Was wurde aus dem Stadtgymnasium Dortmund?

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Zum Islamunterricht im Stadtgymnasium Dortmund erreicht uns am 21.8. der Bericht von Henning Rothers, der auf einen vorangegangenen Bericht Bezug nimmt. Die Namen der Akteure wurden aus rechtlichen Gründen weggelassen:

Update: Was wurde aus dem Stadtgymnasium Dortmund? Hier der gekürzte Bericht des Autors:

Vor vier Monaten berichteten wir über die islamophilen Missstände am Stadtgymnasium Dortmund, welches einen Imam zu einem verfassungsbedenklichen Vortrag in der Schule eingeladen hatte. … Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres ist es nun an der Zeit für ein kleines "Update": Wie hat sich die Lage am Dortmunder Stadtgymnasium inzwischen entwickelt? 

Zunächst ist festzustellen, dass die Elternschaft – vollkommen zu Recht – ihr Vertrauen in dieses (einst sehr angesehene) Gymnasium offenbar verloren hat. Die in der Tageszeitung "Ruhrnachrichten" veröffentlichte offizielle Statstik zeigt eindeutig, dass das Stadtgymnasium Dortmund die unbeliebteste Schule der gesamten Stadt geworden ist und dass kaum noch Eltern freiweillig ihre Kinder dorthin schicken wollen: http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/info-grafik/Gymnasium-Hauptschule-und-Co-Alle-Anmeldezahlen-von-Dortmunds-weiterfuehrenden-Schulen;art93158,1946334

Ende Juni schließlich gewann ein islamkritischer Lehrer am Verwaltungsgericht den Prozess gegen seine Suspendierung. Er war auf Betreiben des Schulleiters suspendiert worden. Letzterer war verärgert gewesen, dass der Lehrer sich (in seiner Freizeit) gegen radikale Salafisten ausgesprochen hatte. Das Gericht stellte nun klar fest, dass diese Suspendierung unrechtmäßig erfolgt war. Für eine solche Maßnahme habe es zu keinem Zeitpunkt eine hinreichende Begründung gegeben, so das Gericht. http://www.citizentimes.eu/2013/06/26/islamkritischer-lehrer-gewinnt-prozess/

Der Schulleiter veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme auf seiner Schulhomepage, in welcher er scharfe Kritik an den Richtern übte. Unter anderem griff der umstrittene rechtskonservative, aber quantitativ zweifellos erfolgreiche Blog "Politiclly Incorrect" (PI) dieses auf und kritisierte den Schulleiter scharf. Daraufhin wurde die umstrittene Stellungnahme umgehend wieder von der Schulhomepage gelöscht.

Eine Gruppe von humanistischen, teils prominenten Islamkritikern tat sich daraufhin zusammen und veröffentlichte auf zahlreichen Internetseiten im Juli einen Aufruf an die zuständige Bezirksregierung Arnsberg, sich endlich schützend vor den betroffenen Lehrer zu stellen. Der Text wurde unter anderem auch auf der Seite des Hintergrund-Verlags des Verlegers Hartmut Krauss veröffentlicht. (Bei dem Link kann man die Islamkritik nachlesen, es geht um die Islamisten und die strafrechtswidrigen Praktiken der Zwangverheiratung, die Steinigung von Frauen bei Ehebruch und das Totfoltern von Homosexuellen.) "Die vier großen islamischen Rechtsschulen fordern übereinstimmend drakonische Strafen für außereheliche Geschlechtsbeziehungen und homosexuelle Handlungen. Hohe muslimische Vertreter in zahlreichen Ländern haben wiederholt zur Tötung von Ehebrechern, Schwulen, Glaubensabtrünnigen und Islamkritikern aufgerufen. Alleine im Iran sind seit der dortigen islamischen Revolution mehrere tausend Schwule hingerichtet worden, viele hiervon im Jugendalter."

"Der Lehrer … hat völlig zu Recht auf die Bedrohung und elementare Rechtsverletzung hingewiesen, die für Frauen und Schwule von orthodoxen und radikalen Kräften des Islam ausgeht. Hierbei hat er niemals Muslime pauschal angegriffen, sondern sich ausdrücklich auf grund- und menschenrechtswidrig handelnde und gewalttätige Teile der Islamgläubigen bezogen und dabei immer zwischen dem Islam einerseits und konkreten Muslimen andererseits differenziert. …"

"Wir fordern die Bezirksregierung Arnsberg dazu auf, sich einer emanzipatorischen Islamkritik zu öffnen anstatt diese zu verunglimpfen. Die vorliegende Situation sollte als Anlass hierfür gesehen werden. Wir rufen die Verantwortlichen dazu auf, nicht wegzusehen, wenn weltweit und hierzulande in muslimischen Gesellschaften, Sozialmilieus und Parallelgesellschaften die Rechte von Frauen, Andersgläubigen und Schwulen beständig verletzt werden. …"

Zu den Unterzeichner gehöden neben dem Verleger Harmut Krauss auch die prominente Islamkritikerin Serap Cileli sowie Professor Egon Flaik ("Geschichte der Sklaverei") sowie der geistige Vater der Partei "Die Humanisten" sowie frühere "Wissenbloggt"-Betreiber Dr. Frank Berghaus. Bis heute liegt keine Antwort der Bezirksregierung auf diesen Aufruf vor. Ungeachtet dessen ist das Gerichtsurteil zugunsten des Lehrers … bereits rechtskräftig. Das Verwaltungsgericht hat hiergegen nämlich keine Berufung zugelassen. Er hat selbst bekundet, nicht wieder ans Stadtgymnasium Dortmund zurückkehren, sondern an eine andere Schule versetzt werden zu wollen. Bis dahin ist er weiterhin bei vollem Gehalt beurlaubt.

Dem Steuerzahler kommt das fragwürdige Verhalten des Schulleiters sowie der Bezirksregierung Arnsberg nun teuer zu stehen. Denn nicht nur das Gehalt für den Lehrer, der seit 14 Monaten bei vollen Bezügen beurlaubt ist, sondern auch die Kosten des Gerichtsverfahrens muss die Staatskasse zahlen. Diese Summen belaufen sich inzwischen auf über 50.000 Euro. … Da der etatmäßige Schulleiter aus Altersgründen in Pension geht, wird der Wunsch ausgesprochen, die Schulleiterstelle mit "frischem Wind" von außen zu besetzen.

Link zum Stadtgymnasium/Schulleitung: http://stadtgymnasium.com/schulleitung/
 

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2 Antworten auf Was wurde aus dem Stadtgymnasium Dortmund?

  1. Frank Berghaus sagt:

    PI "rechtskonservativ"?

    Der Euphemismus des Tages!

  2. pinetop sagt:

    Was geht denn im Kopf des Schulleiters vor?

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