Stillschweigende F├Ârderungs├╝bereinkunft aufgebrochen


Unter dem 11. Gebot wurde früher das Credo verstanden Du sollst Dich nicht erwischen lassen oder auch Du sollst nicht darüber sprechen, oder gleich Du sollst die ersten 10 Gebote vergessen. Jetzt wurde das von einer Kunstaktion umdefiniert in Du sollst Deinen Kirchentag selber bezahlen! Darüber berichtete wissenbloggt am 26.3. in Präzedenzfall in Münster: Mutige Stadtratsfraktionen verweigern Barzuschuss für Katholikentag! Das Thema wird nun von Georg Korfmacher als Ostergeschenk gewürdigt. Zum Fest der Ostaria mit ihrem Erfüllungsgehilfen Osterhase tut sich die Catholica mit der Entscheidung des Rates der Stadt Münster schwer, den Katholikentag 2018 nicht bar zu bezuschussen (Foto: © Daniela Wakonigg, Moses im Ratssaal von Münster):

 

Kein Barzuschuss für den Katholikentag 2018

 

Da hat uns der Osterhase früh ein wunderschönes Ei beschert. Die bisherige und für Deutschland typische, stillschweigende Übereinkunft zwischen Kirchen, Städten, Ländern und Bund zur Förderung religiöser Großveranstaltungen wurde erstmals aufgebrochen. Ein längst fälliger Schritt, ein für unsere Republik geradezu historisches Ereignis.

Die Entscheidung im Rat der Stadt Münster viel nach demokratischen Regeln. Gleichwohl beschwerte sich der Fraktionsvorsitzende der Partei mit dem C, dass jedem Sozialhilfeempfänger Zuschüsse gegeben würden, während das ZdK als Veranstalter des Katholikentages leer ausginge. Übler geht es nimmer! Die überreiche Catholica will sich allen Ernstes und als Gewohnheitsrecht vom Staat, also von allen Bürgern, ihre Feier mit 1,2 Mio. € bar bezuschussen lassen und neidet den Ärmsten unter uns finanzielle Hilfe. Noch verquerer trieb es der Oberbürgermeister, ehemaliger Mitarbeiter des Bistums Münster, der einerseits einräumen musste, dass es derzeit noch keinerlei Programm für die Feier gäbe, es andererseits aber offenbar für ganz normal hielt, dass das ZdK sehr wohl heute schon den Mio.-Betrag für das noch nicht geplantes Programm einfordere. Auch seine Androhung, dass die Entscheidung für Münster wegen der Nichtfinanzierung durch die Stadt revidiert werden könne, zeugt von selbstherrlichem Machtgehabe.

Es ist geradezu eine Posse der Catholica à la Mixa, Marx und Tebartz, die im Ausland nur noch mit Hohn, Spott und Kopfschütteln bedacht wird. Endlich ein für alle verständliches Beispiel, mit welcher Selbstverständlichkeit bis Dreistigkeit sich die Catholica bei unserem Staat für ihre Feste bedient. Die C-Partei beschimpft auch noch die anderen als  grundsätzlich religions- und kirchenfeindlich. Eine demokratisch gefällte Entscheidung ist zu respektieren. Wenn diese dann gar als „Bruch“ einer nicht demokratisch legitimierten Förderung religiöser Feste bezeichnet wird, zeugt das von einem eher abstrusen Verständnis für unsere Staatsordnung. Das Volk ist der Souverän und nicht die Catholica. Stillschweigende Übereinkünfte, möglichst noch am Parlament vorbei, sind zutiefst undemokratisch und ein Rückfall in überkommene Machtstrukturen à la Zwei-Schwerter-Gehabe. Da stach das Schwert der Kirche immer dasjenige der Staatsmacht.

Nun ist die Catholica ob dieses Dammbruches zu Recht aufs höchste alarmiert, muss sie doch um Weiterungen fürchten. Nun rücken auch andere Organisationen mit kirchlicher Trägerschaft ins Visier rationaler Hinterfragung. Warum finanziert der Staat z.B. die Caritas oder Kindergärten fast vollständig und lässt sich dennoch gefallen, dass eben diese Organisationen immer wieder ihre Mitarbeiter/innen nötigen. Es ist undemokratisch und pervers, dass Menschen mit ihren Steuerabgaben solche Organisationen der Catholica finanzieren, von diesen aber schamlos diskriminiert werden. Ein wahrlich eindrucksvolles Beispiel christlicher Nächstenliebe! Wer zahlt, schafft an. Leider fehlt aber politische Führung und Kontrolle auch hier. Auch hier wären ein Dammbruch und eine Festschreibung gleichen Rechts für alle heilsam. Zunächst einmal kaut die Catholica aber an dem neuen Problem, dass stillschweigende Übereinkünfte offen infrage gestellt und endlich öffentlich, demokratisch aufgehoben werden. Dieser Dammbruch darf nicht repariert werden!

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Die Version von atheisten-info.at

Dass der Aufbruch nur partiell ist, zeigt die Haltung des Landes Nordrhein-Westfalen, das weiterhin Millionen für Kirchentag und Katholikentag hergibt.