Wie viele Menschen hat Gott getötet?

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Ein suggestiver Titel für einen pedantischen Artikel, der in der Bibel nachgerechnet hat. How many has God killed? Complete list and estimated total (Including Apocryphal killings) – ein Artikel bei Dwindling in Unbelief, den Gedanken eines Ungläubigen über Bibel, Koran und das heilige Buch der Mormonen (17.5.).

Dort kann man eine akribische Tabelle sehen, wo die todesträchtigen Ereignisse aufgelistet sind, mitsamt ihrer Bibelstellen und dem body count, den Zahlen der Toten.

Einmal die Zahlen der Bibel, und weil man die Bibel ja interpretiert, noch die geschätzten Zahlen obendrein. Das geht schon mal mit 20 Millionen bei der Sintflut los, dann tötete Gott laut Bibel eine Million Äthiopier. Die anderen Spitzenereignisse bleiben bei einer halben Million und darunter, aber am Ende kommen dann doch beeindruckende Zahlen raus:

  • 2.821.364 Tote in direkter Bibelzählung
  • 24.994.828 Tote in geschätzter Zählung

Was Gott sich dabei wohl gedacht hat? Waren denn das alles Ungläubige? Andererseits haben die Bibelfrommen ja nichts mehr herbeigesehnt als den Weltuntergang, wo Gott auf die Erde niederkommt und richtet über die Guten und die Schlechten – sozusagen eine Vorzugsbehandlung für die VIPs, die schon vorab vors himmlische Gericht treten durften.

Das bewegt sich auf dem Niveau der Fundamentalisten, die aus der Bibel das Alter der Welt von 6000 Jahren ausrechnen wollen, nur dass es eben sarkastisch gemeint ist. Die Bibel ist nun mal die Allzweckwaffe für Sophisten aller Varietät, und nun dürfen die Ungläubigen Gott 24 Millionen mal böse sein – na dann.

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5 Antworten auf Wie viele Menschen hat Gott getötet?

  1. Mit dem z.B. im Alten Testament beschriebenen Gott konnte die Kirche viele Jahrhunderte lang gut leben, denn die Gläubigen wussten, mit wem sie es zu tun hatten. Da solch ein Gott in unsere Zeit nicht mehr passt, sagt die Kirche heutzutage, dass vieles von dem, was im Alten Testament steht, bildhaft dargestellt worden sei. Der tiefere Sinn solcher Texte ergebe sich erst durch eine entsprechende Ausdeutung. Dies gilt dann für alles, was ihr darin als im Wortlaut nicht mehr vermittelbar erscheint. Wörtlich darf eine Schilderung genommen werden, wenn sie in der kirchlichen Lehre von heute keine Probleme bereitet.

    Dazu ist zu sagen, dass dies vor 50 Jahren kein Pastor gepredigt hätte. Und in den Hunderten von Jahren vorher erst recht nicht. Im Alten Testament standen, so die Kirche, immer nur Tatsachen, was ja heutzutage in unserer sonst aufgeklärten Zeit nicht wenige Mitmenschen nach wie vor oder von neuem glauben. Am Rande bemerkt hat die große Mehrheit der Katholiken und Protestanten das Alte Testament gar nicht gelesen. Dies ergab eine Umfrage, die zwar in den Vereinigten Staaten von Amerika stattfand, aber da sich deren Bürger, wie man weiß, deutlich stärker zur christlichen Religion bekennen als die Bundesbürger, würde eine analoge Erhebung in Deutschland noch ungünstiger für die Kirche ausfallen. Übrigens wurde bei dieser amerikanischen Umfrage nicht danach gefragt, was denn weiße Christen von farbigen Christen halten.

    Da die Gläubigen die vielen Geschichten ihres Gottes also gar nicht gelesen haben, wissen sie auch nichts von seiner Grausamkeit. Und wenn sie trotzdem mal so etwas wie das Märchen von der Arche Noah gelesen haben sollten, dann sind sie absolut nicht fähig, darüber nachzudenken, was da eigentlich geschrieben steht. Denn das verbietet ihnen ihr Glaube. Außerdem, ihr Gott wird schon gewusst haben, was er tut. Man muss nur richtig glauben, dann ist alles kein Problem. Und wer weiß denn schon, ob in den USA die farbigen Christen nicht doch falsch glauben. Der Glaube der weißen Christen ist jedenfalls ok.

  2. Russenkind sagt:

    Je nach Interpretation des "Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen" aus dem Buch Hiob hat dieses Gott alle Menschen erschaffen und auch wieder getötet – also weit mehr, als in obiger Aufzählung dargestellt.

    Die einen in Naturkatastrophen (Sintflut) ersäuft, andere an Altersschwäche zugrundegehen oder an unheilbaren Krankheiten verrecken lassen. Wieder andere per Suizid oder gar Mord um die Ecke gebracht oder durch einstürzende Mauern erschlagen, in Feuern verbrannt, in Kriegen enthauptet, erschossen, zermalmt …

    "… der Herr hat's genommen".

    Und wozu das ganze ?

    Ist dieses Gott evtl. ein Psychopath oder sonstwie nicht ganz gesund an der Seele ?

  3. Russenkind sagt:

    Was Gott sich dabei wohl gedacht hat?

    Heißt es nicht "Der Mensch denkt und Gott lenkt" (so zumindest indirekt in den Sprüchen Salomos) ?

    Demnach denkt Gott nicht, hätte sich also auch dabei nichts gedacht – und wäre fein aus der Sache raus !

    ;-)

  4. Der Satz "Der Mensch denkt und Gott lenkt" muss natürlich interpretiert werden. Ein Theologe mag genauer wissen, wie dieser Satz interpretiert werden muss, damit die Kirche gut aussieht. Da ich aber (welch ein Glück) kein Theologe bin, aber trotzdem das kirchliche Allwesen Gott kenne, ist vielleicht damit gemeint, dass der Mensch zwar denken kann, aber Gott natürlich viel besser denkt und dann, da er ja allmächtig ist, seine Gedanken auch gleich umsetzt.

    Die Fundamentalisten würden diesen Satz so interpretieren, dass ihr Gott alles das, was sie als richtig erkannt haben, sofort in praxi umsetzt. Und das ist leider kennzeichnend für jede Religion. Die Worte "Gott will es" dienten schon oft als Begründung für Verbrechen. Und auf dem Koppelschloss der deutschen Wehrmacht stand "Gott mit uns". Also, wer sind schon die gottlosen anderen?

    Und es bestände die Möglichkeit, dass Gott alles das brav umsetzt, was der Mensch ihm durch seine Gedanken vorschreibt. Ich bin zwar wie gesagt kein Theologe, aber so etwas wäre der Kirche ganz bestimmt nicht recht, denn dann gäbe es ja quasi keinen Gott. Diese Möglichkeit muss schon aus kirchlichen Gründen ausscheiden.

  5. SatiereNo1 sagt:

    Sorry, den Kommentar hab ich gelöscht wg. zuviel Porno und zuwenig Witz.

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