Göttliches Ablaufdatum überschritten

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polyatheistGötter aus dem monotheistischen Unkulturkreis sind immer die einzig wahren Götter, und sie sind unvergänglich. Dabei ist die Beweislage schon bei ihrer Geburt ganz mau. Der jüdische Gott Jahwe wurde vor 2.500 Jahren geschöpft. Die Erschaffung des erweiterten christlichen Trios Gott / Jesus / Heiliger Geist / Gottesmutter Maria datiert vor 2000 Jahren, und den islamischen Allah ersann man vor rund 1500 Jahren.

Zu der Zeit konnte man den Exitus der griechisch-römischen Götterriege beobachten. Zunächst wurde die Truppe des griechischen Zeus' noch recycled zur römischen Jupiter-Crew. Dann musste die sich dem christlichen Gott samt seinen zweieinhalb halboffiziellen Mitgöttern geschlagen geben. Interessanterweise war der christliche Gott eigentlich ein no-name-Produkt, der hieß nur Gott und nix weiter. Dafür hat der Allah 99 Namen, auch wenn er bloß ein Einzelkämpfer ist.

Der Kern dieser kleinen Auflistung ist einmal die Tatsache, dass es den einzig wahren Gott mehrfach gibt – so dass sich für jeden davon eine Mehrheit von anderen ergibt, die seine Existenz negiert. Und dann ist da dieses Ablaufdatum der unvergänglichen göttlichen Gruselgestalten: Die Götter überleben sich wie alles andere auch.

Daran erinnert der FRIENDLY ATHEIST mit seinem Artikel “Graveyard of the Gods” at UW-Madison Reminds Students That All Gods Have an Expiration Date (31.10.). Die USA sind nicht nur bible belt, es gibt dort auch kritische Geister.graveyardofthegods1 Und die haben den Göttern einen Friedhof spendiert.

Jedes Jahr tun sich Atheisten, Humanisten und Agnostiker der University of Wisconsin–Madison zusammen, um einen fantastischen “Graveyard of the Gods” aufzubauen. Das soll die Studenten an all die Götter erinnern, die einst angebetet wurden, an die geglaubt wurde, und die nun vergessen sind. Wieviel länger werden die heutigen Götter bestehen?

Das Schild sagt so schön "here lie …" Weil das Wort lie auch Lüge bedeutet, darf man die Aussage noch etwas ausspinnen. Schließlich haben die tüchtigen Leute von der Uni Wisconsin–Madison nicht wirklich was zu vergraben. Götter gibt's ja nur in der Phantasie der Gläubigen, und nicht in der Realität.

Trotzdem darf man mal so tun, als ob's sie gegeben hätte, um auf die Diskrepanz zwischen ewigem Anspruch und begrenztem Ablaufdatum hinzuweisen. Der Götterfriedhof wird in einem weiteren Artikel mit Bildern ausstaffiert, College Atheists Place ‘God Graveyard’ on Campus: 200 Tombstones of Gods We No Longer Worship (31.10.), mit der ketzerischen Frage, What’s stopping Allah and Yahweh from joining the mix? Was hält Allah und Jahwe davon ab, hier begraben zu werden? (In den USA wird der Name des jüdischen Gotts teilweise auch für den christlichen verwendet.)

Und der da? Ist der nicht von Haus aus unterirdisch begraben? (Bild: geralt, pixabay)

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Der Teufel gehört zum Gesamtpaket mehr oder weniger dazu, soweit die monotheistischen Wolkenschieber betroffen sind. Hübsch wär's, wenn man auch einen Teufelsfriedhof spendieren könnte, auf dem der religiöse Höllenzauber entsorgt wird. Noch gibt's ja die Indoktrinierung mit dem christlichen Höllenfeuer und seinem muslimischen Äquivalent (72 Huris pro Greis).

Ein paar frische Takte zu dem abgegrasten Thema: Wir warten auf die Zeit, wo die Menschen sich besinnen, und wo die Religionen nicht mehr too balla-balla to fail sind. Von der Logik her müsste die Formel gelten

A = WU  (Ablaufdatum = Weltuntergangsdatum)

Wenn die Welt nicht untergeht, sollte wenigstens der Gott untergehen, der für sowas herhält. Das Verarschungsmonopol ist heute schließlich zu einem hart umkämpften Gut geworden, um das alle Arten von Bauernfängern rangeln.

Bunte Mischung von Links dazu:

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Eine Antwort auf Göttliches Ablaufdatum überschritten

  1. Besonders interessant wird es, wenn Anhänger der drei "mono"-theistischen Religionen sagen, dass sie alle an denselben Gott glauben (warum eigentlich nicht an Göttin ?).

    Da man im Christentum an einen dreifaltigen Gott glaubt, könnte es nun also so sein, dass auch Juden und Muslime an die Dreifaltigkeit Gottes glauben — sonst funktioniert das mit demselben Gott schließlich nicht.

    Und ob Christen wohl bereit sind, ihren Gott auf ein Drittel zu reduzieren, also zwei Drittel seiner Macht preiszugeben — na, ich weiß nicht. Da sollte den Juden und den Muslimen doch ein Zugewinn, eine Verdreifachung, gelegener kommen …

    Wer gerät jetzt am meisten in die Bredouille ?

    Eckhardt Kiwitt, Freising

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