® Übersetzungshilfe III+IV

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earth-237955_1280(Bild: geralt, pixabay – Vorsicht, freilaufende Menschen)

Der krausen Sprüche gibt es viele, nur was bleibt über, wenn man sie in Klartext umformt? Dem geht dieser Artikel nach, wieder unter der Rubrik Humor, diesmal zuerst das Profane:

»Humor ist, wenn man trotzdem lacht.«
= das Gegenteil von Zähne zusammenbeißen – und nötig ist der Humor.

Rettungsschirm
= Umverteilungsinstrument zur Bankenbeglückung

Quantitative Easing
= Umverteilungsinstrument zur Beglückung von Banken und unsoliden Staaten

Steueroase
= Schurkenstaat, wo sich Steuerhinterzieher mit Großverbrechern treffen.

Börse
= Zockerbude

Hochfrequenzhandel
= Pervertierung des Börsenzwecks

»alternativlos«
= tun wir so, als ob es keine Alternativen gäbe.

»Wir schaffen das!«
= hängt euch gefälligst rein, damit ich mein Geltungsbedürfnis pflegen kann.

»Der Euro ist stabil.«
= weiterschlafen, Leute, damit wir ihn durch Wahnsinnsgeschenke auf eure Kosten stabilisieren können!

Wem bis jetzt nicht der Humor vergangen ist, der kann hier die sakralen Entschleierungen genießen:

»Du bist nicht allein.«
= Stimmt, denn wenn du das glaubst, hast du einen Schatten.

Religion (3)
= lat. für Rückbindung, das ist das Gegenteil von Freiheit.

Islam
= arab. für Unterwerfung, das ist das Gegenteil von Demokratie und Selbstbestimmung.

»Den Naturwissenschaften bleiben die Dimensionen des Wirklichen, die im Glauben an den Schöpfer benannt und erkannt werden, erschlossen.«
= wir bestimmen, was wirklich ist, und wenn die Wissenschaft noch so viele Beweise bringt und wir gar keine.

»Die Religion wird durch Zweifel über den Status des Mythos' hinausgehoben, nur der Aberglaube zweifelt nicht.«
= wir tun so, als würde der Glaube seine Theorie von der Existenz Gottes in Frage stellen wie die Wissenschaft.

»Wenn der Glaube nicht auf die Probe gestellt wird, ist er nichts wert.« (»Bewährungsprobe bestehen«)
= wir verlangen echte Unterwerfung, sonst gilt es nicht.

»Wie anders wächst der Glaube als durch Not und Unglück?«
= in Not und Unglück sind wir da, um euch zu helfen, und zwar zum rechten Glauben (d.h. Gott hat's mal wieder versaubeutelt – der Spruch passt auf alles).

»Die christliche Vision liegt den Errungenschaften und Werten der Kultur zugrunde.«
= wir vereinnahmen die Kultur, auch wenn ihre wesentlichen Errungenschaften gegen die Religion erkämpft wurden.

»Fürchtet euch nicht!«
= Fürchtet euch sehr vor dem Bären, den wir euch aufbinden, aber kauft uns den Schmus ab, wir würden euch vor ihm beschützen.

»Sie haben nicht verstanden, worum es geht. Sie sind nicht von der Erleuchtung berührt und werden nicht der göttlichen Seligkeit teilhaftig.«
= glaube blind und habe Angst, dass dir was entgeht.

»Der Glaube fördert die Würde des Menschen und erleuchtet den tiefsten und letzten Sinn des Seins.«
= Verdummung adelt.

»Gott ist nur aufgrund göttlicher Offenbarung erkennbar. Es gibt keinen Vernunftbeweis für die Existenz Gottes.«
= glaube blind (das ist ein logischer Zirkelschluss, der für alles gilt – und es gibt eine Menge »Vernunftbeweise«  gegen die Existenz Gottes).

»Das kann der menschliche Verstand nicht erfassen.«
= glaube blind.

»Eine rein positivistische Kultur, die die Frage nach Gott nur im persönlichen Bereich zulässt, wäre eine Kapitulation der Vernunft, ein Verzicht auf ihre Möglichkeiten und damit ein Absturz der Humanität.«
= unsere übergeordneten Werte wurden vom Humanismus gegen die Religion erkämpft, deshalb wird mit dieser doppelten Vereinnahmung nicht nur die Vernunft besudelt, sondern auch die Humanität.

»Ich habe Gott geschaut.«
= mein Hirn hat mir etwas vorgegaukelt, auf das ich begeistert hereinfalle.

 

(Dieser Artikel erschien zuerst am 1.9.13 und wurde am 1.9.18 überarbeitet und ergänzt.)

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2 Antworten auf ® Übersetzungshilfe III+IV

  1. Wolfgang Goethe sagt:

    Wilfried, das nenne ich Humor – mehr geht nicht! Du hast alles humoristisch angesprochen, wie es in Wirklichkeit ist – und so ist es auch: Wenn Politiker über die verschiedensten Themen "Ansprachen" abhalten, ist das für mich eine humoristische Ansprache, unter dem Motto: "Wer`s glaubt wird selig." Das gilt für alle. So wie Du es in deinem Artikel humorvoll dargestellt hast. Im allgemeinen und besonderen Fall, sagt man nicht umsonst: "das alles ist ein Witz" oder "das alles ist nur ein Witz."

    Johann Wolfgang Goethe  

  2. Wilfried Müller sagt:

    Danke, und schön dass Du das witzig findest. Weshalb ich schreibe: Das war nicht immer so mit der Politik. Es gab Zeiten, da habe ich das ernstgenommen, was die Politiker gesagt haben, und sie selber auch. Das kann ich jetzt nicht mehr.

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