Saudische Emanzipation kommt in Gang

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Die saudische Fernsehmoderatorin und Journalistin Nadine Al-Budair (Bild: WSN TV) und die saudische Prinzessin Amira Al-Tawil gehören zu den Protagonistinnen der Emanzipation im Nahen Osten. Laut 20 minuten ist die Journalistin in Kuwait für ihren bissigen Stil bekannt. Ihre Texte seien äußerst provokativ und kontrovers. 2009 schrieb sie einen Artikel mit dem Titel «Ich und meine vier Ehemänner». Darin dreht sie die Verhältnisse um und fragt, warum muslimische Männer mehrere Frauen heiraten dürften, Frauen aber nicht mehrere Männer. Im vergangenen Sommer sorgte sie mit einem anderen Artikel für Aufregung, in dem sie forderte, die Frauen der Region sollten «den verdammten Nahen Osten» verlassen.

Nochmal die Umkehrung der Verhältnisse sorgt nun für Provokation und Medienresonanz. Bei der Schweizer site 20 minuten heißt der Artikel «Was, würden Christen uns in die Luft sprengen?» (3.3.): Eine Journalistin in Kuwait dreht die Terrordebatte um: Sie fragt ihre Leser, was sie tun würden, wenn sich Christen in muslimischen Ländern wie Jihadisten verhielten.

Die Provokation erreicht Al-Budair, indem sie die Worte «Muslime» und «Christen» austauscht. Damit bewirkt Al-Budair, dass Muslime sich der Gräueltaten von Jihadisten bewusst werden müssen. Der Text, übersetzt vom  Forschungsinstitut Middle East Media Research Institute Memri: «Wie würde sich die muslimische Welt fühlen, wenn Christen sich in arabischen Ländern in die Luft sprengen würden?

Stellen wir uns vor, Jugendliche aus dem Westen kommen hierher und führen im Namen des Kreuzes Selbstmordanschläge auf unseren Plätzen aus. Stellen wir uns vor, die Stimmen von Mönchen und Priestern würden von Kirchtürmen und Gebetshäusern überall in der arabischen Welt erschallen. Über die Lautsprecher würden Anschuldigungen gegen Muslime verkündet und es hiesse: ‹Gott, lösche die Muslime aus und besiege sie alle!›

Stellen wir uns vor, zwei Wolkenkratzer stürzen in einer arabischen Hauptstadt zusammen und eine christliche Extremistengruppe, die eine jahrtausendealte Tracht trägt, bekennt sich zu diesem Anschlag. Und sie forderten gleichzeitig, dass christliche Lehren nach ihrem Verständnis hier so angewendet werden und dass wir hier so leben sollen, wie es zur Zeit von Jesus und seinen Jünger war. Und sie würden fordern, dass die Erlasse christlicher Gelehrter umgesetzt werden.»

Auch Al-Budairs Sicht auf die Flüchtlingskrise in Europa ist bemerkenswert. Lobenswerterweise habe der Westen Migranten aus dem Nahen Osten aufgenommen und ihnen Jobs, Bildung und Zugang zum Gesundheitswesen geboten. Dennoch seien später Terrorangriffe verübt worden.

«Was wäre gewesen, wenn jene, die man aufgenommen hat, später in Hass und Blutdurst unsere Söhne in unseren Strassen, Häusern, Zeitungsredaktionen, in unseren Moscheen und Schulen getötet hätten?»

Aufgrund der Frustrationen des Westens über islamistischen Terrorismus könnte die freundliche Willkommenspolitik bald beendet werden, fürchtet Al-Budair unter Hinweis auf islamfeindliche Aussagen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

«Stellen Sie sich vor, Sie sind in Amsterdam, London oder New York und erfahren, dass den Studenten dort als Teil des Unterrichtsstoffs vermittelt wird, dass Muslime Ungläubige seien. Würden Sie Ihren Aufenthalt in diesen Städten verlängern oder würden Sie verlangen, dass Christen die Einreise in arabische Länder verweigert wird? Was würden Sie tun?»

Nun, die USA gehören zu den Problemverursachern und nicht zu den Helfern. Und die Flüchtlingsrettung scheitert hauptsächlich an zuwenig Vernunft und zuviel Flüchtlingsaufkommen. Dessenungeachtet ist die saudische Emanzipations-Entwicklung ein bemerkenswerter Fortschritt. Drei Videos zeigen, dass Frauen aus dem Brennpunkt des Islam ohne Kopftuch und Hijab existieren können:

Das hat sich immerhin zu Oprah Winfrey und Forbes rumgesprochen. In den amerikanischen Medien sind die saudischen Emanzipationsbestrebungen schon angekommen. In der deutschen Emanzipationsszene herrscht nach wie vor Tiefschlaf (siehe auch Diskriminierungspolitik & Emanzenversagen).

Hierzulande beschäftigt sich frau mit modischen Idiotismen wie Trigger-Warnungen (siehe Warnung vor Warnhinweisen) und Gender-Narzissmus und übersieht dabei, dass Geschlechtsgenossinnen längst wieder an richtiger Emanzipation arbeiten.

Die saudischen Emanzipations-Bemühungen verdienen die Unterstützung von allen, die Emanzipation, Humanismus und Liberalität vertreten. Man muss diese Frauen bestärken – vielleicht ziehen die Männer irgendwann mit.

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Eine Antwort auf Saudische Emanzipation kommt in Gang

  1. Wilfried Müller sagt:

    Saudische Frauen setzen sich für die Abschaffung der Vormundschaft ein:

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