaft müssen durch eine allgemeinverständliche und sachliche Darstellung und Diskussion in den Medien und der Öffentlichkeit möglichst breiten Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden. 

8. Transparenz von Wissenschaft und Forschung 

Die wissenschaftliche Methode macht es notwendig, dass wissenschaftliche Ergebnisse so veröffentlicht werden, dass eine unabhängige Überprüfung möglich ist. In der Finanzierung der Wissenschaft ist Transparenz nötig, um potentielle  Interessenskonflikte und Einflussnahmen erkennen zu können. Wissenschaftliche Studien, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen, müssen öffentlich unter Angabe von Auftrags- und Finanzgeber zugänglich sein.

Fortschritte in Wissenschaft und Technik sind nur auf der Basis des stetigen Austausches  von Erkenntnissen möglich. Alle rechtlichen Hürden dieses freien wissenschaftlichen Austausches sind so weit wie möglich unter Wahrung der geistigen Eigentumsrechte der Urheber abzubauen. Forschungsergebnisse, die durch öffentliche Institutionen finanziert wurden, müssen für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. 

Weitere Arbeiten zum Thema zum Thema der geplanten Partei "Die Humanisten" siehe hier.

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21 Antworten auf Wissenschaft und Technik

  1. Argutus sagt:

    Diese Probleme verursacht nicht die Wissenschaft

    So ist es, und aus diesem Grund ist die Überschrift "Verantwortung der Wissenschaft" unpassend. Die Wissenschaft ist ja nur für Erkenntnisse zuständig, nicht aber für die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse und deren allenfalls unerwünschte Folgen.

  2. Gideon sagt:

    Argutus sagt: 16. März 2013 um 15:55

    So ist es, und aus diesem Grund ist die Überschrift "Verantwortung der Wissenschaft" unpassend. Die Wissenschaft ist ja nur für Erkenntnisse zuständig, nicht aber für die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse und deren allenfalls unerwünschte Folgen.

    Ich halte es für richtig, dass der Wissenschaft die Verantwortung zur Risikobewertung von Technologien übertragen wird. Schließlich kennen sich die Wissenschafter viel besser mit den möglichen Konsequenzen ihrer aktuellen Forschung aus, als es irgendein Kirchenvertreter in Ethikkomissionen je könnte.

     

    6.  Technik-Folgen-Abschätzung

    7.  Bessere Kommunikation zwischen Wissenschaft, Technik und Bevölkerung

    Die Technik-Folgen-Abschätzung sollte eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin sein. Ich könnte mir vorstellen, dass die Förderung eines naturwissenschaftlichen Studiengangs "Wissenschaftsjournalismus" dem Abhilfe schaffen könnte.

     

    Oftmals setzen sich effizientere Technologien nur dewegen nicht durch, weil in der Bevölkerung eine unbegründete Abneigung besteht, die auch viele Journalisten teilen und diese dann gar nicht zur Aufklärung beitragen können. Ich denke da an die Panik vor Schwarzen Löchern im CERN, Gentechnik, Handystrahlung o. ä.

  3. Argutus sagt:

    Gideon sagt: 16. März 2013 um 17:46

    Ich halte es für richtig, dass der Wissenschaft die Verantwortung zur Risikobewertung von Technologien übertragen wird.

    Die wissenschaftliche Erforschung der Folgen der Anwendung einer Technologie ergibt – wie jede andere wissenschaftliche Forschung – nur Erkenntnisse.

    Verantworten müssen diese Folgen jene, die diese Technologie anwenden, und nicht die Wissenschaft. Die ist für Verantwortung nicht zuständig.

  4. Eckhard Behrendt sagt:

    Stimmt das wirklich?: Die Wissenschaft ist ja nur für Erkenntnisse zuständig, nicht aber für die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse und deren allenfalls unerwünschte Folgen."

    DAzu haben sich bereits Brechts Galilei und Kippenberg in "Die SAche J.Robert Oppenheimer" geäußert:

    "Brecht läßt Galilei sagen: ,,Wenn Wissenschaftler, eingeschüchtert durch selbstsüchtige Machthaber, sich damit begnügen, Wissen um des Wissens willen aufzuhäufen, kann die Wissenschaft zum Krüppel gemacht werden, und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsale bedeuten. … Ich habe meinen Beruf verraten."

    Als Kernproblem des Stückes stellt sich die Frage, ob Wissenschaftler die Verantwortung für die aus ihren Erfindungen erwachsenden sozialen und politischen Folgen haben oder nicht.

    Da Teller nicht die geringsten Gewissensbisse hinsichtlich der H-Bombe hat, und die Auswirkungen seiner Erfindungen nicht als sein Problem sieht, kann man daraus schließen, dass die Verantwortung des Wissenschaftlers für ihn bei seinen Forschungsergebnissen endet.

    Im Gegensatz dazu macht Kipphardt bei Oppenheimer deutlich, dass für diesen und für viele andere Wissenschaftler sich die Verantwortung auch auf den Bereich der praktischen Anwendung erstreckt.."

    Und hier können wir uns wieder treffen:

    Technikfolgenabschätzung in der Phase der Wissenschaft und der Nutzung ihrer Ergebnisse!

  5. Argutus sagt:

    Eckhard Behrendt sagt: 18. März 2013 um 11:20

    Alle Menschen haben natürlich für die von ihnen getroffenen Entscheidungen eine moralische Verantwortung. Wissenschaftler sind Menschen, also gilt das für sie auch.

    Die Wissenschaft aber ist kein Mensch sondern eine Methode der Erkenntnisgewinnung. Ihr fällt keine Verantwortung zu.

  6. pinetop sagt:

    Ganz große Klasse. Das habe ich alles auch schon so gedacht. Aber noch nicht zusammengefasst und so glänzend formuliert.

  7. M. E. kann und darf es keine "verantwortungsbefreite" Wissenschaft geben. Wer sollte denn sonst z B. die Verantwortung für allgemeinheits-gefährdende (u. a. Freiland-) Versuche haben? Die uninformierte Öffentlichkeit? Potentiell korrupte Politiker? Auf kurzfristige finanzielle Erfolge (um jeden Preis) orientierte Konzern-Manager? Das Schicksal? Der Zufall? Niemand?

    Ein humanistisches Bildungs-Modell muß auch eine Verantwortungs-Ethik in der Wissenschaft begründen und fördern. – Wissenschaft ohne Ethik = Mengele.

  8. Frank Berghaus sagt:

    Raphaela Langenberg sagt: 19. März 2013 um 10:50

    Wie Argutus bereits oben ausführte: Nicht "Wissenschaft" als solche trägt Verantwortung (wie sollte sie auch?), sondern der Wissenschaftler, der natürlich auch über Risiken der möglichen Applikationen seiner Ergebnisse aufklären sollte.

    Sonst käme man sehr schnell zu einer Art von Auftragswissenschaft – dem Tod der Grundlagenforschung.

  9. Eckhard Behrendt sagt:

    DAs ist so selbstverständlich wie spitzfindig und zugleich richtig: Ich ändere Wissenschaft in Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.

    Sollte ich dann alle Begriffe auf handelne Personen umformulieren: Bildung= Beschäftigte im Bildungswesen, Technik= Technikerinnen und Techniker, usw.?

    Oder würde Euch ein SAaz ganz oben als Definition reichen?

    "Wenn im folgenden von Wissenschaft, Forschung, Technik, Bildung, Theologie, Religion und ähnlichen Begriffen die Rede ist, sind natürlich die handelnden Personen in diesen Themenbereichen gemeint."

  10. Frank Berghaus sagt:

    Eckhard Behrendt sagt: 19. März 2013 um 11:44

    ME reicht das, um Verwechslungen und damit Fehlinterpretationen zu verhindern.

  11. Argutus sagt:

    Eckhard Behrendt sagt: 19. März 2013 um 11:44

    Wenn im folgenden von Wissenschaft, Forschung, Technik, Bildung, Theologie, Religion und ähnlichen Begriffen die Rede ist, sind natürlich die handelnden Personen in diesen Themenbereichen gemeint.

    Sind sie nicht. Begriffe stehen für das, was sie bezeichnen. Die Wissenschaft ist eine Methode und der Wissenschafter ist ein Mensch. Das zu vermischen wäre ein Kategorien-Fehler.

  12. Argutus sagt:

    Raphaela Langenberg sagt:19. März 2013 um 10:50

    M. E. kann und darf es keine "verantwortungsbefreite" Wissenschaft geben.

    Das ist in der Tat unmöglich. Von einer Verantwortung befreien kann man ja nur etwas, das bis dahin eine Verantwortung gehabt hat. Auf die Wissenschaft trifft das aber nicht zu, weil sich der Begriff der Verantwortung auf den Begriff der Wissenschaft überhaupt nicht anwenden läßt. Sie kann auch weder Farbe noch Gewicht haben, ebensowenig wie Humor, Sex-Appeal oder Kopfschmerzen. Das sind einfach unsinnige Begriffs-Kombinationen.

  13. Eckhard Behrendt sagt:

    Lieber Argutus: WAs ist Dein Begehr? Was ist Dein Vorschlag?

    Wie schon in den Feuerbach-Thesen gesagt: "Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert – es kommt aber darauf an, sie zu verändern. "

    DAs wollen wir doch auch, oder wollen wir ein Philosophie-Germanistik-Seminar aufmachen? DAmit verprellen wir jeden gutwilligen Humanisten –

  14. Frank Berghaus sagt:

    Eckhard Behrendt sagt: 20. März 2013 um 00:01

    Obwohl Argutus hier seit langer Zeit mein kongenialer Partner ist, muss ich dir in diesem Punkt recht geben: Zu sehr Klein/Klein stört unser politisches Anliegen, bei dem manchmal grosszügiges Darüberhinweggehen einfach unerlässlich ist.

    Je mehr wir als Humanisten nunmehr politische Akteure sein wollen/müssen, umso mehr haben wir diesen Punkt zu bedenken. Da zählt die griffige Formel sicher manchmal mehr als der exakte Sinn.

  15. Argutus sagt:

    Mein Beharren auf begrifflicher Exaktheit ist nicht bloß die Marotte eines Theoretikers sondern hat durchaus auch politische Motive.

    Wenn wir als Humanisten verantwortungslose Maßnahmen ablehnen, zu deren Durchführung wissenschaftliche Erkenntnisse nötig sind (beispielsweise solche der Medizin, der Chemie, der Kernphysik etc.) und diese Ablehnung mit der "Verantwortung der Wissenschaft" begründen, dann haben wir damit – ohne es zu wollen – jenen die Tür geöffnet, die die Wissenschaft selbst beschränken wollen.

    Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zu der Forderung bestimmte wissenschaftliche Erkenntnisse, die irgendeiner Ideologie widersprechen, nicht zu publizieren oder gar nicht erst zu ermitteln, weil das der "Verantwortung der Wissenschaft" widerspricht.

    Deshalb möchte ich meine Positition, die ich für sehr wichtig halte, nochmals bekräftigen: es darf in der Politik nichts geben, was die Freiheit der Wissenschaft auch nur minimal beeiträchtigt. Diese absolute Freiheit dürfen wir uns weder durch "Verantwortung" noch durch irgendetwas anderes relativieren lassen.

  16. Eckhard Behrendt sagt:

    Argutus: DA sind wir ja beieinander, es fehlt nur ein kleiner Schritt von der Philosophie (des Interpretierens" zum TUN (verändern) .

    Wie würdest Du das formulieren, worüber Du bereits mehrere Kommentare geschrieben hast?

    DAs Objekt Deiner Modifizierungen, Klarstellungen , Präzisierungen liegt vor Dir (Version 10 in den Dokumenten bzw. die von Frank noch zu aktualisierende FAssung "Wissenschaft und Technik II")

  17. Argutus sagt:

    Eckhard Behrendt sagt: 20. März 2013 um 10:20

    Wie würdest Du das formulieren

    Mein Vorschlag: Wir ändern die kleine Überschrift  "Verantwortung der Wissenschaft" in "Technik und Verantwortung" und schieben dieses Kapitel weiter nach unten (hinter "Bildung und Wissenschaft").

  18. pinetop sagt:

    Die Freiheit der Wissenschaft darf niemals eingeschränkt werden. Es mag ja Sachverhalte geben, die eine Einschränkung bei einigen Zeitgenossen als vernünftig erscheinen lassen. Aber eine erste Einschränkung würde einen Dammbruch bedeuten, der nur schwer rückgängig zu machen wäre.

  19. Argutus sagt:

    pinetop sagt: 20. März 2013 um 10:45

    Die Freiheit der Wissenschaft darf niemals eingeschränkt werden.

    Angesichts der überwältigenden Wichtigkeit dieser Forderung sollte dieser Satz vielleicht noch explizit in den Text mit aufgenommen werden.

  20. Frank Berghaus sagt:

    Aufgrund der angeregten Diskussion hat Eckhard Behring den Text noch einmal überarbeitet. Ich lege ihn hiermit vor, ohne dass ich die Numerierung geändert hätte.

  21. Argutus sagt:

    Da jetzt für die zu gründende Partei DIE HUMANISTEN eine eigene Website zur Verfügung steht (http://www.die-humanisten.org/) gibt es keinen Grund mehr die Diskussion über das Partei-Programm und andere parteirelevante Dinge hier auf diesem Blog durchzuführen, der mit dieser Partei in keinem rechtlichen oder organisatorischen Zusammenhang steht. Die vorbereitenden Diskussionen auf "Wissen bloggt" waren nur eine Notlösung aufgrund der Tatsache, daß ein eigener Partei-Blog nicht zur Verfügung stand.

    Aus diesem Grund wird die Kommentarfunktion bei diesem Artikel (sowie bei allen anderen einschlägigen Artikeln) abgeschaltet.

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