® Religion richtet schweren Schaden an

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sky-115393_640Wenn die Religion keine oder nur geringe Macht hat und die staatlichen Gesetze über den religiösen stehen, kann man über die Skurrilitäten der Religion mit einem Lächeln hinwegsehen. Allenfalls ist zuweilen ein Skandal zu beklagen, ein unzulässiger Reviermarkierungsversuch oder sonst ein Übergriff (Bild: geralt, pixabay). 

Hat die Religion jedoch die Macht im Staat, gibt es keine gelegentlichen Skandale, sondern permanente. Dann werden die Skurrilitäten zur Schreckensherrschaft. Prinzipiell ist jede religiöse Kultur menschenverachtend, weil sie die Belange eines vermeintlichen Gottes über die der Menschen stellt. Wo solche Götter zum Maßstab der Gesetze werden, kommt etwas heraus wie bei uns das Mittelalter – die institutionalisierte Menschenverachtung.

Phantasie

Gott, Himmel, unsterbliche Seele, ewiges Leben usw. existieren aber nur in der Vorstellung der Gläubigen. Das sind Phantasieprodukte, nichts als religiöses Märchengut und vorwissenschaftliche Irrtümer. Das sind Konstrukte; in der Realwelt gibt es sowas nicht. In Wirklichkeit ist Religion das Ergebnis menschlicher Kreativität. Leute haben sich das ausgedacht, um andere Leute zu instrumentalisieren, denen man einreden kann, es gäbe einen "Gott" und "göttliche" Gesetze usw. Die "göttlichen" Regeln sind ein menschengemachtes Diktat, das mit Höllenangst und Indoktrinierung unters Volk gebracht wird, eine undemokratische und intransparente Willkürausübung.

Wer trotzdem daran glauben mag, der möge Konsequenz üben und sich mit den Hervorbringungen der Religionskultur bescheiden. Es gibt keine christliche oder muslimische Technik, denn in dem Bereich funktioniert nur das, was auf der Wahrheit beruht, also auf der Wissenschaft. Technik gibt's deshalb allein auf wissenschaftlicher Basis, und bei Religion kommt nur Alchimie raus. Den Religiösen frommt deshalb Eselreiten statt Autofahren, Trommelsignale statt Handy und Stinkbomben statt Atombomben.

Götterwirtschaft

Dass es nicht so eingerichtet ist, daran trägt die politische Führung der westlichen Welt schwere Schuld. Sie setzt der Götterwirtschaft nichts entgegen, solange das Etikett "christlich" draufsteht. Damit leistet sie der christlichen Religion Vorschub, auf ethischem Gebiet eine Inbestitznahme der modernen Technikkultur durchzuführen. Und das, obwohl Technik und Wissenschaft gegen die Religion erkämpft wurden. Die modernen Errungenschaften wurden vom antiquierten christlichen Ethos vereinnahmt, weil die Religion es verstanden hat, das Aufkommen eines modernen Ethos' zu unterdrücken.

Zwar gibt es Menschenrechte, Arbeitsrechte und Umweltrechte, aber der technische Bereich ist immer noch vom ethischen Vakuum umgeben. Die modernen Möglichkeiten sind in den "heiligen" Büchern nicht vorgesehen, und weil die Bücher sakrosankt sind, werden sie nicht upgedated. Die Folge sind Gesetzeslücken: Wo keine ethische Grundlage, da kein Gesetz. Das schafft Freiräume, die von den modernen Geschäftemachern erobert werden – zum Nachteil der Allgemeinheit.

Die ethische Vereinnahmung begann schon vor 500 Jahren, als die Konquistadoren die Kolonien eroberten. Die damaligen Hi-Tec-Produkte waren Schiffe und Kanonen. Der gesamte Aufbruch rund um die Welt inklusive der Technik musste gegen die (christliche) Religion erkämpft werden, aber in den eroberten Ländern wussten die Leute das nicht. Sie hielten Schiffe und Kanonen für die Gaben eines mächtigen Gottes, mächtiger als ihre eigenen Götter. U.a. deshalb konvertierten sie zum Christentum.

Täuschung

Die Täuschung, wir lebten in einer christlichen Kultur, hält sich bis heute aufrecht – zumal unter unserer christlichen Politiker-Elite. Das hat schwerwiegende Folgen. Der Technikexport erfolgt unter falschen Voraussetzungen. Wir haben es versäumt, unsere Technik und Wissenschaft von der Vereinnahmung durch die Religion abzukoppeln und mit einem zeitgemäßen Ethos zu verknüpfen. Wir exportieren Technik und Wissenschaft ohne passenden intellektuellen Überbau, ohne Menschenrechte, ohne Aufklärung, ohne Humanismus, und das rächt sich.

Mit welchem Recht können wir in der Fremde sagen, wenn ihr unsere Technik wollt, lasst ab von euren Phantasievorstellungen der Gottesherrschaft, solange bei uns vergleichbare Phantasien subventioniert werden? Wie soll das Bewusstsein verbreitet werden, dass das Gotteszeugs nur menschengemachter Unfug ist, um die Armen zu instrumentalisieren, solange die Agendasetzer öffentlich beten?

Schaden

Dass diese starken Argumente außer Kraft gesetzt werden, ist Schuld der christlichen Kontaminierung. Denn wo die wabert und labert, da fehlt die moralische Grundlage, um gegen die islamische Kontaminierung anzugehen. Das beginnt bei unserer Bundesregierung und ist bei den amerikanischen Politikern nicht zuende. Überall wird die Religion öffentlich hofiert, statt sie im stillen Kämmerlein auszuüben. 

Es ist kaum zu ermessen, wieviel Schaden die mangelnde Aufklärung anrichtet, die dahinter steckt. Ein ganzes Weltsystem wird davon desavouiert. Würden die Politiker auf der Schiene der Vernunft agieren, hieße die offizielle Agenda, die Götter stören bloß. Religion ist menschengemacht, und wer Gotteswerk predigt, der verfolgt im Verborgenen seine eigene Sache.

Die Staatsraison sollte die Politiker zwingen, öffentlich auf diese Linie der Vernunft einzuschwenken, statt den religiösen Wirrungen Vorschub zu leisten. Wenn man denen die hahnebüchene Gottesmär unterjubeln kann, auf was fallen sie dann noch alles rein?

Das Missbrauchspotential hinter der Religion ist groß, weil sie schließlich genau dafür geschaffen wurde. Heutzutage können wir uns diesen Unfug nicht mehr leisten.

 

(Dieses Résumé aus verschiedenen wissenbloggt-Artikeln zu Gott & Co. wurde am 25.10.14 veröffentlicht und am 26.8.17 überarbeitet und mit ausführlichen Links versehen.)

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9 Antworten auf ® Religion richtet schweren Schaden an

  1. E. Kiwitt FS sagt:

    Eine Intention von Religionen mag sein, Menschen zu erziehen, sie im positiven Sinne zu formen, zu prägen, ihnen nachahmenswerte Vorbilder zu bieten.

    Tatsächlich schüchtern sie Menschen mit dem, was sie verbreiten, aber oftmals nur ein.

    Einschüchterung erzieht die Menschen jedoch nicht — aber:

    «Dem Staate bringt die Furchtsamkeit Verderben».

  2. Klarsicht sagt:

    Ich meine, dass der Autor aus unserer insgesamt sehr komplexen gesellschaftlichen Wirklichkeitsbeschaffenheit, den Teil, den er in seinem Beitrag behandelt, erstaunlich gut durchblickt und dass es ihm in ebenso erstaunlicher Knappheit gelungen ist, ihn treffend zusammen zu fassen.

    Ich wäre froh, wenn sich der Durchblick, über den er offensichtlich verfügt, zu einem Massenphänomen entwickeln und sich insbesondere bei unserer Poliker-Kaste einstellen würde. Käme es dazu, so könnte man sicher von einem erheblichen positiven Erkenntnisfortschritt sprechen, der die Lebensverhältnisse verbessern könnte, wenn sich das Denk- und Handlungsverhalten möglichst vieler Menschen in ihm orientieren würden.

    :viking:

    Es grüßt

    Klarsicht    

  3. E. Kiwitt FS sagt:

    «Der technische Bereich ist immer noch vom ethischen Vakuum umgeben», lese ich da im obigen Artikel.
    Mit was dieses Vakuum gefüllt werden könnte, sollte oder müsste, habe ich da — im obigen Artikel (!) — leider nicht gefunden.

    Lässt sich das kurz und bündig beantworten — vielleicht ähnlich kompakt wie «Was du nicht willst das man dir tu' …» ?

  4. Wilfried Müller sagt:

    Danke für die Zustimmung, Klarsicht! Zu der von E. Kiwitt FS angemerkten Einschüchterung kommt gleich noch ein Artikel von Frank Sacco. Ebenfalls E. Kiwitt FS: Im Artikel Das Ethosdefizit ist die Vakuum-Frage ausführlich abgehandelt, inklusive der Schicksalsfragen, die im humanistischen Sinn beantwortet gehören.

  5. Wilfried Müller sagt:

    Ich erlaube mir hier einen sehr bedenkenswerten Kommentar aus der IH-Gruppe zu klauen:

    1. Den stärksten Schaden richtet Religion an, wenn sie politische oder gesellschaftliche Macht hat. Das reicht von unverdienten Privilegien der christlichen Kirchen (wie derzeit in Deutschland) bis zu der geradezu idealtypischen Ausprägung beim IS.
    2. Weniger auffällig aber immer noch beträchtlich ist der psychologische Schaden, denn bestimmte religiöse Inhalte dem einzelnen Menschen zufügen kann. Das geradezu klassische Beispiel dafür ist die Angst vor der Hölle.
    3. Fast unauffällig ist ein dritter von den konreten religiösen Inhalten völlig unabhängiger Schaden, nämlich die durch die religiöse Sozialisierung vermittelte Einstellung, daß es etwas Gutes sei irgendwas zu glauben, auch wenn das Geglaubte wissenschaftlich unplausibel oder gar widerlegt ist. Auf diese Weise wird die religiöse Erziehung zum Türöffner auch für weltliche Ideologien, die sie nach Überwindung des Kinder-Glaubens oft ersetzen.

     

  6. Klarsicht sagt:

    Kann es sein, dass viele Muslima partiell psychisch krank und somit durch ihre Religion geschädigt sind, obwohl sie sich durch ihre Religion gar nicht unterdrückt fühlen ?

    Bei einer gläubigen Muslima kann sich  eine ständige Furcht davor einstellen, a) dass sich auf einer Klassenfahrt in ihrem Essen Schweinefleisch befinden könnte, das sie aus religiösen Gründen nicht isst, b) dass sie die fünf notwendigen täglichen Waschungen und Gebete nicht vornehmen könnte, c) dass ihre Mitschülerinnen sie seltsam finden könnten, wenn sie so dusche, wie es ihr Glaube ihr allein ermögliche, d) sich sogar vor ihren Mitschülerinnen unbekleidet zeigen zu müssen, e) ihr Kopftuch zu verlieren. Weiter kann bei ihr f) eine psychische Belastung bei Nichteinhaltung der Regeln und g) eine ständige Hektik in Sorge darum entstehen, nie ohne Kopftuch zu sein.

    Diese durch Zwänge und Ängste gekennzeichnete Situation bei der Klassenfahrt ist der bereits Krankheitswert besitzenden Situation einer partiell psychisch Be­hin­der­ten vergleichbar, die behinderungsbedingt nur mit einer Begleitperson reisen kann. Es spricht Überwiegendes dafür, dass die geschilderten Zwänge und Ängste auch bei der An­trag­stel­le­rin bereits Krankheitswert erreichen, so dass sie i.S. v. § 9 Abs. 1 ASchO NRW begründet verhindert ist, an der Klassenfahrt teilzunehmen.

    Solche im Kontext mit einer Klassenfahrt auftretenden Zwänge und Ängste sind mit der bereits Krankheitswert besitzenden Situation einer partiell psychisch Behinderten vergleichbar, die behinderungsbedingt nur mit einer Begleitperson reisen kann. Sind solche Zwänge und Ängste bei einer Muslima vorhanden, dann haben sie Krankheitswert, so dass sie nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen begründet verhindert ist, an der Klassenfahrt teilzunehmen.

    Quelle: http://www.jurawelt.com/gerichtsurteile/oerecht/OVerwG/7445

    Es grüßt

    Klarsicht

     

  7. @Klarsicht:

    Den letzten Kommentar musste ich noch einmal aus dem Spam fischen. In Zukunft muss das wohl nicht mehr sein, da der neu installierte Spam-Filter überraschend gut funktioniert, so dass ich alle manuell generierten Spam-Sperren gestern Nacht entfernen konnte.

    Ich gehe davon aus, dass unser "Problem" damit nun erledigt ist.

  8. Klarsicht sagt:

    Richtigstellung:

    Der zweite Absatz meines Geschreibsels ist ein Versehen. Wäre nett, wenn er gelöscht würde.

    Ich bitte um Entschuldigung.

  9. Saco sagt:

    Hitler war als gläubiger Katholik erzogen. Auch im kleinen Kathechismus Luthers ist der unten angeführte Passus enthalten. Noch heute, nach Auschwitz,  gilt dieser Passus, da die Bibel noch gilt. Sie ist Gottes Wort, so das Dogma.

    Römer – Kapitel 13

    Die Stellung zur staatlichen Gewalt

    Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. (Sprüche 8.15) (Johannes 19.11) (Titus 3.1) Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen. 

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