Donald Duck zum 80.

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405px-DonaldDuckMan kann Donald Duck mögen, oder man kann ihn nicht mögen, er ist jedenfalls ein Stück Kulturgeschichte. Bei wiki wird er als Comicfigur geführt, mit vollem Namen Donald Fauntleroy Duck. Dort sieht er aus wie auf dem Bild (Raymond, Wikimedia Commons), irgendwie matrosenhaft. Aber die "anthropomorphe Ente" aus dem Disney-Studio ist mehr als ein Matrosen-Abklatsch.

Gestartet ist er vor 80 Jahren als die kluge kleine Henne (The Wise Little Hen), und sein weibliches Hühnerdasein beschränkte sich auf Nebenauftritte in den Micky-Maus-Trickfilmen. Später wurde er aus eigenem Vermögen zur männlichen Ente und zum Star. Er bekam die kapriziöse Daisy Duck an die Seite gestellt und die Neffen-Drillinge Huey, Dewey, and Louie (der Witz ist, dass die sich so gleich sprechen, wie sie aussehen, Jui, Lui, Dui, zu deutsch Tick, Trick und Track. Angeblich gab es auch eine Drillingsmutter Della Duck, die aber verschollen ist.

Immerhin weiß der Donaldismus aber den Geburtstag seines Helden, der 13.3., und seine Autonummer: 313. Konkurrierend gibt es aber auch den 9.6. als Geburtstag, darauf bezieht sich der 80-Jahre-Rummel. Der wichtigste Donald-Duck-Zeichner war Carl Barks, der Bilder und Texte machte, William Van Horn später auch, während vorher Al Taliaferro und Bob Karp sich das teilten.

Von Barks stammt der widerliche Krösus Onkel Dagobert Duck und der widerliche Glückspilz-Vetter Gustav Gans, sowie die pädagogisch wertvollen  Panzerknacker. Die wollten immer den Tresor mit Dagobert Ducks Phantasilliarden knacken, und jedesmal ging es schief. Von dem genialen Erfinder Daniel Düsentrieb kann man das nicht so sagen, denn er erfand alles Gewünschte auf Bestellung. Nur brachte es jedesmal Kummer, noch so eine Mickey-Mouse-Weisheit.

Mehr Informationen gibt es bei wiki und bei Der Donaldist, dem „Zentralorgan“ der D.O.N.A.L.D. Dort kann man z.B. den Duck Art Kalender 2005 erwerben. Als letztes ein wiki-Tip zur Correctness gegenüber Enten: "Im deutschsprachigen Raum wird der Name Donald Duck unterschiedlich ausgesprochen. Neben der englischen Aussprache (ˈdɑːnəld dʌk) ist auch die von den Donaldisten bevorzugte „eingedeutschte“ Variante (ˈdoːnald dʊk) ebenso verbreitet wie eine Kombination aus deutschem Vornamen und englischem Nachnamen (ˈdoːnald dʌk)."

Was im Donald-Duck-Hype unterging, ist die Könnerschaft, die hinter den Zeichnungen steckt (man beachte den Unterschied Plastik oben und Zeichnung unten). Tatsächlich ist Donald Duck das Wesen mit der ausdrucksvollsten Mimik und Gestik überhaupt. Kein lebender Mensch (geschweige denn irgenein Tier) verfügt über so ein variantenreiches Minenspiel. Kein anderer Comic hat eine Figur etabliert, die vergleichbar vielseitig ist. In einem Donald-Duck-Kalender können hunderte von Charakterausdrücken versammelt sein, die nirgendwo anders eine Parallele finden. Donald Duck hat sich Ausdrucksmöglichkeiten (für menschliche Gefühle) erschlossen wie kein anderer, und wenn die plem-plem bis überkandidelt sind, dann doch immer stimmig und einleuchtend.

Und die Sprüche gehen durchaus mal ins Geniale. Wie war der Spruch zur Bildung im Donald-Duck-Kalender? Wenn man alles gelernt hat und alles wieder vergessen hat, was dann übrigbleibt, das ist Bildung. Gut gemacht, Donald.

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4 Antworten auf Donald Duck zum 80.

  1. ilex (E. Ahrens) sagt:

    Nun – nicht nur Barks, auch Leute wie Harold Foster, Will Eisner, "Hergé" oder Charles M . Schulz – um nur einige zu nennen – haben hier Zeichen gesetzt. Ist ein für mein Gefühl oft unterschätztes Gebiet der darstellenden Kultur – und bedarf mehr an Talent und Arbeit als Fettecken.

  2. Argutus sagt:

    Ein ganz winziges Zeichen habe sogar ich selbst gesetzt. Es gibt nämlich eine Geschichte, in der Donald mit Tick, Trick und Track in Graz ist. Dabei sieht man auf den Bildern auch völlig korrekte Darstellungen der Universität und des großen Lesesaals der Universitäts-Bibliothek. Natürlich hat der Zeichner dafür nicht extra Graz besucht, aber aus den Wikimedia Commons Photos ausgewählt, die er rechtlich unbedenklich kopieren konnte – und einige dieser Photos habe ich gemacht.

    Ein Beispiel sieht man hier, wo die Kinder auf der Empore des Lesesaals sind:

  3. ilex (E. Ahrens) sagt:

    In der Tat – clever und zielstrebig die 3 Lütten.Finde ich gut, dass Du das so leger mit dem Urheberrecht siehst – denn auch aus Wiki sollte ja normalerweise mit Autorennennung genutzt werden. So hat jede Bibliothek ihre Athmosphäre und offensichtlich ist diese ja so genau gezeichnet, dass Du sie wieder erkannt hast.

  4. ilex (E. Ahrens) sagt: 11. Juni 2014 um 20:55

    Argutus hat (wenn auch unter anderem Namen :-) ) etliche seiner Bilder ins Netz gestellt. Einige davon habe ich bereits verwendet. Er ist da ganz offen.

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