Die 245 Dogmen der Catholica und warum sie daran krankt

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245dogmenEine neue Buchbesprechung von Georg Korfmacher führt in die abseitige Welt der Glaubenstiefen. Just zum Katholikentag erscheint dies kleine Buch, das es nach den Worten des  Rezensenten in sich hat. In voller Pracht heißt das Buch

An ihren in alle Ewigkeit wahren und unveränderbaren 245 Dogmen krankt und stirbt die katholische Kirche

 

 

Keine Zeile Langeweile! In einem handlichen Paperback mit dem etwas sperrigen Titel „An ihren 245 Dogmen krankt und stirbt die katholische Kirche“ hat Walter Gerhardt ein Sujet behandelt, das im Allgemeinen eher Desinteresse und Gähnen provoziert. Wer kennt schon die 245 unumstößlichen "de fide" (höchsten Glaubensgewissheiten) Gesetze? Auf nur 157 Seiten hängt der Autor die Catholica an ihren eigenen Glaubensgewissheiten auf und geißelt in einer modernen, direkten und flüssigen Sprache die mangelnde Logik und Absurdität so mancher Dogmen. Kein kirchen-akademisches Gebrabbel.

Das Buch kann und sollte jeder lesen und verstehen, auch ohne tiefschürfende Vorkenntnisse und Einweihungen. Der Autor behandelt das Thema in drei großen Blöcken. Im ersten zeichnet er skizzenartig ein Bild der Catholica, was sie war und wie sie sich heute präsentiert. Im zweiten nimmt er sich dann Dogma für Dogma die unumstößlichen Glaubensgewissheiten vor, um dann im dritten Block einen eher persönlich-versöhnlichen Ausblick zu signalisieren.

Und wenn bei den Qualifizierungen des Autors auch mal ein derbes Wort  fällt, ist man allsogleich versöhnt, wenn man den Grund seiner Verärgerung nachliest. So z.B. beim Dogma Nr. 8: “Die göttlichen Eigenschaften sind sowohl mit der göttlichen Wesenheit als auch unter sich real identisch“. Verstanden? Nein? Macht nix! In solchen Fällen hat die Catholica stets die stereotype Formel parat: „Geheimnis des Glaubens“. Und diese Formel dröhnt wie ein Paukenschlag durch das gesamte Buch an den Stellen, an denen der Verstand des Lesers bei der Lektüre der Dogmen seinen Dienst verweigert.

Nach den kritischen Äußerungen des Autors kommt der Leser ins Grübeln:  Warum diese sich in verquasten, kirchen-akademischen Wortgetakeln verstrickenden unumstößlichen, menschengemachten und in alle Ewigkeit währenden Definitionen neben oder gar über der Bibel? Der Eindruck drängt sich auf, dass die Mehrzahl der Dogmen schier unverständlich sind und eher zu Ungläubigkeit als zu einer Stärkung der biblischen Botschaft beitragen oder diese gar bestärken bzw. bestätigen.

Während in der Bibel z.B. von einer Dreifaltigkeit Gottes noch keine Rede ist, wurde diese nach ein paar Jahrhunderten der tieferen Einsicht von Klerikern in den Dogmen 34 bis 43 höchst detailliert in einer Weise definiert, der die Vernunft nicht folgen kann und die der Islam als Vielgötterei verwirft. Ähnlich einleuchtend geht es bei den Dogmen 98 bis 104 über die Mutter von Jesus zu. Geheimnis des Glaubens erst seit 64 Jahren ist, wohin sie denn wohl leiblich entschwunden ist.

Und so werden die Dogmen Stück für Stück als Menschenwerk der Catholica weit nach Jesus enttarnt, um die Menschen in die Knechtschaft der Kirche zu zwingen. Die Bibel jedoch spricht von Erlösung. Und eben an diesem Widerspruch krankt die Catholica nach Auffassung des Autors und wird daran sterben. Die Zerfletterung der christlichen Religion in tausende von unterschiedlichen Einzelkirchen bestätigt diesen Trend. Ein längeres Kapitel schreibt der Autor noch über ein Thema, das gar kein Dogma ist, den Zölibat. Aber der steht hier ja eigentlich auch nicht zur Diskussion.

Walter Gerhardt: An ihren in alle Ewigkeit wahren und unveränderbaren 245 Dogmen krankt und stirbt die Katholische Kirche, Frankfurter Verlagsgruppe AG, ISBN 978-3-8372-1264-8, € 15,80

 

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7 Antworten auf Die 245 Dogmen der Catholica und warum sie daran krankt

  1. Man sollte sich einmal solch ein Dogma etwas genauer anschauen, um zu sehen, was denn die katholische Kirche so gesagt hat.

    Die Mutter von Jesus ist nach Ablauf ihres irdischen Lebens wie ihr Sohn mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden. Allerdings gilt das erst richtig, nachdem es Pius XII. am 1. November 1950 allen Katholiken in einem Dogma verraten hat. Dabei war er nicht, aber er wusste es halt, wenngleich im gesamten Neuen Testament kein einziges Wort darüber zu finden ist. Man kennt es von Magiern, dass sie auf der Bühne ihre Assistentin schon mal zum Schweben bringen, aber das, was dieser Papst gesagt hat, ist unwiderlegbar ohne Konkurrenz. Nun endlich wusste Maria, warum sie damals plötzlich vom Erdboden abhob.

    Bereits im Alten Testament wurde dafür geübt, denn auch Henoch (1 Mo 5,24) und Elija (2 Kön 2,11) verschwanden mir nichts, dir nichts in den Himmel. Allerdings bleibt die Frage offen, ab welcher Wegstrecke zum Himmel Maria dann zu einem Geistwesen geworden ist? Als Körperwesen, somit von dieser Welt, kann sie sich nicht im Himmel aufhalten, das physikalische Gesetz der Schwerkraft spricht dagegen. Es sei denn, Gott hat sie, extra für die Mutter seines Sohnen, außer Kraft gesetzt. Außerdem muss heutzutage der Himmel ja woanders sein als zu damaligen Zeiten. Denn wo früher der Himmel war, ist heute das Weltall. Da sind sich die Astronauten ganz sicher. Übrigens, das alles soll nicht heißen, dass man so einen Papst nicht ernst nehmen darf, ganz im Gegenteil. Das sind alles hoch gebildete Leute, die Krönung des Erwachsenenseins.

  2. Klarsicht sagt:

    Mit 11,2 km/s (Wikipedia: Geschwindigkeit eines Körpers, um das Schwerefeld der Erde zu verlassen – „Fluchtgeschwindigkeit" oder „Zweite Kosmische Geschwindigkeit") hat Maria die Erde in Unterzeug und Baumwollkleid verlassen !:carpet::amen:

    Wer an noch mehr katholischem Schwachsinn interessiert ist „guckst du hier“:

    „Engel – Alpha bis Omega“: :rofl:

    http://klarsicht-blog.blogspot.de/2014/05/engel-alpha-bis-omega.html

    Es grüßt

    Klarsicht

  3. Uwe Hillebrand sagt: 31. Mai 2014 um 10:53

    In irgendeiner Art und Weise hat das mit der Auffahrt aber nicht funktioniert. Anders als beim Sohn scheint hier ein etwas fehlerhafter Yoyo-Effekt bei der Jungfrau eingetreten zu sein.

    Anders ist ja nicht zu erklären, dass sie (aus touristischen Gründen natürlich nur zur guten Jahreszeit) immer mal wieder nach unten durchsackt, um sich in Lourdes, Fatima oder andernorts irgendwelchen unschuldigen Kindern zu zeigen.

    So'ne Jungfrau hat es eben nicht leicht :-(

  4. Statt Yoyo-Effekt müsste es eigentlich Paternoster-Effekt heissen. Deshalb hat der Herr Gott ja bestimmt, dass diese nun nicht mehr gebaut werden dürfen. So bleibt die junge Frau einmalig.

  5. Verehrter Herr Berghaus, ich muss es leider sagen. Ihnen fehlt augenscheinlich die richtige Einstellung zum christlichen Glauben. Und ich weiß, wovon ich rede, mir fehlt sie nämlich auch.

  6. Klarsicht sagt:

    Maria kann nicht mal eben an irgendeinem Punkt der Erde von oben herabschweben. :bee:Wenn ihr das möglich wäre, könnte sie viel öfter erscheinen. Ihr nur sporadisches Erscheinen hängt damit zusammen, dass sie ein erhebliches Problem damit hat, ihre Fluggeschwindigkeit konstant der der Erde anzupassen, die ja mehr als 100.000 km/h auf ihrem Weg um die Sonne beträgt.

    Maria kann die erforderliche Geschwindigkeit sehr oft nicht halten, deswegen muss sie warten, bis ihr der „Allmächtige“ jeweils ein neues „Energie-Zäpfchen“ an der Körperstelle verpasst hat, wo dessen Wirkung optimal ist, um wieder genügend schnell sein zu können. Sorgt der „Allmächtige“ nicht rechtzeitig für neue Energie, bleibt ihr nichts anderes übrig, als an irgendeinem Punkt innerhalb der Umlaufbahn um die Sonne zu warten, bis die Erde sie wieder erreicht hat. Erst dann ist ihr ein Abstieg zur Erde wieder möglich. :fly:

    Es grüßt

    Klarsicht  

  7. Klarsicht sagt: 31. Mai 2014 um 19:10

    So ein himmlisches Energie-Zäpfchen ist sicherlich eine feine Sache – und absolut schadstofffrei, da als Vortrieb nur heiliger Geist herausquillt.

    So etwas hätte ich auch gerne. Aber ich bin wohl nicht jungfräulich genug :-(

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