TV im Wandel, GEZ unwandelbar

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test-pattern-152459_640Als Alternative zum herkömmlichen TV breiten sich neue Internet-Medien aus. Im Markt der USA ist die Firma NETFLIX stark vertreten, und sie kommt nun auch nach Deutschland. Geworben wird mit Filme und Serien streamen, TV-Shows online watchen. D.h. es gibt kein Programm mehr wie früher, sondern jeder macht sich das Programm selber (Bild: OpenClips, pixabay).

Das ist ein Kulturwandel, denn in Zukunft gibt es kein gemeinsames TV für alle mehr, sondern individuelles "Watchen". Die Süddeutsche Zeitung vom 31.9. kündigt das an mit Streaming-Portal Netflix will deutsche Serien produzieren: Netflix startet im Land der begrenzten Möglichkeiten.

Für die begrenzten Möglichkeiten ist hier die GEZ zuständig, oder besser, die amtlich aufgemotzte GEZ-Hinterlassenschaft, siehe auch Petition zur Abschaffung der GEZ. Da ist das veraltete Konzept vom Programmfernsehen ohne Zeitlimit festgeschrieben. In einer Zeit des Wandels wird Deutschland damit das teuerste  Fernsehen der Welt beschert, und zugleich das unflexibelste. Wenn die hochsubventionierten ARD- und ZDF-Sender ins Internet gehen, führen sie obendrein einen unlauteren Wettbewerb mit den frei finanzierten Content-Quellen.

Wem diese Argumente gegen die TV-Zwangsgebühr nicht reichen, der schaue sich das an: Die SZ vom  16.9. schreibt über Rundfunkgebühren – Auswandern ist nicht genug: Da hat jemand seinen Wohnsitz in Deutschland abgemeldet und besitzt hier weder Wohnung noch Fernseher – das reicht aber nicht. Wer ins Ausland zieht, muss sich nicht nur aus Deutschland abmelden, sondern bei der GEZ ("Beitragsservice") separat kündigen. So steht es laut SZ in §4, Absatz 2 des Rundfunkgebührenstaatsvertrags – wirklich ein toller "Service".

Dass fast niemand von dieser Heimtücke weiß, stört die Gebühren-Abzocker nicht. Dabei sind das die, die an alle Daten drankommen, und deren Zugriffsrechte auf persönliche Daten und Lebensumstände weit über die Möglichkeiten z.B. vom Finanzamt hinausgehen. In dem erwähnten Fall wurde nicht geprüft, ob die Betreffenden weggezogen waren, sondern es kamen erst Mahnungen, und dann wurde mit Zwangsvollstreckung gedroht. Es ging immerhin um die Gebühren von einigen Jahren, weit über 1000 Euro.

Jedoch: Auf Anfrage der SZ kündigt der Beitragsservice an, aus Kulanz auf 836,02 Euro zu verzichten. Wirklich ein toller Service mit einer tollen Kulanz, wenn erst die SZ da anrufen muss. GEZ abschaffen, ist die korrekte Antwort darauf.

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Eine Antwort auf TV im Wandel, GEZ unwandelbar

  1. Wilfried Müller sagt:

    Zur Frage, wie entgeht man der GEZ gibt's eine neue Info, die was taugen könnte: Einzugsermächtigung kündigen, und auf das Mahnschreiben ("bitte überweisen oder Einzugsermächtigung machen") antwortet man: bitte sagen Sie mir, wo ich mit Bargeld zahlen kann. Das hat jemand ausprobiert, siehe http://norberthaering.de/de/27-german/news/355-rundfunkgebuehr-2#weiterlesen

    Nachtrag 30.5. für Leute, die Argumente zum Ausstieg suchen: am 28.5. schrieb The European in Die Gebührenverschwendungsmaschine: Der Skandal um die Gottschalk-Bezahlung erinnert uns daran, wie sorglos die Öffentlich-Rechtlichen mit unserem Geld umgehen. Mit seinem typischen Sarkasmus macht U. Gellermann von der RATIONALGALERIE am selben Tag daraus Spenden für Gottschalk – Wetten, dass Thomas gerettet wird?

     

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