Autoritär antrainierte Gläubig- und Frömmigkeit

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usebrainDer Autor bloggt unter dem Logo Religiosität erzeugt Verblödung oder umgekehrt? In diesem Artikel über die Indoktrinierung eilt er zum Schutz der Jugend herbei. Interessanterweise bearbeitet er das gleiche  Thema, das Frank Sacco ausführlich bei wissenbloggt abgehandelt hat, zuletzt gestern (6.1.) als Kommentar zu einem Dawkins-Artikel. Hier also Klarsicht:

Autoritär antrainierte Gläubig- und Frömmigkeit


Menschen, die von frühester Kindheit an wohl nicht selten unbarmherzig, unsensibel, mit hartnäckiger Redundanz und Penetranz durch eine Phalanx, die regelmäßig aus Eltern, Verwandtschaft, Kindergarten, Kirche, Gottesdienst, Moschee, Imam, Koranschule und Schule besteht, religiös indoktriniert wurden, sind gar nicht oder kaum dazu in der Lage, sich im reiferen Alter von dem wieder zu lösen, was sie hier auf verbalem und schriftlichem Wege durch diese autoritäre Außenlenkung an „Glaubenswahrheiten“ in sich aufnehmen mussten und damit verknüpft gleichzeitig unvermeidlich an „spezifischen Emotionen“ erlebten, weil dieser kontinuierlich anhaltende  „Religions- und Glaubenstsunamie“, dem sie hilflos ausgesetzt waren, im Verhältnis zu allem anderen in ihrem Leben in ihrem Hirn eine viel zu große Dominanz erlangt hat. Im Gegenteil! Es kann sich das Phänomen einstellen, dass diese Menschen bewusst oder wohl eher unbewusst nicht auf etwas verzichten wollen/können, zu dem sie über lange Zeit hin angeleitet und evtl. sogar gezwungen wurden, es sich leid- und mühevoll anzueignen. Wer ist schon gerne bereit dazu, sich einzugestehen, für etwas umsonst Leid ertragen und Mühe aufgewendet zu haben. Von solchen Menschen werden daher wohl immer nur sehr wenige irgendwann zunächst zu der Erkenntnis gelangen, dass ihr ganzer religiöser Ressourcenaufwand tatsächlich sinnlos war und die dann als zweiten Schritt die geistige Kraft und Charakterstärke aufbringen, alles, was sie als geistigen Müll entlarvt und identifiziert haben, hinter sich zu lassen und einen vernünftigen Neuanfang im Denken und Verhalten zu wagen (vier Beispiele dafür, dass es gelingen kann (1a-d).

Kommt bei Menschen, die religiös indoktriniert wurden, noch der Sachverhalt hinzu, dass sie nur über ein geringes berufliches, fachliches und intellektuelles Leistungsspektrum verfügen, aus dem allein ihre Religiosität auffallend hervorsticht, so ist es nur natürlich, dass sie mit dem in ihrem näheren und weiteren Umfeld zu glänzen versuchen, was sie am besten können, nämlich mit allem, was ihre Religiosität ausmacht. Dies ist ein Phänomen, was man, wie mir scheint, insbesondere in muslimischen Szenen beobachten kann. Denn dort müssen ja schon viele Kleinkinder den gesamten Koran auswendig lernen. Und das sogar durchweg in der arabischen Sprache. Im reiferen Alter sind diese Kinder dann zu der „ja so nützlichen Spitzenleistung“ in der Lage, den Koran ganz oder wenigstens in seinen als besonders wichtig und heilig erachteten Passagen – meinst wohl ohne inhaltliches Verständnis – auswendig herunter zu rasseln, was in vielen Fällen oft das Einzige sein könnte, was sie wirklich gut beherrschen und worauf sie dann stolz sind. Das führt dann wohl dazu, dass sich insbesondere solche Menschen als stolze Muslime betrachten und gebärden.

In unserer sich freiheitlich-demokratisch dünkenden Gesellschaft ist es perfide, die noch nicht voll ausgereiften Hirne hilf- und wehrloser Kinder zum kontinuierlichen Transport religiösen Schwachsinns in unsere Gesellschaft hinein zu missbrauchen. Wann wird diese Fakten- und Sachlage, die als permanente Gewaltausübung gegenüber Kindern betrachtet werden sollte, endlich als das erkannt, was sie objektiv darstellt – eine Menschenrechtsverletzung ?

In seinem Buch „Die Logik der Nicht-Logik“, S. 201 u. 202, schreibt Dr. Andreas E. Kilian folgendes:

„Ethologische Studien zur Evolution der Lüge und des Selbstbetruges sowie Definitionen der Religionen gehören in den Schulunterricht, damit mit Verstand verarbeitet werden kann, was die Emotionen des Glaubens anrichten können. Angehende mündige Bürger haben ein Recht darauf, über die Gefahren des Glaubens und die auftretenden Lücken im logischen Denken aufgeklärt zu werden. Insbesondere haben sie auch ein Recht darauf, über die negativen Seiten ihrer eigenen Religionen aufgeklärt zu werden. Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder unter nicht nachvollziehbaren Entscheidungen in religiös begründeten Auseinandersetzungen ihr Leben lassen, sollten sich dafür einsetzen, dass alle (!) Kinder nicht mehr mit religiösen Ideen indoktriniert werden.

Kinder müssen zuerst in die Lage versetzt werden, logisch und selbständig zu reflektieren, bevor sie religiösen Ideen ausgesetzt werden.
 
Die christliche Lehre ist […] eine Form des Kreationismus. Für die großen institutionalisierten Religionen gelten anscheinend Sonderregelungen. Hier dürfen Menschenfischer und Seelenfänger im Namen ihrer Firma – und nur ihrer Firma – Mitglieder werben und seligmachende Heilsversprechen unter den Schülern verteilen. Und dies ist Absicht, denn die ,frohe Botschaft‘ soll in die Köpfe gelangen, bevor die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen die Schüler in die Lage versetzt, den Unterschied zwischen Wissen und Glauben zu erkennen. Dies muss in Zukunft unterbunden werden.“

Der Diplom-Psychologe Robert Theodor Betz (2) schreibt: „Der Einfluß von Kirche und Religion in der Kindheit hat bei vielen Menschen tiefe Spuren im Unbewußten hinterlassen. Priester, Ordensschwestern, Religionslehrer und Eltern haben Kinder zwangsweise mit einem Welt-, Menschen- und Gottesbild konfrontiert, das im Kind ein Grundgefühl von Schlechtigkeit verbunden mit Schuld und Scham und der Angst vor einem strafenden Gott erzeugen musste. Rituale wie der sog. Gottesdienst in Kirchen können von Kindern nicht kritisch durchschaut werden, sondern greifen unmittelbar und manipulierend in die Psyche eines jeden Kindes ein.

Eine den Kindern zwangsweise verordnete christliche Erziehung, zusammen mit Ritualen und Inhalten wie Beichte, Buße, Kreuzweg, Reue, Erbsünde, Wiedergutmachung u. a. bedeutet nichts weniger als extremen Missbrauch und kann durchaus mit einer ‚Gehirnwäsche’ verglichen werden. Auch wenn diese Erfahrungen aus dem Bewusstsein des Erwachsenen weitgehend verschwunden sind, auch wenn er schon lange der Kirche den Rücken zugewandt hat, wirken diese kindlichen Erfahrungen im Unterbewusstsein weiter, als sei es gerade gestern geschehen“.
 
Dr. Ulrich Frey, Gießen, schreibt in „Die Evolution religiösen Empfindens“, S. 188 (3): „Kinder sind ,geborene Gläubige‘; sie denken animistisch, dualistisch und teleologisch. Experimente zeigen, dass Kinder im Alter von 4 Jahren unbewegten Objekten Leben zuschreiben (Animismus). Die Sonne scheint, weil sie das so will (Intentionalität) und alles ist für einen bestimmten Zweck da, zum Beispiel Löwen für Zoobesuche (Teleologie). Kinder wissen ab dem Alter von 5 Jahren, dass die Natur nicht von Menschen stammt. Im Alter von 6-10 schreiben sie diesen Sachverhalt intentionaler, nicht-menschlicher Verursachung zu – sie sind intuitive Theisten.“                  
 
(1a) Hamed Abdel-Samad: http://de.wikipedia.org/wiki/Hamed_Abdel-Samad

(1b) Der Allah-Wahn – Kacem El Ghazzali: http://religionskritik4.blogspot.de/2014/11/der-allah-wahn.html

(1c) „Der Imam drillte mich, bis ich ein Islamist war" – Ahmad Mansour: http://www.welt.de/politik/deutschland/article115616761/Der-Imam-drillte-mich-bis-ich-ein-Islamist-war.html

(1d) Der Pfarrer, der ein Jahr nicht an Gott glauben will – Ryan Bell, Pfarrer: http://www.stern.de/panorama/adventist-ryan-bell-der-pfarrer-der-ein-jahr-nicht-an-gott-glauben-will-2085248.html

(2) http://www.amazon.de/Befreiung-von-Kirche-Religion-Meditation/dp/3940503517

(3) http://www.gkpn.de/Frey_Evolution_Religion.pdf

Autor: Klarsicht.

Siehe auch:
Intelligent, vernünftig und doch religiös gläubig? Kein Problem!: http://klarsicht-blog.blogspot.de/2014/11/intelligent-vernunftig-und-doch.html

Ein Beispiel für autoritär antrainierte Religiosität liefert das Video im folgenden Link:

11  jährige Deutsche rezitiert den Koran!: https://www.youtube.com/watch?v=Vt0-k2KSQ_0

Man kann sich sehr gut vorstellen, daß z. B. ein solches irres Video, wie es im nachstehenden Link enthalten ist, als Mittel verwendet wird, um Kinder religiös zu indoktrinieren, wozu ja auch gehört, ihnen Angst zu machen. Dort, wo das Video ausgegraben wurde, befinden sich noch mehr von ihnen mit ähnlich irrem religiösem Inhalt:
 
Die Schreie aus der Hölle – (Deutsch) „Krik iz pakla“: https://www.youtube.com/watch?v=v_MeYkufuTY

Leseempfehlungen:

  1. „Gottes Güte und die Übel der Welt“ von Prof. Dr. Gerhard Streminger.
  2. „Traktat über kritische Vernunft“ von Prof. Dr. Dr. Hans Albert.
  3. „Der Gotteswahn“ von Prof. Dr. Richard Dawkins.
  4. „Freiheit, die wir meinen“ von Prof. Dr. A. C. Grayling.
  5. „Der Jesuswahn“ von Dr. Heinz Werner Kubitza.

Ergänzt von wissenbloggt:

  1. Indoktrinierung wirkt
  2. Mehr als 20 Jahre… staatlich geförderte Indoktrinierung
  3. Artikel von Frank Sacco

 

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2 Antworten auf Autoritär antrainierte Gläubig- und Frömmigkeit

  1. ebehrendt sagt:

    Ich versuche, als Abonnent der katholischen Wochenzeitung des Erzbistums Berlin "Tag des Herrn" Einblick in das Innen-Seelenleben der Glaubenden zu bekommen.

    Im Heft 1/2015, Seite 13 äußert sich Andre Schneider, Abteilungsleiter in der Caritas zur Rolle von Kitas so:

    "Kitas als Missionseinrichtungen verstehen"
    …Unsere Kitas haben große Chancen, auch bei Ungetauften, christliche Werte und ein christliches Menschenbild zu vermitteln… Den Menschen nicht als Zufallsprodukt einer anonymen Evolution zu begreifen, sondern als Ebenbild Gottes, ist wichtig. Das reicht …bis zur Auferstehung, bis zur Vollendung in Gott…Wenn Kinder zu Hause und anderswo von Gott erzählen…dann sind das riesige Chancen, die wir in der Diaspora haben und ohne die Kitas nicht hätten. Unsere Kitas sollten wir als Missionseinrichtungen verstehen…Denn Kindertagesstätten sind wichtige pastorale Orte…

    Das ist doch eine offensive Offenbarung – und das bei teilweiser oder voller Finanzierung durch den Staat?

     

  2. Saco sagt:

    Dieser Artikel zeigt sehr  gut die heutige Wertigkeit religiöser Einflussnahme auf Kinder. Papst Benedikt weiß: Man behält irgendwo  seinen Kindheitsglauben (und die damit verbundene Angst). Ich möchte hinzufügen: Es gibt Erwachsene, die ihn überwunden haben und die zu der Erkenntnis kamen, dass dieser Glaube zwecks Gesunderhaltung der Bevölkerung eingemottet oder kräftig. renoviert werden muss. Erzbischof Becker (Paderborn) zitiert über die Mütter 2-Jährige schriftlich in seinen Dom. Sie sollen in dem Alter  "eine besondere Sensibilität" gegenüber dem Kircheninnenraum haben. Dort steht aber ein Christus am Kochtopf (Margaretenaltar), der eher für Kinder als Hobby-Menschen- Koch bedrohlich wirkt. Becker erhielt von mir eine Anzeige wegen Kindesmisshandlung.

    Auch die protestantische Kirche nutzt die Kritikunfähigkeit von Kleinkindern. Man gab nicht nur im  Kinderhort  Bisenort bei Hamburg 4-Jährigen das Abendmahl –  und damit die Schuld (durch ihre Sünden) am Kreuzestod Jesu:  "…für Dich am Kreuz vergossen zur Vergebung Deiner Sünden…" Ich zeigte nach 2 Abmahnungen meine Kirche an. So etwas presst Demut und Schuldgefühle in Kleinkinder, wenn sie unschuldig zu Mördern am eigenen Gott gemacht werden. Schon Rilke ließ seinen Jesus sagen:  Und mein Blut fließt ewig aus den Nagelwunden, und sie glauben, mein Blut sei Wein, und sie trinken Schuld und Glut in sich hinein. Das unheilige Abendmahl macht unschuldige Kinder zu Mördern und ewigen "Untertanen". Davon hatte Deutschland genug….

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