Europa und der Islam

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amer_albayatiDass dieser Artikel am selben Tag erscheint wie Amerikanischer Abgesang auf Europa  ist nicht geplant, aber vielleicht doch kein Zufall. Erstaunlich zumindest, wie sich die Argumente hier mit denen aus einem rechtskonservativen Think Tank decken. Die Meinung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, wird bei wissenbloggt allerdings nicht unterstützt, denn da soll das pragmatische Argument zählen, wenn er da ist und von deutschen Staatsbürgern vertreten wird, gehört er dazu. (Bild: Dr. Amer Albayati, geb. 1942 in Bagdad, ist Journalist und Islam- sowie Terrorexperte – Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ – www.initiativeliberalermuslime.org, übernommen von atheisten-info.at)

 

Europa und der Islam

Gehören Islam, politischer Islam, Kopftuch und Scharia zu Europa!?

Kommentar von Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte vom 17.4.2016

Bestimmte Politiker erklärten öffentlich, dass der Islam zu Europa gehört. Ist das als Politikum zu betrachten, um Wählerstimmen zu gewinnen, oder als Modetrend wie das die Bundeskanzlerin in Deutschland, Angela Merkel und andere da und dort auch in Österreich tun!? Aber sie vergessen, der Islam ist neu hier und hat keine Wurzeln in Europa wie das Christen- oder Judentum. Also im Klartext: Islam und ähnliche Religionen gehören gegenwärtig gar nicht zu Europa, da sie nicht das Geringste mit Europa zu tun haben – aber vielleicht in der Zukunft!?

Sogar die EU- Außenbeauftragte Federica Mogherini sagt, dass der "politische Islam" zu Europa gehört, das bedeutet, die Muslimbrüder als dubiose politische Organisation, egal welcher Herkunft oder Nationalität, sind anerkannt, ungeachtet der Trennung zwischen Staat und Religion in Europa!

De facto wird von solchen Politikern auch das Kopftuch hochgepriesen oder zumindest geduldet. Im Koran steht kein einziges Wort darüber, trotzdem das Kopftuch zum Symbol für den politischen Islam geworden und wird als Unterdrückung und Versklavung der Frauen öffentlich betrieben.

Im Islam gibt es keine Hierarchie und kein geweihtes Priestertum, die islamische Religion soll eigentlich die Menschen direkt mit Gott verbinden, ohne Kopftuchzwang oder einen Zwang in Moscheenvereine zu gehen, um dort den Glauben zu praktizieren.

In den islamischen und arabischen Ländern tragen heute dank des politischen Islams und des Einflusses ihrer extremistischen Organisationen vielfach mehr Frauen das Kopftuch als früher, leider auch in Europa.

Aufgrund dessen kommt die islamische Scharia als fundamentalistisch menschliches Konstrukt schleichend nach Europa, ohne dass es jemandem einfallen würde gegenzusteuern, zum Beispiel weil es gegen europäische Gesetze wäre oder weil vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Rahmen der EMRK in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt wurde, dass das Scharia-Recht und die Diskriminierung, welche sich aus der Scharia ableitet, in Europa verboten sind. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind – verboten sogar.

Die Scharia ist durch nach Islamvorschriften erzeugte Lebensmittelprodukte, Islamicbanking, Predigt und Bücher schleichend auch in Europa gegenwärtig.

Fälschlicherweise werden die liberalen Muslime als Glaubensgemeinschaft betrachtet – was wir ablehnen – wir sind Aufklärer, Aufdecker und Islamreformer, deswegen sollen wir auch in Europa keinen Platz finden und werden von den radikalen Islamisten mit dem Tode bedroht mit die Beschuldigung des Abfalls vom Islam (Apostasie). In Ägypten, Pakistan, Sudan und anderswo werden Reformer getötet, auch wir in Europa müssen mit unserem Tod rechnen, weil der Islam immer konservativer und brutaler wird, denn der Einfluss des politischen Islams ist auch in Europa mit Hilfe von Politikern gestiegen.

Der Islamwissenschaftler Bassam Tibi hat für seine Idee von einem europäischen Islam keine Hilfe von der Politik bekommen, genauso die liberalen Muslime mit ihrer Vorstellung von einem Islam europäischer Prägung und einer Deradikalisierung, welche zwar von den andern kopiert, aber bis jetzt nie erreicht wurde. Die Politiker unterstützen derartige positive Bemühungen nicht- im Gegenteil – oft aus reinem Opportunismus vertrauen sie dem konservativen Islam, weil in diesem Bereich das Organisieren von Wählerstimmen von wahlberechtigten Muslimen sehr gut funktioniert, was speziell der SPÖ hilft. Denn die ÖVP wird von diesen Muslimen als Christenpartei gesehen, die FPÖ als fremdenfeindlich und  die Grünen gelten als säkular und laizistisch.

Man braucht darum nicht mehr zu rätseln, warum die Salafisten, die Jihadisten und die blutigen Terroristen tendenziell in Europa am aufsteigenden Ast sind, denn es fehlt die kritische Auseinandersetzung mit dem konservativen und vorgestrigen Islam, darum gewinnt auch der deklariert radikale Islam dazu, weil es nicht einmal politische Diskussionen über den politischen Islam gibt und geben darf. Das sollte sich in Europa aber bald ändern sonst wird unsere Sicherheit künftig ernsthaft bedroht sein.

Ich habe daher die Hintergründe dieser Thematik in meinen aktuellen Buch "Auf der Todesliste des IS" (Seifert-Verlag http://bit.ly/albayati-seifert  – http://bit.ly/albayati-amazon) ausführlich dargestellt, womit ich einen Beitrag leisten möchte, damit man die Gründe für diese Entwicklungen versteht.

Ich versuche, die Entscheidungsträger vor dem Hintergrund dieser immer dramatischer werdenden Entwicklungen wachzurütteln. Ebenso biete ich Lösungsvorschläge an, um das friedliche Zusammenleben von Menschen heterogener religiöser Ausrichtung zu bewahren und zu fördern. Dies ist eine Welt, in der die radikale Islam-Szene und ihre Parallel-Gesellschaften in den Moscheevereinen keinen Platz haben. Damit wird gleichzeitig ihrer Hasskultur gegen friedliebende Muslime wie die ILMÖ, andere Religionen und Andersdenkenden ein Ende gesetzt. Was auch für den dort seit Jahren ungestraft propagierten eliminatorischen Judenhass gilt, der sich ungehindert ausbreiten konnte und kann.

Terrortote. Terrorangst. Terror, ausgehend vom Islamischen Staat (IS). Wie ein Flächenbrand das bestimmende Thema der Medien.

Wenn die Politik nicht endlich einlenkt, wird es zu sich verschärfenden Problemen, Konflikten und bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen, zu Zuständen gegen welche Europa nicht gerüstet ist. Und dann hilft auch das bisherige politische Kalkül nicht mehr.

Als Fazit macht die ILMÖ die bisher verfolgte und vollkommen verfehlte Politik Europas für den Terror verantwortlich, weil im Rahmen falsch verstandener Toleranz auch die Integration radikaler Islamisten und ihrer extremistischen Organisationen salonfähig gemacht wurde, diese "Form der Integration" bedeutet oft die Anpassung des aufgeklärten Europas an konservative islamistische Denkweisen, die zudem mit Summen in Millionenhöhe finanziell unterstützt werden. Das hat zuletzt die über Jahre erfolgte Finanzierung korrupter, islamistischer Kindergärten in Wien durch städtische Gelder gezeigt.

 

Link zum Originalartikel bei atheisten-info.at

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9 Antworten auf Europa und der Islam

  1. Klarsicht sagt:

    Zitat: „Die Meinung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, wird bei wissenbloggt allerdings nicht unterstützt, denn da soll das pragmatische Argument zählen, wenn er da ist und von deutschen Staatsbürgern vertreten wird, gehört er dazu.“

    Als Bürger der BRD bin ich ein Teil von Deutschland. Wenn der Islam auch zu Deutschland gehört, dann würde er ja auch zu mir gehören. Ich möchte aber nicht, dass der Islam zu mir gehört, da er für mich eine äußerst suspekte Ideologie darstellt. Müsste ich also, damit der Islam nicht zu mir als Teil von Deutschland gehört, aus Deutschland auswandern ?

    Gruß von

    Klarsicht

  2. Klarsicht sagt:

    Kurzes Interview:

    Hamed Abdel-Samad zur Anti-Islam-Debatte der AfD:

    https://www.youtube.com/watch?v=D0B-TQLcUuA

    Längeres Interview:

    Hamed Abdel-Samad: "Mohammed – Ende eines Tabus ?" – Ist der Islam reformierbar ?:

    https://www.youtube.com/watch?v=iijvngyRi4A

    Gruß von

    Klarsicht

     

  3. Argutus sagt:

    Wenn der Islam zu Deutschland gehört, weil unter seinen Anhängern auch deutsche Staatsbürger sind, dann müßte nach der gleichen Logik auch der Lungenkrebs zu Deutschland gehören, den an dem sind etliche deutsche Staatsbürger erkrankt. Das kann man natürlich so sehen, allerdings wird die Aussage der Zugehörigkeit damit banal.

    Worauf es ankommt, ist eine andere Frage, nämlich diese: Ist der Islam in Deutschland wünschenswert, egal oder schädlich? Erst die Antwort auf diese Frage kann politische Relevanz für sich beanspruchen.

  4. w-blogger sagt:

    Den Satz von Wilfried, den Klarsicht zitiert, halte ich für etwa so weise wie die Einladungen von Merkel in 2015 an die Asylanten dieser Welt. Wir haben bisher in D noch nicht mal eine ordentliche  Trennung der christlichen Ideologie vom Staat geschafft, und laden eine seit vielen Jahrzehnten noch weitaus aggressivere Religion zu uns ein ! 

  5. Wilfried Müller sagt:

    Insgesamt ist so eine Aussage eben Ansichtssache. Wichtiger scheint mir beim "Islam" die Differenzierung. Der Islam der Mehrheit hierzulande und von den ganzen Muslimen, die ich kenne, ist unkritisch, aber einige andere haben auch einen Islam, den kein Staat gerne haben möchte außer den Scharia-Staaten.

  6. w-blogger sagt:

    @Wilfried: Wenn Du geschrieben hättest, dass alle Staatsbürger, die uneingeschränkt nach den deutschen Gesetzen und der humanistisch-naturwissenschsftliche Kultur leben, zu D gehören, würde ich Dir zustimmen. Deinem Satz vom Islam aber weiterhin nicht. 

  7. Wilfried Müller sagt:

    w-blogger, das ist zuviel verlangt. Auch Gesetzesbrecher und wissenschaftsleugnende Religiöse gehören zu D. Nach Deinen Maßstäben würde ja kaum jemand überbleiben, Nicht mal die Bundeskanzlerin, die sich in einer christlich-jüdischen Kultur wähnt.

  8. Klarsicht sagt:

    Zitat:wenn er da ist und von deutschen Staatsbürgern vertreten wird, gehört er dazu.“

    Die islamische Ideologie kann nur dadurch da sein, weil es in Deutschland Menschen gibt, die diese Ideologie vertreten. Gibt es keine Muslime in Deutschland, dann kann also auch der Islam nicht da sein. Da der Islam kein eigenständiges Rechtssubjekt ist, kann er für sich allein nirgends anwesend sein. Er bedarf des „Transportmittels“ Mensch. Also kann er nur dort existieren.

    Gruß von

    Klarsicht 

  9. Klarsicht sagt:

    Klarstellung aus der Sicht von „Klarsicht“ !

    Menschen gehören nicht deswegen auch zu Deutschland, weil sie mehr oder weniger den Islam im Kopf haben, sondern vornehmlich deswegen, weil sie Menschen sind und sich auf deutschem Boden befinden.

    Gruß von

    Klarsicht

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