Weiterentwicklungen des Ostergedankens

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hourglass-23353_640Die abgebildete Ostereieruhr (Nemo, pixabay) gibt einen neuen Trend vor, wie aus besserunterrichteten Kreisen verlautbart wurde. Die Osterindustrie will weg von der plumpen Eiform, die zu viele negative Assoziationen hervorruft. Cholesterin, Karies (bei der Schoko-Variante), Diabetes – alles dabei, was das Leben unschön macht.

Benötigt wird nicht das Krank-Ei, sondern das Schlank-Ei, wenn nicht sogar das Schlank-Stütz-Ei. In Zahlen: Ein Ei von netto 60 g enthält 45 g Wasser, 8 g Eiweiß, 7 g Fett plus 5 g Schale. Das Schlank-Ei in der Spindelform ist überlegen, es benötigt 15 g Schale und hat dementsprechend weniger Eiweiß und Fett (-17%). Das kommt nicht ganz an die Einsparung ran, die durch die Form suggeriert wird, aber es reicht für den Werbespruch "deutlich reduziert".

Als problematisch könnte sich die Zucht der entsprechenden Hühner erweisen, die solche Schlank-Eier legen. Dem Vernehmen nach ist die Zucht noch nicht gelungen, doch das macht nichts. Schließlich geht es den Hühnereiern sowieso an den Kragen, es gibt Ersatzprodukte, siehe auch Schluss mit Hühnereiern!

Der Marktanteil der eiweißhaltigen Eier ist ohnehin begrenzt. Die Mehrzahl der Eier wird aus Schokolade oder Zuckerzeug verfertigt, und da spielt die Formgebung die geringste Rolle. Das Schoko-Schlank-Ei weist eine augenbetörende Taille auf, doch hat es gewisse andere Probleme beim Rüberbringen der Schlankheitsbotschaft. Wenn es dem Werbespruch "deutlich reduziert" genügen will, muss irgendwas mit dem Inhalt angestellt werden.

Wie wir Verbraucher wissen, würde die Werbung den Konsumenten nie und nimmer etwas Falsches vormachen. Die paar läßlichen Lügen nebenbei gehören ins Kleingedruckte, die zählen nicht. Was also tun?

Den Inhalt deutlich reduzieren, was sonst? Wo "deutlich reduziert" draufsteht, da muss auch "deutlich reduziert" drin sein. Ein Schoko-Ei von 20 g kommt als Schlank-Ei mit 10 g aus. Und das für einen Preis, der nur 50% hochgesetzt wird; schließlich muss die Reduktion was kosten.

Schlank ist schön, schön ist teuer.
Eier sind alt, Schank-Eier sind neuer.  

In diesem Sinn viel Spaß beim osterlichen Rumeiern!

 

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Eine Antwort auf Weiterentwicklungen des Ostergedankens

  1. Wilfried Müller sagt:

    Eränzend sei auf die Herkunft des Ostereierwesens eingegangen. Bei wiki liest man über das Osterei in deutschen Volkssitten, nur bleibt die Frage ungeklärt, warum überhaupt Eier? Hier könnte ein bisher unaufgedeckter Zusammenhang ins Spiel kommen. Wie sagen die Christen, wenn ein Kelch an ihnen vorübergeht? Gottseidank, nicht wahr? Aufgelöst wird daraus Gottsei dank – man erhält einen ersten Hinweis auf das Gottsei.

    Aus dem wiki-Link: Kindern wurde – je nach Gegend – erzählt, dass diese Eier vom Hahn, dem Kuckuck, dem Fuchs, dem Storch oder dem Hasen stammen. Auch den Glocken auf ihrer Rückkehr vom Flug nach Rom in der Osternacht wurden die Eier zugeschrieben. In neuerer Zeit hat sich laut wiki der Osterhase als Eierbringer überregional durchgesetzt.

    Mit anderen Worten, die Herkunft ist zweifelhaft. Das verstärkt den Verdacht, es müsse etwas anderes dahinter stecken. Der Osterhase wird auch nur als Eierbringer apostrophiert – der Eierleger ist jemand anders. Logo, Gott legt das Gottsei, und der Hase bringt's. Bleibt nur die Frage, was war zuerst, Gott oder das Gottsei?

     

     

     

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