KIKA im Mittelalter

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kikalogoAm 15.1. regt sich der brightsblog zurecht über den TV-Kalal KIKA auf: Facepalm: Beschneidungsfeier beim KiKA. Die Sendung soll am 19.1. ausgestrahlt werden und heißt

Tahsins Beschneidungsfest

Bald ist es so weit! Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung.

„Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“ – freut sich Tahsin. Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition. Häufig geschieht das im Alter von bis zu drei Jahren. Doch Tahsins Vater wollte, dass seine Söhne diesen Schritt im Leben bewusst miterleben. Und trotz aller Ängste vor dem Eingriff und vor allem vor der Betäubungsspritze, fiebert Tahsin diesem Tag entgegen.

Für die Roma-Familien in Kesan ist die Beschneidungsfeier eines der wichtigsten Feste überhaupt. Zwei Wochen nach Tahsins Beschneidung wird es ein großes Fest mit über 400 Gästen geben und Tahsins wird auf einem Thron sitzen und viele viele Geschenke bekommen.

Das ist ungelogen der Begleittext zur Sendung, eine richtige Ode an die Verstümmelung. Und das bei einem Sender, der sich so modern geriert, dass es in den Augen wehtut, wenn man die site anschaut. Welcher Teufel – pardon, welcher Gott hat die KIKA-Macher gritten, um so einen Kotau vor der religiösen Machtergreifung zu vollführen? Als nächstes vielleicht eine Fatima, die sich auf ihre Genitalverstümmelung freut? Und dann die freudige Lobotomie der KIKAnianer? Igitt, nein.

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5 Antworten auf KIKA im Mittelalter

  1. pinetop sagt:

    Ich bin davon überzeugt, dass die Mitarbeiter des KIKA aufrechte Demokraten sind. Dass sie sich – wenn darauf angesprochen – zu den Menschenrechten bekennen. Aber diese guten Absichtsbekundungen sind sofort vergessen, wenn es gilt, fremdländische Praktiken zu bejubeln oder schön zu reden. Jeder Mensch, der sich der individuellen Freiheit verpflichtet fühlt kann nach Auffassung dieser Kulturrelativisten als Deutschnationaler, und wenn das nicht passt, als Eurozentrist diffamiert werden.

  2. Was sagt denn das Alte Testament (AT), das Buch der Bücher Teil I, zum Thema Beschneidung? Dieses Heilige Buch schreibt eine Beschneidung der jungen männlichen Gläubigen direkt vor, denn Jahwe selbst, identisch mit dem Gottvater der Christen, verlangt es explizit. Warum? Sammelt er etwa Vorhäute? Nun ja, gesammelt wird so ziemlich alles, warum also nicht auch Vorhäute? Aber er hat sich was dabei gedacht. Das sei ein Zeichen des Bundes mit ihm, sagte Gott (1 Mo 17,10). Da hatte sich Gott aber ein sehr ausgefallenes Zeichen einfallen lassen. Auch Abraham hatte sich auf Gottes Wunsch hin noch im hohen Alter beschneiden lassen (1 Mo 17,24). Ob das denn noch sein musste?

    Sogar die Sklaven mussten beschnitten sein (1Mo 17,13), verlangte Gott. Dass Menschen sich andere Menschen als Sklaven nahmen, daran hatte der Barmherzige nichts auszusetzen, wenn sie nur beschnitten waren, das war ihm wichtig. Aber das Sklavendasein erschien den Christen ja nie unchristlich, der Vatikan hielt sich noch viele Jahrhunderte lang Sklaven. Und soll niemand sagen, der Varikan sei unchristlich, obwohl man doch fragen könnte, was eigentlich christlich ist. Die Sklavenhaltung ist es jedenfalls nicht. Jeder, der auch nur ein bisschen nachdenkt, kann einen solchen Gott und seine Worte, die er laut AT gesagt haben soll, nicht ernst nehmen. Im Gegenteil sind diese Worte bereits der erste Beleg dafür, dass das AT, das Gottes Wort enthalten soll, in Wirklichkeit aus der Sicht von Menschen der damaligen Zeit geschrieben worden ist. Menschen, die ihrem Gott die Worte, die ihnen notwendig und zudem richtig erschienen, quasi untergeschoben haben. Aber das sind nicht die Worte der Kirche. Sie besteht auf der Erkenntnis, dass ihre Gläubigen das AT sowieso nicht kennen, und das kann sie auch.

  3. myotis sagt:

    Ezekiel

    Der Kinderprediger

    Vor zwei Jahren hatte er einen Traum. Jesus hätte zu ihm gesprochen. Er müsse predigen, sagt Ezekiel. Damals war er achtJahre alt. Inzwischen predigt er in der Kirche seiner Eltern, der Fullness of Time Church, eine Abspaltung der Baptisten.

    Ezekiel ist inzwischen elf Jahre alt und gefragt, wie kaum ein anderes Kind. Er predigt nicht nur in der Kirche seiner Eltern, sondern bekommt Anfragen aus der ganzen Welt.

    Ezekiel ist das neunte von zehn Kindern. Er wird zu Hause unterrichtet von seiner Mutter zusammen mit seinen Geschwistern. In Amerika ist das erlaubt.

    Abgesehen von seinen Bibelstudien ist er ein ganz normales Kind – sagen seine Eltern. Er spielt Klavier, Tennis und mäht den Rasen der Nachbarn, um sein Taschengeld zu erhöhen.

  4. Wilfried Müller sagt:

    Humnist News bringt dazu eine schöne Satire Meryems Hochzeitsfest. Auf der Seite auch: KIKA antwortet auf die Anfrage zum “Beschneidungsfest” Produktionsfirma von “Tahsins Beschneidungsfest” gehört der katholischen Kirche, u.a. mit dem Inhalt Es sieht ganz so aus, als wäre die Medienlandschaft (TV und Kino) fest in katholischer Hand.

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