Manning im Wandel

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Aus einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 22.8. entnehmen wir neue Informationen zu Bradley Manning, dem Whistleblower, der gerade zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Die Informationen übergab Mannings Anwalt dem TV-Sender NBC:

"Ich möchte, dass jeder mein richtiges Ich kennt", sagte Manning demzufolge und erklärte, dass er transsexuell sei. "Jetzt, da ich in diese nächste Phase meine Lebens eintrete, möchte ich, dass jeder mein richtiges Ich kennt. Ich bin eine Frau". So schrieb Manning es dem Anwalt auf. "Ich bitte auch, mich ab heute mit meinem neuen Namen anzureden und das weibliche Personalpronomen zu verwenden".

Der Name ist dann Chelsea Manning. Manning wünscht sich eine Hormontherapie, aber keine Operation zur Geschlechtsumwandlung. Laut eigenem Wort habe er sich seit seiner Kindheit entsprechend gefühlt. Ob man das glauben darf? Oder wurde hier ein Mensch von der brutalen US-Militärjustiz dermaßen deformiert, dass er nicht mehr weiß, ob er Männchen oder Weibchen ist?

Auf dem Bild sieht man ein paar Protestierende, die gegen Mannings Verurteilung protestieren. Angesichts des Dienstes, den Manning der Weltöffentlichkeit geleistet hat, sollten die Leute überall protestieren. Was ist das für eine Welt, in der ein Präsident als Friedensnobelpreisträger Todesmissionen von Killerdrohnen absegnet (keine Killermission ohne Placet des Präsidenten), in der er eine Monsterbehörde Daten aus aller Welt zusammenstehlen lässt, und wenn diese Spionage ans Licht gebracht wird, ist derjenige, der es tut, ein Spion?

Das verkehrt die Sache ins Gegenteil. Manning gehört nicht ins Gefängnis, sondern Obama und seine Daten-Diebe.

Link zum verwandten Artikel Terrorwarnung – ist die NSA doch zu etwas gut?

Link zu einem anderen Manning-Artikel: http://www.wissenbloggt.de/?p=18567

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3 Antworten auf Manning im Wandel

  1. Argutus sagt:

    Der Skandal besteht nicht darin, daß der amerikanische Geheimdienst alle nur irgendwie erreichbaren Daten sammelt, die ihm für die Bekämpfung des Terrors nützlich erscheinen. Im Gegenteil, würde er darauf verzichten, dann wäre das eine unverantwortliche Nachlässigkeit.

    Der Fehler, der dabei gemacht wurde, ist legistischer Art. Die Gesetze hätten längst den Notwendigkeiten angepaßt werden müssen. Das wurde leider versäumt und fällt Amerika jetzt auf den Kopf.

  2. Pingback: Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

  3. Wilfried Müller sagt:

    Ich glaube auch, dass die Sicherheit vor Datenschutz geht, nur illegal sollte es nicht sein. Zu Manning fällt mir noch ein: ihm droht womöglich die Todesstrafe, wenn er ins Gefängnis kommt. Bei seinem 35-Jahre-Urteil kommt er mit Schwerverbrechern zusammen. Darunter sind brutale Kerle, die aus sexueller Not ihre Mitgefangenen missbrauchen. Für die wird ein Mensch mit Mannings Anlagen wie gerufen kommen, womöglich stehen die schon Schlange, um ihn zu vergewaltigen. 

    Free Manning

    Jail Obama

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