Merkel-Kandidatur: schwerer politischer Fehler

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44947c2e77scharflinkshfUnser Spezialist Frank Sacco hat den Erdogan-Komplex noch nicht aufgearbeitet, deshalb kennen wir noch keine Analyse von Erdogans Kränkungslage und seinem Rachedurst. Mal angenommen, beides ist so ausgeprägt wie sein Geltungsbedürfnis, dann zeichnet sich ein interessantes Szenario ab:

Lässt der türkische Diktator pünktlich zur Bundestagswahl ein paar Millionen Flüchtlinge durchschleusen, kann er die deutsche Politik von Istanbul aus bestimmen. Er kann die Kanzlerin und -kandidatin praktisch nach Belieben abservieren. Allerdings kommt der Artikel beinahe zu spät, wenn man diese Meldung anschaut: Furious Erdogan Lashes Out, Threatens To Let 3 Million Refugees Into Europe (Zero Hedge 25.11.).

Die Konstellation ist jedenfalls so, dass Merkels Kandidatur zweimal kontraindiziert wird:

  1. Durch die wendehalsige Flüchtlingspolitik ist sie am schwersten von allen Politikern belastet. Niemand ist so prädestiniert wie sie, neue Empfindlichkeiten hervorzurufen, selbst wenn sie nicht selber aktiv wird, sondern nur passives Ziel ist.
  2. Der schmutzige Türkei-Deal ist untrennbar mit Merkel verbunden, desgleichen natürlich sein Missbrauchspotential.

Wenn das Erpressungspotential richtig ausgenutzt wird, liefert es nicht nur einen Trumpf für Erdogan, sondern auch für die AfD. Sobald die nächste Flüchtlings-Million naht, ist Merkel politisch verbrannt. Damit auch die CDU, und das bereitet der AfD den Weg. Sogar eine AfD-Regierung erscheint möglich.

So wird Merkels neue Kandidatur zu einer schweren Belastung für die deutsche Politik. Ein weniger belasteter Kandidat kann sich Erdogan entgegenstellen, aber was soll Merkel sagen? Sie ist die Flüchtlingskanzlerin und die Erdogan-Verbündete. Sie ist das gegebene Ziel für erdoganesiche Erpressungen. Nur mit Erdogans Duldung kann Merkel weiterkanzlern, und diese Duldung wird sie sich erkaufen müssen.

Schon jetzt ist die Frage, wieso wird der gewählte US-Präsi Trump flächendeckend abgewatscht, obwohl er durchaus staatsmännisch agiert, seit die Wahl vorbei ist? Und wieso wird der Türkei-Präsi Erdogan nur zurückhaltend kritisiert, obwohl es bei dem um echte menschen- und demokratieverachtende Politik geht und nicht bloß um Wahlpropaganda?

Womit ist diese Rücksichtnahme erkauft? Und auch die Toleranz gegenüber der fünften Kolonne? In den deutschen Koranschulen gibt es immer noch keine staatliche Kontrolle auf Grundgesetzverstöße und Integrationshintertreibung. Wie kann es überhaupt sein, dass türkische Staatsangestellte in Deutschand Kinder indoktrinieren dürfen?

Die faule Rücksichtnahme passt zum faulen türkischen Deal. Das muss noch nicht mal Erpressung sein, das ist vorauseilende Pseudocorrectness und Demutsgestik. Erdogan regiert bereits bei uns rein. Merkels neue Kandidatur spielt dem menschenverachtenden türkischen Diktator jetzt noch mehr Erpressungspotential in die Hände.

Er muss es nicht mal besonders geschickt anstellen, um auch noch Zerstörungspotential gegen die EU aufzubauen. Das Geschacher und Gezänk ist quasi vorprogrammiert, wie mit der nächsten Flüchtlingswelle umzugehen sei. Die Abstoßungseffekte vom Brexit können sich dann leicht in andere Länder fortpflanzen, in Deutschland durch die AfD, in Frankreich durch den Front National usw. Erdogan hat es in der Hand, die EU zu demontieren. Es dürfte ihm eine Genugtuung sein.

Stehen dem irgendwelche erdoganesischen Skrupel entgegen?

Haha.

Natürlich ist das Szenario nur Spekulation. Aber man muss doch nicht in jede Falle tappen. Politische Vernunft verlangt vorbeugende Schadensbegrenzung und kein Hazardspiel.

 

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Eine Antwort auf Merkel-Kandidatur: schwerer politischer Fehler

  1. Wilfried Müller sagt:

    Das Säbelrasseln wird lauter. Der türkische Vizepremierminister Kurtulmus ist es, der jetzt Drohungen ausstößt. Turkey Says "Migrant Deal Has Ended", May Unleash Millions Of Refugees (Zero Hedge 13.3.): Kurtulmus exclaimed that since "Europe has not kept its promises on the migrant deal, for us that agreement has ended." Which means that one year after it collected $3 billion for the migrant deal, Turkey has just voided the agreement, and the next step would be that Turkey is about to flood Europe with refugees currently held inside Turkish borders. And since by some estimates Turkey currently harbors over 2 million potential migrants, Europe's refugee situation is about to get far worse, and as a corollary, support for anti-immigrant political organizations across the continent is about to take another step function higher.

     

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