Grüne im Abseits

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stamp-483015_640Aus der Sicht von Humanismus und Verstand haben sich die Grünen jetzt im Abseits verlaufen (Bild: geralt, pixabay). Die taz schreibt am 18.1. in Religionspolitischer Kongress der Grünen – Grüne wollen keinen Laizismus, die Trennung von Kirche und Staat habe für die Grünen ausgedient. So wolle man geänderten Realitäten und dem Religionspluralismus gerecht werden.

Nach den Attentaten von Paris müsse man die Religionen reinholen in den öffentlichen Diskurs, man wolle aber kein laizistisches Modell wie in Frankreich.

Mal sehen, ob wir das bei wissenbloggt richtig auf die Reihe kriegen. Die geänderten Realitäten sind anscheinend die Attentate, und deshalb müssen "Staat und Religionsgemeinschaften sich aufeinander beziehen“. Dem Religionspluralismus wird man dann wohl gerecht, indem man Partei ergreift.

Für den Islam? Für alle Religionen zusammen? Hat den Grünen niemand gesagt, dass es Religionsfreiheit nur dort geben kann, wo der Staat über den Religionen steht und von ihnen unabhängig ist? Wollen die allen Ernstes, dass die Staatswillkür jetzt auch noch die Religionen einbezieht und einen Proporz zwischen Halleluja und Hamdulilla auswürfelt?

Oder ist das eine blinde Reaktion der Gläubigen, von denen der Grünen-Vorstand voll ist, gegen die Entwicklung zur Vernunft? Könnten die bitte mal wissenbloggt lesen oder gmx (15.1.), Atheismusforscher – Religion ist ueberholt: Welche religiösen Werte haben wir denn in unserer Gesellschaft noch? Die meisten Werte, auf die wir uns heute beziehen, sind säkular: Menschenrechte, das gesamte Strafgesetzbuch.

Den Grünen sei dies ins Gebetsbuch geschrieben: Welche Ignoranz liegt darin, die vorwissenschaftlichen Irrtümer unbesehen als "unsere" Kultur zu deklarieren, zu verbreiten und zu hätscheln, statt die Menschen aufzuklären. Für alle Spielarten der Religion gilt, dass man den Menschen helfen muss, ihren religiösen Ballast loszuwerden. Wir brauchen endlich ein Ethos der Moderne mit Aufklärung und Menschenrechten statt der überalterten Doktrinen. Nur das befreit uns von den Gefahren der Religion und erlaubt es uns, die Aufgaben der Zeit richtig anzugehen: Abzocke, Ausbeutung und unverdienten Reichtum abschaffen und allen Menschen Existenzsicherung und sozialen Frieden bescheren.

Immerhin gab es laut taz-Artikel eine pragmatische Stimme bei den Grünen, die sich gegen den widerwärtigen Versuch wendet, den Islam "an Bord zu holen, um die Privilegien der Kirchen zu rechtfertigen." Das werde nicht funktionieren, so das Zitat. Hoffentlich nicht.

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