Klassenunterschiede fördern Religion

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Pyramid_of_Capitalist_SystemWas auf dieser Homepage (atheisten-info) ziemlich regelmäßig festgestellt wird, kann nun auch in der Nr. 1/2013 der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" nachgelesen werden. Je größer die Klassenunterschiede in den Gesellschaften sind, desto höher ist die Bedeutung der Religion. Und umgekehrt: je mehr Bedeutung Gleichheit in einer Gesellschaft hat, desto säkularer und religionsfreier ist sie.

Die Religion als "Opium des Volkes" erfährt eben genau dann Nachfrage, wenn die entsprechende Definition von Karl Marx zutrifft: "Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes."

Das Ausmaß des Leidens der bedrängten Kreatur in einer herzlosen Welt, verbunden mit geistlosen Zuständen ist und bleibt die wesentliche Voraussetzung für die Bedeutung von Religion.

Einige markante Sätze aus dem BdW-Artikel
von Rüdiger Vaas, GÖTTLICHE GESELLSCHAFTEN:

• "Je ungerechter es in einer Gesellschaft zugeht und je weiter die Schere zwischen den Einkommen geöffnet ist, desto höher ist der Stellenwert der Religion (..). Und: In Ländern mit größeren Einkommensunterschieden sind sowohl ärmere als auch reichere Menschen eher religiös als in Ländern mit geringeren Unterschieden – Reiche sogar überproportional stark. In wirtschaftlich ausgeglichenen Ländern sind sie dagegen weniger religiös als die Armen."
• "Atheistischere Länder sind friedlicher. Das zeigte der britische Religionswissenschaftler und Biologe Tom Rees mit einer Auswertung des Global Peace Index 2009. Dieser bewertet den Friedensgrad anhand von 23 Kriterien – darunter Kriege, Bürgerkriege, das Ausmaß von Menschenrechtsverletzungen und Waffenhandel, die Zahl der Morde und der Gefängnisinsassen sowie der Grad der Demokratisierung. Wie friedlich ein Land ist, korreliert positiv mit dem Prozentsatz der Atheisten und negativ mit dem Prozentsatz derjenigen religiösen Menschen, die (..) mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst besuchen."
• "Viele Studien haben auch einen engen Zusammenhang zwischen Ängstlichkeit und Religiosität nachgewiesen. Einerseits sind religiöse Menschen ängstlicher, andererseits kann Religion die Angst auch mindern. Dies ist eine weitere Erklärung, warum in kritischen Situationen und instabilen Ländern mehr Menschen gläubig sind."
• "Wenn es um das Ausmaß des Glaubens geht, ist das Einkommen des Einzelnen weniger wichtig als die Qualität der Gesellschaft: In Ländern mit größeren Problemen sind mehr Menschen religiös – unter den Armen genauso wie unter den Reichen. In stark religiösen Ländern sind Nichtreligiöse im Schnitt unglücklicher als Religiöse. In weniger religiösen Ländern haben sie hingegen weniger negative Emotionen als ihre religiösen Mitbürger. Das Fazit (..) lautet: In besser gestellten Gesellschaften leben mehr Nichtreligiöse, und sie fühlen sich tendenziell gleich gut oder besser als Religiöse – in Ländern mit ungünstigeren Lebensbedingungen dagegen haben Religionen mehr Anhänger, und religiöse Menschen fühlen sich besser als nichtreligiöse."
• "Höhere Steuern verringern in demokratischen Gesellschaften das Auseinanderklaffen der Einkommensschere und die 'Ausbeutung' öffentlicher Mittel. In Ländern mit mehr religiösen Menschen sind die Einkommensunterschiede in der Regel größer, die Steuersätze niedriger und die staatlichen Sozialausgaben geringer. Aber warum geben Länder mit einer religiöseren Bevölkerung weniger für die soziale Wohlfahrt aus? Die Antwort klingt überraschend: Weil es eine Mehrheit der Gläubigen so will. Denn nichtreligiöse Menschen befürworten staatliche Wohlfahrt meist stärker als religiöse."
• "Länder, in denen der Glaube eine relativ geringe Rolle spielt, schneiden im Hinblick auf den Zustand ihrer Demokratie besser ab – Spitzenreiter sind nordeuropäische Nationen."
• Und Religion war und ist deshalb ein Herrschaftsmittel: "Religion lässt das Interesse an materiellem Wohlbefinden sinken und verspricht Belohnung im Jenseits. Dadurch bleiben die Privilegien der Reichen bestehen, genau wie die Bedingungen sozialer Ungleichheit."

Der neue Papst Franz kommt aus Südamerika, wo die Religion genau aus den hier angeführten Gründen weitaus mehr Bedeutung hat als in Europa. Die soziologischen Hintergründe für diesen Sachverhalt sprechen somit ganz klar gegen die gesellschaftliche Bedeutung von Religion und für säkulare Gemeinschaften. Die Religionen müssten daher darauf setzen, dass der zurzeit herrschende Neoliberalismus weiterhin die Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Masse der Menschen verschlechtert. Der Papst machte des öfteren Äußerungen zugunsten der Armen. Womit er dabei aber kaum das Herangehen der Befreiungstheologen meinte, nämlich die Verhältnisse zu ändern, sondern sozusagen ein Mehr an Almosen forderte. Klostersuppensozialismus bringt den Menschen kaum was, hält aber die Klassenverhältnisse stabil: wenn die Klassenunterschiede groß sind, dann ist auch die Religion groß, weil der bedrängten Kreatur in einer herzlosen Welt die Religion als – vielleicht einzige – Hoffnung bleibt.

Für eine bessere, eine gerechtere Welt zu sein, gegen die ständig steigende Ausbeutung, gegen Banken und Konzerne und raffgierige Manager aufzutreten, verbessert auch die geistigen gesellschaftlichen Verhältnisse, weil das "Opium des Volkes" weniger Suchtgefahr verbreitet, wenn die Verhältnisse besser werden. Seit dem Konkurs des Realsozialismus und dem daraus folgenden politischen Niederbruch der Sozialdemokratie und der Spezifizierung der heutigen Linken auf eine Art Almosensozialismus für Randgruppen sind allerdings die Verhältnisse so, dass "Reformen" grundsätzlich nur noch Verschlechterungen für den Großteil der Bevölkerung bedeuten und speziell die Christenparteien ihre menschenfeindlichen Ideen wieder wie ehedem umsetzen können. In den aufgeklärten europäischen Staaten wird es trotzdem nicht möglich sein, die alten Voraussetzungen für Religiosität der breiten Masse der Bevölkerung wieder zu steigern.

Denn das "Kommunistische Manifest" schloss mit dem Satz "Die Proletarier dieser Welt haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" In den letzten 150 Jahren haben durch die Arbeiterbewegung die arbeitenden Menschen zwar ihre Ketten nicht verloren, aber in wahrnehmbarem Ausmaß eine neue Welt mit besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen gewonnen. Und diese gewonnene Welt noch mehr zu verlieren, dagegen werden sich die Menschen zur Wehr setzen, der Neoliberalismus kann nicht endlos so weiter machen wie bisher, es kommt nicht die Situation, dass die Menschen in ihrer Bedrängung wieder religiös werden, sondern dass die Laternen zu wenig sein werden, um die für die Bedrängung und Ausbeutung Verantwortlichen daran aufzuhängen.

Ca Ira! Das geht ran!

http://www.youtube.com/watch?v=-0rgnqj2dBk&feature=player_embedded

Das war historisch schon mal. In der französischen Revolution ging es um die Aristokraten. Für diese gibt es im Neoliberalismus die passenden Äquivalente für den schon langsam anschwellenden Volkszorn. Wenn allerdings die politische Linke weiterhin nur Trostpflaster verteilt für die Löcher, die der Neoliberalismus in die Menschenköpfe schlägt, dann kann der Volkszorn auch von der falschen Seite kommen. Das hatten wir auch schon einmal. Die Linke wird daher wieder sozialistische Politik machen müssen und keine almosensoziale, mit Karl Marx für die arbeitenden Menschen und eine gerechte Gesellschaft!

Quelle: www.atheisten-info.at

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

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26 Antworten auf Klassenunterschiede fördern Religion

  1. Argutus sagt:

    Der zitierte und verlinkte Artikel aus dem "Bild der Wissenschaft" ist interessant und plausibel. Ihn als Propagandamittel für den Sozialismus zu präsentieren, finde ich aber doch etwas peinlich.

    Aufgabe des Humanismus muß es sein sämtliche Ideologien zu bekämpfen – die sozialistischen ebenso wie die religiösen.

  2. pinetop sagt:

    Hier werden die falschen Schlussfolgerungen gezogen. Als Ursache für den Grad der religiösen Durchdringung einer Gesellschaft sehe ich das allgemeine Bildungsniveau. Hier gilt es anzusetzen, sowohl als Erklärung als auch zur faktischen Verbesserung der Lage. Bildung läßt Menschen immun werden gegen Religionen, aber auch gegen politische Verzerrungen. 

    Auffallend ist, dass der Begriff Neoliberalismus böswillig-diffamierend und zudem falsch gebraucht wird. Dieser wurde von dem sozialliberalen Soziologen und Ökonomen Alexander Rüstow geprägt, der damit eine bewußte Abkehr vom Paläoliberalismus des Nachtwächterstaates fordete.

  3. pinetop sagt:

    Eine Boshaftigkeit kann ich mir nicht verkneifen. Religionen sind durchaus geeignet, die Armen mit einer besseren Welt im Jenseits zu vertrösten. Und dieser Vorwurf ist auch den Marxisten zu machen. Sie begründeten den Glauben an eine paradiesische Welt im Diesseits. Und ihr weltlicher Glaube hat einige Gemeinsamkeiten mit den traditionellen Glaubensvorstellungen. Auch Marx konnte sich nie von christlichen Denkstrukturen befreien. Verblüffend ist bei beiden Anschauungen die Überzeugung an eine Eschatologie. Eine wirklich erhellende Analyse des Marxismus findet man bei Ernst Topitsch, Sozialphilosophie zwischen Ideologie und Wissenschaft.

  4. Frank Berghaus sagt:

    pinetop sagt: 5. April 2013 um 11:10

    Sei doch bitte so lieb und schau dir mal den folgenden Link an unter dem Gesichtspunkt, ob dort Verwertbares für uns zu finden ist. Mir erschien manches (neben Utopischem) recht vernünftig:

    http://www.religiosophie.de/?page_id=86

  5. ingres sagt:

    Argutus sagt:

    5. April 2013 um 10:45

    Aufgabe des Humanismus muß es sein sämtliche Ideologien zu bekämpfen – die sozialistischen ebenso wie die religiösen.

    Wozu, wenn doch die Religionen alle friedlich sind? Und alles andere von der Polizei geregelt wird? Was soll die Beseitigung von Religion dann gesamtgesellschaftlich noch bringen.  Doch das Paradies auf Erden?  Werden die notwendigen Ingenieure, usw. durch den staatlichen Religionsunterricht verhindert?  Da alle Religionen gleich sind,. kann es jedenfalls nicht schlimmer werden als jetzt und da die Religionen nicht für Euro und Wirtschaft zuständig sind würde die Beseitigung von Religion auch hier nichts bringen. Gesamtgesellschaflich kann also nichts herauskommen!

  6. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 12:18

    Irgendetwas haben Sie wohl grundsätzlich missverstanden :-)

  7. Argutus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 12:18

    da die Religionen nicht für Euro und Wirtschaft zuständig sind würde die Beseitigung von Religion auch hier nichts bringen

    Hätten wir in Europa die Sklaverei, dann würde deren Abschaffung für Euro und Wirtschaft auch nichts bringen. Auch brachte die Beseitigung der Witwenverbrennung für Indien keinen ökonomisch meßbaren Nutzen. Und wie man an China sieht, kann auch eine Diktatur wirtschaftlich sehr erfolgreich sein. Wozu brauchen wir also eine Demokratie?

    Die Wirtschaft ist eben nur einer von vielen Parametern, die die Lebensqualität des Menschen auf diesem Planeten beeinflussen, und außer in Fällen extremer Armut nicht einmal der wichtigste.

  8. pinetop sagt:

    dazu kommt noch was. Ich bitte um etwas Geduld.

  9. pinetop sagt:

    Auf diesen Artikel muss man hinweisen. Er ist es auch wert gespeichert und auf Papier gedruckt zu werden. Dahrendorf erklärt sehr deutlich, was ich bis zu diesem Zeitpunkt ähnlich geahnt hatte.

    http://www.eurozine.com/articles/2009-05-05-dahrendorf-de.html

  10. ingres sagt:

    Argutus sagt:

    5. April 2013 um 13:04

    Ich wollte eigentlich hören, was die Beseitigung des Christentums konkret  bringt, wie dadurch konkret die Lebensqualität verbessert wird. Und da geht es mir um Individum/Gesamtgesellschaft Ich könnte jetzt natürlich stellvertretend etwaige Antworten geben. Aber ich tue das ganz bewußt nicht. Ich weiß, dass die Antworten bezogen auf das Individum (hinsichtlich des Christentums) nämlich sehr mager sind (egal ob sie für einzelne Individuen wichtig sind).

    Aber da das für das einzelne Individuum gilt, kann auch im einzelnen gegen bestimmte Erscheinungen gestritten werden. Aber es ist kein gesamtgesellschaftlicher Nutzen der weiteren Zurückdrängung des Christentums darstellbar!, weil das Christentum nämlich gesamtgesellschaftlich gesehen keinen allgemein bestimmenden Einfluß auf die Zivilgesellschaft hat.  

    Bzw. der einzige bestimmende Einfluß, den es indirekt geben mag (dass es formal die Ausbreitung anderer Religionen ermöglicht), hier jetzt nicht gerne genannt werden wird.

    Wenn dieser Einfluß jetzt genannt würde, würden unweigerlich Unterschiede zwischen den Religionen thematisiert werden müssen und dann würde sich einiges weitere ergeben. Aber nach der hier gültigen Lesart gibt es diese Unterschiede ja nicht. Aber wenn es keine Unterschiede gibt, wäre die Zurückdrängung des Chistentums aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive völlig obsolet. Und das einzelne Individuum ist doch im (und vom) Christentum weitgehend befreit. Es würde also i. w. darum gehen die Gesellschaft vor fremden Religionen zu schützen. Aber das wäre nicht nötig, wenn es keine Unterschiede zwischen den Religionen gibt. Denn dann gäbe es auch keine Gefahr für Individuen, weil es die ja auch im Christentum  nicht gibt.

    Die generelle Forderung nach Zurückdrängung des Christentums bedeutet also unweigerlich, dass es Unterschiede zwischen den Religionen geben muß.  Dann können sie auch benannt werden. Und Wenn es die Unterschiede gibt, dann müssen sie wiederum negativ für mindestens eine  Konkurrenzreligion zu Buche schlagen. Es sei denn die Unterschiede sind unter diesem Aspekt unwichtig, dann wiederum ist der Kampf gegen das Christentum aus gesamtgesellschaftlicher Perpektive unwichtig. 

  11. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 14:29

    Niemand hat je behauptet, dass es zwischen den Religionen keine Unterschiede gäbe. Wo haben Sie denn diesen Unsinn her?

    Mit der Beantwortung der Frage nach dem Nutzen der Zurückdrängung des überbordenden religiösen Einflusses ist hier alles kompakt gesagt:

    http://www.wissenbloggt.de/?p=16244

    Nur Uninformierte oder Böswillige sehen hier die Gefahren für eine säkulare Gesellschaft nicht.

  12. Argutus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 14:29

    Ich wollte eigentlich hören, was die Beseitigung des Christentums konkret  bringt

    Eine Beseitigung des Christentums ist nicht geplant. Worum es geht, ist die Beseitigung der Privilegien der christlichen Kirchen, die teils als traditionelle Altlasten teils in den immer noch geltenden Konkordaten explizit festgeschrieben die Säkularität des Staates untergraben.

    Konkret hätte das folgende Vorteile:

    1. Den Wegfall der Brückenkopf-Funktion des Christentums für analoge Privilegien, die (wegen der Gleichbehandlung) auch der Islam einfordern könnte und mit zunehmendem moslemischen Bevölkerungsanteil auch würde.

    2. Finanzielle Einsparungen.

    3. Den Wegfall der heute bestehenden ideologischen Einflüsse der Kirchen auf den Staat (Stichwort: Ethik-Kommissionen).

    4. Eine arbeitsrechtliche Verbesserung all derer, die in von der Kirche geführten Institutionen angestellt sind.

    5. Die Stärkung der Meinungsfreiheit durch Wegfall des Delikts der Herabwürdigung religiöser Lehren und ähnlicher Paragraphen.

    6. Die Stärkung des demokratischen Rechtsstaates durch Beseitigung der zu ihm im Widerspruch stehenden Verfassungs-Bestimmungen und damit die Verringerung der Gefahr späterer Rechtsbeugungen, die mit Verweis auf die Kirchen-Privilegien gerechtfertigt werden könnten.

  13. ingres sagt:

    Frank Berghaus sagt:

    5. April 2013 um 14:47

    Niemand hat je behauptet, dass es zwischen den Religionen keine Unterschiede gäbe. Wo haben Sie denn diesen Unsinn her?

    Zumindest können die Unterschiede nicht sonderlich relevant sein. Denn es wird keine Religion als besondere Gefahr thematisiert. Da das Christentum keine besondere Gefahr darstellt kann man schließen, dass Religionen zumindest keine Bedrohung darstellen. Dann ist die Aufregung um das Christentum von daher ungerechtfertigt. 

    Argutus sagt:

    5. April 2013 um 14:57

    Konkret hätte das folgende Vorteile:

    1. Den Wegfall der Brückenkopf-Funktion des Christentums für analoge Privilegien, die (wegen der Gleichbehandlung) auch der Islam einfordern könnte und mit zunehmendem moslemischen Bevölkerungsanteil auch würde.

    Ob das so sein müßte ist die Frage. Aber wenn ja, warum wäre das ein Problem, wenn der Islam gegenüber dem Christentum keine relevanten und mit der westlichen Zivilisation, so wie wir sie bisher kannten,  unvereinbaren, negativen Aspekte hätte?.  Wenn der Islam in der westlichen Welt mit Zivilisation vereinbar wäre, wäre er ja kein wirkliches Problem. Das Christentum ist ja auch mit Zivilisation vereinbar.

    Man kann nun  nicht einerseits sagen, dass man nicht dem Islam allein entgegentreten muß (oder darf), weil er letztlich kein Problem ist, weil diejenigen die seinem Einfluß unterliegen als Individuen zu sehen sind. Andererseits aber im Islam eine größere Gefahr als im Christentum sehen. Da muß man dann schon Klartext reden.

  14. Argutus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 16:52

    Wenn der Islam in der westlichen Welt mit Zivilisation vereinbar wäre, wäre er ja kein wirkliches Problem. Das Christentum ist ja auch mit Zivilisation vereinbar.

    Der entscheidende Unterschied ist der: Dem Christentum wurden im Laufe der geistigen Entwicklung Europas und insbesondere durch die europäische Aufklärung die Giftzähne weitgehend gezogen. Es ist heute keine vitale Religion mehr sondern eher ein Konglomerat von Emotionen und ideologischen Positionen, die zum Zweck der Erhaltung historischer Privilegien der Kirchen künstlich am Leben gehalten werden.

    Der Islam hingegen ist durch keine Aufklärung geschwächt worden. Der ist noch eine vitale Religion mit allen dazu gehörigen Greueln. Das einzige, was ihn mildert, ist daß viele Menschen, die sich selbst für Moslems halten oder zumindest öffentlich als solche ausgeben, in Wirklichkeit schon längst von der westlichen Zivilisation verdorbene sündhafte Ketzer sind. "Kulturmoslems" eben, wie Frank das so treffend nennt.

    Aber jene, die das nicht sind, gibt es natürlich auch, und wir wissen nicht wieviele. Außerdem sind die Grenzen fließend und überdies variabel. Wird der Islam in Europa mächtiger, dann steigt auch die Zahl derer, die sich von dieser Ideologie wieder begeistern lassen, auch wenn sie sich vorher wenig darum geschert haben.

    Um dieser Gefahr zu begegnen (aber natürlich nicht nur aus diesem Grund – siehe meine 6 Punkte) ist es ganz wichtig, den Einfluß jedweder Religion auf Staat und Gesellschaft zu bekämpfen, und das betrifft natürlich in erster Linie das Christentum, das heute noch beträchtlichen Einfluß dieser Art genießt.

  15. uwe sagt:

    der beweis, dass es christen gibt, muß erst noch erbracht werden. bisher ist mir noch kein heiligenscheinträger untergekommen, der sich auf die andere backe schlagen lässt. das zwei leute das gleiche glauben ist hab ich noch nicht erlebt.

  16. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 16:52

    Denn es wird keine Religion als besondere Gefahr thematisiert. 

    Wären Sie dem Link gefolgt, den ich Ihnen gab, würden Sie so etwas nicht schreiben. Die Gefahren für Gesellschaft und Politik sind durch das Erstarken der Religionen in letzter Zeit noch erheblich gewachsen.

    Es wird Zeit, dass etwas dagegen unternommen wird. Wir tun es jedenfalls mit Nachdruck.

  17. ingres sagt:

    Argutus sagt:

    5. April 2013 um 17:17

    Der Islam hingegen ist durch keine Aufklärung geschwächt worden. Der ist noch eine vitale Religion mit allen dazu gehörigen Greueln.

    Hinsichtlich der Greuel geht man hier im Blog freilich selektiv vor. Der Zusammenhang einiger Greuel mit dem Islam (z. B. Sozialisation Jugendlicher zur Gewaltbereitschaft) scheint a priori ausgeschlossen zu sein. Das darf anscheinend nicht sein.

  18. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 19:08

    Wir haben es ja schon einmal gesagt. Vor dem Mord an Daniel S. haben die Täter erst einmal ein Koran-Lesestündchen gehalten und sich danach mit Allahu-Akbar-Gebrüll auf ihr Opfer gestürzt, um es korangerecht zu erledigen.

    Da kann ich auch nur die Frage wiederholen: Wo und wann leben Sie eigentlich?

    Offenbar gehen die simpelsten Dinge nicht in Ihren Schädel.

    Einmal völlig davon abgesehen, dass der Artikel wieder nichts mit Ihren Lieblingsphobien zu tun hat – falls Sie ihn denn gelesen hätten.

  19. Frank Berghaus sagt:

    Passend zum Artikel:

     

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  20. ingres sagt:

    Frank Berghaus sagt:

    5. April 2013 um 19:17

    Mit der Feststellung der selektiven Darstellung der "Greuel" des Islam ist das für mich jetzt abgeschlossen. Weiter kann ich jetzt nicht mehr argumentieren.  Ob man diesen Ausfluß des Islam in der deutschen Gesellschaft mit der Eindämmung des  Einflusses jedweder Religion auf Staat und Gesellschaft bekämpfen kann, will ich nicht diskutieren. Aber in der deutschen Gesellschaft gehört diese Art der Gewalt gegen (junge) Deutsche  eben genauso zum Islam wie der Ehrenmord (wenn auch der Ehrenmord näher am eigentlichen (religiös motivierten) Islam sein mag). Ob diese Behauptung richtig ist und was daraus folgt (oder zu folgen hätte) muß jeder (auch jeder Politiker) mit sich selbst abmachen. 

  21. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 20:24

    Sie sollten sich an die von mir aufgestellten vier (von Argutus präzisierten) Punkte erinnern, damit Sie die Dinge nicht immer durcheinanderwerfen.

    Es hat nie jemand behauptet, man könne Jugendkriminalität dadurch unterbinden, dass man endlich die Privilegien der Religionen stutzt.

    Das wäre doch völlig widersinnig.

  22. ingres sagt:

    Frank Berghaus sagt:

    5. April 2013 um 21:50

    Es hat nie jemand behauptet, man könne Jugendkriminalität dadurch unterbinden, dass man endlich die Privilegien der Religionen stutzt.

    Ja ich weiß, das war hinsichtlich der hier vertretenen Position unlogisch von mir, da man ja hier den Zusammenhang dieses (durch kulturelle Selbstverständlichkeiten provozierten) Verhaltens mit dem Islam bestreitet. Kann halt passieren. Damit ist aber eben auch klar, das man durch die Trennung von Staat und Religion die eigentliche Problematik des Islam nicht entschärfen kann. Diese spezifische Gewalt türkischer Jugendlicher gegen Deutsche könnte u.U. durch die Polizei und Justiz eingedämmt werden, wenn die entsprechend durchgreifen würden oder dürften. Was sie aber wegen des Migrantenbonus und Fremdenfeindlichkeit nicht dürfen.  Allerdings ändert das eben nichts daran, dass die durch den Islam vermittelten kulturellen Selbstverständlichkeiten die Ursache dieser Gewalt gegen Deutsche ist. Und noch mal weil es "Migranten" sind, kann diese Gewalt eben nicht wirksam bekämpft werden. Und es ist auch die Frage, ob Durchgreifen wirklich helfen würde, denn dann wären die Gefängnisse voller. 

  23. Frank Berghaus sagt:

    ingres sagt: 5. April 2013 um 22:36

    Ihnen ist immer noch nicht klar, dass es auch andere gewaltaffine und völlig islamfreie "Kulturen" gibt, die sich in Deutschland tummeln. Der Auslöser ist eben nicht – wie von Ihnen stereotyp behauptet – diese Religion, sondern eine altertümliche Kultur, die eben noch nicht die zivilisatorischen Prozesse durchgemacht hat wie wir.

    Und wie anders als mit kriminaltechnischen Mitteln sollte man dem Problem begegnen? Auf diese Frage haben Sie – als Schlangenkünstler – nie eine Antwort gegeben.

    Doch noch einmal: Lesen Sie irgendwo im Artikel das Wort Islam? Sie sollten es unterlassen, Ihre Lieblingsphobien auf alles und jedes zu applizieren, egal ob es zum Thema passt oder nicht. Das ist einfach nur noch ärgerlich und zeitraubend.

  24. Indianerjones sagt:

    Aufgabe des Humanismus muß es sein sämtliche Ideologien zu bekämpfen – die sozialistischen ebenso wie die religiösen.

    Dieser Satz von Argutus, dürfte wohl genügend sein, um die unsäglichen Gespräche über Religion und dergleichen zu beenden. :nerd:

  25. Frank Berghaus sagt:

    Für alle diejenigen, die da behaupten, nur Moslems seien gewalttätig: Man schaue sich das Ergebnis christlichen Wütens gegen den Kardinalsschlitten des Volksbegehrens an:

     

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