® Das metamurphysche Prinzip

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junckerMurphys Gesetz (Murphy’s Law) funktioniert nicht immer. Das ist sozusagen systembedingt, denn es heißt  „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ („Whatever can go wrong will go wrong.“) Das metamurphysche Prinzip funktioniert auch nicht immer, aber wenn es funktioniert, dann wird es immer schlimmer. Denn es ist keine Ironie, sondern traurige Realität.

Um zu beschreiben, wie die heutige große Politik funktioniert, werden neue Begriffe nötig. Auf Anregung von Dr. Günter Dedié prägte Dr. Wilfried Müller den Begriff metamurphysch, um solche Dinge wie die Euroland-Retterei und die Asylpolitik in Worte zu fassen. Mehrere wissenbloggt-Artikel deklarierten beides als politischen Machbarkeitswahn – aber das stimmt gar nicht. Man könnte das so nennen, wenn die Beschlüsse nach der im Bild beschriebenen Methode gefasst würden. Doch unweigerlich wirft die Methode Probleme auf, und dann setzt ein anderes Procedere ein. Es geht nämlich nicht ums Problemlösen, sondern ums Tun als ob. Das ist das Wesen des Metamurphyschen:

Es geht schief, aber es soll schiefgehen, um davon zu profitieren.

Das Kalkül der metamurphyschen Machtergreifung geht so: Ökonomische Logik wird durch politische Willkür ersetzt. Die Folge sind unendliche Reparaturanstrengungen, um die Realität an die Willkür anzupassen statt umgekehrt. Weil das eigentliche Problem politisch sakrosankt ist und nicht beseitigt werden darf, zieht die Reparatur ("Rettung", "HIlfe") endlos weitere Kreise. In immer neuen Nacht- und Nebelaktionen wird die Willkür vor der Realität gerettet.

Die Rede ist von metamurphysch betroffenen bzw. ausgenutzten Ideologien. Es sind Ideologien, weil sie keine nüchterne Abwägung von Vorteilen und Nachteilen, Kosten und Nutzen, eigenen und fremden Interessen gestatten:

  • Der Euro ist gut, das Euroland muss sich dem Euro anpassen.
  • Die unbeschränkte Zuwanderung ist gut, Deutschland muss sich den Zuwanderern anpassen.

Was die hiesigen Menschen wollen, spielt keine Rolle. Abstimmen dürfen die nicht. Die müssen "überzeugt" werden, und wenn nicht, ist's auch egal. Das Geld verwalten ja die Metamurhys, nach dem Motto: Koste es euch, was es wolle.

Diese Verhältnisse kamen vielleicht nicht mal geplant zustande, als perfide, wohlüberlegte Ideologie. Das ist der Politik eher in den Schoß gefallen, quasi als Belohnung für den Dilettantismus der Politiker. Dabei müssen die Einzelnen durchaus nicht unfähig sein, nur als Gemeinschaftsleistung liefern sie eben Pfusch ab, vom Fraktionszwang getrieben, von der Lobby geknetet, von der Intransparenz befördert und ungebremst von Verantwortung, außer für ihre Wiederwahl. Und nun haben sie ihren Dilettantismus instrumentalisiert.

Sie tun einfach das, was sie am besten können, das Pfuschen. Das wird ihnen zur Quelle von ständiger Medienrepräsentanz, von Macht und Ansehen. Wie sich gezeigt hat, spielt es überhaupt keine Rolle, dass sie nur Probleme lösen, die sie selber geschaffen haben. Und die werden nicht mal gelöst, weil es immer nur um Aufschub geht. 90% der Bürger bzw. Wähler wollen das nicht wahrhaben. Sie zucken nicht mal mehr, wenn die Probleme immer nur mit Geld zugeschüttet werden.

Die metamurphysche Prinzip Es geht schief, aber es soll schiefgehen, um davon zu profitieren bedarf einer stillschweigenden Agendasetzung, die dergleichen niemals eingesteht. Die Agenda funktioniert. Sie lullt alle ein, auch die Parlamentarier; selbige fungieren als Stimmvieh. Primär nach Parteibuch und Eloquenz ausgewählt, realisieren sie oft nicht, was vorgeht. Es wird gelogen und betrogen, um die Wahrheit zu verschleiern – mit vollem Erfolg.
 
Was eigentlich durch ordentliche Gesetze und Regeln gelöst gehört, ist nun dauerhaft politischer (Ver-)Handlungsspielraum. Die Regeln sind aufgehoben nach 40 Jahren Deregulierung; und nun ist es de facto unmöglich, neue Regulierungen zu machen, die nicht von der Lobby ausgehöhlt werden. Wunder was, die Lobby sitzt ja in den Euroland-Institutionen drin, der EZB-Chef Draghi ist ein Bankenlobbyist sondergleichen, und der EU-Kommissionschef Juncker hat sich als großkalibriger Steuerfluchthelfer profiliert. Sogar bei der deutschen Asylpolitik scheint es unmöglich, vergleichbare Regeln (sprich Einwanderungsgesetze) wie andere Staaten zu implementieren.

Deshalb ist es jetzt unser Normalzustand, dass metamurphysch gearbeitet wird. Der unendliche Pfusch ist das Vehikel für immer weitere Machtergreifung. Das ist ideal für die Metamurphys, weil es alle paar Wochen neu hochkocht, ohne dass sie extra was dafür tun müssen. An der Euro-Front meldet Italien Rettungsbedarf an, Frankreich wackelt, und bei Spanien und Portugal geht die schuldenfinanzierte Scheinblüte bald in crashträchtige Rezession über. An der Asylantenfront ist ohnehin alles im Fluss. Die vorhandenen Strukturen sind zur Aufnahme geöffnet, die Widerstände sind tabuisiert, die Probleme programmiert. Das bedeutet viel Freiraum für die Metamurphys.

Überall sind neue "Rettungs"-Taten erforderlich, die das Vehikel für weitere Machtergreifung bilden. Das führt zu trüben Aussichten:

  • Die Euro-Wirtschaftsunion ist demokratisch nicht durchsetzbar, aber metamurphysch allemal. Mit einer gesamteuropäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik wird der Zugriff auf noch größere Summen möglich, nach dem Motto „diese Probleme sind national nicht mehr lösbar, wir müssen Europa neu aufbauen“.
  • Unbegrenzter Zuzug nach Deutschland widerspricht auch dem demokratischen Mehrheitswillen, lässt sich aber durch geeignete metamurphysche Maßnahmen irgendwie kanalisieren (z.B. durch Duldung und Familiennachzug), nach dem Motto „Deutschlands besondere Verantwortung".

Wohin die fortgesetze politische Selbstermächtigung führt? Na, das dürfte der Euro-Kanzlerin Merkel am Ende den Heiligenschein der Alternativlosigkeit eintragen – und wo bleiben wir, die deutsche Allgemeinheit? Wir ernten natürlich niemals Dankbarkeit für unsere Opfer. Vielmehr wird weggelogen, dass wir überhaupt welche erbringen, mit dieser Agendasetzung:

  • „Wir profitieren vom Euro" – real: Wir "profitieren" uns dran pleite, mit 2,1 Bio. Staatsschuld, plus Staats-Ausverkauf, plus null Zinsen, plus gigantischen Kreditrisiken.
  • „Es sind ja nur Kredite bzw. Target-Salden" – real: Das Geld ist zu 90% weg.
  • „Die Immigranten werden als Arbeitskräfte gebraucht" – real: Die Wirtschaft sucht Lohndrücker.
  • „Die Immigranten kosten kaum was" – real: Doch, das wird noch teurer, zumal wenn Parallelgesellschaften entstehen.

Was der demokratische Souverän will, spielt kaum noch eine Rolle. Der Bürger wird medial vom kritischen Denken abgehalten und ruhiggestellt. Wer öffentlichkeitswirksam aufmuckt, wird als Feind Europas bzw. Fremdenfeind hingestellt. Und die metamurphysche Politik kann immer weitere "Gipfel" veranstalten, immer weitere "benötigte" Gelder im Hauruckverfahren raushauen und immer weiter so tun, als ob sie Probleme lösen wollte. Widerstand ist zwecklos, weil, das ist "alternativlos".

Nachtrag: Der Stand September 2015 wurde leicht überarbeitet und an den Stand April 2017 angepasst.


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2 Antworten auf ® Das metamurphysche Prinzip

  1. Wilfried Müller sagt:

    Von geneigter Seite erreicht uns der Kommentar in Form einer alten Büroweisheit: Wenn Du ein Projekt leitest, mache es so schnell wie möglich so teuer wie möglich, weil es dann nicht mehr so leicht eingestellt werden wird. Das ist eine kongeniale Ergänzung zu der Juncker-Weisheit im Bild ganz oben.

    Auch sonst kennt die althergebrachte Bürokultur die passende Weisheit zum politischen Geschehen. Demnach sind die Phasen eines kritischen und komplexen Projekts:

    1. Phase der Euphorie
    2. Phase der Ernüchterung
    3. Suche nach Schuldigen
    4. Bestrafung der Unschuldigen (sog. Bauernopfer)
    5. Auszeichnung der Unbeteiligten

    Bei den Asylanten sind wir aus Sicht des Ideenlieferanten am Beginn der Phase 2., während wir aus meiner Sicht beim Euro zugleich Phase 2. und 4. haben (Bestrafung der Euroland-Allgemeinheit). Die Phase 5. verläuft dank metamurphyschen Könnens anders, nämlich: Auszeichnung der Schuldigen, die uns das eingebrockt haben.
     

     

  2. Wie geht es eigentlich weiter, wenn die metamurphy‘sche Eskalationsschraube irgendwann doch mal überdreht wird? Eine Möglichkeit, die schon lange unterwegs ist, besteht darin, die letzten Reste einer politischen Opposition durch eine nahtlose Folge von GroKo’s auszuschalten. Wie seinerzeit in der DDR und in anderen ideologisch ausgerichteten Parteidiktaturen.

    Wenn das auch nicht mehr hilft: Die hochgelobte demokratische Meinungsfreiheit beschränken. Dazu ist eine Zensur ein bewährtes Mittel. Dieses soll nun für unsere „Demokratie“ mit dem sog. Netzwerkdurchsetzungsgesetz realisiert werden. Auf den Weg gebracht von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD).

    Das könnte Bürger, die mitdenken (sog. Verschwörungstheoretiker), auf folgende Gedanken bringen:

    1. Da die Zensur nur für das Internet und nicht für die sog. Qualitätsmedien vorgesehen ist, scheint doch etwas dran zu sein an der staatstragend selektiven Berichterstattung der Q-Medien.

    2. Könnte es etwa sein, dass die Linksintellektuellen noch ein wenig mehr zum Radikalismus neigen wie die ständig von ihnen beschimpften Rechtsintellektuellen? In der Geschichte gäbe es ja viele Beispiele dazu.

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