Je reich, desto arm

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philippines-321674_960_720Die Ungleichheit nimmt zu. Das berichtet wissenbloggt in vielen Artikeln, zuletzt Megatrend Ungleichheit. Wir verbreiten den aktuellen Bericht (18.1.) von Oxfam Deutschland ("Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.", Bild: Bindue, pixabay):

62 Superreiche besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung

Soziale Ungleichheit nimmt weltweit dramatisch zu. Ein neuer Oxfam-Bericht zeigt: 62 Menschen besitzen inzwischen genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – noch vor einem Jahr waren es 80. Ein Grund für diese Entwicklung sind Steueroasen.

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst noch schneller als erwartet: Vor einem Jahr prognostizierte Oxfam, im Jahr 2016 werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent zusammen. Tatsächlich wurde diese Schwelle bereits 2015 erreicht. Dies geht aus dem Bericht „An Economy for the 1%“ hervor, den Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht. Dem Bericht zufolge droht soziale Ungleichheit die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte zu machen.

Neun von zehn Großkonzernen haben Niederlassung in Steueroase

Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind.

Tobias Hauschild, Referent für Entwicklungsfinanzierung

Ein Grund für diese Entwicklung ist die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen. Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen haben sich zwischen 2000 und 2014 vervierfacht. Neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen haben Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Entwicklungsländern gehen auf diese Weise jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen verloren.

Alleine die afrikanischen Staaten kostet es jährlich rund 14 Milliarden US-Dollar, dass reiche Einzelpersonen ihr Vermögen in Steueroasen verschieben. Mit dem Geld ließe sich in Afrika flächendeckend die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder sicherstellen, was pro Jahr rund vier Millionen Kindern das Leben retten würde.

Wir fordern dagegen ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren:

  • Konzerne dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften.
  • Die Politik muss die Anliegen der Bevölkerungsmehrheit über die Interessen der Superreichen stellen. Sie muss die Steueroasen trockenlegen.

Jetzt Steueroasen trockenlegen!

Fordern Sie die Bundesregierung auf, dem Übel der Steueroasen ein Ende zu setzen (siehe dazu auch den wb-Artikel Pakt gegen Steuerflucht wirkungslos)

Oxfam-Aktion unterschreiben

Oxfam-Bericht „An Economy for the 1%

Oxfam-Paper englisch: AN ECONOMY FOR THE 1% – How privilege and power in the economy drive extreme inequality and how this can be stopped

Oxfam-Paper deutsch: Ein Wirtschaftssystem für die Superreichen: Wie ein unfaires Steuersystem und Steueroasen die soziale Ungleichheit verschärfen

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Eine Antwort auf Je reich, desto arm

  1. Wilfried Müller sagt:

    Die SZ bezweifelt die Rechenkünste von Oxfam in Ungleichheit – Besitzen 62 Menschen wirklich so viel Vermögen wie die halbe Welt? (19.1.): Immerhin wird auch der Vermögensbericht der Bank Credit Suisse zitiert, nach dem das reichste 1% der Menschheit nach Abzug aller Schulden genauso viel Vermögen hat wie die übrigen 99%.

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