Endlager religiös bereitet

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120px-Radioactive.svgEs geht leider nicht darum, die Religion Kreuz_phiphiendzulagern und endgülitg irgendwo zu verschütten. Das Problem ist die Suche nach dem Orkus, wo andere kontaminierte Rückstände verschwinden können, nämlich der Atommüll – und diese Suche findet unter religiöser Anleitung statt. Es ist tatsächlich wahr, dass in der Endlager-Suchkommission Kirchenvertreter sitzen. Nun ja, wenn's um die Ewigkeit geht (Bild: Cary Bass, Mather92 Wikimedia Commons).

Dazu eine Pressenotiz der HABO vom 31.5.:

Säkularer Vertreter in der Endlager-Such-Kommission?

Humanistische Alternative Bodensee fragt Bundesumweltministerium an

Die Humanistische Alternative Bodensee (HABO) hat eine Anfrage an das Bundesumweltministerium eingereicht, die sich mit der Besetzung der Kommission zur Suche nach einem Endlager für Atommüll beschäftigt. Im Gremium sind unterschiedliche gesellschaftliche Vertreter aus nahezu allen größeren Organisationen und Institutionen vertreten, auch der Kirchen. Die HABO möchte in Erfahrung bringen, ob auch die „Nicht-Christen“ repräsentiert sind.

Der Sprecher der HABO, Dennis Riehle, formulierte hierzu: „Wenn es offenbar darum geht, Weltanschauungen in solch einem Gremium abbilden zu wollen, sollte man auch dem Umstand Rechnung tragen, dass eben über ein gutes Drittel der deutschen Bevölkerung nicht zwingend dem christlichen Weltbild anhängt“.

Die Frage sei zwar, so Riehle, was Religionsvertreter in solch einer Kommission überhaupt an fachlichem Wissen beitragen könnten; wenn man aber der Meinung sei, dass Glauben, Überzeugung und Ideologien mitsprechen sollte, gehörten humanistische Einflüsse ebenso in den Kreis – und das als Pendant zur Vertretung der Kirchen. „Wahrscheinlich wird so mancher beteiligte Forscher ohnehin Atheist oder Konfessionsloser sein; wenn es aber eine explizit christliche Stimme gibt, sollte es im Grundsatz der Gleichberechtigung auch einen konkret eigens entsandten Repräsentanten mit säkularer Perspektive geben“.

Laut Riehle müsse die Politik lernen, dass Art. 140 GG die christlichen Kirchen nicht zur Alleinhoheit über das gesellschaftliche Bekenntniss mache. „Auslegungen des Grundgesetzes machen deutlich, dass die Religionsfreiheit eben gleichsam bedeutet, Nicht-Religiöse mit dem selben Stellenwert zu bedenken wie klerikale Strukturen. In zahlreichen öffentlichen Gremien sehen wir, wie den Kirchen stets ein Platz zugestanden wird, die wachsende Zahl der Menschen ohne Bekenntnis aber regelmäßig unberücksichtigt bleibt. Das verzerrt den Querschnitt unserer Bevölkerung immens und zementiert die kirchliche Vormacht in einem aufgeklärten Staat“, so der HABO-Sprecher.

Dennis Riehle, Sprecher
Humanistische Alternative Bodensee
Säkular-humanistischer Zusammenschluss

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