Das Kreuz mit den Kreuzen

image_pdfimage_print

Wilh.Tell weigert sich.../Hosemann 1850 - William Tell refuses.../Hosemann 1850 -In Österreich sind die Herrschaftszeichen der katholischen Kirche im staatlichen Bereich zahlreich zu finden. Kreuze im säkularen Bereich als eine Art Gesslerhut aufzuhängen, geschieht nicht aus Notwendigkeit, sondern weil die katholische Kirche ihre Duftmarken setzen will, weil sie signalisieren will, es gibt in Österreich keine Trennung von Staat und Religion, weil die (katholische) Religion ist allgegenwärtig. Etwa in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern – nicht etwa in von Kirchen geführten derartigen Einrichtungen, nein auch in den staatlichen. Da erscheint es fast schon überraschend, dass es in Straßenbahnen und Postämtern keine Kreuze gibt.

In den OÖNachrichten nahm am 5.4. 2013 ein Senatsrat in Ruhe des Oberlandesgerichtes Linz  Stellung dazu, dass auch bei Gericht das Christenzeichen obligatorisch aufscheint, Dr. Wolfgang Aistleitner schrieb u.a.: " Ein solcher religiöser Impetus verbietet sich schon wegen des Grundsatzes der Trennung von Staat und Kirche. Man verlangt ja auch nicht von den Religionsgemeinschaften, staatliche Embleme in den Gotteshäusern zu platzieren. Was soll man Nicht- oder Andersgläubigen entgegnen, die die Einlassung in den Prozess verweigern, solange sie zwischen sich und den Richter das Kruzifix geschoben sehen?".
Der komplette Text ist auf der Homepage der OÖN zu finden.

Der Artikel von Dr. Aistleitner war Anlass dafür, einen Leserbrief zu verfassen, der am 8.4.2013 in den OÖNachrichten veröffentlicht wurde:

OOEN080413

Quelle: www.atheisten-info.at

 

Die Meinung des Gastautors muss nicht der Redaktionsmeinung entsprechen.

 

Weitere Arbeiten desselben Autors siehe hier.

 

Mehr zum Thema:
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Religion abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Das Kreuz mit den Kreuzen

  1. Argutus sagt:

    Man verlangt ja auch nicht von den Religionsgemeinschaften, staatliche Embleme in den Gotteshäusern zu platzieren

    Ein berechtigter Einwand, der zudem zeigt, daß die Kirche vom Staat nicht nur unzureichend getrennt ist sondern überdies ihm gegenüber in einer dominanten Position auftritt.

    Auffälliger als die Kreuze in Gerichten, in denen die meisten Menschen ja nichts zu tun haben, sind jene in Schulklassen.

    Auch die religiösen Belangssendungen im Rundfunk sind unverschämte kirchliche Privilegien, Da gibt es keinen Vorspann mit dem Wort "Werbung" oder den Hinweis "Die Verantwortung für die folgende Sendung trägt ausschließlich die … Kirche". Auch muß die Kirche für diese Propaganda nichts bezahlen. Bigotterie im öffentlichen Rundfunkt gilt einfach als Selbstverständlichkeit wie der Wetterbericht.

    Die Verhältnisse in Österreich sind zwar nicht ganz so schlimm wie in Deutschland, aber auch dort liegt vieles im argen.

  2. philosopherofanniversary sagt:

    Sowohl während meiner Schulzeit als auch während meines Präsenzdienstes bemerkte ich oftmals Kreuze in öffentlichen Räumen. Ich habe mir zuerst nicht viel dabei gedacht, bin aber später vor allem durch meine Hinwendung zum Agnostizismus und Säkularismus dazu gekommen, dass es gegen die Trennung von Staat und Religion verstößt. Kreuze haben an öffentlichen Plätzen nichts zu suchen, genausowenig wie Kopftücher, Rabbinerschäle oder sonstirgendetwas, was die religiöse oder sonsteine Weltanschauung des einen zeigt. Wie sagte Max Weber : "Die Schulen sollen keine  staatsfeindliche oder staatsfreundliche Gesinnung lehren. Sie sollen überhaupt keine Gesinnung lehren" Eigentlich bezog er sich auf die Universitäten, aber auf die Schulen kann man es auch anwenden.

  3. ingres sagt:

    Ich weiß so vor 11 Jahren kamen mir in der FAZ 3 Ereignisse unter: Stoiber hatte was mit Blasphemie. ein Lehrer hatte Schwierigkeiten weil er irgendiwe nicht die richtige Haltung zu Religion habe und irgendwo sollte ein Kreuz aus der Schule entfernt werden. Ich war damals theoretisch schlimm gegen die Religion drauf. Praktisch nicht (und nie) so sehr, weil praktisch habe ich sie ja nie wahrgenommen. Auch von der Gefahr des Islam im Inneren wußte ich noch nichts. 

    Ich war gegen Stoiber und für den Lehrer (wobei ich die Umstände da nicht beurteilen kann). Aber ich habe  nicht (und nie) verstanden, wieso jemand ein Kreuz irgendwo entfernen wollte. Das habe ich als zur Kultur gehörig angesehen. Mittlerweile ist die Entwicklung so weit fortgeschritten, dass selbst ich kein Verhältnis mehr zum Kreuz als zur Kultur gehörig  habe.  Ich hätte nie gedacht, dass das mit der Einstellung gegen die Kreuze weitere Kreise ziehen könnte. Ich dachte das wäre eine Marotte. Ich sehe zwar immer noch nicht ein, wieso die entfernt werden sollen und wegen des Islam schon gar nicht, aber irgendwo habe ich da abgeschaltet. Letzteres ist irgendwie interessant. Meine theoretische Haltung hat sich  nicht geändert, aber das Innere ist da mürbe geworden. Wahrscheinlich heißt das, das es das eben war mit Kultur. Es ist irgendwie so, dass eben in eine Welt ohne Kultur auch keine Kreuze passen. Die Kreuze sind also von sich aus eigentlich fremd in dieser Wekt gworden.

  4. Pingback: Kirche heute, 8. April 2013 | Moment Mal

  5. viktor frick sagt:

    Kreuze sind Bildnisse, die Gott verbietet (2.Mose 20,4; 3.Mose 26,1).

Schreibe einen Kommentar