Kontroverse um sexuelle Vielfalt im Unterricht

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escargots-243303_640Wenn Dennis Riehle für die Humanistische Alternative Bodensee spricht, übt er Toleranz nach allen Seiten. So auch in der causa Petition gegen sexuelle Vielfalt im Unterricht. (Bild: langsame Liebe von htraue, pixabay).

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Sexuelle Vielfalt im Unterricht: HABO-Sprecher sieht Umgang mit der Eingabe an den Landtag kritisch

„Auch wenn ich die (Gegen-)Petition in der Sache ablehne, ist das Vorgehen des Ausschusses falsch!“

Konstanz/Stuttgart. Der Petitionsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg hat eine Eingabe von Gegnern des Regierungsentwurfes zur Etablierung sexueller Vielfalt im Unterricht zurückgewiesen. Etwa 200 000 Menschen hatten die Petition unterzeichnet, die sich dagegen wendete, mit verschiedenen Lebensformen in der Schule gleichwertig umzugehen. Der Sprecher der Humanistischen Alternative Bodensee (HABO), Dennis Riehle, sieht den Umgang des Gremiums mit der Eingabe kritisch.

„Auch wenn ich die Petition in der Sache ablehne, ist das Vorgehen des Ausschusses falsch!“, erklärt Riehle in einer ersten Stellungnahme. „Von meinem Weltbild und aus eigener homosexueller Empfindung heraus kann ich den Unterzeichnern der Eingabe inhaltlich natürlich nur entgegentreten. Allerdings halte ich es für ein bedenkliches Zeichen, wenn ein Parlamentsausschuss mit solch einer großen Zahl an Kritikern nicht intensiver ins Gespräch kommt“.

Der Sprecher der HABO zeigt Verständnis für die entsetzen Reaktionen der Petitionsunterzeichner: „Demokratisch gesehen ist es tatsächlich ein Unding, dass man die Eingabe ohne einen breiteren Diskurs mit der Öffentlichkeit lapidar zurückweist. Mit einer einfachen Begründung werden die Sorgen, die viele Unterstützer der Petition offenbar gegenüber dem Papier hegen, nicht ausgeräumt. Viel eher zeigen die zehntausenden Unterschriften, dass eine gewisse Angst vor unterschiedlichen Lebensmodellen herrscht. Mit einer populistischen Einklassifizierung als ‚homophobe‘ Haltungen wird man diesen Befürchtungen aber nicht gerecht“.

Riehle appelliert an die Politik und Befürworter des Bildungsplanes, Transparenz walten zu lassen und die Begegnung zu fördern: „Tatsächlich ist im Umfeld dieses Entwurfes für sexuelle Vielfalt als Thema im schulischen Alltag nicht alles bestens gelaufen. Der Vorstoß aus dem Kultusministerium kam unerwartet, lange Zeit bleiben kritische Fragen unbeantwortet. Statt einer Rückweisung wäre das Zugehen auf die Petenten nun der richtige Weg, um die ideologischen Gräben nicht weiter zu vertiefen. Die Erfahrung lehrt, dass sexueller Vielfalt besonders dann große Akzeptanz zuteilwird, wenn diese nicht verordnet, sondern in ihrer Normalität gelebt wird. Die Landesregierung täte also gut daran, Toleranz nicht zu oktroyieren, sondern Information und Aufklärung zu fördern“.

Dennis Riehle, Sprecher

Humanistische Alternative Bodensee (HABO)

Säkular-humanistischer Zusammenschluss

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