Kein Lösegeld für Terroristen!

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amer_albayatiLösegeld für Terroristen: Entführungen im Jemen mit Petrodollars beendet?

Eine Stellungnahme vom Islam- und Terror-Experten Amer Albayati, Mitbegründer der Initiative Liberaler Muslime Österreich.

Freude herrscht allseits über die Freilassung von Dominik Neubauer und den Finnen Atte und Leila Kaleva. Von offizieller Seite wird betont, dass Österreich kein Lösegeld bezahlt hat. Der Staat Oman hat dies anscheinend getan. Die Frage sei erlaubt, warum ein unbeteiligter Staat wie Oman das Lösegeld bezahlt hat?

Bei der Freilassung der Schweizer Lehrerin Silvia Eberhard hat der Staat Katar das Lösegeld bezahlt. "Wenn dir jemand etwas schenkt hat er dir nur die Rechnung noch nicht präsentiert!" Das zum einen und zum anderen ist die Bezahlung von Lösegeld bedenklich, unmoralisch und Unterstützung von Terroristen für Waffenkäufe. Dadurch werden Terrorismus und Entführung zum lukrativen Geschäft. Durch diese Petrodollars macht sich der Westen zum Werkzeug der Golfstaaten des politischen Islams und der Terroristen bzw. Entführer.

Mit der Zahlung von Lösegeld werden die Probleme nicht gelöst sondern kompliziert und multipliziert.

Der Westen muss endlich daran gehen dieses Problem zu lösen und nicht nur Warnungen, sondern Verbote für Reisen in diese Länder aussprechen. Ab sofort trägt jeder einzelne die Verantwortung für seine Entführung und Ermordung! Wenn nicht bezahlt wird, hören die Entführungen schlagartig auf.

Wie jemenitische und arabische Zeitungen behaupten, wurden an die Entführer 16 Millionen Dollar bezahlt, davon 4 Millionen für die Stammes-Vermittler. Anfangs forderten die Entführer von den jemenitischen Behörden 4 Millionen Dollar, was von den jemenitischen Behörden abgelehnt wurde, mit dem Argument, dass damit der Terror unterstützt werde. Dann hat der Staat Oman bezahlt.

Gleich danach wurden drei Mitarbeiter des Roten Kreuzes entführt. Das Geschäft mittels Lösegeld floriert: innerhalb von 10 Jahren gab es etwa 200 Geiseln – das ergibt eine Menge Geld, um Waffen für den Terror zu kaufen.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker endlich das Übel an der Wurzel packen und ein Reiseverbot in Länder wie dem Jemen usw. aussprechen und kein Lösegeld mehr bezahlt wird. Dann werden die Entführungen schlagartig aufhören.

Quelle: www.atheisten-info.at

 

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9 Antworten auf Kein Lösegeld für Terroristen!

  1. Argutus sagt:

    Mit einem Reiseverbot ist es nicht getan, denn von radikalen Moslems entführt werden kann man überall. Wenn niemand mehr dorthin fährt, wo die Entführer wohnen, dann kommen sie eben hierher, wo wir wohnen.

    Wenn Staaten für ihre Bürger kein Lösegeld mehr bezahlen, dann werden eben nur noch Mitglieder reicher Familien entführt, die das Lösegeld dann privat aufbringen. Auch keine Lösung.

    Im Rahmen der Regeln eines zivilisierten Rechtstaats scheint mir eine Lösung überhaupt nicht zu existieren. Das einzige, was funktionieren würde, ist die glaubhafte Androhung von Gewalt gegenüber Personen oder Heiligtümern, die dem Islam wichtig sind.

    Ich erinnere mich nicht mehr an die Details, aber die Sowjetunion hat das einmal sehr erfolgreich praktiziert und angekündigt irgendwelche in ihrer Gewalt befindlichen bedeutenden Moslems zu erschießen, wenn die Geiseln nicht bis zum Ablauf eines Ultimatums frei gelassen werden. Diese Freilassung ist dann tatsächlich erfolgt und weitere Geiselnahmen sowjetischer Bürger wurden danach nicht mehr unternommen.

  2. Frank Berghaus sagt:

    Argutus sagt: 20. Mai 2013 um 12:10

    Unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten scheidet eine "russische" Lösung natürlich aus :-)

    Reiseverbote (statt nur Warnungen) könnten es prospektiven Entführern aber erheblich erschweren, an die Opfer zu kommen. So etwas ist nämlich im Yemen oder in Somalia erheblich leichter als in Mitteleuropa.

  3. Indianerjones sagt:

    Die sowjetische Lösung ist natürlich als Ausnahmefall zu sehen und trennt sich damit von der Rechtsstaatlichkeit. Man kann es ähnlich wie Mogadischu 1977 sehen. :nerd:

  4. ilex sagt:

    Die "russische" Sprache wird von den Entführen offensichtlich aber verstanden. Es ist halt manchmal die Frage, ob man gut oder ob man effektiv sein will.

  5. Argutus sagt:

    ilex sagt: 20. Mai 2013 um 19:02

    Es ist halt manchmal die Frage, ob man gut oder ob man effektiv sein will.

    Hier kommt noch ein Punkt dazu: die Effektivität in der Bekämpfung des Terrors ist ja langfristig etwas Gutes.

    Die dabei aufgeworfene moralische Frage ist nicht trivial sondern ein Grund-Dilemma jeder Moral: in welchem Ausmaß ist der Grundsatz "Zweck heiligt die Mittel" gerechtfertigt?

  6. Frank Berghaus sagt:

    Argutus sagt: 20. Mai 2013 um 20:55

    in welchem Ausmaß ist der Grundsatz "Zweck heiligt die Mittel" gerechtfertigt?

    Ich gehe davon aus, dass humanistische Prinzipien hier eher enge Grenzen setzen. Das mag man  nun bedauern oder begrüssen – zu alttestamentarischen Regelungen führt jedenfalls kein sinnvoller Weg zurück.

  7. ilex sagt:

    Argutus sagt:20. Mai 2013 um 20:55 = Die dabei aufgeworfene moralische Frage ist nicht trivial sondern ein Grund-Dilemma jeder Moral: in welchem Ausmaß ist der Grundsatz "Zweck heiligt die Mittel" gerechtfertigt?

    Es gibt Situationen, wo die Hände nicht sauber bleiben können. Geiselnahmen sind eines der fiesesten Verbrechen, wenn auch oft nur aus kaltblütig-rationalen Gründen und nicht aus Grausamkeit verübt. Kanada hat es nach meiner Erinnerung einmal abgelehnt, für entführte Minister zu zahlen (so vor etwa 30 Jahren) und blieben dann verschont. Geiselnahme ist oft ein Pokerspiel zwischen Geiselnehmern und Erpressten – was die Geisel jedoch wenig interessieren dürfte, da ihr Leben in Gefahr ist oder zumindest ein Ohr, wie beim Getty-Fall.

    Immer zu zahlen ist Rettung für die aktuelle Geisel und Aufforderung für Geiselnehmer zum Weitermachen. Damit ändert sich nichts. Allerdings wird zumindest meist das Leben der Geisel gerettet und die Welt kann ruhig weiter agieren. Nicht zu zahlen ist der kurzfristige Nachteil für die aktuelle Geisel und der langfristige Vorteil für potentielle spätere Geiseln, aber schon moralisch hart. Die härteste Antwort sind die Gegengeiseln – ebenso unschuldig wie die ursprünglichen Geiseln.

    Doch offensichtlich ist das Bekämpfen der Geiselnahme eben die Wirkungslosigkeit dieser Drohung auf das Gemüt des oder der Erpreßten (außer direkter Gewalt gegen die Geiselnehmer, wenn man ihrer denn habhaft wird). Um etwas wirkungsvolles zu tun, bleiben nur moralisch anfechtbare Lösungen. Es gibt keine moralisch saubere Lösung. Auch Befreiungsversuche gefährden bei Mißlingen das Leben der Geisel. Und ist denn das Zahlen des Lösegeldes und damit das Weiterbestehen des Usus der Entführungen wirklich moralisch einwandfrei?

  8. Argutus sagt:

    Frank Berghaus sagt: 20. Mai 2013 um 21:09

    Ich gehe davon aus, dass humanistische Prinzipien hier eher enge Grenzen setzen.

    Von den Prinzipien her ist das eine Frage der Interpretation. Aber selbst wenn es eindeutig wäre, muß man in jedem Einzelfall moralisch entscheiden, was man tut und welche Prinzipien man allenfalls damit verletzt.

    Ich hoffe jedenfalls sehr, daß mir eine Situation, in der ich eine solche Entscheidung treffen muß, erspart bleibt.

  9. Frank Berghaus sagt:

    Argutus sagt: 21. Mai 2013 um 10:23

    Das erinnert stark an die "Ethik des fetten Mannes" – eine moralische Zwickmühle.

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