Sinnsuche bei Elektroautos

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fire-truck-556782_640Dieser Tage ging wieder die Beschwerde durch die Medien, es würden zu wenig Elektroautos gekauft (Bild: jill111, pixabay). In der Süddeutschen Zeitung vom 8.4. hieß es, Probleme der Elektromobilität – Benzinrepublik verschmäht Stromer.

Im Jahr 2020 sind 1 Million E-Autos geplant, aber bisher gibt es erst 20.000. Die Bundesregierung fördere das nicht ganug, die Kunden kauften nicht genug, und auch die Autohersteller haben laut SZ keine Lust auf die Stromer. Das Geld wird nämlich woanders verdient, wie die SZ schreibt, die PS-Protze verdienen das Geld. Dazu zeigt die Zeitung einen Link zu Elektro-Sportwagen, die z.T. unter 20 sec von 0 auf 300 brauchen, und bei denen das Elektrische eher eine Dreingabe darstellt.

Das ist sicher nicht der Aufbruch, zu dem gemäß SZ die Entschlossenheit fehlt. Gewiss sei das E-Auto eine wichtige Ergänzung zum konventionellen Auto, mit Strom aus Sonne oder Wind würde das Klima entlastet. (Dass der Strom aus Kohlekraftwerken kommt, stört das Bild allerdings.) Trotzdem werde es bald Städte geben, wo nur noch elektrisch gefahren wird, mithin sei der E-Antreb der einzige Weg der Autohersteller in die Zukunft.

Also wo bleiben die Abschreibungen und Prämien? Am besten wieder eine Abwrackprämie für alles Unelektrische, das wär's – leider ist das Problem ein ganz anderes.

Sinnsuche bei Elektroautos

Was sind denn die realen Autoprobleme in der Stadt? Da schreibt sich ganz spontan diese Liste nieder:

  1. Parkplatz fehlt ganz extrem
  2. Verkehrsfläche reicht nicht, oft Stau
  3. Umweltbelastung stellenweise zu groß

Das einzige, wofür die Elektroautos derzeit nützlich sind, ist eine gewisse Verbesserung beim Punkt 3., da wird die CO2-Erzeugung aus der Stadt hinaus in die Kohlekraftwerke verlagert. Ansonsten sind sie auch nicht anderes als andere Autos und tun gar nix für die echten Probleme der Stadt.

Ehe die Hersteller was wirklich Innovatives herausbringen, ändert sich auch nix an der Problemlage. Wozu soll man elektrisch in die Stadt gondeln, wenn man so oder so im Stau steht und am Ende eh keinen Parkplatz kriegt?

Also wo bleibt das Stadtauto zum Zusammenfalten? Es müssen 3,4,5 davon auf einen normalen Parkplatz passen, dann erst bringen sie einen Nutzen. Sie müssen sich im Verkehr automatisch zu 3,4,5 zusammenkoppeln, solange sie denselben Weg verfolgen, was ihre Navis ja wissen.

Die innovativen E-Autos müssen faltbar und ankoppelbar sein, und besonders sinnvoll wären Gummipuffer rundrum wie bei den Bumsautos auf dem Rummel. Beim Fahren können sie Züge bilden, ohne Abstand hintereinander, und damit die Verkehrsleistung im Stau ver3,4,5fachen. Beim Parken wird die viele Luft aus dem Innenraum abgelassen und nur Platz für das beansprucht, was sich nicht wegfalten lässt.

So sehen sinnvolle Elektroautos aus. Erst wenn das erreicht wird, sind Millionen E-Autos realistisch.

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2 Antworten auf Sinnsuche bei Elektroautos

  1. Saco sagt:

    Ich fahre seit 6 Jahren Hybrid. Der Benzinverbrauch ist gleich dem Vorgänger (gleiches Modell), da man die PS erhöht hat und es durch die Batterien schwerer ist. Jemand hier hatte die Idee, die Autobatterien über eigenen Solarstrom aufzuladen. Gibt es schon so eine Konstruktion? Sonne kostet ja (noch) nichts. 

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