Palastrevolte

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devilPiruUnser gelehrter Georg Korfmacher nimmt Bezug auf das panta rhei (Alles fließt), um die römischen Zustände zu beschreiben. In seiner Sicht soll man zwar den Teufel nie an die Wand malen, aber was derzeit in Rom passiert, findet er eher teuflisch (Bild: JäinenbanaaniTietokone, Wikimedia Commons). Hier also Korfmachers Ansicht zu dem, was die Hardliner unter den "Eunuchen" so anstreben.

 

Palastrevolte

von Georg Korfmacher, München

 

Endlich kommt es im Koloss Catholica zu inneren Reibungen in einem solch umfassenden Ausmaß, dass nur eine evolutionäre Veränderung den Fortbestand der Institution retten kann. Am Beispiel der Sakramente für Menschen nach einer Scheidung bekämpfen sich Barmherzige und Hardliner pikanterweise just vor einer Synode, die den Pontifex zu diesem Thema beraten soll.

Es geht um die Vorstellung der Catholica von der Unauflösbarkeit der Ehe, die von je her von den Betroffenen ausserhalb der Regeln der Catholica ebenso eigenwillig wie eigenverantwortlich gehandhabt wird. Nach dem Verleger des Hardliner-Buches „In der Wahrheit Christi bleiben – Ehe und Gemeinschaft in der katholischen Kirche“ , P. Fessio SJ, basiert die katholische Lehredirekt auf der Lehre Jesu“.

Also sollte doch ein Blick in die Bibel die Wahrheitsfindung erleichtern. Die Catholica stützt sich bei der Ehe auf MT 9,6: Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden! Dieser Satz steht nun aber in einem eher verblüffenden Gesamtzusammenhang. Es geht um den sog. Scheidebrief, mit dem Mann sich sang- und klanglos vom Eheweib trennen kann. Selbst Jesus anerkennt die Ehescheidung z.B. im Fall des Ehebruchs. Und auch schon Moses hatte die Scheidung wegen Herzenshärte erlaubt. Selbst seine engsten Vertrauten konnten mit der Vorstellung nicht fertig werden, dass eine Wiederverheiratung nach Scheidung Ehebruch sein sollte. Daher bekannten sie ihrem Meister offenherzig, dass es dann wohl besser sei, überhaupt nicht zu heiraten. Und prompt kam die beruhigende Aussage des Meisters, dass diese Auffassung nicht alle sondern nur die teilen, denen es gegeben sei. Dazu gehören solche, die von Geburt eheunfähig sind oder gewaltsam entmannt wurden, aber auch Eunuchen für das Himmelreich. Also solche, die mit Ehe eh nichts anfangen können. Wer es fassen kann, der fasse es!

Und eben diese Eunuchen für das Himmelreich maßen sich immer noch an, über etwas zu entscheiden, was zwei Menschen sich gegenseitig versprochen haben, aber aus welchen Gründen auch immer später nicht halten können. Während die Hardliner auf ihrer Macht über Menschen und Deutungshoheit bestehen, baut der Pontifex bereits mit einer Initiative vor, Ehenichtigkeitsverfahren zu erleichtern bzw. die Ehevorbereitung zu verbessern. Ehe ist nicht Sache von Eunuchen und war es auch zu Jesu Zeiten nicht.

Die aktuelle Palastrevolte in Rom zwischen dem Pontifex und einigen Hardlinern der Kurie zeigt überdeutlich, dass sich die Catholic an einem Scheideweg befindet, der zwangsweise in eine weitere Spaltung führt, wenn keine mehrheitlich konsensfähig Lösung gefunden wird. Menschen von heute finden sich nicht mehr damit ab, dass einige wenige karrieregeile Eunuchen für das Himmelreich die Meinungsfreiheit der Gläubigen permanent abwürgen und solchen in Not nicht helfen wollen. Insbesondere dann nicht, wenn ebendiese Eunuchen mit Knabenliebe, schwulen Beziehungen, Prunk und Protz und eheähnlichen Beziehungen vorleben, dass es anders sehr wohl geht. Aber eben nur bei ihnen. Bei anderen ist das dann Sünde und muss hart bestraft werden.

Auch die Catholica unterliegt dem ewigen Gesetz des panta rhei.

 

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