„Gott kann nix dafür, der Teufel ist an allem schuld!“

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Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt eine Katastrophe passiert, kommen die Christen ins Schwitzen: Da sie ihren Gott als allmächtigen, allgütigen Schöpfer des Universums feiern, lassen sich Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze oder Epidemien ohne wüstes Verbiegen der Tatsachen nicht mit den Kernsätzen ihrer Religion in Einklang bringen. Denn wenn er alle Menschen unendlich liebt, warum verhindert der Gott dann die Erdbeben nicht einfach? Das sollte für ein allmächtiges Wesen doch ein Klacks sein. Und schließlich ist er als Schöpfer des Universums ja für die in ihm stattfindenden Katastrophen verantwortlich.

Viele Religionisten haben in dieser Sache nach der ersten Verteidigungslinie nichts mehr zu bieten: “Unser Gott hat den Menschen den freien Willen gegeben!!” – “Was hat ein Erdbeben mit freiem Willen zu tun?” – “Hm.”

“Ehebruch, Pornosucht? – Der Teufel ist schuld!”

Doch zum Glück haben einige Christen dolle nachgedacht und wissen Rat. So zum Beispiel der Hobbyapologet Nane Jürgensen, der uns auf einer seiner zahlreichen lukrativen Internetseiten informiert: “Ist Gott verantwortlich für Stürme, Erdbeben, Naturkatastrophen? Nein.” Der Prediger berät uns weiter: “Unser Problem ist nicht Gott. Unser Problem ist der Teufel”! – “Wenn Naturkatastrophen, Erdbeben oder Stürme von Gott kämen, dann hat Jesus, Gottes eigener Sohn, gegen seinen Vater gearbeitet, als er dem Sturm Einhalt gebot?” Nane hält diese Idee für völlig absurd und ist sich seiner Sache sicher: Der Teufel muss hinter diesen Katastrophen stecken. Und für den Fall, dass einzelne Ratsuchende noch nicht überzeugt sind, fügt er noch weitere Beispiele hinzu:

“Wenn ich Porno-WebSites aufrufe, kann ich nicht Gott Vorwürfe machen, daß er schuld sei, wenn meine Ehe wegen meiner Pornosucht kaputt geht. Wenn ich Ehebruch begehe, kann ich Gott nicht Vorwürfe machen; er hat nicht meine Klamotten ausgezogen und mich zu der Frau ins Bett gelegt. Das war ich immer selber.
Letztendlich ist der Teufel schuld. Aber Gott nicht.”

“Letzendlich” ist also “der Teufel schuld”. Sicher, das kann man so sehen. Ob Herr Jürgensen wohl jemals auf die Idee gekommen ist, dass sein Gott als Schöpfer des Universums natürlich auch für Existenz und Charakter des Teufels verantwortlich ist? So ganz letztendlich?

 

Quelle : http://manglaubtesnicht.wordpress.com/2014/04/05/gott-kann-nix-dafur-der-teufel-ist-an-allem-schuld/

 

 

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11 Antworten auf „Gott kann nix dafür, der Teufel ist an allem schuld!“

  1. Argutus sagt:

    Ob Herr Jürgensen wohl jemals auf die Idee gekommen ist, dass sein Gott als Schöpfer des Universums natürlich auch für Existenz und Charakter des Teufels verantwortlich ist?

    Dieser Einwand zählt nicht, denn der ist logisch und die Logik hat ja auch der Teufel erfunden. :-)

  2. Man sollte doch ein bisschen mehr Mitgefühl für den Teufel erwarten, denn leicht hatte er es nicht. Weil es nämlich wegen der Evolution ein Paradies (Garten Eden) nicht gegeben hat, kann man dem Teufel diese Vertreibung aus dem Paradies nicht mehr anhängen. Im Gegenteil muss er einem ein bisschen Leid tun. Da er ja den Menschen nur Schlechtes zufügen wollte, wurde er nunmehr durch die Evolution auf eine harte Probe gestellt. Milliarden von Jahren musste er warten, bis er erst einmal auf eine Aminosäure traf. Und was sollte er mit der schon Böses veranstalten können? Und wie viel Zeit verging dann noch, bis das erste einzellige Lebewesen entstanden ist. Aber als endlich der erste affenähnliche Mensch durch die Wälder streifte, da war der Teufel in seinem Element. Nun konnte er alle Register der Schlechtigkeit ziehen. Wollte dieser Vorgänger des Menschen dabei nicht so richtig mitmachen, brauchte sich der Teufel nur den nächsten Vertreter dieser Spezies vorzunehmen. Stattdessen könnte der Teufel aber auch viel später vom Himmel gefallen sein, wodurch er nicht dermaßen lange auf lohnende Objekte seiner Schlechtigkeit hätte warten müssen. Das genauere Datum des Absturzes weiß vermutlich die Kirche.

    Der Teufel ist nicht, wie es den Eindruck erwecken könnte, eine Märchenfigur, es gibt ihn tatsächlich. Das hat Papst Johannes Paul II. öfter gesagt, und ein Papst, vor allen Dingen einer aus der heutigen Zeit, der muss es wissen. Und er soll sich selbst mindestens dreimal im Leben als Exorzist betätigt haben. Ein anderer Papst, Pius XII., soll während des 2. Weltkrieges mehrmals versucht haben, bei Adolf Hitler den Teufel auszutreiben. Es ist ihm wohl nicht ganz gelungen.

  3. Klarsicht sagt:

    Woran erkennt man einen göttlichen und einen teuflischen Wirklichkeitsablauf in der heutigen Welt ?

    1. Im „Weltkatechismus“ der kathol. Amtskirche wird den devot-servilen Gläubigen u. a. erklärt, wie der Teufel entstanden ist. Hierzu schreibt der ehemalige kath. Pfarrer Dr. Eugen Drewermann in seinem Buch „..und es geschah so“ auf Seite 202 wie folgt: „Noch im Jahre 1992 im ,Weltkatechismus‘ der römischen Kirche (Nr. 391-395) schreibt das Lehramt des Vatikans über 900 Millionen Menschen auf dieser Erde (allen Katholiken) verbindlich zu glauben vor, dass am Anfang der Welt Engel gewesen seien, die ,in einer freien Entscheidung radikal und unwiderruflich Gott und seine Herrschaft abgelehnt‘ hätten, ,so dass ihre Sünde nicht vergeben werden konnte‘; diese zu Teufeln verwandelten Engel hätten zwar den Aufbau der Herrschaft Gottes nicht zu verhindern vermocht, doch in seinem Hass gegen Gott und sein Reich in Jesus Christus habe der Satan gleichwohl durch sein Handeln ,schwere Schäden der geistigen Natur und indirekt sogar auch der physischen Natur‘ verursacht. Auch die ,ersten Menschen‘ habe er zum ,Ungehorsam‘ gegen Gott verleitet (Nr. 397), wie man in ,Glaubensgewissheit‘ als ,historisch‘ anzunehmen verpflichtet bleibt (Nr. 390), um als ,Gläubiger‘ in römischen Augen gelten zu können“.

    2. Wie wir hier von der „katholischen Glaubensverwaltung" erfahren, die sich selbst den Status gegeben hat, irdische Stellvertreterin göttlicher Autorität zu sein, ließ der biblische Obermonokrat es also in tiefster biblischer Vergangenheit widerstandslos zu, dass von ihm angeblich geschaffene Engel von ihm abfielen. Hier müsste in der christlichen Szene doch gefragt werden: Wer oder was ließ eigentlich einen Teil dieser göttlichen „Edelgeschöpfe“ illoyal werden ? Wieso ließ ihr Bibelmonokrat es widerstandslos zu, dass diese Teufel die Schöpfung angeblich so verdarben, dass sich selbst ein schlicht denkender Mensch eine bessere Welt vorstellen kann als die, welche wirklich existiert ? Es sind Fragen, die zu unangenehm zu sein scheinen, so dass man sie deswegen in der christlichen Szene wohl lieber nicht stellt.

    3. Die dem Obermonokraten – aus welchen Gründen auch immer – aus dem Ruder gelaufenen und ihm gegenüber angeblich illoyal gewordenen Engel sollen durch ihren bösen, destruktiven, widergöttlichen und teuflischen Einfluss die beste unter allen möglichen Welten, die der Obermonokrat nach Auffassung von G. W. Leibniz habe auswähIen müssen (da Er sonst nicht weise, gütig und mächtig sein könne), qualitativ schwer geschädigt haben. Somit kann es nicht stimmen (wie G. W. Leibniz aber dennoch in seiner Philosophie meint), dass die Menschen in der besten aller möglichen Welten leben.

    4. Wie die vom biblischen Obermonokraten angeblich ausgesuchte beste aller möglichen Welten ohne die durch die „von Ihm abgefallenen Engel“ bewirkte Qualitätsverschlechterung ausgesehen hat, ist für die Menschen nicht feststellbar. Zwischen ihr und der realen Welt, in der wir leben, besteht somit keine Vergleichsmöglichkeit bezüglich der Wirklichkeitsabläufe, die ja zumindest partiell unterschiedlich sein müssten.

    5. In diesem Kontext müssten sich den Gläubigen in der christlichen Szene eigentlich mindestens die folgenden weiteren 4 Fragen aufdrängen, wenn es sich wegen ihres meistens devot-servilen Habitus‘ für sie nicht verbieten würde, überhaupt religions- und glaubenskritische Fragen zu stellen:

    A. Wenn selbst der angeblich allmächtige Bibelobermonokrat es nicht verhindern konnte, dass einige Mitglieder aus Seiner Hilfstruppe (die Engel) sich selbständig gemacht und durch ihren Einfluss Sein Werk verfälscht haben, wie kann Er dann von den im Verhältnis zu Ihm schwachen Menschen verlangen, dass sie den angeblich ständigen Versuchungen und Verführungen durch Seine mächtigen Widersacher, gewissermaßen dem „Osama bin Laden der Bibel“ mit seiner „Al-Quaida-Clique“ (den Teufeln), widerstehen ?

    B. Wieso erkennt es der biblische Obermonokrat nicht an, dass die Menschen mit ihrer Willensfreiheit, mit der sie angeblich von Ihm ausgestattet wurden, Seinen teuflischen Widersachern einfach nicht gewachsen sind und unterlässt es deswegen, sie schon im Diesseits zu bestrafen, wie es angeblich geschieht, oder ihnen mit jenseitigen ewigen Höllenqualen zu drohen, wenn sie diesen biblischen Terroristen nicht widerstehen sollten ?

    C. Wieso erwartet es dieser Obermonokrat von den Menschen, dass sie treffsicher unterscheiden können, welcher irdische Wirklichkeitsablauf zur ursprünglich besten aller möglichen Welten gehörte und welcher auf die Qualitätsverschlechterung zurückzuführen ist, den der „Osama bin Laden der Bibel“ und seine „Al-Quaida-Clique“ (die Teufel) zu verantworten haben ? Da den Menschen wegen einer fehlenden Vergleichsmöglichkeit keine Unterscheidung zwischen beiden Wirklichkeitsabläufen möglich ist, die ja heute miteinander vermischt und verwoben sein müssten, können sie auch nicht wissen, welcher von beiden göttlichen Ursprungs (also gut) ist und welcher auf der Veränderung durch die biblischen Terroristen (Teufel) beruht (also böse ist). Es kann also immer nur reiner Zufall sein, wenn die Menschen sich manchmal vielleicht am (guten) Wirklichkeitsablauf göttlichen Ursprungs orientieren und deswegen in dem Falle wohl ausnahmsweise einmal nicht sündigen. Wann das aber jeweils der Fall ist, können sie nicht wirklich erkennen.

    D. Warum stellt der Bibelmonokrat nicht ausschließlich den doch so positiv gewesenen Zustand wieder her, durch den sich die angeblich beste aller möglichen Welten früher ausgezeichnet haben soll ?

    Es grüßt

    Klarsicht

  4. allesnichtleicht sagt:

    Wir sind ja alle Kinder Gottes und er liebt uns alle gleich. Nur wenn ich meine Kinder liebe lasse ich nicht zu, dass sie sich gegenseitig die Schädel einschlagenoder ausbeuten. Da würde ich sie als Vater in ihren ‚freien Willen‘ einschränken. Denn das hat nix mit Liebe zu tun. Dieser Gott ist für mich der schlimmste Rabenvater

  5. Hermann Geyer sagt:

    Klarsicht sagt:

    6. April 2014 um 19:22

     

    "Freie Entscheidung", "Willensfreiheit":

    Ich als Engel / Teufel hätte da vielleicht gewollt, das zu wollen, was ich grad nicht wollte.

    Weil die Logik hat ja der Teufel erfunden, sagte Argutus oben.

  6. Seit der Vatikan die Evolution als Theorie der Entwicklung des Menschen anerkennen musste, klafft für den Beginn des Seins ein Loch in der katholischen Kirche. Denn das Paradies (Garten Eden) mit all seinen Erklärungen, wie gut der Gott und wie schlecht der Mensch ist, hat es ja leider, leider nicht gegeben, auch keinen Baum der Erkenntnis usw. Also bleibt als einzige Waffe des Theologen die Interpretation, und da sind nun wirklich keine Grenzen gesetzt. Die theologische Lehre des 21. Jahrhunderts über den Anfang des Seins stellt sich somit folgendermaßen dar.

    Nach dem Urknall, bei dem Zig Milliarden göttliche Grad herrschten, war erst einmal nichts da, was nach Erde aussah. Nur die Engel und die gefallenen Engel, also Dämone und der Teufel, die waren schon da. Wohin waren sie eigentlich gefallen, es gab ja noch keine Erde? Also fielen sie später, genau gesagt nach ca. 10 Milliarden Jahren, denn dann erst entstand der feste Planet Erde. Gott sagte – wahrscheinlich seinen Engeln, sonst war ja noch niemand da -, dass der Mensch hier entstehen soltte, ohne Paradies. Er übersah dabei, dass die Erde für solche Zwecke denkbar ungeeignet war, davon zeugen noch heute immer wieder Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbrüche. Vielleicht finden ja die forschenden Menschen irgendwelches Leben auf einem anderen Planetern, dann bin ich gespannt, wie die Kirche das ins System zwingen wird.

    An dieser Stelle höre ich auf, denn das alles ist viel zu lächerlich. Man sollte halt nie vergessen, dass Theologen Menschen sind, die an Geister glauben, wie die Menschen aus der Karibik. Nur kann ich mir gar nicht so recht vorstellen, dass jemand an Geister glaubt und trotzdem an einer Universität studiert. Dazu passt, dass das Theologiestudium kein Studium sein kann, denn Theologie ist keine Wissenschaft, daWissenschaft ergebnisoffen ist. Und das Ergebiss einer Ausbildung zum Theologen ist ja klar, da es bereits vorher feststeht.

  7. Klarsicht sagt:

    Zitat von Frank Berghaus: „Ich glaube, weil es unvernünftig ist."

    Die Schrift im folgenden Link befasst sich kritisch mit den Gründen, warum Gläubige sich im Sinne des Zitates verhalten (müssen).

    Theologie als Glaubensgehorsam:

    http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Neumann_Ursula_Johannes/Theologie_als_Glaubensgehorsam_TA1990_1.pdf

    Es grüßt

    Klarsicht

  8. Wilfried Müller sagt:

    Wenn es keine "Freie Entscheidung" bzw. "Willensfreiheit" gibt, kann man sich das "weil" sparen, weil dann ist alles schon im Vornherein begründet. Das gehört wohl auch zur teuflischen Logik. Diese religiöse Komponente der Freier-Wille-Diskussion ist ebenso absurd wie die ganze religiöse Glauberei.

  9. Hermann Geyer sagt:

    Bei sehr unübersichtlichen Verhältnissen, würde ich "weil" zumindest als Versuch, mehr Übersichtlichkeit und Durchblick zu gewähren, eher dankbar annehmen. (Obwohl natürlich nicht garantiert ist, dass man dann wirklich mehr versteht.)

    Die ganze unübersichtliche religiöse Glauberei mit den ihr eigenen absurden Bocksprüngen verleitet die Kritik anscheinend dazu, ebenfalls etwas unübersichtlich zu werden.  Eine Diskussion, die auf einen einzelnen Aspekt (wie etwa Willensfreiheit) fokussiert ist, ist wohl überschaubarer.

  10. Wilfried Müller sagt:

    Hermann Geyer hat sich das Gebiet "Freie Entscheidung" bzw. "Willensfreiheit" vs. Determinismus aus seinem eigenen Blickwinkel vorgenommen, wobei auch der religiöse Kontext zum Tragen kommt. Er wird uns seine Gedanken dazu ausführlich unterbreiten. Das Thema wurde recht kontrovers diskutiert und z.T. überstrapaziert, ist aber nach wie vor relevant. Das sollte wb einen eigenen Artikel wert sein, der ohne die o.a. Teufeleien auskommt.

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