Verzweifelter Katholik

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Wullers„Ich habe noch nie versucht, Homosexuelle vom Teufel zu befreien“.

Dominik Wullers ist Ende 20 und überzeugter Christ. Kein leichtes Leben, findet er. Denn immer wieder begegnet er Vorurteilen, wenn er von seinem Glauben spricht. Der Grund: Den Menschen sei der Glaube systematisch aberzogen worden.

Die Wut übermannt mich, wie häufig nach den christlichen Feiertagen. Ich bin Katholik, aber eher im Geheimen. Denn wenn ich mit Freunden oder Kollegen über meinen Glauben spreche, ernte ich verständnislose und angewiderte Blicke. Darum habe ich mir das schon lange abgewöhnt und schweige lieber.

Mit Ende 20 braucht mich das nicht wundern. Der Glaube meiner Generation hatte nie eine Chance. Gründlich aberzogen von den 68ern. Immer mehr Menschen wissen nichts mehr über das Christentum. Sind aber absolut dagegen. Und Gott, den gebe es eh nicht.

Besonders stört mich dieser Glaube an das Nichts in meinem beruflichen Umfeld an der Universität. Da rühmt sich einer, dass er seine Kinder so anti-religiös wie nur möglich erziehe. Für jede schlechte Note im Religionsunterricht belohne er sie daheim mit einem Euro. Und die Kollegen spenden Beifall. Grandiose Idee.

In der Kirche selber gähnende Leere. Nur noch Senioren bevölkern die Gotteshäuser. Und das ist nun also die gnädig tolerierte, religiöse Rückständigkeit des deutschen Volkes? Ein paar Opas und Omas.

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10 Antworten auf Verzweifelter Katholik

  1. Frank Berghaus sagt:

    Seltsamer Katholik, der weder an Parthenogenese noch an die Transsubstantiation glaubt.

  2. rs1305 sagt:

    ich bin selbst nicht geeade das, was man so gläubig nennt. Ich habe aber zwei Kinder, die ich nie in diesem Sinne beeinflußt habe und die beide in "unsere" Gemeinde integriert sind und aktiv am Kirchenleben teilnehmen (15 Jahre / 22 Jahre). Bei uns ist die Kirche auch immer gut gefüllt, es gibt Events für die Jugendlichen und Programm für die Älteren. Vieles hängt auch von der Gemeindführung ab ob man die Jugend noch erreichen kann oder nicht. Lamentieren hilft da nicht viel … In Zeiten der absoluten medialen Reizüberflutung  muss man den Jugendlichen eine Alternative bieten – einen Mix aus Kirchenarbeit und Freizeitvergnügen. So erreicht man auch die heutige Jugend und bietet ihnen einen Anreiz, selbst aktiv zu werden. Wie sagt man so schön "von nix kommt nix".

     

  3. Frank Berghaus sagt:

    rs1305 sagt: 21. Mai 2013 um 13:42

    Wenn überhaupt dann haben die Kirchen ohnehin nur noch also so genannte event-Kirchen eine Überlebenschance. Siehe dazu auch den Artikel "Dem Glauben Beine machen" http://www.wissenbloggt.de/?p=1731

    Das wird den absehbaren Niedergang aber höchstens hinauszögern – verhindert werden kann er nicht mehr, da der Glaube trotz noch so mächtiger events an dieses seltsame Gotteswesen mit zunehmender Bildung eben abnimmt.

  4. Argutus sagt:

    Wie ich dem verlinkten Text entnehme, ist der kein Katholik sondern ein Häretiker, der sich irrtümlich für einen Katholiken hält.

    Das Motiv für seine Gläubigkeit hat er selbst erkannt: er kommt mit der rationalen Betrachtung der Welt nicht klar und hat deshalb ein Bedürfnis nach etwas Irrationalem. Naja – suum cuique.

  5. Uwe Hillebrand www.warumglaubstdunoch.de sagt:

    Es ist ja bereits speziell gesagt worden. Die Kirche ist letztlich ein Verein, und zwar eine Vereinigung gläubiger Menschen. Das Vereinsstatut ist die Summe der Dogmen, deren Basis die Bibel ist. Denn das Christerntum ist eine Buchreligion, und das heilige Buch ist die Bibel. Wenn nun ein Vereinsmitglied mit der Vereinstätigkeit in schwerwiegenden Dingen nicht einverstanden ist, dann muss es aus dem Verein austreten.

    Schwerwiegend ist z.B., wenn ein zu den Katholiken zählender Mensch die Jungfräulichkeit Marias ablehnt, denn dann kann er nicht mehr das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen. Wenn er die Transsubstantiation ablehnt, dann kann er nicht mehr zur Kommunion gehen. Er ist de facto nicht mehr katholisch, er macht sich etwas vor. Um das "Wunder" des Seins zu begreifen, muss er aber nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein. Und das ist das Problem. Denn der liebe Gott als vermeintlicher Verursacher des Universums ist immer nur der Gott, den uns die christlichen Kirchen verkaufen wollen. Es muss aber natürlich möglich sein, dass jemand an einen Gott glaubt und gleichzeitig nichts von den Kirchen und deren Riten wissen will. Und wer die Realitäten auf unserem Planeten erkennt, was beileibe nicht schwer ist, der ist sich auch völlig sicher, dass dieser Gott auf unsere Erde keinerlei (positiven) Einfluss nimmt oder nahm, wie es die Kirchen immer postulieren. Nahm, weil es ja durchaus sein kann, dass dieser Gott längst tot ist.

    Bitte nicht vergessen, ich sage das zu dem so genannten Katholiken, ich selbst sehe die Sache ganz anders.

     

  6. Christoph Deblon sagt:

    Das Christentum ist zumindest in der Variante RKK (wohl auch Orthodoxie) keine "Buchreligion", eher eine "Kirchenreligion". Sinngemäß aus einem vorkonziliaren Schulkatechismus zitiert:

    "Die Kirche hütet die Heilige Schrift als ihren Schatz und legt sie aus" – d.h. das "Buch" ist nicht oberste Lehrinstanz, sondern die Kirche.

  7. Nun, ich weiß leider sehr viel über das Christentum, denn man hat es mir ausgiebigst und bereits seit dem Säuglingsalter andoktriniert. Zum Nichtglauben habe ich durch eigenes Nachdenken gefunden – und ernte dafür bis heute Diskriminierung / Ausgrenzung durch jene, die bis heute eine Mehrheit im Umfeld meines Geburtsortes treueste Kirchlinge geblieben sind.

    Achja, exkommuniziert bin ich lt. Katechismus auch – nur mein Geld nimmt die Kirche immer noch gern, denn rausgeworfen bedeutet noch lange nicht frei von Pflichten, wenn auch über das Finanzamt, denn man will sich ja an Ungläubigen nicht die Finger schmutzig machen, nich wahr?!?

    Zumindest ich komme aus einer den gegenden, in denen das Kirchentum noch Mehrheiten als Anhänger behaupten kann – und dort zeigt es auch, wie effizient und effektiv es andere ausgrenzt, die sich nicht unter die Rigide ihres "Herrn" werfen wollen.

    Wie sagte unser "grenzenlos lieber" Jesus doch so treffend: "Und bringet die her, die da nicht unter der Rigide des Königs meinem Vaters leben wollen und erwürget/macht sie nieder vor mir"…

  8. Pingback: Kirche heute, 24. Mai 2013 | Moment Mal

  9. Hallo Dominik W.,

    Religionen sind eine üble Sache, sie nisten sich wie Viren in den Köpfen ein.

    Der abrahamitische Gott, Gott der Juden, Christen und der Mohammedaner ist eine Gottesvorstellung von aggressiven Hirtenvölkern aus der vorwissenschaftlichen Zeit. Phänomene, die man in der vorwissenschaftlichen Zeit nicht erklären konnte, wurden Göttern und Geistern zugeordnet.

    Über Christus, den angeblich wundertätige Wanderprediger, gibt es keine authentischen Berichte. Die mystischen Geschichten über Christus wurden Jahrzehnte später von interessierten Kreisen zusammengetragen.

    Bei uns in Regensburg sind in den ersten vier Monaten dieses Jahres 362 Menschen aus den beiden großen christlichen Kirchen ausgetreten, eingetreten sind 98. Von den 98 waren 53 unter zwei Jahre alt. Die großen Kirchen sind gefährliche Diebe des Selbstbestimmungsrechts.

    Ich bin gerne bereit, den Vorteil eines humanistisch-wissenschaftlichen Weltbildes aufzuzeigen.

    Joachim Datko – Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    http://www.monopole.de

    http://datko.de/Joachim-Datko.jpg

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