Arbeit für alle

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30std645c8d5b19Wenn Roboter und Automaten immer mehr Arbeit übernehmen, bleibt für die Menschen nicht mehr so viel Arbeit übrig. Diese These wird gern mit dem Argument bestritten, die neue Technik schüfe ja lauter wunderbare neue Arbeitsplätze. Weil es de facto hauptsächlich prekäre Stellen sind – wenn überhaupt – fehlt diesem Credo die Überzeugungskraft. Außerdem sind Massen von hochbezahlten Arbeitsplätzen im Kapitalismus nun mal nichts Erstrebenswertes, sondern ein Einsparpotential, das wegrationalisiert gehört.

Deshalb galt die Arbeitszeitverkürzung schon lange als eine gute Idee. Wenn alle weniger arbeiten, reicht die Arbeit für mehr Leute. Die entsetzliche Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa könnte dadurch endlich zurückgehen, genauso wie die grassierende Arbeitslosigkeit in den weniger entwickelten Ländern. Das Problem ist nur, diese Arbeitszeitverkürzung funktioniert für die meisten nur mit vollem Lohnausgleich.

Das würde bedeuten, die Arbeitgeber können nicht mehr die Wohlstandsgewinne aus der Roboterarbeit einstreichen, sondern sie müssten sie mit den Arbeitnehmern teilen. Wie sich gezeigt hat, ist das nicht durchzusetzen. In Deutschland sind die Bemühungen um kürzere Arbeitszeit deshalb längst angejahrt. Skepsis hat sich ausgebreitet, welche die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di schon vor fast 10 Jahren formulierte:

Mit 30 Stunden in die Sackgasse (ver.di 7/2007, Bild ver.di): Die Verallgemeinerung der 35-Stunden-Woche auf alle Branchen ist nicht nur an den Arbeitgebern gescheitert, sondern auch am Loyalitätsverlust unter den Beschäftigten, die mit ihren unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsverhältnissen eher individuell zugeschnittene Arbeitszeitregelungen brauchen als ein für alle einheitliches Arbeitszeitschema. … Der ver.di-Bundesvorstand in Berlin, ist skeptisch. Er sieht die Gewerkschaftsbewegung in der Defensive. Die Forderung nach Umverteilung der Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung – in welcher Form auch immer – verliere an Boden. Real gehe es eher in Richtung längerer Arbeitszeiten. Die wenigen noch bestehenden Inseln der 35-Stunden-Woche seien bedroht durch die Angriffe der Arbeitgeber.

Andere Gewerkschaften fordern auch gern kürzere Arbeitszeiten, aber wenn's an die Tarifverhandlungen geht, wird bloß um höhere Löhne gestritten. Zum Beispiel die Größte Gewerkschaft: IG Metall fordert 30-Stunden-Woche für Familien (SPIEGEL ONLINE 27.1.14): "Wir brauchen eine neue Debatte über Arbeitszeit."

Die aktuelle Protestlage in Frankreich und Spanien liefert Anlass, genau dieses Thema wieder aufzugreifen. Was die französische nuit debout (Nachtaufstand) und die spanischen Indignados (Empörten) sagen, steht z.B. in Nuit debout: Die Renaissance der französischen Linken? (Blätter für deutsche und internationale Politik 6/2016): „Ihr repräsentiert uns nicht.“ Oder in Widerstand gegen "Arbeitsgesetz" in Frankreich (scharf links 27.5.): „Ihr repräsentiert uns nicht und wir wollen auch nicht mehr von Euch repräsentiert werden. Eure Welt ist traurig und leer, wir ringen demgegenüber um andere Beziehungen zueinander, um neue demokratische Formen, um wirkliche Alternativen in herrschenden Welt der Alternativlosigkeit.“ Oder in Spanien: Zehntausende Spanier feiern – seit fünf Jahren „empört“ – Hungern, während Banker sich ihre Schandtaten mit Millionen versüßen (netzfrauen 17.5.): «Sie repräsentieren uns nicht.»

Natürlich sind da noch andere Gründe, warum die Menschen sich nicht mehr von den Regierungspolitikern repräsentiert fühlen. Immobilienblase, Bankenkrise, Arbeitslosigkeit, immer neue Sparpakete und Sozialkürzungen, beschnittene Arbeitnehmerrechte, verlorene Wohnungen durch die Hypothekenkrise. Die Schlangen vor den Armenküchen werden immer länger, die Listen der Korruptionsskandale ebenfalls. Eine neue Generation Aussichtslos wächst heran, die sich um ihre Zukunft betrogen fühlt, und für die es trotz guter Ausbildung keine Chance auf sichere Perspektiven und Aufstieg gibt. In dieser Generation staut sich vor allem ein Gefühl an: Wut.

Dagegen würde die Arbeitszeitverkürzung helfen. Schweden macht es vor, denn Schweden testet den 6-Stunden-Arbeitstag – Märchen oder bald auch in Deutschland? (arbeits-abc ca. 2016). Die Autorin und Medienwirtschaftlerin Mirijam Franke schreibt über Sechs Stunden am Tag arbeiten und dann nach Hause gehen. Schweden startete im Herbst 2014 einen ersten Test. Die Autorin geht es systematisch an und spendiert den 6 Stunden 5 eigene Punkte:

  1. Ist der 6-Stunden-Arbeitstag eine neue Erfindung?

    Der 8-Stunden-Arbeitstag, wie er heute in Deutschland die Regel ist, wurde im Jahr 1918 eingeführt. Allerdings schätzen Experten, dass in der Realität die deutschen Arbeitnehmer durchschnittlich 41,5 Wochenstunden arbeiten. Je nach Branche sogar deutlich mehr: Demnach gaben in einer im Jahr 2014 durchgeführten Umfrage 65% der Beschäftigen in Kommunikationsagenturen an, über 50 Stunden pro Woche zu arbeiten. Eine Statistik dazu zeigt eine sehr hohe Selbsteinschätzung:

    <35 std 35-42 43-49 50-59 >60 std
    2,8% 15,5% 16,7% 40,5% 24,6%

    Und so regelt das Gesetz die Arbeitszeit: Wie lange ein Arbeitnehmer am Tag arbeiten muss, darüber gibt das deutsche Arbeitszeitgesetz Auskunft. Doch allgemein gültige Regelungen, die auf jeden Beschäftigten angewendet werden können, gibt es dort nicht. Zwar legt das deutsche Arbeitsrecht die Arbeitszeit mit maximal 40 Stunden pro Woche, verteilt auf 5 Tage, fest. Aber wie so oft sind Ausnahmen die Regel – länger ist auch möglich.

    Anwenden lässt sich der gesetzliche Standard nicht überall. Angestellte in Leitungsfunktionen und Chefärzte zum Beispiel sind davon ausgenommen. Außerdem darf ein Chef die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden verlängern. Das wird er tun, wenn es durch Auftragsspitzen einen Bedarf dafür gibt. Das Arbeitszeitgesetz sagt, dass er einen Ausgleich schaffen muss. Die Formel ist einfach. Über eine Zeitspanne von 6 Monaten darf pro Tag im Durchschnitt nicht mehr als 8 Stunden gearbeitet werden. Wird in drei Monaten jeden Tag 10 Stunden gearbeitet, gleichen die nächsten drei Monate zu 6 täglichen Arbeitsstunden das wieder aus. Was sich noch an rechtlichen Fallen im Arbeitszeitgesetz verbirgt, sagt die Website Anwaltarbeitsrecht.com

    Pausen bleiben außen vor – für die vom Arbeitszeitgesetz vorgegebenen Stundenzahlen zählt reine Arbeitszeit. Zeiten für die Pause bleiben außen vor. Damit kann die Anwesenheit eines Mitarbeiters auch um die 10 Stunden betragen. Nicht zuletzt geben Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge bestimmte Ausnahmen vor. Üblich ist das in Branchen, in denen generell an höherer Bedarf an Arbeitsstunden besteht. Insgesamt aber sind alle Regelungen so angelegt, dass die Mitarbeiter unter dem Strich nicht solchen Belastungen ausgesetzt sind, die sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken.

    In den letzten Jahren setzen sich immer häufiger Modelle mit flexiblen Arbeitszeiten durch. Auch die Teilzeitarbeit greift um sich z.B. mit 30 Stunden pro Woche. Die 6-Stunden-Arbeitstage gibt es also auch schon in Deutschland.

    Wieder die Autorin Franke: Angesichts der Statistik klinge "Sechs Stunden am Tag und dann nach Hause gehen" nach einem echten Märchen. Aber das Märchen geistert schon lange in den Köpfen der Denker und Lenker herum. 1932 schrieb Bertrand Russel, aufgrund des technologischen Fortschritts könne die wöchentliche Arbeitszeit in der Industrie bald auf 20 Stunden gesenkt werden. Als Voraussetzung nannte er gute Organisation und Kommunikation. 2013 forderte die deutsche Familienministerin Schwesig (SPD) bei ihrem Amtsantritt eine Familien-Vollzeit bei 32 Wochenstunden mit gleichbleibender Bezahlung. In Österreich wird der 6-Stunden-Arbeitstag bereits in Spitälern praktiziert.

  2. Was spricht für den 6-Stunden-Arbeitstag?

    Irgendwie scheine die Politik für solche Ideen kein Ohr zu haben. Dabei würde die flächendeckende Einführung des 6-Stunden-Arbeitstages viele offensichtliche Vorteile bringen, nicht nur für die Arbeitnehmer. Die Autorin nennt:

        ausgeglichenere Work-Life-Balance
        höher Konzentrationsfähigkeit
        Schonung der Gesundheit
        Steigerung der Motivation
        bessere Leistungsfähigkeit
        uvm.

    Was sie nicht nennt, ist das Profitstreben der Arbeitgeber, das dem 6-Stunden-Arbeitstag mit Lohnausgleich entgegensteht. Nur die letzte der folgenden Fragen wird beantwortet: Sind die Nachteile also größer als die Vorteile? Haben die europäischen Länder Angst, durch strengere Arbeitszeitenregelungen mit Brasilien, China, Indien & Co nicht mehr mithalten zu können? Wie sehen die ersten Erfahrungen mit dem 6-Stunden-Arbeitstag aus?

  3. Erfahrungsberichte zum 6-Stunden-Arbeitstag

    Trotz zwei Stunden Arbeitszeit pro Tag weniger scheint das Experiment in Schweden zu einem Erfolg zu werden. Man sei  weniger ausgebrannt, wenn man das Büro verlässt, man habe noch Energiereserven für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Ein schwedischer CEO wird zitiert, die Umstellung auf den 6-Stunden-Arbeitstag habe keine Veränderungen hinsichtlich der Produktivität im Unternehmen gebracht. Im Gegenteil erlebe er die Mitarbeiter fokussierter und produktiver. Das Konzept 6-Stunden-Arbeitstag könne funktionieren, wenn die Arbeitnehmer ihre Gewohnheiten dementsprechend ändern. Wer sei schon acht Stunden lang hoch produktiv? Viele Mitarbeiter erreichten im Lauf des Arbeitstags ihre Energiegrenze und vertrödeln ihre Zeit dann nur noch mit Kaffeetrinken oder Facebook, und das sei vollkommen menschlich.

  4. Das Problem ist nicht der 6-Stunden-Arbeitstag

    Das eigentliche Problem des 6-Stunden-Arbeitstages liegt nach Expertenmeinung deshalb auch woanders: Komplexität und Schnelligkeit der Anforderungen führen das Gehirn der Mitarbeiter an die Grenzen. Die Autorin nennt eher langsame und einfache Tätigkeiten wie E-Mails checken, Meetings absitzen, Telefonate führen, Dokumente durch Hierarchien reichen. Zahlreiche Aufgaben, die viel Zeit brauchen, seien eigentlich unnötig. Die Fokussierung auf die wirklich wichtigen Tätigkeiten bringe eine Reduzierung der Aufgaben und damit des Zeitbedarfs und mache den 6-Stunden-Arbeitstag verträglich. Ohne das Abwerfen des Ballasts hätten die Mitarbeiter allerdings noch mehr Stress. Nach einer Expertenmeinung liegt das eigentliche Problem der modernen Arbeitswelt in dem andauernden Multitasking. Das sei der wahre Grund, weshalb die Arbeitnehmer am Abend erschöpft die Arbeitsstelle verlassen und psychisch wie körperlich unter Stress leiden können.

    Multitasking widerspreche den Gesetzen unseres Gehirns. Wir seien viel besser darin, fokussiert eine einzige Tätigkeit auszuüben. Das Fazit lautet demnach: Die Komplexität der Arbeitswelt und das Multitasking reduzieren, stattdessen fokussierte Konzentration auf die wirklich wichtigen Tätigkeiten. Dann wäre der 6-Stunden-Arbeitstag ein durchaus funktionierendes Konzept (das Argument mit dem Multitasking greift wohl nur bei Bürojobs, wb).

  5. Also ist der 6-Stunden-Arbeitstag ein Konzept für die Zukunft?

    In der Theorie sei der 6-Stunden-Arbeitstag also umsetzbar. In der Praxis erscheine er bislang aber noch utopisch. Es fehle noch an den notwendigen Veränderungen in Prozessen und Strukturen der Unternehmen und im routinierten Arbeitsalltag der Mitarbeiter. 

    Real gesehen ginge der Trend vom 8-Stunden-Tag zur ständigen Erreichbarkeit, und zwar auch in der Freizeit. Der Artikel führt das nicht aus, aber auf die Art werden Müßiggang und Konzentrationsverlust auch umgangen – also mehr Arbeit ohne Lohnausgleich. Diese Entwicklung konterkariert das optimistische Fazit der Autorin, die Vorreiter aus Schweden könnten europäische Politiker und Arbeitgeber womöglich von den Vorteilen des 6-Stunden-Arbeitstages überzeugen, so dass ein Umdenken stattfindet.

Die Entwicklung ist also eher andersrum. Es gibt einen Trend zu mehr Arbeitszeit beim 8-Stunden-Tag ohne Lohnausgleich (ständige Erreichbarkeit). Es gibt einen Trend zu weinger Lohn beim 8-Stunden-Tag (prekäre Jobs). Es gibt aber auch einen Trend zu kürzerer Arbeitszeit ohne Lohnausgleich (private 30-Stunden-Woche).

Was bei der deutschen Diskussion fehlt, ist ein Antrieb wie in Frankreich oder Spanien. Was könnte die Arbeitgeber bewegen, sich von Pfründen & Privilegien zu trennen, wenn nicht öffentlicher Druck?

Links dazu:

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7 Antworten auf Arbeit für alle

  1. Klarsicht sagt:

    Im nachfolgenden Link ist ein Video enthalten, dessen sehr interessanter Inhalt mir wenigstens in einigen Passagen gut zum vorstehenden Artikel zu passen scheint.

    "Geld, Gesellschaft und Gewalt" – Vortrag von Dr. Eugen Drewermann in der Urania Berlin, 11.4.2016:

    https://www.youtube.com/watch?v=10w_uFNCImE

    Gruß von

    Klarsicht

  2. bs sagt:

    Ich hoffe das die Wohlstandsgewinne aus der Roboterarbeit nicht zu einem Bedingungslosengrundeinkommen oder einem Zwang zur  Arbeitszeitbegrenzung genutzt werden.

    Meine Idee ist, dass die Ergebnisse der Roboterarbeit viel höher, z.B. durch eine viel höhere Mehrwertsteuer, besteuert werden kann. Im Gegensatz sollte einfache menschliche Arbeit für den Endverbrauer ohne zusätzliche Steuern und Abgaben nutzbar sein. Damit könnten die, die gut ausgebildet sind auch lange produktiv arbeiten und von lästigen Dingen die heute im do you it yourself (Wohnung renovieren, Essen kochen, Sauber machen) aus Kostengründen erledigt werden müssen, entlastet werden. Es bildet sich in unserem Wirtschaftssystem eine neue Form der Subsistenzwirtschaft heraus, weil menschliche erbrachte Dienstleistungen sehr teuer sind. Es gibt auch viele Menschen denen ihre Arbeit richtig Spaß macht und die nicht wollen nach 6 Stunden aufhören zu müssen. 

     

  3. Wilfried Müller sagt:

    Warum eigentlich nicht ein bedingungsloses Grundeinkommen aus Roboterarbeit finanzeren, also aus den Sozialabgaben der Technik? Die Umsatzsteuer der Technik zuzurechnen, dürfte schwieriger sein. Beides ist natürlich schwer auf nationaler Basis durchzusetzen, international wäre besser.

  4. Klarsicht sagt:

    Gewissermaßen die Fortsetzung des Vortrages von Herrn Dr. Dr. Drewermann (siehe oben):

    Europäische Idee LXV:

    http://www.sokratischer-marktplatz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1397:europaeische-idee-lxv&catid=41:tagesmail&Itemid=57

     

  5. Wilfried Müller sagt:

    Der Link äußert eine Ansicht, die ich bei Klarsicht nicht vermuten würde: Jede lohnabhängige Leistung ist eine Kränkung und Demütigung des Menschen. Ich erinnere mich noch an meine ersten Lohntüten als Schüler und Student, da war nix mit Kränkung und Demütigung, sondern ich hab mich drüber gefreut. Später an der Uni war mir der Lohnstreifen egal, und danach war ich derjenige, der Löhne gezahlt hat – immer so großzügig wie möglich. Jeder erhält, was er benötigt – im Rahmen des Vorhandenen. So weit konnte unsere Firma aber nie gehen, und der Kommunismus ist an diesem Anspruch schon gescheitert, ehe er niedergewirtschaftet wurde. Komischer Link.

     

  6. bs sagt:

    Das Leben ist Arbeit und Auseinandersetzung mit der objektiven Realität. Es gibt in unserer Gesellschaft schon Menschen mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen, die Erben von Vermögen. Diese Menschen arbeiten auch zum Teil unentgeltlich, z.B. in der Kunstzene. Es werden sich für bestimmte attraktive Arbeiten z.B. Kunstaustellungen zu kuratieren genug Menschen finden ohne viel Geld zuarbeiten, es müssen aber auch die Toiletten geputzt werden.

    @Klarsicht

    Das Dasein im Kapitalismus ist eine lebenslange Strafe für die Schuld des Geborenwerdens. Identisch mit dem neutestamentlichen Fluch: wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Ein interessantes Motto für eine Religion der Nächstenliebe: Todesstrafe für Arbeitsverweigerer. 

    Das Leben besteht schon immer aus der Notwendigkeit sich zu Versorgen. Das konnte in der Vergangenheit in einer Subsistenzwirtschaft noch autonom geschehen. In einem kapitalistischen System erfolgt es durch Austausch. Wichtig ist für mich, dass es eine Chancengerechtigkeit für alle Menschen gibt, eine Verteilungsgerechtigkeit halt ich eher für schädlich.

     

     

  7. Wilfried Müller sagt:

    Chancengerechtigkeit ist ein gutes Wort, bs. Das will ich in der kommenden Ausbeutungs-Serie verwenden. Nachtrag 14.6. zur 30-std-Woche:

    ZEIT ONLINE berichtet Göteborg testet den 6-Stunden-Arbeitstag – mit überraschenden Ergebnissen (26.5.): Wenn man Menschen dazu zwingt, länger zu arbeiten, als sie sich maximal konzentrieren können, bringt man sie höchstwahrscheinlich dazu, sich ein paar schlechte Angewohnheiten zuzulegen.

    Es läuft darauf hinaus, dass der 6-std-Tag genauso viel Leistung bringt wie der 8-std-Tag, weil die die Produktivität der Mitarbeiter steigt und sogar der Gewinn. Eigentlich ist das nicht das Gewünschte, denn die Arbeit soll ja auf mehr Personen verteilt werden. Aber der Mittelweg kürzere Arbeit, die teils durch  höhere Produktivität ausgeglichen wird und teils durch Neueinstellungen, erscheint besser durchsetzbar

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