® Finger hoch!

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fidesignate-427537_1280niekverlaan1fidesignate-427537_1280niekverlaan2 Unsere Seite dient der Information ohne Belehrung, und sie verzichtet deshalb auf erhobene Finger aller Art (Bilder: niekverlaan, pixabay). Interessant ist aber die Bedeutung der Finger. Außer dem Daumen sind sie ja ziemlich ähnlich, nur die Bedeutung ist immer eine andere. Sogar von Land zu Land kann die Bedeutung wechseln. Hier kaprizieren wir uns auf den deutschen Usus (Bild: geralt, pixabay):

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  • der erhobene Zeigefinger bedeutet Achtung, Belehrung, Drohung, er fihand-1701983_1280HNDPTESBC trägt auch den Namen Dudu-Finger. Vermutlich hat das was mit dem Tabu zu tun, dass die Menschen sich nicht mit den Augen fixieren, denn der deutende Finger ist eine Verstärkung davon. Das ist ein Fingerzeig, den man eher vermeidet, wenn's denn geht (Bild: HNDPTESBC, pixabay).
  • der erhobene Mittelfinger ist noch mehr zu vermeiden, weil er fiflip-the-bird-1606881_1280reidy68als Stinkefinger angesehen wird. Der Legende nach kommt das von der ehemaligen ärztlichen Praxis, mit dem Mittelfinger zu sondieren. Muss aber heute nicht mehr sein (das Bild von reidy68, pixabay, ist mit eingebauter Zensur).
  • der erhobene Ringfinger ist nicht so klar zugeordnet. Angeblichfihand-1006423_1280Bru-nO hat er ein wenig vom Mittelfinger geerbt, als der Mittelfinger schon stinkig war und die Ärzteschaft auswich. Kann aber auch heißen, schau her, ich bin verheiratet / nicht verheiratet (im englischsprachigen Raum nimmt man die Linke dafür. Weil die wenigsten Menschen den Ringfinger alleine hochbringen, hier das Schwurhand-Bild von Bru-nO, pixabay).
  • der kleine Finger wird selten erhoben. Im Aachener Raum soll das fihand-629479_1280LJ-ein Gruß sein, sonst ist es eher von unklarer Bedeutung. Spötter mögen sagen, der erhobene kleine Finger bedeutet vier Bier fürs Sägewerk, sofern die Hand sägetechnisch gestaltet ist (Bild: LJ-, pixabay).
  • bleibt der Daumen, den man im geschichtlichen Kontext mit Leben (Daumen hoch) oder Sterben (Daumen runter) verbindet. Was für die römischen Gladiatoren eine Frage von Sein oder Nichtsein war, hat sich jetzt zu einer Beifalls- bzw. Missfallenskundbebung abgeschwächt. Viele fihand-629482_1280LJ-Menschen gehen quasi mit erhobenem Daumen durchs Leben, die finden's in erster Näherung gut. Leute mit Daumen runter sind nicht so optimistisch eingestellt. Viele können auf Daumensignale verzichten, weil die Stellung der Mundwinkel die Anzeige übernimmt. Computertechnisch waren die Mundwinkel zuerst gefragt, durch die Emoticons :-) und :-( – und dann revolutionierte ein Programm namens Facebook das Tratschverhalten und nutzte dafür die Daumenanzeige (das nicht ganz authentische Bild ist von LJ-, pixabay).

fihand-2415036_1280PicLilyBleibt noch die Kombination der Finger. Da reicht es, die high five zu erwähnen, die ihren Weg aus dem Sport (z.B. Volleyball) in den allgemeinen Gebrauch fanden. Die fünf erhobenen Finger verlangen danach, abgeklatscht zu werden. Ohne Abklatschen ist heutzutage vieles kaum noch denkbar. Die Bedeutung ist so was wie ein Gruß und eine Stressbewältigung oder nur noch ein Manierismus (Bild: PicLily, pixabay).

Ifihand-2571553_1280SarahRichterArtm abgebildeten Fall kann es aber auch Winke-winke! heißen, oder Wegbleiben! oder eben, mir ist so zitterig. Wenn die high five nicht reichen, und es sollen high ten oder noch mehr sein, empfiehlt sich ein wenig Nachhilfe für die Natur. Im Bild von SarahRichterArt, pixabay, hat man es mit high twentyfive zu tun.

fipointing-finger-1922074_1280unclelktWen das betrifft? Immer den, der fragt. Im Bild von unclelkt, pixabay, zeigt der Zeigefinger noch mehr Action.

Versteht sich von selbst, dass die Parade der Fingerzeichen damit noch lange nicht am Ende ist. Rauf, runter, vorwärts, seitwärts. Einer, zwei, drei und mehr. Hochgehalten, seitwärtsgehalten, runtergehalten. Gerade, gekrümmt, über Kreuz und im Ring – man muss suchen, um bedeutungslose Fingerhaltungen zu finden.baby-788088_1280

Und damit sind die Fingerbewegungen noch nicht mal angesprochen. Die wechseln ihre Bedeutung besonders gern von Land zu Land. An den Kopf tippen mit dem Zeigefinger heißt schlau (Holland) oder doof (Deutschland). Mit der Hand auf und ab wedeln heißt herkommen (Südeuropa) oder wegbleiben (Deutschland). Nur in der Nase bohren heißt überall dasselbe. (Bild: ranjatm, pixabay; die Bedeutungen wurden u.a. bei wiki nachgeschaut.)

Nachtrag von berufener Seite: Im Spanischen nennt man Mittelfinger "dedo del corazón", d.h. Finger des Herzens. Und der Hinweis, dass die "Pommesgabel" fehlte, auch "Evil Hand" genannt (Bild: 3dman_eu, pixabay):fihand-1027356_12803dman_eu

(Dieser Artikel erschien zuerst am 13.10.13 und wurde am 3.8.18 überarbeitet und am 8.8.18 nochmal ergänzt.)

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5 Antworten auf ® Finger hoch!

  1. Argutus sagt:

    Der nach oben gestreckte Daumen hat noch zwei weitere Bedeutungen: Im Westen zeigen Autostopper damit, daß sie mitgenommen werden wollen. Im Amerikanischen gibt es sogar das Wort "thumbing" für "per Anhalter fahren".

    In manchen orientalischen Ländern aber kommt das nicht so gut an, weil es dort als sexuelle Beleidigung gilt (im Sinne von "setz dich da drauf!"). In den zivilisierteren Ländern, für die das gilt (wie etwa Japan) ist aber der Unterschied in den Bedeutungen bekannt. Dort ist man ans Autostopper gut beraten, wenn man deutlich als Europäer erkennbar ist.

  2. Zu ergänzen bliebe auch noch das "Victory"-Zeichen.

  3. Russenkind sagt:

    In Ländern Südost-Asiens und vielleicht auch anderswo bedeutet der ausgestreckte Zeigefinger wie auf dem Bild oben z.B. in Restaurants, dass man bei einer Bestellung die Menge *1* meint, also z.B. ein Bier, einen Kaffee, ein Menue etc. — ansonsten wertneutral.

  4. Wilfried Müller sagt:

    Ich hab noch einen Artikel zum Thema Finger gefunden, der eine nicht so selbstverständliche Information enthält: Was die Länge von Zeige- und Ringfinger verrät, und da geht es nicht um die Aprilnummer: Frauen mit längerem Ringfinger verfügen etwa über eine hohe Durchsetzungskraft, sind nicht besonders kommunikativ und neigen seltener zu Neurosen. Je länger der Ringfinger, umso ausgeprägter sind die Eigenschaften.Bei Männern steht ein langer Ringfinger für Potenz und Sportlichkeit. Der Hormonspiegel beeinflusst auch die Gesundheit. Autismus, Migräne, Stottern, Schizophrenie und Depressionen können die Folge von zuviel Testosteron im Mutterleib sein. Doch an dem Verhältnis der Fingerlängen lassen sich noch ganz andere Dinge ablesen. So haben Forscher herausgefunden, dass die D2:D4-Relation auch das Risiko für Herzinfarkt, Brustkrebs, Rechtschreibschwäche sowie die Neigung zu Linkshändigkeit und großer Fruchtbarkeit. Frauen sind besonders fruchtbar, wenn ihre Ringfinger kürzer als die Zeigefinger sind. Dazu noch ais dem Wiki-Link ein Nachtrag: der kleine Finger hieß Gesellschaftsfinger, wenn man ihn eleganz abspreizte.

     

  5. pinetop sagt:

    Den erhobenen Zeigefinger kann man auch Sebastian-Vettel-Finger nennen.

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