Die doppelte Religion der Frau Merkel

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hammerkreuzEs sind keine Komplimente, die der Physiker und Autor Dr. Günter Dedié unserer Staatsratsvorsitzenden, pardon, Bundeskanzlerin erweist. Dedié kennt die DDR-Vergangenheit aus eigener Sicht und kann so plausible Erklärungen für die merkelschen Polit-Aktionen zutagefördern
(Bild-Quelle: Wikipedia (gemeinfrei), erweitert – interessant ist in dem Zusammenhang auch Dominoeffekt -Kolumne "Dönmez direkt" am 23.1.2016 in den OÖNachrichten):
 

Die doppelte Religion der Frau Merkel

Frau Merkels Aufruf zur grenzen- und bedingungslosen Einwanderung wirkt auf viele Bürger in Deutschland und Europa als Größenwahn oder Allmachts-Phantasie der mächtigsten Frau der Welt, oder als bedrohlicher Beginn der Liquidation Deutschlands durch die aktuelle Regierung. Wer aber in der DDR gelebt oder/und die Verhältnisse dort gekannt hat, der weiß, dass Frau Merkel aus einer Kultur doppelter Religiosität stammt: Einem christlichen Elternhaus und einem kommunistischen Staat. Letzteres nicht nur als Mitläufer, sondern als langjährige Sekretärin der kommunistischen Organisation FDJ für Agitation und Propaganda. Am Ende der DDR war Frau Merkel bereits 35 und damit weit über das Alter von 25 hinaus, in dem Menschen charakterlich und weltanschaulich geprägt werden.

Warum doppelte Religion? Nicht nur das Christentum ist eine Religion, sondern auch der Kommunismus. Christliche und kommunistische Religion haben aber vieles gemeinsam. Darum konnten sich viele Pfarrer in der DDR auch recht gut mit dem kommunistischen Regime arrangieren. Diese Religionen ergänzen einander aber auch, was das Thema Asylanten betrifft. Einige Beispiele dazu:

  • Statt der göttlicher Dreieinigkeit schwebte die Viereinigkeit über der kommunistischen Gesellschaft: Marx-Engels-Lenin-Stalin.
  • Wie im Christentum wurde dem Fußvolk der Glaube an die Dogmen als das allerwichtigste verordnet.
  • Statt des Gottesgnadentums der christlichen Herrscher wurde in der DDR der Kommunismus als das endgültige Ergebnis der naturgesetzlichen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft verkündet.
  • Es gibt im Kommunismus kaum persönliches Eigentum und kein privates Unternehmertum. Die eigene Initiative und Verantwortung im Sinne der Subsidiarität spielte keine Rolle.
    Auch im Christentum wird dem einfachen Volk gepredigt, dass der Mensch “allein durch den Glauben … gerechtfertigt wird, nicht durch gute Werke“ (Luther). Aber auch zur Ruhigstellung des Fußvolks Relativierungen der Art: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt“.
  • Die kommunistische Internationale hatte Vorrang vor nationaler Identitäten nach dem Motto „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Sie stand anscheinend auch Pate bei den Bemühungen der Merkel, die Grenzen Deutschlands unwirksam zu machen, vgl. bei wissen bloggt Spiel ohne Grenzen
  • Ein zentrale Planwirtschaft (statt Pluralismus) war Bestandteil beider Religionen, entweder als Diktatur der Arbeiterklasse, zentral für den ganzen Ostblock, oder als dogmatisches, international weisungsbefugtes Papsttum.

Die Gleichheit aller Menschen gab es allerdings nur in der Theorie, die Praxis bestand aus einer Diktatur der kirchlichen oder kirchlich sanktionierten weltlichen Herrscher einerseits bzw. der kommunistischen Partei anderseits. Ein differenziertes Verständnis der Menschen und der Gesellschaft ist weder der einen noch der anderen Religion ein Anliegen.

Vor diesem Hintergrund wird die extreme Haltung von Frau Merkel bei der Förderung der "Asylantenflut" verständlich: Es liegt eine doppelte, weitgehend gleichartige religiöse Prägung vor.

Diese wurde wahrscheinlich auch untergründig verstärkt durch die DDR-spezifische Sorge vor der Entvölkerung wegen der jahrzehntelangen Flucht von ca. 4 Mio. (von ca. 17 Mio.) DDR-Bürgern in den Westen. Eine sehr kontrollierte, an ihre Arbeitsplätze gebundene Migration von Ausländern mit befristeten Arbeitsverhältnissen in die DDR gab es aber auch; sie stieg von 14 000 in 1967 kontinuierlich bis auf 93 500 in 1989 an.

Es kommt hinzu, dass Merkels Asylanten-Ideologie populistisch ist. Eine populistische Aussage ist (in Anlehnung an Wikipedia) dadurch gekennzeichnet, dass sie demagogisch ist, also auf die Wirkung im Volk und in den Medien optimiert. Sie hält aber einer genaueren Analyse nicht stand und ist meist einseitig begründet. Populismus ist deshalb, wie die Erfahrung immer wieder zeigt, nicht nur auf die Kritiker der Regierenden beschränkt, Populismus gibt es – wie im Fall der Asylanten – auch von Staats wegen. Merkels Asylanten-Populismus bedient einerseits die vielen Gutmenschen und Sozialromantiker des Christentums mit der einseitigen Assoziation von Nächstenliebe, andererseits die aus dem Umfeld der SPD, der Grünen und – wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit – der Linken und deren Wähler mit ihren einseitig sozialistischen Ideologien. Aber auch die – dank Merkel – weit nach links gerückte CDU und viele ihrer Wähler.

Warum ist der Populismus so attraktiv? Er bedient diffuse Sehnsüchte des Volkes, wie z.B.: Alle Freiheiten haben, aber keine Verpflichtung; nicht arbeiten müssen, trotzdem alle Ansprüche erfüllt bekommen; absolute Gerechtigkeit durch irgendwen da oben; die ewige Seligkeit in Aussicht, ganz gleich ob sie Himmel oder – wie in der DDR – kommunistische Gesellschaftsordnung genannt wird.

Die Zeiten, als das Christentum fortschrittlich und attraktiv war, weil es verkündete, dass alle Menschen gleich seien (in den Zeiten der Sklaverei, der Leibeigenschaft, der absoluten Herrscher und des Geburtsadels), sind lange vorbei. Die Gleichheit wurde aber nicht mal in der Kirche selbst umgesetzt (vgl. Kirchenfürsten usw.). Inzwischen hat sich die Situation der Gesellschaft ins Gegenteil verwandelt, wie man anderswo in wissen bloggt nachlesen kann „Sozialismus gilt jetzt nicht mehr fürs Volk, sondern für die Kapitalisten – für die neue Nomenklatura. Der wird das Paradies auf Erden bereitet, ein Wohlfahrtssystem für Privilegierte. So sieht das neue Arbeiter- und Bauernparadies aus.“

Nochmal zurück zum Ausgangspunkt: Ist Merkels Aufforderung an die Asylanten zur unbegrenzten und unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland (von der natürlich nach der Einbürgerung wegen der EU-internen Freizügigkeit auch die übrigen Staaten der EU betroffen sind) nur aus ihrer doppelt religiösen Vergangenheit heraus zu verstehen, oder steckt mehr dahinter? Ich könnte mir da zwei alternative Szenarien vorstellen:

A1. Die schon angesprochene Schwächung der EU und ihrer Staaten, verbunden mit zunehmenden Problemen und als Folge wachsender Uneinigkeit, die populistische Argumente für einen europäischen, zentral administrierten, inhomogenen Vielvölkerstaat a la UdSSR liefert. Natürlich mit Mutti Merkel an der Spitze.

A2. Eine noch weitergehende Schwächung der EU und ihrer Staaten, die dann leichter von den globalen Konzernen und der USA sowie anderer aufsteigender Großmächte beherrscht werden können. TTIP mit geeignet besetzten kommerziellen Schiedsgerichten und vergleichbare Abkommen sind schon ein großer Schritt in diese Richtung.

Wenn man sieht, in welchen desolaten Zustand die westlichen Demokratien sind, infolge des allgemeinen Trends zur Plutokratie, sowie in Deutschland der Diktatur der Einheitsfront der etablierten Parteien, der „Qualität“ der Medien in Sachen Regierungs-Propaganda und der politischen Interesselosigkeit und Inkompetenz der meisten Wähler, dann könnte man sogar auf den Gedanken kommen, dass die Übernahme der Macht durch globale Konzerne die bessere Lösung sein kann. Denn unser aktueller Wohlstand ist offensichtlich mehr ein Verdienst der Industrie als der abgewirtschafteten Demokratie. Außerdem ist in den Unternehmen die Organisation, die Kompetenz der Mitarbeiter, die Auswahl der Führungskräfte usw. deutlich besser als im Staat und erst recht  in den Parteien, Parlamenten und Ministerien. 

Link zu Dediés Emergenz-Netzwerk
Links zu Dediés wb-Artikeln
Links zu Dediés Buch  Die Kraft der Naturgesetze, Günter Dedié, Verlag tredition, zweite Auflage 2015.
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31 Antworten auf Die doppelte Religion der Frau Merkel

  1. TST1998 sagt:

    Also ganz ehrlich: Dein Block driftet genauso wie die AfD ins rechtsextreme mit unzähligen Verschwörungstheorien. Dabei ohne jede Kenntnis in welchen Zwängen Regierungsentscheidungen getroffen werden. Vom Thema selber sowieso keine Ahnung.

     

    Dieser Beitrag ist derartiger Schwachsinn, da fehlen einem fast die Worte. Man nehme lediglich diese Formulierung " Merkels Aufforderung an die Asylanten zur unbegrenzten und unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland" ist an Absurdität kaum zu überbieten. Entsprechend natürlich auch alle darauf aufbauenden Verschwörungstheorien und Pseudobegründungen. Es ist die Phrasologie rechtsextremer Hetzer mit denen Du dich hier gemein machst.

    Ich mochte deinen Block wegen guter religions- und Euro-kritischer Beiträge. Aber leider bist du zusammen mit der AfD ins rechtsextreme Lager gedriftet, in deren Dunstkreis Du dich geistig bewegst. Waren Bernd Luke und Olaf Henkel noch intelligente Menschen, sicherlich auch recht konservativ, ist die heutige AfD nicht einmal mehr rechtspopulistisch zu nennen. Sie ist bis auf einige verbliebene Gründungsmitglieder inzwischen stramm rechtsextremistisch. Leider hast Du diese Wandlung mitgemacht. Schade. Hätte Dich für weißer gehalten…

  2. Wilfried Müller sagt:

    Zu den Vorwürfen von TST1998 möchte ich zu bedenken geben, dass die "Regierungsentscheidung" zum "Wir schaffen das" keinen politischen Zwängen entsprang. Das war eine Gefühlsäußerung, die sehr wohl als "Aufforderung an die Asylanten zur unbegrenzten und unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland" verstanden wurde. Die daraus resultierende Kritik unterstütze ich, solange sie sachlich bleibt.

    Mit der AfD hab ich noch nie was im Sinn gehabt, ich schau mir das gar nicht an und hab ganz bestimmt keine AfD-Wandlung mitgemacht. Aber Standpunkte sind für mich nicht generell unvertretbar, bloß weil die AfD sie vertritt. Ich würde die "Verschwörungstheorien" von Günter nicht unterschreiben, aber ich akzeptiere sie als bedenkenswerte Meinungsäußerungen von einem, der das DDR-System von innen kennt.

    Die Rechtsextremismus- und Populismus-Keule zu schwingen, geht an der sachlichen Aufarbeitung der Themen in wissenbloggt schlicht vorbei; das war schon mal dran in Rechte Mitte.

  3. Wilfried Müller sagt:

    Weil es bei w-blogger Probleme mit dem Kommentar-Editor gab, setze ich w-bloggers Kommentar rein:

    @TST1998  Zum Ersten: Warum attackieren Sie Wilfried Müller und wenden sich nicht an den Autor des Artikels?

    Zweitens: Ihr Stil ist so unqualifiziert, wie Sie es dem Artikel und dem Blog vorwerfen: „… ohne jede Kenntnis“, „… keine Ahnung“, „… Schwachsinn“, „…Absurdität“, …. Im Unterschied zum Autor begründen Sie Ihre massiven Aggression aber nicht. Die einzige Ausnahme davon ist der Hinweis auf den Satz "Merkels Aufforderung an die Asylanten zur unbegrenzten und unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland", zu dem ich jetzt etwas sagen möchte.
    Als erstes dazu ein paar Aussagen von Frau Merkel aus dem vergangenen Jahr:
    Jan 2015 (Neujahrsansprache): „Es ist selbstverständlich, dass wir Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen.“
    Juli 2015: „ … wenn wir jetzt sagen: Ihr könnt alle kommen … das können wir auch nicht schaffen“
    Aug 2015 (Sommerpressekonferenz): "Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen auch das"
    Sep 2015: "Wenn man in der Flüchtlingskrise kein freundliches Gesicht zeigen darf, ist das nicht mein Land"
    Sep 2015: „Eine Beschränkung der Zahl der Asylbewerber kennt das Grundrecht auf politisches Asyl nicht.“

    Falls Sie nun erklären, dass das alles keine uneingeschränkten oder gar einklagbaren Einladungen sind, sollten Sie bedenken, wie derartige Aussagen einer deutschen Regierungschefin im Vorderen Orient oder in Zentralafrika ankommen und verstanden werden, wenn sie laufend per Handy oder sonstwie dort gemeldet werden: sicher nicht wörtlich oder schwarz-auf-weiß. In einer Welt, in der fast alle anderen Staaten Asylanten nur äußerst restriktiv aufnehmen, ist ja wohl klar, dass derartige Aussagen als Einladung aufgefasst werden und eine Lawine auslösen, wie in 2015 geschehen. Die entsprechenden Rückmeldungen bekommt ja sogar unsere Polizei von den Asylanten, die schon da sind (z.B. in Köln).

    Hinzu kommt, dass wir selbst in Deutschland nicht zwischen dem kleinen Anteil echter, z.B. kriegsbedingter Flüchtlinge und dem weit überwiegenden Anteil der Asylanten unterscheiden, die hereindrängen, weil es ihnen bei uns besser geht als daheim. Selbst wenn sie keine Arbeit bekommen. Wie kann man das dann von den Asylanten erwarten? Wie sollen sie wissen, was Frau Merkel mit dem Grundrecht auf politisches Asyl meint?

  4. w-blogger sagt:

    Einen interessanten Link zu einer Analyse zur Situation von Frau Merkel finden Sie auch in der Initiative Humanismus .

  5. TST1998 sagt:

    Ich habe meine Antwort an Wilfried gerichtet, weil er diesen Mist auf seinem Blog wiedergibt. 

    Dieser Artikel ist schlicht inhaltlich absurd und in Wortwahl und Argumentationsstruktur klassischer rechtsextremistischer Sprachgebrauch.

    Es ist ein Gebot unserer Verfassung und eine Lehre aus unserer Geschichte, dass wir Schutz vor Krieg und Verfolgung suchenden Menschen diesen Schutz gewähren. Und unsere Verfassung hat hierfür explizit und gewollt keine Obergrenze erlaubt. Nichts anderes hat Angela Merkel jemals gesagt und es ist auch richtig es zu sagen!

    Zu behaupten, dass die Flüchtlinge wegen eines Handyfotos von Merkel mit einem Flüchtling nach Deutschland kommen ist Unsinn. Das ist klassische rechtsextreme Propaganda.

    Es gibt 3 Gründe für die im letzten Jahr sprunghaft angestiegene Zahl der Flüchtlinge:

    1. Assad hatte eine Terroroffensive gegen die eigene Zivilbevölkerung gestartet, um die letzten Bevölkerungsteile zu verteiben, welche sich nicht seinem Willen unterwerfen.

    2. Kamen diese dann in ohnehin schon überfüllte Flüchtlingslager in den Nachbarländern, wo zum selben Zeitpunkt die UNHCR gezwungen war die Nahrungsrationen auf 1/3 zu kürzen, weil die ZUGESAGTEN Hilfsgeld von den Staaten nicht überwiesen wurden. Auch von europäischen Ländern kam kein Geld! So viel zu der peinlichen Ausrede, man sollte und es wäre billiger den Menschen Vorort zu helfen. Erst jetzt nach dem 1 Mio. Flüchtlinge bei uns im Vorgarten stehen hat man ein Paar Milliarden zusammen gekratzt und Hilfe geschickt.

    3. Wurde Erdogan von der EU wegen seines extrem autokratischen, anti-demokratischen und anti-westlichen Regierungsgebahren unter Druck gesetzt. Erdogan hat dann die Flüchtlinge benutzt, um die EU massiv unter Druck zu setzen. Hat für ihn auch wunderbar geklappt. Merkel ist brav zu Erdagon gepilgert und hat Abbitte geleistet und 3 Mrd. auf den Tisch gelegt. Und Erdogan wird die Gelegenheit ausquetschen bis er bestimmt 20 Mrd Euro und die EU-Mitgliedschaft bekommen hat. Und immer wenn ein EU Staat aufmuckt, werden einfach wieder mal Hunderdtausend Flüchtlinge durchgewunken. Und das ist keinesfalls billiger als alle syrischen Flüchtlinge in Deutshcland aufzunehmen!

    Und warum die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kommen?

    1. Weil sie auf dem Weg nach Schweden und England sind. Etwa 1/3 ist nur auf Durchreise.

    2. Weil Deutschland das größte und wirtschaftlich stärkste Land in der EU ist. Gerechnet auf die Einwohnerzahl nimmt Deutschland sogar erheblich weniger auf als viele andere Länder.

    3. Weil schon viele Verwandte und Bekannte hier seit Jahrzehnten leben. Es gibt nicht erst seit letztem Jahr Flüchtlinge aus dem Nahen Osten.

    4. Weil Deutschland die Menschen erst einmal auffängt, versorgt und prüft ob sie ein Bleiberecht erhalten können. Dies ist attraktiver als in vielen anderen Ländern, insbesondere als den Winter in einem libanesischen Flüchtlingslager zu verbringen. Wobei die Leistungen von Deutschland an Flüchtlinge ohnehin schon im unteren Mittelfeld in Europa liegen. Es liegt also nicht an zu üppigen Sozialleistungen, wie immer wieder behauptet wird. Davon abgesehen ist das deutsche Asylrecht extrem restriktiv! Kaum jemand hat überhaupt eine Chance Asyl zu erhalten. Die einzigen, welche eine Aufenthaltserlaubnis nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten werden, dass sind die Syrer. Alle anderen werden wieder zurück geschickt. Dies geschieht derzeit schon im großen Stil mit Menschen vom Balkan. Mit Menschen aus dem westlichen Nordafrika ist es schwieriger, weil diese Staaten versuchen die Rücknahme zu verhindern. Aber dafür wird in den nächsten Wochen mit großer Sicherheit eine Lösung gefunden werden, denn die EU hat da durchaus Druckmittel. 

    D.h. von den angekommenen 1 Mio. sind 30% direkt weiter in andere Länder, werden 20% vom Balkan schon umgehend zurück gebracht. Weiter 20-30% werden in den nächsten Monaten nach Nordafrika zurück gebracht und nur die Syrer erhalten eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis nach Genfer Flüchtlingskonvention bis zum Ende des Krieges dort. Dies ist keine Anerkennung aufgrund von Verfolgung im Heimatland! Also das was man allgemein Asyl nennt und einen unbefristeten Aufenthaltstitel begründet.

    Die Fakten sind also vollständig andere als die rechtsextremistische Propaganda suggeriert, welche offensichtlich schon in weiten Teilen des konservativem Bürgertums als eigenes Weltbild übernommen wurde.

    Im Übrigen wird diese rechtsextreme Propaganda auch ganz gezielt vom russischen Geheimdienst geschürt mit dem Ziel die EU zu destabilisieren und schwächen und Merkel zu stürzen. Das läuft derzeit nach KGB-Handbuch aktualisierte Version 2012.

    Zuerst wurden die Übergriffe an Sylvester inszeniert (wobei dann sich locker 80-90% der angeblichen Opfer erst Wochen später gemeldet haben und meist Frauen aus dem rechtsextremen Umfeld sind und selbstverständlich es nur vortäuschen. Bloß in der Statistik erscheinen dann große Zahlen von Anzeigen, selbst wenn diese als vorgetäuscht eingestellt werden.). Dann haben die russischen Propagandamedien einen Fall einer angeblichen Vergewaltigung eines Mädchens instrumentalisiert und die russischsprachigen "Deutschen" aufgehetzt, den Demonstrationen selbiger organisiert und gestern hat sich Lawrof persönlich zum Schutzpatron aller "russisch Sprachigen", ergo "Russen" in Deutschland erklärt. Exakt Schema F wie auch schon in der Ukraine.

    Fehlt nur noch der Einmarsch der "grünen Männchen"…

     

     

  6. kantomas sagt:

    @ TST1998

    Gute Argumentation. Allerdings bedenkst du eine Sache nicht. Wenn weiterhin diese Massen die nächsten Jahre nach Deutschland kommen, wird die AfD enorm zulegen. Auch wenn man für die Aufnahme der Flüchtlinge ist, sollte man diese Gefahr immer mit einkalkulieren. Wie kann man die AfD in Schach halten und trotzdem so vielen wie möglich helfen. Das könnte nur dann funktionieren, wenn die Zahl der Flüchtlinge, die aufgenommen werden, deutlich gesenkt wird. Wenn Deutschland in Zukunft auch weiterhin ein Land bleiben will, das in zukünftigen Konflikten Flüchtlingen eine Sicherheit bietet, darf man auf keinen Fall zulassen, dass sich die AfD fest etabliert.

    Nur eines gefällt mir in deinem Beitrag überhaupt nicht. Dass nämlich die Russen angeblich hinter den Ereignissen in Köln stecken sollen. Das ist in meinen Augen so weit hergeholt und so spekulativ, dass es deiner ansonsten gut dargelegten Argumentation, mehr schadet als nützt.

    Und eines kann ich sogar blind unterschreiben:

    "Dieser Artikel ist schlicht inhaltlich absurd und in Wortwahl und Argumentationsstruktur klassischer rechtsextremistischer Sprachgebrauch."

  7. w-blogger sagt:

    Könnte jemand von Ihnen mal nachvolltiehbar definieren, was er mit der Keule "in Wortwahl und Argumentationsstruktur klassischer rechtsextremistischer Sprachgebrauch" meint? 

  8. @w-blogger:

    Das frage ich mich auch. Wilfried hier rechtsextremistische Anwandlungen unterstellen zu wollen, ist schon ein wenig weit hergeholt. Dazu kenne ich auch seinen Hintergrund zu genau. Sprache ist ja nicht deshalb falsch, weil sie auch von anderen verwendet wird. PC kann man übertreiben.

  9. Wilfried Müller sagt:

    Danke, Frank und w-blogger. Ich möchte sachlich bleiben und die Argumente von TST1998 inhaltlich würdigen. Erstmal fällt mir auf, dass er Günters Verschwörungstheorie verurteilt, aber selber eine anbietet, für die er noch weniger Belege hat. Bei dem Punkt stimme ich kantomas zu.

    Sonst kann ich TST1998 in einigen Punkten zustimmen, aber nicht bei dem Merkel-Spruch. M.E. hat Merkel erheblich zum Herkommen der Flüchtlinge beigetragen. Das als "klassische rechtsextreme Propaganda" zu bezeichnen verkennt die Realität.

    Mit der Hilfe vor Ort widerspricht sich TST1998 gleich zweifach: die "peinliche Ausrede, man sollte und es wäre billiger den Menschen Vorort zu helfen" wird doch gestützt durch das Versagen bei den Zahlungen, das u.a. die Bewegung in Gang setzte. Vernünftige Hilfe vor Ort hätte das unnötig gemacht. Und was ist daran sinnvoll, die Menschen zu hunderttausenden zurückzuschicken? Die Methode, erst einmal herkommen, auffangen, versorgen und dann prüfen ob sie ein Bleiberecht erhalten können ist m.E. die teuerste, ineffizienteste und ungerechteste Hilfsmethode. Sinnvollerweise sollte das vor Ort passieren, und nur die sollten herkommen, die ein Bleiberecht erhalten. Es ist immer noch menschlicher, die Flüchtlinge gleich in der Nähe aufzufangen als sie erst herkommen zu lassen und dann zurückzuschicken.

    Was auch nicht stimmt ist, dass die Flüchtlinge auf dem Weg nach Schweden und England sind, beide Länder nehmen keine mehr auf, siehe die Zustände in Calais in http://www.wissenbloggt.de/?p=31162&cpage=1#comment-175076

    Wo ich noch widerspreche ist die unterstellte Leichtigkeit, mit der wir das schaffen: "Gerechnet auf die Einwohnerzahl nimmt Deutschland sogar erheblich weniger auf als viele andere Länder." Das war doch nur Schweden, was drüber lag, und Schweden hat 20 Einwohner pro km2, Deutschland ist übervölkert mit 230 Einwohnern pro km2. Dazu das Argument, das sind lauter junge Männer, die da kommen, und in der Altersgruppe der 20-30-Jährigen Männer gibt's hier keine 10 Mio., siehe NYT, Germany on the Brink. Das sind also schon Umwälzungen und nix, was so leicht zu schultern ist.

     

  10. Dr. Günter Dedié sagt:

    Frau Merkels Aufruf zur grenzen- und bedingungslosen Einwanderung …

    […] die extreme Haltung von Frau Merkel bei der Förderung der "Asylantenflut" …

    Wann hat Bundeskanzlerin Angela Merkel  zur "grenzen- und bedingungslosen Einwanderung" aufgerufen, wann hat sie eine "extreme Haltung bei der Förderung der "Asylantenflut"" eingenommen ?

    Sie hat gesagt "Wir schaffen das" und damit ihrer Zuversicht Ausdruck verliehen sowie die Bürger dieses Landes dazu ermuntert, dass wir die Herausforderungen, die mit der Ankunft und Aufnahme von Menschen, die aus Kriegsgebieten, vor Armut und Gewaltherrschaft fliehen, bewältigen können und werden, wenn wir guten Willens sind — statt böswillig zu sein und uns von Hass leiten zu lassen.

    Hass beeinträchtigt die Wahrnehmung und das Urteilsvermögen.

    Den Menschenfeinden und den Feinden des freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaats zeigen, dass sie nicht die Meinungshoheit haben.
    Eckhardt Kiwitt, Deutschland
    Vor 3 Monaten

    https://www.change.org/p/bundeskanzlerin-dr-angela-merkel-unterzeichnen-sie-hier-f%C3%BCr-eine-humane-und-l%C3%B6sungsorientierte-fl%C3%BCchtlingspolitik?recruiter=403987484&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  11. w-blogger sagt:

    Die EU räumt ein, dass 60% der Migranten keine Flüchtlinge sind:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/01/28/eu-gesteht-60-prozent-der-einwanderer-sind-keine-fluechtlinge/ 

    Wenn sogar die EU-Administration das kundtut, dürften es erfahrungsgemäß wesentlich mehr sein.

  12. w-blogger sagt: 30. Januar 2016 um 12:00

    … dürften es erfahrungsgemäß wesentlich mehr sein.

    Dürfen es auch weniger sein — oder soll, ähnlich wie mit Begriffen wie "Asylantenflut", der Angst und dem Sozialneid das Wort geredet werden ?

    Die Zahlen, auf die Timmermans sich beruft, stammen aus einem unveröffentlichten Bericht von Frontex.

    Was ist denn so ein unveröffentlichter Bericht wert, wenn man dessen Inhalt nicht nachprüfen / nachvollziehen kann ?

    Übrigens, es gibt auch Menschen, die von Deutschland z.B. in die Schweiz auswandern, weil sie sich davon einen wirtschaftlichen Vorteil erhoffen, oder Menschen, die aus gleichen Gründen von Europa z.B. in die USA gehen, oder weil sie hoffen, dass dies ihrer (Wissenschafts)-Karriere dienlich sein wird. Dürfen wir auf die auch neidisch sein oder deren Beweggründe und Verhalten missbilligen ? (auch wenn deren Zahl geringer ist — und die somit in die Aufnahmeländer gesetzeskonform einwandern können — als die Zahl derer, die aus Krisen- und Kriegsgebieten derzeit nach Europa kommen).

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  13. Wilfried Müller sagt:

    Das Bedenkliche ist in meinen Augen, dass wir es nicht wissen, weil die Menschen unkontrolliert zu uns kommen. Zu dem Satz Wir schaffen das möchte ich an den Prozess Deutsche Bank/Kirch erinnern, wo der Breuer sich sehr zurückhaltend über den Pleitier geäußert hat – und das hat fast 1 Mrd. gekostet. Leute in solchen Positionen dürfen nicht einfach reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.

  14. Wilfried Müller sagt: 31. Januar 2016 um 08:36

    Zu dem Satz Wir schaffen das möchte ich an den Prozess Deutsche Bank/Kirch erinnern, …

    Erläutere doch bitte, was aus Deiner Sicht der eine Satz mit der anderen Begebenheit zu tun hat.

    Danke !

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  15. kantomas sagt:

    @ Frank Berghaus

    Ich möchte klarstellen, dass ich Wilfried Müller keine rechtsextremistische Anwandlungen unterstellt habe. Dies tat ein anderer. Ich habe nur den Artikel, der ja nicht aus der Feder von Wilfried stammt, kritisiert und der Argumentation, bezüglich der Flüchtlingsproblematik, von TST1998 weitgehend zugestimmt. Im Grunde kann ich sagen, dass fast immer, wenn DDR Vergleiche kommen, welcher Art auch immer, man meistens davon ausgehen kann, dass ein Rechter (milde ausgedrückt) dahinter steckt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung aus langjährigen Diskussionen in diversen Blogs.

    Bis auf die Tatsache, die auch Wilfried inzwischen angesprochen hat, dass ich nicht glaube, dass die Aufnahme der Flüchtlinge in Europa billiger wäre, als die Alternative, dass man die Länder dort unten fianziell anständig(!) unterstützt, damit die Flüchtlinge auch dort bleiben, kann ich seiner Arguemtation zustimmen, wenn ich auch die Verschwörungstheorie bezüglich der Russen übersehe. 

    Dass ich trotzdem düreine Reduzierung bin, hab ich auch schon geschrieben, Nicht weil ich glaube, dass Deutschland das nicht schafft, sondern weil ich denke, dass man die AfD in Schach halten muss. Man solte die richtige Balance finden, zwischen dem Wunsch Menschen in Not helfen zu wollen und der drohenden Gefahr von Rechts Einhalt zu gebieten.

    Du kennst ja meinen Standpunkt aus einem anderen Blog diesbezüglich.

  16. @kantomas:

    Einverstanden :-)

  17. Wilfried Müller sagt:

    Ich bin auch weitestgehend einverstanden. mit Frank und kantomas. Zu Eckhardt Kiwitt siehe wikiBreuer hatte in einem Interview des Wirtschaftssenders Bloomberg relativ deutlich gesagt, dass bekannt sei, dass der Kirch-Konzern keine Kredite mehr bekomme. Und im Spiegel: "Ich wollte weder Signale aussenden noch Schaden anrichten", so Breuer. Er habe damals nur die Wahrheit gesagt, sagte Breuer weiter – so ist das mit dem Signale aussenden und Schaden anrichten.

    Gerade sah ich ein Video aus einem Zero-Hedge-Bericht von gestern, den ich in den deutschen Medien vermisse. 200 Swedes Storm Occupied Stockholm Train Station, Beat Migrant Children: Da ist von der Aufdeckung von einer Welle ähnlicher schwedischer Ereignisse wie in Köln die Rede, inclusive ein Mord an einer Asyl-Helferin durch einen 15-jährigen somalischen Messerstecher. Das Video zeigt Aktivitäten in Stockholms Hauptbahnhof, der laut Zero Hedge von unbegleiteten marokkanischen jugendlichen Immigranten "überrannt" worden war, die dort ihre Tage trinkend, stehlend und frauenbelästigend verbrachten. Nun hat  anscheinend letzten Freitag ein maskierter Mob dort Randale gemacht wie Fußball-Hooligans, die Jugendlichen und alle nicht schwedisch Aussehenden verprügelt und fremdenfeindliche Flyer verteilt, Botschaft "Enough now".

  18. Wilfried Müller sagt: 31. Januar 2016 um 16:20

     so ist das mit dem Signale aussenden …

    Das Signale-Aussenden ist der eine Teil, sie zu empfangen und zu verstehen der andere.

    Wie ich die Worte von Merkel, "Wir schaffen das", verstanden habe, habe ich oben (30. Januar 2016 um 10:57) erläutert — nämlich positiv.

    … und Schaden anrichten.

    Den Schaden hat im einen Fall womöglich Breuer von der Deutschen Bank angerichtet mit dem, was er gesagt hat. Im anderen Fall haben m.E. diejenigen den Schaden angerichtet (oder versuchen dies zumindest), die in die Worte von Merkel etwas hineininterpretiert haben, das sie gar nicht gesagt hat — vielleicht in der Absicht, ihr zu schaden, sie zu demontieren. Aber zu wessen Vorteil ??

    Ist es von Vorteil, in einer schwierigen Situation, die durch äußere Umstände verursacht worden ist, ein Land, gar einen ganzen Kontinent zu destabilisieren, indem man politische Führungspersonen demontiert, ohne einen adäquten Ersatz in petto zu haben ?

    Die Flüchtlinge waren bereits bei uns angekommen, bevor Merkel die Worte "Wir schaffen das" gesagt hatte. Von daher ist der vielfach erhobene Vorwurf, sie hätte damit jemanden eingeladen, nicht haltbar. Sie hat nur auf eine gegebene Situation reagiert.

    Man kann so manches kaputtreden, kaputtschreiben und kaputt machen. Aber zu wessen Vorteil tut man das ?

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  19. Eine Frage zum Antexter dieses Beitrags:

    Dort steht geschrieben

    Es sind keine Komplimente, die der Physiker und Autor Dr. Günter Dedié unserer Staatsratsvorsitzenden, pardon, Bundeskanzlerin erweist.

    Ist das der Versuch, WB auf das Niveau von PI zu bringen ?

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  20. Übrigens,

    vielleicht ist es ja eine zufällige Parallele, dass die 68er ca. eine Generation nach Ende der Gröfaz-Tyrannei in Erscheinung traten, und dass Leute, die aus meiner politischen Warte betrachtet rechtsreaktionär sind (AfD, Pegida — ohne dass ich behaupte, dass sie es tatsächlich wären !), ca. eine Generation nach Ende der DDR in Erscheinung treten — und dass, soweit ich dies beurteilen kann, beide vergleichbare Ziele verfolgen: Ein ihnen aus welchen Gründen auch immer verhasstes politisches und gesellschaftliches System beseitigen zu wollen, das ihnen maximale Rechte und Freiheiten1 gewährleistet, und sie dabei teils auf sprachliche sowie ideologische Muster beider Diktaturen zurückgreifen ("Lügenpresse" (Pegida) ["Judenpresse"], und Fabulieren über eine Art "Schießbefehl" gegen Flüchtlinge (AfD: Frauke Petry)2 – ggf. auch gegen Frauen und Kinder (AfD: Beatrix von Storch)2 – an der Grenze).

    _____
    1 «Freiheit: Ein Ideal, das sich aus Vernunft selbst trägt ohne Menschen einzuschüchtern,
    und das den Machtverlust nicht fürchten muss weil es nach Macht nicht strebt.»

    2 http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-beatrix-von-storch-schiessbefehl-aeusserung-loest-entsetzen-aus-a-1074937.html

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  21. Wilfried Müller sagt:

    Zu 2. habe ich gerade einen Artikel eingestellt, Dennis Riehle heute um 16 Uhr. Eckhardt, das mit dem PI-Niveau meinst Du doch nicht ernst? Und Du kannst doch nicht die Deutungshoheit für Merkel-Sprüche beanspruchen? Die wollte genausowenig wie der Breuer Schaden anrichten, aber es ist etwas draus geworden, was die Mehrheit als schädlich einstuft. Der richtige Schaden kommt sogar erst noch, wenn die Leute abgeschoben werden, dann werden wir Hass und Häme ernten. Die Destabilisierung geht m.E. von der Kanzlerin aus, die gegen geltendes Recht die implizite Zusage machte, alle dürfen herkommen, oder zumindest den entsprechenden Eindruck erfolgreich hervorrief.

  22. Ein Satz aus einem früheren Kommentar ist mglw. ein wenig untergegangen:

    Hass beeinträchtigt die Wahrnehmung und das Urteilsvermögen.

    Siehe auch hier …

    Eckhardt Kiwitt, Freising

  23. Wilfried Müller sagt:

    Lieber Eckhardt, das brauchst Du mir wirklich nicht ins Stammbuch zu schreiben. Wenn ich mal nicht sachlich bin, dann bin ich wenigstens humoristisch, siehe das NPD-Plakat, das gerade überall Furore macht:

    Wenn ich die AfD-Versager ("gegen Links") gegen die AfD ins Spiel bringe, darf auch die NPD in diesen Genuss kommen. Damit man sieht, ich hänge die Aufreger tiefer (kein Hass …), bringe ich die Münchener U-Bahn-Aktion von gestern, 2.2. auch hier im Kommentar und nicht als Artikel. Das berührt mich selber, weil ich gestern ganz in der Nähe mit der U-Bahn fuhr, und mir hätte dasselbe passieren können (bin allerdings wehrhafter und lass mich nicht rumschubsen, bloß wer weiß, wie's dann eskaliert wäre).

    Zunächst fand ich die Meldung bei Zero Hedge, aber siehe da, auch die Süddeutsche hat sie gebracht. Das hat mich doch sehr beruhigt, auch wenn der Tenor des Artikels ist, die wollten nur spielen (U-Bahn-Attacke in München: Was das Video zeigt – und was nicht). Ein paar Schmankerl aus dem amerikanischen Bericht, damit man sieht, wie die Welt nach Germany schaut: "Latest shock video", “migrants gone wild”,  “young men of Middle Eastern appearance”, "a young woman harassed by the same group". Auch vom schwedischen Selbstjustiz-Act "Hooligans" ist wieder die Rede (Link weiter oben, das hat die SZ ignoriert) – und Zero Hedge glaubt dem Video-Macher, wo die SZ ihn stark anzweifelt.

  24. kantomas sagt:

    Das ist doch ein bisschen Herumgeschubse, lieber Wilfried, soweit man es im Video von deinem ersten Link sehen kann. Man sollte daraus keine Tragödie machen. So was passiert überall in Deutschland auch zwischen Biodeutschen. Die Kommentare der Pegida-Anhänger, die die Süddeutsche anspricht, sind in meinen Augen viel schlimmer als das, was dort passiert ist. 

    hier:

    “….mit einem zynischen Hinweis auf ein Bild des vor Kos ertrunkenen dreijährigen Aylan Kurdi: “Wer schläft, ärgert andere nicht.”

    Dieser Kommentar ist in meinen Augen viel schlimmer als die Tat von ein paar Spinnern.

    Was erwartest Du bei einer Million Flüchtlinge? Es gibt eben Spinner darunter.

    Das in Köln hatte schon ein anderes Kaliber.

    Aber jeden Einzelfall jetzt als Beleg für die verfehlte Asylpolitik ins Spiel zu bringen, ist meines Erachtens ein Fall für "PI".

    Wenn man so vorgeht wie auf "PI", kann man die Deutschen so darstellen, als gäbe es kein anderes Volk, dass so schlimm ist. Einfach ausgesuchte Negativbeispiele raussuchen und so präsentieren, als ob es nichts anderes gibt.

  25. Wilfried Müller sagt:

    Ich stimme kantomas zu, dass die Hasstaten und -reden gegen die Immigranten schlimmer sind, und dass die Schubserei keine Tragödie war. Mein Hauptaugenmerk war allerdings darauf gerichtet, ob die SZ es verschweigen würde. Das hat sie zum Glück nicht getan; es bessert sich was in der Medienlage. Allerdings nicht so, dass sie die Sache vom Stockholmer Hauptbahnhof gebracht hätte, die immerhin Kölner Kaliber hatte. Bei der Berichterstattung dazu ist der Verweis auf PI fehl am Platz, es handelt sich um internationale Aufmerksamkeit, die da angezogen wird. Man beobachtet Europa jetzt, und auch die Informationslage hier ist unter Beobachtung, siehe auch NYT, Germany on the Brink.

  26. Es gibt nur eine einzige Lösung des Problems für Köln (so vernahm ich gestern):

    "Ausländer rein – Rheinländer raus!" :-)

  27. w-blogger sagt:

    Da TST1998 und kantomas bisher nicht willens oder fähig waren, ihr Verständnis von Rechtsextremismus zu definieren, erlaube ich mir eine ganz kurze Analyse des Artikels und seiner Kommentare anhand des Wikipedia-Eintrags dazu. Die vier Hauptmerkmale dort sind: „Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis ist.“

    Im Artikel wird streng genommen mehrfach die Gleichheit infrage gestellt, nämlich die zwischen Herrschern und Beherrschten. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass diese Differenzierung kein Alleinstellungsmerkmal des Rechtsextremismus ist. Alles andere ist aus meiner Sicht nur eine relativ sachliche Analyse der möglichen Ursachen der merkelschen Politik und ihrer möglichen längerfristigen Folgen, wie man sie regelmäßig auch in anderen politischen oder geisteswissenschaftlichen Analysen findet. Im o.g. Wikipedia-Eintrag findet man übrigens noch folgendes Kuriosum:

    Auch Elemente des Antiamerikanismus sind des Rechtsextremismus verdächtig. Das finde ich deshalb verblüffend, weil jeder zweite Amerikaner die Republikaner wählt, also eine Partei, die bei uns als rechtsextrem gebrandmarkt wird. Also: Rechtsextrem ist, wer gegen Rechtsextremismus ist?? „Da rollen sich einem ja die Fußnägel auf …“ Da auch Antipluralismus ein Merkmal des Rechtsextremismus ist, kann man sich natürlich auch fragen, ob nicht alle diejenigen des Rechtsextremismus verdächtig sind, die Andersdenkende wie beispielsweise Kritiker der deutschen Asylpolitik als Rechtsextreme brandmarken. In der politischen und ideologischen Praxis ist das aber alles viel einfacher:

    Rechtsextremismus und verwandte Bezeichnungen sind Killerphrasen, mit der aktuell die rot-grüne Regierung und ihre Hofschranzen –  einschließlich einiger Politiker, „die aus historischen Gründen einen CDU-Mitgliedsausweis haben“ (vor einigen Tagen in der SZ über Frau Merkel zu lesen!) – Andersdenkende öffentlichkeitswirksam diskreditiert. In der durch die Medien gut vorbereiteten Hoffnung, dass die Wähler das nicht merkeln.

    PS. In gefährliche Nähe zum Rechtsextremismus begibt sich nur Frank mit seinem Vorschlag vom 3.2. :-)

    PPS. Beim Kommentar von kantomas vom 28.1. wäre anzumerken, dass nicht jeder, der blind unterschreibt, auch ein Beckenbauer ist …

  28. Wilfried Müller sagt:

    Zur Rechtsextremismus-Debatte möchte ich nix beitragen außer meiner Kritik an der übercorrecten Gegenseite in MIZ-Kritik von wissenbloggt.

  29. w-blogger sagt:

    Im wb-Artikel Die Linke und der Papst findet der geneigte Leser ein aktuelles Beispiel für die von mir bei Frau Merkel angesprochene Geistesverwandtschaft von links-kommunistischer und christlicher Ideologie. Auch wenn es in dem angesprochenen Wahlplakat natürlich um Stimmenfang durch Assoziation mit Promis geht.

  30. @ Alternative 1: Minister Schäuble hat im März in einem längeren FAZ-Interview zur EU wieder mal einen bemerkenswerten Spruch losgelassen, der nachträglich diese Alternative bestätigt:

    „Vielleicht muss erst die Krise in Europa noch größer werden, um das Notwendige zustande zu bringen. Für den, der auf der Grundlage eines demokratischen und damit auch zeitlich befristeten Mandats handelt, folgt daraus ein Problem: Um das für notwendig Gehaltene zu erreichen, scheint eine weitere Zuspitzung der Probleme hilfreich, aber das Mandat verlangt eine Reduzierung der Probleme in der Gegenwart, solange die Mitgliedstaaten die Herren der Verträge sind.“

    Unklar bleibt allerdings, was er da wohl mit dem Notwendigen meint?

    Und wie er die weitere Zuspitzung gern hätte?

    Der Rest des Interviews ist meist auf "Sprechblasen"-Niveau …

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