Am 28. März ist in Thüringen Jugendweihe-Auftakt für 2015


topMit freundlicher Genehmigung vom Freigeist Sigfried R.Krebs:

WEIMAR. (fgw) Der Frühling ist gekommen und mit ihm beginnen landesweit auch in Thüringen wieder die diversen sogenannten Passageriten für Jugendliche, also Feste an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Dabei bleibt die Jugendweihe nach wie vor das beliebteste Fest dieser Art, der diesjährige Auftakt wird am 28. März in Königsee im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gegeben.

Wie es von der Interessenvereinigung Jugendweihe heißt, haben sich rund 7.500 der knapp 18.000 thüringischen Achtklässler zu dieser Form des Passageritus angemeldet. Im Jahr davor zählten die Jugendweihen der Interessenvereinigung 7.150 Teilnehmer. Neben der Interessenvereinigung gibt es noch einige weitere kleinere örtliche Träger von Jugendweihen und -feiern; Teilnehmerzahlen sind leider nicht bekannt.

Nach Angaben der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland werden in Thüringen in diesem Jahr 2.800 Jungen und Mädchen konfirmiert, 2014 waren es rund 3.000. Und wie es vom katholischen Bistum Erfurt heißt, werden sich im Jahre 2015 etwa 1.000 Jugendliche firmen lassen. Damit ist die Zahl der Jugendweiheteilnehmer mehr als doppelt so groß als die von Konfirmation und Firmelung zusammen.

Kirchliche Gegenstrategien bis jetzt nicht aufgegangen

Um diesem Übergewicht säkularer Feiern zu begegnen, haben sich die beiden christlichen Großkirchen um die Jahrtausendwende etwas besonderes einfallen lassen. Sie bieten seither – unter verschiedenen Namen – Feiern für Nichtgetaufte zur Lebenswende an. Nach wie vor halten sich aber die Teilnehmerzahlen in sehr überschaubaren Grenzen; in Thüringen ebenso wie in Sachsen-Anhalt oder in Sachsen landesweit im unteren dreistelligen Bereich.

Teilnehmer an solchen Feiern, die zwar vorgeben, säkular zu sein, aber dennoch primär "christliche Werte" propagieren, sind zumeist nur einige wenige Mädchen und Jungen, die Schulen in kirchlicher Trägerschaft besuchen. Es ist daher zu vermuten, daß diese Teilnahmen wohl eher aus opportunistischen Gründen erfolgen, als aus weltanschaulich-religiösen…

Da die seit nunmehr anhaltenden christlichen Missionierungsversuche bei den Menschen nichts fruchten – ganz im Gegensatz zu Politik und Medien, lassen die Theologen nichts unversucht, Schulen und Jugendfreizeit in ihre Hände zu bekommen. Besonders aggressiv sind hier bis dato die Theologen der Friedrich-Schiller-Universität vorgegangen.

Obwohl die diversen kirchlichen Feiern für Ungetaufte zur Lebenswende bislang nur bescheidene Resonanz haben, gibt man sich übertrieben optimistisch und auch großsprecherisch. Neuestes Beispiel bieten hierfür die Theologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ebenfalls im Einzugsbereich der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands. Ihre Fakultät lädt für den 8. April zu einer Tagung über Alternativen zu Jugendweihe und Konfirmation („Religiöse Jugendfeiern zwischen Jugendweihe und Konfirmation") ein.

In der Einladung heißt es: "Die 3. Tagung der Forschungsstelle Religiöse Kommunikations- und Lernprozesse der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg widmet sich einem wissenschaftlich bisher kaum erforschten Phänomen: kirchlichen Jugendfeiern für konfessionslose Jugendliche.

Seit dem Jahr 1998 sind – angeregt durch die erste Feier der Lebenswende von Reinhard Hauke in Erfurt – verschiedene schulische und überschulische katholische wie evangelische Initiativen zu religiösen Jugendfeiern für konfessionslose Jugendliche in Ostdeutschland entstanden, welche der Jugendweihe Konkurrenz machen wollen. Diese Projekte haben v.a. im Umkreis von Schulen in konfessioneller Trägerschaft großen Erfolg, sind aber insbesondere in der Evangelischen Kirche aufgrund ihrer Nähe zur Konfirmation bisher umstritten."

Vor allem ist davon auszugehen, daß solche Projekte trotz allen politisch-medialen Protegierens keinen durchschlagenden Erfolg haben, sondern lediglich Ausdruck von Anpassungsdruck sind und bei einigen den Opportunismus auf dem Weg zu Karrieren befördern…

Siegfried R. Krebs