Gegen Todesstrafe für den iranischen Religionskritiker Sina Deghan

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Sina-DehghanDieser Artikel ist von der Seite des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE) übernommen: A 21 year old Iranian man to be executed in Iran for criticising Islam – To the people of the world (25.3.). Dazu noch ein Facebook-Link: #FreeSinaDehghan, Bild: ZdE.

Helfen Sie uns, Sina Dehghan zu retten!

Der "oberste Gerichtshof der iranischen Republik" ist die höchste juristische Autorität im Lande. Dieser "Gerichtshof" hat das Todesurteil für den 21-jährigen Sina Deghan bestätigt. Vorwurf: "Islamkritik und Beleidigung des Propheten vom Islam".

Sina Dehghan wurde schon am 21. Oktober 2015 verhaftet. Der damals 19-Jährige wurde vom "Strafgerichtshof der Stadt Arak" zum Tod verurteilt. Die Tat soll darin bestanden haben, kritisches Material über den Islam zu verbreiten und in sozialen Medien Opposition gegen sakrosankte Bestandteile des muslimischen Glaubens zu machen.

Während der Untersuchung hatten die "Sicherheitskräfte" gegenüber Sina behauptet, wenn er die Anschuldigungen akzeptiere und Reue zeige, würde er begnadigt. Obwohl sein folgendes Schuldgeständnis unter Druck zustandekam, wurde er zum Tod verurteilt und im Januar 2017 in vollem Umfang vom "obersten Gerichtshof" bestätigt. Im Iran ist es gang und gebe, Gefangene zu foltern, um falsche Schuldgeständnisse zu erpressen, und sie daraufhin zu verurteilen.

Die "Sicherheitskräfte" erzählten Sinas Familie, wenn sie darauf verzichteten, seinen Fall publik zu machen, würde er begnadigt. So schwieg die Familie, und die Staatsgewalt konnte das Todesurteil ungestört bestätigen. Jetzt kann Sina jederzeit an den Galgen kommen.

Eine weitere Beschuldigte in dem Fall ist Sahar Elyasi aus Teheran. Frau Elyasi wurde zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt; die Strafe wurde im März 2016 auf 3 Jahre reduziert. Vorwurf ist auch die Beleidigung sakrosankter Glaubensbestandteile.

Noch ein Beschuldigter ist Mohammad Nouri aus Arak. Mohammad Nouri wurde mit den gleichen Beschuldigungen wie bei Sina Dehghan zum Tod verurteilt, gemäß Artikel 262 des islamischen Strafcodes, worin auf "Beleidigung des Propheten" die Todesstrafe steht.

Todesstrafen für Glaubensabweicher zu verhängen zeigt, welche Furcht die islamische Republik hat, dass sich säkulare Tendenzen in der iranischen Gesellschaft ausbreiten könnten. Trotz der religiösen Despotenherrschaft ist die iranische Gesellschaft eine nicht-islamische Gesellschaft. Sie sucht Freiheit, Recht und Trennung des Staats von der dominanten religiösen Unterdrückung. Die Todesurteile bezeichnen die Konflikte zwischen den gegensätzlichen Einstellungen.

Sina Dehghan und Mohammad Nouri müssen vor der Exekution gerettet werden, und Sahar Elyasi muss aus dem Gefängnis entlassen werden. Das Unrecht der Urteile kann nur durch internationalen Durck aufgehoben werden.

Nicht nur das Leben der jungen Männer ist bedroht. Auf dem Spiel steht das Schicksal Millionen junger Leute, die keine islamische Regierung wollen. Diese Leute wollen eine freie Gesellschaft, die auf säkularen Gesetzen gründet, und auf Glück und Wohlergehen aller Bürger. Das sind die humanitären Wünsche des iranischen Volks. Das ist der gemeinsame Nenner für uns alle in der Welt.

Schließen Sie sich diesen Forderungen an und verlangen Sie die Freilassung von Sina Dehghan, Mohammad Nouri und Sahar Elyasi, und auch die Freilassung von Soheil Arabi und Rouhollah Tavana, die im Sommer 2011 bzw. Herbst 2013 für ähnliche "Delikte" eingesperrt wurden.

Ihre Teilnahme ist notwendig, um das Leben dieser Gefangenen zu retten. Bitte wenden Sie sich an internationale Organisationen oder an Parlamentsmitglieder. Schreiben Sie ihnen Briefe und machen Sie Druck auf die iranische Obrigkeit, die jungen Leute freizulassen und ihre Todesstrafen aufzuheben.

Adresse:
Head of the Judiciary
Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, 2 Azizi Street intersection
Tehran, Islamic Republic of Iran
Email:  info@dadiran.ir

Gezeichnet: International Committee against Capital Punishment
Campaign to Free Political Prisoners in Iran (CFPPI)

Shiva Mahbobi, Sprecherin für Campaign to Free Political Prisoners in Iran (CFPPI), shiva.mahbobi@gmail.com

Mehr Information bei: Hasan Salehi, Sprecher für das International Committee against Capital Punishment, hasan.salehi2000@gmail.com

Wir bitten Sie, die Stimme für Sina Dehghan zu erheben; Sina kann jeden Moment an den Galgen geschickt werden.

Bei Twitter bitte den Hashtag benutzen: #FreeSinaDehghan

@UNrightswire  @UNHumanRights  @HassanRouhani  @MartinSchulz  @Asma_Jahangir

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4 Antworten auf Gegen Todesstrafe für den iranischen Religionskritiker Sina Deghan

  1. Saco sagt:

    Nach dem Koran werden die Urteile schon in Ordung sein. Das Problem sind die Heiligen Bücher: Koran und Bibel.

  2. @Saco:

     

    Selten ist mir so viel Unverstand der Sachlage begegnet wie bei dir. :D

    Der Begriff der Ahadith ist dir wohl noch nie begegnet, oder?

    Ausserdem negierst du völlig die Existenz menschenrechtskonformer Muslime wie die von Mimoun Azizi und seinen Freunden, zu denen ich zähle.

    Plattitüden deiner Art kann ich auch bei PI nachlesen.

  3. Saco sagt:

    Ich meine es anders, als Du vielleicht vermutest, Frank.  Koran und Bibel geben die Handhabe für Folterungen etc. Das sollte nicht sein. So befiehlt unser Gott  Steinigungen. Hast Du oder habe ich von den Staatsanwälten verlangt, die Heiligen Schriften als verfassungskonträr einzustufen?  Die Bibel wirkt eher innenaggressiv (Depressionen), der Koran eher außenaggressiv (Attentate). Muss doch nicht sein, oder? Wir wollen doch die Ursachen angehen. Der Politik die Handhabe nehmen.

  4. Wilfried Müller sagt:

    Auch in Saudi-Arabien wird aus religiösen Gründen zum Tode verurteilt: Wieder ein saudisches Terrorurteil (atheisten-info 28.4.). Ahmad Al Shamri wurde wegen "Atheismus und Blasphemie" verhaftet, angeklagt und im Februar 2015 zum Tode verurteilt. Seine Berufung wurde in der letzten Aprilwoche 2017 abgewiesen und das Todesurteil bestätigt.

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