Wahlkampf VIII – Partei der Humanisten-Kompress

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pdh-logoDie Partei der Humanisten ist noch im Aufbau begriffen. Auf der Homepage steht die Info: Wir treten zur Bundestagswahl 2017 an! Verknüpft ist sie mit der Bitte: Dafür brauchen wir Deine Unterschrift.

Nun also die PdH. Nach den Grundsatzprogrammen von AfD, SPD, DIE LINKE, CDU und DIE GRÜNEN sind die Humanisten mit dem Scannen dran. Dazu wird ihre Site verwendet, die  Plattform zum Diskutieren Discourse, die Facebook-Seite, sowie das Grundsatzprogramm der Partei der Humanisten von 2015.

Wie bei den anderen Texten sollen bei wissenbloggt wieder die interessantesten Teile dargestellt werden, damit man einen Eindruck bekommt. Was Grund zum Anstoß bietet, wird rot kommentiert. Was grün kommentiert ist, soll ein Lob sein. Der normale Text stammt von der Partei der Humanisten und ist allenfalls abgekürzt, anmoderiert oder passend geglättet. In Sperrschrift gesetzte Passagen will wissenbloggt hervorheben bzw. den gekürzten Text verständlicher machen.

Grundsatzprogramm der Partei der Humanisten von 2015

Das Programm ist durch einen besonderen Punkt gekennzeichnet, der bei allen anderen Parteien höchstens im Text verborgen ist: Das ist die Säkularisierung. Schon beim zweiten Punkt Meinungsfreiheit wird klar für das das Recht auf Glauben oder Nichtglauben plädiert, das recht verstanden schon zu den Kinderrechten gehören soll. Das Programm ist kurz und bündig und kommt ohne eine prätentiöse Präambel aus.

  • Menschenrechte
    Der Staat muss die Rechte jedes Menschen innerhalb seines Staatsgebietes schützen. Das Geschlecht, die Weltanschauung, die politische Einstellung, biologische Merkmale, die ethnische Zugehörigkeit oder die Kultur eines Menschen dürfen … keinen Unterschied machen. Die Menschenrechte gelten auch für Kinder und Jugendliche und dürfen durch niemanden … aufgehoben oder verletzt werden. Für uns spielen die Kinderrechte eine besondere Rolle. Kinder haben nicht nur ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und gewaltfreie Erziehung, sondern unter anderem auch auf Gesundheit, Bildung und Freizeit.
  • Meinungsfreiheit
    Die Meinungsfreiheit gilt unbedingt und überall, auch gegenüber Religionen und Ideologien. Sie schützt vor willkürlichen Übergriffen des Staates und deckt auch
    Meinungen ab, durch die sich Menschen beleidigt fühlen können. … Die Meinungsfreiheit … garantiert das Recht, einen Glauben oder Nichtglauben individuell und in Gemeinschaft zu kommunizieren und zu praktizieren.
  • Demokratie
    Wir fordern deutlich mehr Beteiligungs- und Einflussmöglichkeiten, um auch abseits von Wahlen aktiv die Politik in Deutschland und der EU mitzugestalten. … Entscheidungen müssen auf der niedrigsten Ebene unter Beteiligung derjenigen, die dadurch betroffen sind, getroffen werden. … Dieses Subsidiaritätsprinzip werden wir … auf allen Ebenen bis hin zur EU stärken. … Alle Parteispenden müssen veröffentlicht werden und sollten in der Höhe beschränkt sein. Wir lehnen den sogenannten Fraktionszwang ab. … Whistleblower, die auf Missstände hinweisen und dadurch Schaden von der Gesellschaft abwenden oder die Verfolgung von Straftaten ermöglichen, müssen geschützt werden.
  • Europäische Union
    Europäische Politik muss hauptsächlich durch die Bewohner Europas, nicht durch die Regierungen der Nationalstaaten bestimmt werden. Regulativen, zentralistischen und nationalistischen Strömungen in Europa setzen wir uns entgegen – das ist echte Demokratie.
  • Säkularisierung
    Wir sind für einen laizistischen Staat, der unbeeinflusst von religiösen oder sonstigen Weltanschauungen für alle Bürger des Landes gleiche Rahmenbedingungen schafft. Der Staat soll keine finanziellen, vertraglichen oder institutionellen Verpflichtungen oder Verbindungen mit religiösen Gemeinschaften oder sonstigen Weltanschauungsgemeinschaften haben. Religion ist Privatsache – sehr richtig. … Wir fordern die Kündigung der bestehenden Kirchenverträge und die Abschaffung der Kirchensteuer. Alle steuerlichen Vergünstigungen und Befreiungen müssen ersatzlos gestrichen werden, ebenso die auf historischen Rechtstiteln beruhenden erheblichen
    Zahlungen. Wir wollen die staatliche Finanzierung der Gehälter kirchlicher Würdenträger, die Bezahlung der Ausbildung von Religionslehrern und Theologen und die Übernahme von Baulasten beenden – das steht als Ganzes bei keiner anderen Partei, am ehesten noch bei der AfD. Religiös-weltanschauliche Überzeugungen einzelner Gruppen dürfen nicht länger für alle anderen Bürger verbindlich gemacht werden. In diesem Sinne treten wir auch für eine Streichung des Gottesbezugs aus dem Grundgesetz und der Landesverfassungen ein.
  • Bildung
    Dabei muss sichergestellt werden, dass ein wissenschaftliches und demokratisches Weltbild vermittelt wird. Den bekenntnisorientierten Religionsunterricht werden wir durch eine gemeinsame ethisch-philosophische Bildung ersetzen, die alle Religionen neutral behandelt.
  • Wissenschaft
    Die Wissenschaft muss, um ihrer gesellschaftlichen Aufgabe gerecht zu werden, sowohl frei von staatlicher Instrumentalisierung, als auch von übermäßigen ökonomischen Zwängen sein – hoffentlich sind da die prekär beschäftigten Dozenten eingeschlossen.
  • Technologie
    Probleme verursacht nicht die Wissenschaft an sich, sondern allenfalls ihre Anwendung…. Die Probleme, die eine zum Teil verantwortungslose Anwendung der Technik verursacht hat, wollen wir wiederum mit Hilfe der Wissenschaft lösen. Die ethischen Fragen, die durch neue Technologien aufgeworfen werden, müssen verantwortungsvoll, pragmatisch und undogmatisch diskutiert werden – keine konkrete Aussage zu die Roboter übernehmen.
  • Sport
    Wir fordern eine bessere Finanzierung von Sportvereinen oder anderen institutionellen Sportorganisationen und dem Schulsport als einzigartiges Integrations- und Inklusionsinstrument. … Die Idee eines dopingfreien Sports ist genauso idealistisch wie die Idee einer drogenfreien Gesellschaft. Für Doping müssen die
    gleichen Bedingungen herrschen, wie für andere Drogen – bemerkenswert.
  • Familie
    Familie ist, wo Kinder sind. … Der Beziehungsstatus der Eltern ist zweitrangig, somit müssen die Begriffe „Ehe“ und „Familie“ aus ihrer traditionellen, religiösen Festlegung befreit werden. … Familiengründungen sind vom Staat so zu fördern, dass in unserer Gesellschaft Kinderkriegen kein Armutsrisiko ist. Wir treten für eine Liberalisierung des Adoptions- und Abtreibungsrechts ein. … Wir fordern die rechtliche Gleichstellung von Partnerschaften in allen Belangen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Konstellation. Ein Sonderrecht zweiter Klasse, wie es derzeit u.a. für gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Fall ist, lehnen wir ab.
  • Gesundheit
    Wir setzen uns für eine einheitliche solidarische Krankenversicherung und den Abbau von bestehenden Ausnahmen ein. … Diese Versicherung soll die gesamte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherstellen. Dabei basiert ihr Angebot ausschließlich auf evidenzbasierter Medizin mit wissenschaftlich nachgewiesener Wirksamkeit… Wir lehnen Esoterik und sogenannte Alternativmedizin als Pseudowissenschaften ab – gut.
  • Drogen
    Wir fordern einen Wandel hin zu einer aufgeklärten Drogenpolitik. Die Prohibition verfehlt nicht nur das erklärte Ziel, den Konsum von Drogen zu reduzieren, sondern führt dazu,dass Konsum und Handel unkontrolliert, unreguliert und nicht aufgeklärt stattfinden. Dies führt zudem zu einer blühenden Kriminalität. … Wir fordern, den Handel mit Drogen grundsätzlich zu legalisieren und entsprechend dem wissenschaftlichen Stand differenziert zu behandeln, zu regulieren und zu kontrollieren incl. Drogensteuer.
  • Soziales
    Jeder Mensch möchte ein gleichberechtigtes und mitwirkendes Mitglied unserer Gesellschaft sein – wenn es da mal keine Ausnahmen gibt … Wir lehnen Arbeitszwang und Strafmaßnahmen ab, die Menschen gängeln und in ihrer Selbstbestimmung beeinträchtigen. Wir setzen uns für die Einführung eines universellen Grundeinkommens ein.
  • Migration
    Deutschland ist ein Einwanderungsland. Wir sehen in dieser Einwanderung eine Chance und treten deshalb für ein Einwanderungssystem ein. Flüchtlinge, Asylbewerber und Einwanderer sollen in die Gesellschaft integriert werden. Allen ausländischen Einwohnern und Einwanderern sollen Selbstbestimmung und Chancengleichheit eingeräumt werden, um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen (Stand Mitte 2015).
  • Wirtschaft
    Die soziale Marktwirtschaft ist die einzige Wirtschaftsordnung, die mit humanistischen Werten wie individueller Freiheit, fairem Interessenausgleich und Hilfe zur Selbsthilfe vereinbar ist. Unser Ziel ist eine Marktwirtschaft, die sowohl von staatlicher Willkür wie von monopolisierter Wirtschaftsmacht frei ist und sich am Wohle aller ausrichtet – gut. … Der Wirtschaft sollen faire Rahmenbedingungen ohne unnötige Belastungen eingeräumt werden. Die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern müssen gleichermaßenberücksichtigt werden. Deshalb wollen wir das Wesen der Gewerkschaften unterstützen und modernisieren. Unabhängig davon muss der Staat für den Schutz grundlegender Arbeitnehmerrechte eintreten, auch in Branchen, in denen es keine Gewerkschaften gibt.
  • Staatsfinanzen
    Wir wollen insbesondere Subventionen prüfen und kontinuierlich abbauen. Sie sollen überwiegend zur gezielten, zeitlich begrenzten Förderung eingesetzt werden, um nicht dauerhafte Abhängigkeiten, Preisverzerrungen und Verschwendung zu verursachen – Verfallsdatum ist gut. Der Staat muss Unternehmensbeteiligungen reduzieren, darf damit jedoch keine privaten Monopolstellungen fördern.
  • Steuern
    Wir setzen uns für eine drastische Vereinfachung des Steuersystems, mehr Transparenz, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit ein. Alle Einkunftsarten sollen gleich besteuert werden. … Besonderen Fokus legen wir auf die Verhinderung von Steuerflucht. Dafür ist es notwendig, dass Unternehmensgewinne auf der Basis der Konzernbilanzen besteuert werden, um steuervermeidende Gewinnverschiebungen innerhalb von Holding-Organisationen zu verhindern.
  • Energie
    Wir fordern Effektivität statt Aktionismus. Wir wollen den Einsatz von fossilen Energieträgern schrittweise reduzieren, um vor allem Treibhausgase einzusparen. Dabei setzen wir auf Besteuerung und Zertifikatehandel. Gleichzeitig werden wir durch gezielte Zuwendungen den Ausbau von erneuerbaren Energien fördern. Die EEG-Umlage und andere Dauer-Subventionen müssen jedoch abgeschafft werden. Wir müssen dezentrale, bedarfsorientierte und flexible Lösungen bevorzugen. Ein intelligentes Stromnetz mit zuverlässiger Speicher- Infrastruktur bietet Effizienz und Versorgungssicherheit.
  • Internet
    Wir sind für die gesetzliche Verankerung der Netzneutralität. Die technische Infrastruktur muss in der Hand des Staates liegen … Wir sehen im Internet auch ein Werkzeug der Demokratie und wollen es vor Manipulation und Machtmissbrauch schützen. … Das Menschenrecht auf die Privatsphäre kann nur geschützt werden, wenn beim Datenschutz grundsätzlich informationelle Selbstbestimmung gewährleistet wird. Dies gilt auch gegenüber Interessen von Staaten, Geheimdiensten oder Unternehmen… Dabei darf Datenschutz auf keinen Fall Selbstzweck werden oder gar als Vorwand für eine eigentlich technikfeindliche Haltung dienen.
  • Geistiges Eigentum
    Wir wollen die Patentrechte so reformieren, dass sie nicht übermäßig Fortschritt, Innovation und Wettbewerb behindern oder Privatpersonen für harmlose Aktivitäten belasten. Die Nutzungsrechte müssen zeitlich stark begrenzt werden. Dagegen gelten Urheberrechte ein Leben lang, sollen jedoch mit dem Tod und nicht 70 Jahre danach verfallen. Liegen die Nutzungsrechte beim Staat, fordern wir, dass die Bürger unentgeltlich davon profitieren können. Wir setzen uns dafür ein, profitorientierte Abmahnungen gegen Personen, die urheberrechtlich geschütztes Material privat nutzen, einzudämmen – gut.
  • Justiz
    Um die Anzahl, Komplexität und Aktualität der Gesetze im Griff zu haben, fordern wir die Anwendung von Auslaufklauseln – gut. Vor allem bei normativen Regelungen und Gesetzen, die Freiheit für Sicherheit eintauschen, sind diese notwendig. Ältere Gesetze müssen von einem Ausschuss auf Sinnhaftigkeit, Aktualität und Praktikabilität geprüft werden. … Damit sorgen wir für eine kontinuierliche Selbstreinigung der Gesetze und Verordnungen. … Wir setzen uns gegen eine Anwalts- und Abmahn-Industrie ein, die Gesetze missbraucht, um sich an Kleinunternehmern und Privatpersonen zu bereichern.
  • Tierschutz
    Es ist unsere ethische Pflicht als Humanisten, für das Wohlergehen dieser Tiere zu sorgen und Leid zu verringern. Dieses Ziel muss höher gewichtet werden als Traditionen, Unterhaltung, religiöse Riten oder wirtschaftliche Interessen. … Wir fordern, die Grundrechte auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit in
    einem ersten Schritt über die Artgrenze des Homo sapiens hinweg auf die Familie der Menschenaffen auszudehnen und im Grundgesetz zu verankern – das ist zumindest ein Alleinstellungsmerkmal.
  • Innere Sicherheit
    Wir wollen die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten, ohne deren Freiheit unnötig zu beschränken. Im Zweifel entscheiden wir uns für die Freiheit.
  • Verteidigung
    Die größte Gefahr für Menschen geht nicht mehr von Kriegen zwischen Staaten, sondern von grenzüberschreitendem Terrorismus, Völkermord und Bürgerkriegen aus. Deshalb kann die Aufgabenstellung der Bundeswehr nicht ausschließlich auf die Landesverteidigung begrenzt bleiben. Als Humanisten können wir nicht tatenlos zusehen, wenn in anderen Ländern Menschen verfolgt, gefoltert und brutal getötet werden. … Militärische Aktivitäten dürfen nur das letzte Mittel sein und müssen vor allem dazu beitragen, Menschen zu schützen und Frieden zu sichern – militärische Aktivitäten sind aber das Gegenteil von Frieden.
  • Internationales
    Wir setzen uns dafür ein, dass wirtschaftliche Beziehungen mit undemokratischen Regierungen nur eingegangen werden, wenn sich dadurch die gesellschaftliche Situation vor Ort verbessert. Ausbeuterische Beziehungen, bei denen Menschen Produkte für unseren Markt unter Bedingungen herstellen, die bei uns verboten wären, sind nicht weiter tragbar. Waffen dürfen nicht in Länder mit fraglicher Menschenrechtslage exportiert werden.
  • Entwicklungszusammenarbeit
    Wir setzen uns für Know-How-Transfer, Demokratieentwicklung, Bildung und eine Gründerkultur ein – da sind die grundsätzlichen Effizienzprobleme der Entwicklungshilfe noch nicht angekommen.
  • Flüchtlingshilfe
    Wir bekennen uns zu unserer humanitären Verpflichtung der Einhaltung von Menschenrechten und fordern eine menschenwürdige Asyl- und Flüchtlingspolitik, die in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Union stattfinden soll. … Flüchtlingshilfe muss zudem dort ansetzen, wo Flüchtlinge sind. Deshalb müssen die Nachbarländer von Krisenregionen endlich erheblich unterstützt werden, um die Menschenmassen vernünftig versorgen zu können – ein humanistischer Standpunkt der Vernunft.
  • Verkehr und Infrastruktur
    Die … Förderung soll weniger durch direkte Endproduktsubventionen erfolgen, sondern vielmehr durch die Schaffung steuerlicher Rahmenbedingungen für Geschäftsfahrzeuge und Infrastruktursysteme wie einheitliche Standards für elektrische Ladestationen. … Infrastruktur muss in öffentlicher Hand sein.
  • Kunst und Kultur
    Der Staat schafft lediglich den Rahmen, in dem Kunst gedeihen kann, ohne Inhalte oder Richtungen vorzugeben.

Digitale Repräsentanz der PdH

Ein Präambel-tauglicher Text findet sich auf der Homepage unter Leitbild / Humanistische Partei und Humanistische Politik und unter Wer du bist:

Humanisten sind Individuen, die ihr Denken und Handeln danach ausrichten, was sie persönlich für richtig und wichtig halten. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und unterwerfen uns nicht blind Autoritäten. Wir führen Auseinandersetzungen auf der Grundlage rational nachvollziehbarer Begründungen. Im Mittelpunkt unseres Strebens stehen Weltlichkeit, Selbstbestimmung, Solidarität und Toleranz. Wir klären Differenzen offen und sachlich, weil wir davon ausgehen, dass jeder Humanist für unsere Sache arbeitet. Unsere Zusammenarbeit ist geprägt von Aufrichtigkeit, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Offenheit und Gleichberechtigung.

Das Leben in einer humanistischen Gesellschaft wird ausschließlich durch gemeinschaftlich vereinbarte Normen geregelt, die sich aus einer kritisch-rationalen und wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit der Realität ergeben. Wir folgen der von Menschen ständig weiterentwickelten Ethik ohne metaphysische Bezugspunkte. Humanistische Politik dient einzig dem Menschen und keinen Religionen, Ideologien, Dogmen oder Kollektiven. Wir sehen den Bürger als aufgeklärt und selbstbestimmt. Deshalb binden wir die Menschen in unsere Arbeit ein und bieten eine transparente und nachvollziehbare Politik.

In Deutschland leben offiziell über ein Drittel der Menschen konfessionsfrei. Rechnet man mit ein, dass ein Großteil der christlich getauften Menschen nur noch “aus Gewohnheit” Mitglied in einer der Kirchen sind und die Einwanderer aus vorwiegend muslimischen Ländern automatisch als Muslime registriert werden, handelt es sich bei den Konfessionsfreien vermutlich um die stille Mehrheit.

Trotzdem ist das politische Gewicht dieser Gruppe quasi nicht existent. In der politischen Landschaft gibt es keine Partei, die sich konsequent für humanistische Werte, Säkularisierung und für ein wissenschaftliches Weltbild ausspricht.

Mit diesen Aussagen ist die PdH einzig unter den Parteien. Unter Politik finden sich auch noch die Punkte:

  • Grundsatzprogramm auf der Site (auch Stand 2015)
  • Leitbild der Partei der Humanisten (2015), das erklärt Humanismus, Evolutionären Humanismus und Transhumanismus bis hin zur Humanistischen Partei und zur Humanistischen Politik
  • Forderungen der PdH – hier sind nur Ergänzungen gegenüber Grundsatzprogramm aufgeführt:
    Recht auf Selbstbestimmtes Lebensende (Sterbehilfe)
    Verbot der Beschneidung von Kindern
  •  Positionspapiere (für die Zukunft avisiert)

Unter Artikel sind aktuelle Texte zu diversen humanistischen Themen gelistet. Ein Beispiel: Flüchtlinge – humanistische Integration (18.9.16): Viele Flüchtlinge kommen gerade wegen dieser (unserer) Werte, der Demokratie, dem liberalen Rechtsstaat und der Marktwirtschaft nach Europa. Andere wiederum sind fest in Traditionen und Riten verfangen, die sich damit nicht vereinbaren lassen. Ein friedliches Zusammenleben erreichen wir nicht, indem wir die Neuankömmlinge mit all ihren Sorgen ignorieren und auch nicht, indem wir sie und alles was sie mit sich bringen kulturrelativistisch gutheißen und nicht zu kritisieren wagen. – „Das Grundgesetz steht über dem Koran und der Bibel.“ – Themen wie Trennung von Staat und Kirche sind stark vertreten, Migration und Bankensubventionierung sind schwach besetzt.

Unter Partei stellt sich die PdH selber vor.

Diskurs: Die Plattform zum Diskutieren, Discourse, enthält sehr übersichtlich die aktuellen Themen und die Stellungnahmen dazu. Z.B. bei der vielfrequentierten Burka / Niqab Studie kann man einen Beitrag über eine Studie lesen mit Die drei wichtigsten Punkte:

  • "In most cases there was no evidence to suggest that the instruction from parents and external educators during childhood led to the adoption of the niqab later." und
  • " There was no evidence that parents forced their daughters to wear the niqab. "
  • "Two-thirds of the interviewees had at least one close friend and over one-third had at least one relative who had started to wear the niqab before them"
  • "Decision-making on the niqab is based on multi-dimensional and dynamic relationships, not hierarchical power structures privileging male over female or parent over child."

Abgesehen davon, dass es 4 Punkte sind, ist auch der Inhalt stark bezweiflungswürdig, der das Burkatragen an multi-dimensionalen dynamischen Beziehungen festmachen will und nicht an hierarchischen Machtstrukturen. Wenn man Gläubige fragt, warum sie glauben, werden sie auch nicht sagen, wegen der hierarchischen Machtstrukturen und der damit verbundenen Indoktrinierung, sondern sie denken sich multiple Gründe aus. Aber da zeigt sich die Toleranz der Site, die solche Aussagen unkritisiert hinnimmt.

Facebook: Die Facebook-Seite enthält eine bunte und reichhaltige Mischung von aktuellen Themen aus der Szene.

Unterm Strich

Die PdH ist in sechs Ländern vertreten, und bundesweit will sie auch antreten. Der Nordosten ist noch ziemlich unbeackert, wie man sieht.  BRD-Karte-600x800-zweifarbig

Zusammen mit den Grünen ist die PdH von den betrachteten Parteien digital am besten aufgestellt. Verschiedene Foren sind vorhanden, in denen aktuell gepostet wird, in denen man seine Meinung kundtun kann und die aktuellen Mitteilungen der PdH ansehen kann. Inhaltlich sind die höheren Sphären des Humanismus' gut abgebildet, während die Aussagen zu aktuellen politischen Themen recht selektiv vertreten sind.

Der gesellschaftliche Diskurs um Migration, Europa, Euro, Banken usw. findet bei der PdH nicht statt. Es sind auch keine Statements aufzutreiben, die dazu Position beziehen. Wie tritt die PdH den CDU- und AfD-Vorstellungen entgegen, wieweit folgt man der Ideologie von SPD und Linken?

Darüber wird man im unklaren gelassen. Auch für Humanisten sind das wichtige Themen, die eine Positionierung verdienen. In der Richtung würde man der PdH eine Weiterentwicklung wünschen.

Ansonsten bietet die PdH, was des Humanisten Herz begehrt. Viele Punkte aus dem Programm ähneln denen der anderen Parteien, vor allem, wenn sowas gesagt wird wie: Das kulturelle Erbe der Menschheit ist ein hohes Gut, das es zu erhalten, zu pflegen und zu erweitern gilt. Wir setzen uns für eine Kulturpolitik ein, die sowohl staatliche Einrichtungen als auch kulturelle Vereine in angemessenem Rahmen fördert und unterstützt.

Davon sind alle Parteiprogramme voll. Dankenswerterweise hat die PdH aber auch einiges an originären oder zumindest guten Vorstellungen anzubieten:

  • Recht auf Nichtglauben schon für Kinder
  • echte Demokratie, EU-Politik durch die Bewohner Europas, nicht durch die Regierungen
  • für einen laizistischen Staat
  • bekenntnisorientierten Religionsunterricht ersetzen
  • dopingfreier Sport unrealistisch
  • Ablehnung Esoterik und sogenannte Alternativmedizin
  • aufgeklärte Drogenpolitik, d.h. keine Prohibition
  • soziale Marktwirtschaft entspricht humanistischen Werten
  • Verfallsdatum für Subventionen
  • Auslaufklauseln auch für Gesetze
  • Grundrechte für Menschenaffen (Asylrecht?!)
  • Flüchtlingshilfe dort ansetzen, wo Flüchtlinge sind

pdh-2017

Insgesamt stellt sich die PdH damit als echte Alterative dar. Man kann nur wünschen, dass es mit der Bundestagswahl klappt. Man denkt sich sogar was aus, wie die Bremsklotz-Aktion zeigt:

Bremsklotz-Preis-FB

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