Happiness vs. Bruttonationalgl├╝ck


pigs-576595_640Wird dem Glücksschwein der Rücken gekrault, oder tastet die Hand nach dem Schinken? (Bild: OpenClips, pixabay) Wie auch immer, mit dem Glück ist das so eine Sache.

Galt bis vor einer Weile Bhutan als besonders glücklich, weil der König von Bhutan das Bruttonationalglück erfunden hatte, so ist Bhutan jetzt rapide abgestürzt. Im neuen WORLD HAPPINESS REPORT 2015 wird das kleine Land nur auf Platz 79 geführt.

Die Nummer 1 ist jetzt die Schweiz, gefolgt von Island (2), Dänemark (3), Norwegen (4) und Kanada (5). Es folgen weitere nordeuropäische Staaten, dann Neuseeland (9), Australien (10), Israel (11) und Costa Rica (12). Österreich hat die Nummer 13, Mexico 14, die USA 15, gefolgt von Brasilien (16) und weiteren europäischen Staaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Platz 20, Deutschland dann 26 und Saudi-Arabien 35.

Im Mittelbereich liegt die Türkei bei 76 und Bhutan wie gesagt bei 79. Griechenland bei 102, Tunesien bei 107, und bei den höheren 100er-Zahlen massieren sich die afrikanischen Staaten. Zuallerletzt kommen Syrien (156), Burundi (157) und Togo (158).

Grafisch dargestellt sieht das so aus,  Figure 2.2: Ranking of Happiness 2012-2014, entnommen dem World Happiness Report der UNO:

happiness
Je grüner desto glücklicher und zufriedener, je brauner, desto unglücklicher und unzufriedener. Auf den ersten Blick wirkt die Kolorierung plausibel, die Ursprungsländer der neuen Völkerwanderungen sind braun, die Ziele grün. Doch Deutschland ist nicht grün genug, um die Attraktion für die vielen Immigranten zu erklären. Und wie verhält es sich mit Mexico und USA? Dort herrscht doch auch eine starke Migrationsbewegung nordwärts. Die Farben des südpazifischen Raums Indonesien/Philippinen/Australien spiegeln die Wanderungsbewegungen auch nicht gut.

Als Motivation für tatsächliche Wanderungsbewegungen taugt die grünbraune Glücksspirale nicht allzuviel. Dabei hat man sich die Mühe gegeben, die "maßgeblichen" sechs Schlüsselfaktoren zu beachten: das Pro-Kopf-Einkommen, die Lebenserwartung, die Korruptionsfreiheit, die Selbstbestimmung, den sozialen Kontakt und die Großzügigkeit.

"Nicht Geld allein, sondern auch Reichtum, Wohlstand, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gesundheit machen das Glück aus", wird einer der Autoren in scinexx.de zitiert, wo der UNO-Bericht am 24.4. aufgegriffen wird in  Wo sind die Menschen am glücklichsten?

Nicht nur Geld, sondern auch Reichtum und Wohlstand? Das liegt einigermaßen quer zum Bruttosozialglück, bei dem das Merkantile nicht die Hauptrolle spielen sollte. In der Interpretation von scinexx ist interessant, dass nur die erwähnten sechs Faktoren für einen Großteil der Glücks-Unterschiede verantwortlich sein sollen, wobei Frauen in der Regel ein bisschen glücklicher sind als Männer.

Ob letzteres die Tatsache erklärt, dass die meisten Migranten Männer sind? Eher muss man wohl nach anderen Faktoren suchen, wenn man die neuen Völkerwanderungen erklären will. Die Glücksunterschiede incl. Reichtum, Wohlstand, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gesundheit sind offensichtlich nicht alles, was die Menschen bewegt. Die Realität der bewegten Menschen sollte sich im Glücksrating niederschlagen. Dann wird das Bild realistischer.

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