Auf einer Linie mit der Inquisition!

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360px-Auto_de_féAuf einer Linie mit der Inquisition (Bild: Manuel Anastácio, Wikimedia Commons) liegt die Site atheisten-info.at! Denn der Chef der Inquisition, der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Müller sagt zum Thema der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene was, das auch auf der Site atheisten-info zu lesen war.

Müller: "dem wachsenden Unverständnis gegenüber der Heiligkeit der Ehe kann die Kirche nicht entsprechen durch pragmatische Anpassung an das vermeintlich Unausweichliche", die Kirche müsse mutig an den eigenen Lehren festhalten.

Und diese Lehren sind laut katholischem Katechismus im §1650: "(..) Die Kirche hält deshalb daran fest, dass sie, falls die Ehe gültig war, eine neue Verbindung nicht als gültig anerkennen kann. Falls Geschiedene zivil wiederverheiratet sind, befinden sie sich in einer Situation, die dem Gesetze Gottes objektiv widerspricht. Darum dürfen sie, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen. Aus dem gleichen Grund können sie gewisse kirchliche Aufgaben nicht ausüben. Die Aussöhnung durch das Bußsakrament kann nur solchen gewährt werden, die es bereuen, das Zeichen des Bundes und der Treue zu Christus verletzt zu haben, und sich verpflichten, in vollständiger Enthaltsamkeit zu leben."

Der Großinquisitor Müller sagt, an dieser Lehre sei mutig festzuhalten, also die obige Vorschrift im Katechismus soll nicht abgeändert werden. Wiederverheiratete Geschiedene dürfen also weiterhin keinesfalls den "Leib des Herrn" verspeisen. Denn Müller sieht durch eine Zulassung dieser in nichtkatholischer Ehe Lebenden zur Kommunion "die Gefahr einer Banalisierung des Gottesbildes, wonach Gott nichts anderes vermag, als zu verzeihen". Immerhin: Bischof Müller weiß noch, dass die Geschäfte der katholischen Kirche durch Jahrhunderte mittels erbarmungslosen Verdammens geführt wurden. Und jetzt sollte sich der Christengott sogar schon von sündigen Ehebrechern ohne katholisches Ehezeugnis verspeisen lassen müssen.

Müller verweist jedoch darauf, dass die Sorge um wiederverheiratete Geschiedene nicht auf die Frage des Eucharistieempfangs reduziert werden dürfe. Gemäß des kirchlichen Lehramts seien die Seelsorger und die christlichen Gemeinden gerufen, "die Menschen in irregulären Situationen offen und herzlich aufzunehmen, ihnen einfühlsam und helfend zur Seite zu stehen und sie die Liebe des Guten Hirten spüren zu lassen." Also die Liebe der Hirten bekommen die wiederverheirateten Geschiedenen schon, den Leib des Herrn jedoch nicht. Amen.

Aber wenn hier auf der Atheisten-Info-Site steht, was richtig katholisch ist, dann wird das regelmäßig von der katholischen Kirche bestätigt! Und was katholisch ist, muss katholisch bleiben! Allein schon wegen des Unterhaltungswertes für uns religiöse Nichtraucher!

PS: Was ist eigentlich mit geschiedenen wiederverheirateten Geschiedenen? Dürften die dann schon den "Leib des Herrn" wieder verspeisen? Weil sie ja aus der neuen sündigen Zivilehe ausgestiegen wären und die zivil geschiedene kirchlich unauflösliche katholische Ehe formal-kirchenrechtlich ja weiter existieren täte. Oder ist die Scheidung einer Zivilehe auch eine Sünde vor dem HErrn? Darüber könnten die Vatikanisten auch noch nachdenken.

Quelle : www.atheisten-info.at

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10 Antworten auf Auf einer Linie mit der Inquisition!

  1. Die Bibel sagt in Matthäus 19, 6: "Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen." Was ist aber mit den vielen Ehen auf der Welt, die Gott wohl nicht verbunden hat? In anderen Kulturkreisen ist es durchaus üblich, dass die Eltern frühzeitig festlegen, wen ihr Kind zu heiraten hat. Und in wirtschaftlich prosperierenden Staaten gibt es die so genannten Scheinehen, die nur geschlossen werden, damit auf diese Weise das Bleiberecht für einen von beiden erworben wird. Und was ist mit den Ehen, in denen Kinder verheiratet werden?

    Entweder hat Gott letzten Endes doch diese Ehen geschlossen, was man ihm dann negativ anlasten müsste, oder man muss die Ehe generell differenziert betrachten. Wir sehen, hier spielt die Logik eine große Rolle, aber das ist natürlich kein Terrain für einen Theologen.

  2. pinetop sagt:

    Und wie sieht´s aus mit der islamischen Stundenehe (Prostitution)?

  3. pinetop sagt:

    Diese Kleriker werden etwas erträglicher, wenn man gleichzeitig an Louis de Funès denkt.

  4. Christoph Deblon sagt:

    Einige Antworten findet man in diesem Wikipedia-Auszug:

     

    Die Auflösung einer bestehenden Ehe

    Vom [vielm. Der] Grundsatz der Unauflöslichkeit der Ehe (can. 1141) gilt uneingeschränkt nur für die gültige, vollzogene sakramentale Ehe (matrimonium ratum et consummatum, can. 1063 § 1). Für nicht vollzogene und für Ehen zwischen Nichtgetauften, bei denen ein Ehepartner Christ wird, gibt es begrenzte Ausnahmen.

    Diese betreffen – nur –

    den Fall einer zwar gültigen, jedoch nicht vollzogenen Ehe, sei es im Fall einer Ehe zwischen Nichtgetauften oder im Fall getaufter Eheleute (matrimonium ratum tantum, can. 1061 § 1);
    den Fall der Auflösung einer gültigen Ehe zwischen Nichtgetauften zugunsten des Glaubens.

    Die Auflösung einer nicht vollzogenen Ehe

    Nach can. 1142 kann eine nicht vollzogene Ehe durch den Papst "aus einem gerechten Grund" aufgelöst werden. Eine nicht vollzogene Ehe (matrimonium non consummatum) ist eine Ehe, bei der nach dem Ehekonsens zwischen den Eheleuten kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Geschlechtsverkehr mit Verhütungsmitteln gilt jedoch nicht als Ehevollzug (die Unterscheidung zwischen mechanischen und anderen Verhütungsmitteln zu treffen ist veraltend).

    Die Auflösung einer nicht sakramentalen Ehe zugunsten des Glaubens

    Nicht-sakramentale Ehen, d.h. Ehen zwischen nicht getauften Eheleuten können zugunsten des Glaubens eines Christ gewordenen Partners in Ausnahmefällen gemäß den cann. 1143-1150 und in entsprechenden nicht ausdrücklich gesetzlich geregelten Fällen aufgelöst werden.

    Einzelheiten dazu unter: Privilegium Paulinum und Privilegium Petrinum

    Scheinehen, Ehen von Kindern usw. gelten sowieso nicht als gültige Ehen.

     

    Genauere Infos hier:

     

    http://www.kirchenrecht-online.de/lehrv/ehe/e-skriptum.pdf

     

  5. Demnach einigen sich die gläubigen Eheleute am besten vor der Scheidung, dass ihre Ehe nicht vollzogen worden ist, was natürlich nur geht, wenn keine eigenen Kinder da sind. Allerdings gehen sie dann nach der Wiederverheiratung unberechtigt zur Kommunion, nur es weiß keiner, außer Gott vielleicht, aber der ist mit seiner Allwissenheit bei diesen jetzt über 7 Milliarden Menschen inzwischen auch ganz schön überfordert. Also kann es durchaus sein, dass die Kommunion der beiden Sünder nichts Negatives bringt, und sie gehen nach ihrem Tod ins Himmelreich ein, obwohl sie es gar nicht dürfen. Man kann wieder einmal sehen, ein Atheist hat es mitunter leichter, denn der weiß vorher schon, dass er im Himmelreich nichts zu suchen hat.

    Übrigens, dass die Eheleute behaupten, ihre Ehe nicht vollzogen zu haben, verstößt nach neuesten Erkenntnissen nicht gegen das 8. Gebot, genauere Nachfragen bitte an Bischof Mixa oder den Mediensrtar aus Limburg richten.

  6. Christoph Deblon sagt:

    Na ja, abgesehen von ggf. vorhandenem Nachwuchs wird das auch nur dann funktionieren können, wenn beide Eheleute miteinander einverstanden sind, sich scheiden lassen zu wollen. Das ist angebl. nicht immer der Fall.

    Was die Bischöfe betrifft: mir ist keine Behauptung der Kirche bekannt, daß Bischöfe nicht gegen das 8. Gebot verstoßen könnten.

  7. Ich dachte bisher, dass die 10 Gebote (Es gibt übrigens 19, einen entsprechenden Artikel habe ich hier geschrieben) verbindliche Anweisungen vom lieben Gott an die Gläubigen wären. Also kann man daraus nur schließen, dass ein Bischof schon nicht mehr gläubig ist. Man könnte das durchaus verstehen, denn ein Bischof hat schon in der Hirarchie der Kirche eine gewisse Karriere gemacht. Wer aber die Karriereleiter hinaufsteigt, der muss bereits – meistens – einen gewissen Grad an Intelligenz haben, weswegen er nicht mehr an Geister glauben wird. 

  8. Christoph Deblon sagt:

    Das kann ich jetzt nur als absichtliches Mißverständnis auffassen. Es ist altbekannt, daß die "10 Gebote" alle Nase lang von jedermann übertreten werden. "Wer sagt, daß er ohne Sünde ist, der lügt" heißt es irgendwo bei Johannes. Und für die Sünder ist die Kirche da. Aber so ist es wahrscheinlich auch wieder nicht recht.

  9. Natürlich werden die 10 Gebote alle Nase lang von vielen, nicht von jedermann, übertreten, aber wenn sie von hohen Vertretern einer Glaubensgemeinschaft nachweislich missachtet werden, dann lässt sich daran unschwer sehen, dass diese Glaubensgemeinschaft wohl nicht die wahre ist. Aber was solls, es gibt ja so viele andere Glaubensgremeinschaften, die alle von sich behaupten, die einzig wahre zu sein, da ist man ja überhaupt nicht auf das Christentum angewiesen.

    Und da der christliche Gott gleich im 1. Gebot mit der Sippenhaft droht, ist es eh besser, man wechselt die Glaubensgemeinschaft, denn von solch einem Gott hat man bestimmt nicht viel zu erwarten.  

  10. Christoph Deblon sagt:

    Katholischerseits denkt man da eben einmal mehr um die Ecke: Wenn die Würdenträge notorisch besonders schlimm sind, das Ganze aber trotzdem funktioniert, dann muß es ja das Wahre sein …

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