Integration vs. Radikalisierung

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graffiti-215659_1280nuzreeDas Thema zerfranst an den Rändern, und in der Mitte ist es uneinheitlich (Bild: der neue Integrationsplan der Bundesregierung von nuzree, pixabay). Wunder was, wenn da die unterschiedlichsten Ansichten und Strömungen aufeinanderstoßen. Bei wissenbloggt wird der Versuch unternommen, ein paar Haupttrends aufzugreifen und zu sortieren.

Diverse Rezensionen und Kommentare befassen sich mit Büchern zum Thema Integration oder nicht, sowie den Weiterungen, die sich daraus ergeben. Einige weitere Artikel runden die Umschau ab. Die bunte Auswahl soll Einseitigkeit und Voreingenommenheit vorbeugen. Die Reihenfolge soll nicht chronologisch, sondern logisch sein, und ein Fazit fällt mangels Übereinkunft aus.

  • Massenmigration – Islamische Werte frei Haus (cicero 7.3.): Bereits 2014 mehrten sich die Zeichen einer bevorstehenden Massenmigration aus dem Nahen Osten. Doch die Politik reagierte spät. Heute sind Islamkritiker nicht erwünscht und viele junge Muslime nicht an westlichen Werten interessiert. Der libanesisch-deutsche Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist Imad Karim stützt sich auf Analysen von 3 großen Facebook-Gruppen von syrischen Flüchtlingen in Deutschland (zusammen über 500.000 Mitglieder): In den Postings dieser Gruppen ginge es fast ausschließlich darum, den Islam und seine Werte in Deutschland und Europa zu verbreiten, und darum, wie man sich am besten finanzielle Vorteile verschaffen oder wer wem falsche Dokumente besorgen kann. Es gebe auch regelrechte Annoncen für das Beschaffen von gefälschten Zeugnissen und anderen Dokumenten. Die Deutschen und die Nichtmuslime würden dort im Allgemeinen negativ dargestellt – quasi als eine Gesellschaft, die ohne Werte lebt und der letztlich nur der Islam den rechten Weg weisen kann. Nach Karims Erfahrung ist es bisher in Frankreich, England,  Schweden … nicht gelungen, wenigstens die große Mehrheit der jungen Muslime, die im Westen und unter dem Schutz der freiheitlichen Gesellschaft geboren wurden, für die sogenannten westlichen Werte wie Toleranz, Offenheit und Selbstbestimmung zu gewinnen.
  • Ein Kommentar dazu hält das Denken vieler Auswanderer für schizophren: Sie verlassen zu Millionen die muslimische Welt Richtung säkularer christlicher Westen, weil es hier ökonomisch und soziologisch besser ist, wollen aber im Umkehrschluss die kulturellen Verhältnisse aus ihren despotisch-autoritären und zum Teil kaputten Heimatstaaten wieder einführen. Keiner der "geflüchteten" Araber möchte in den Golfstaaten leben, sonst wäre er nicht hierher gekommen, aber Deutschland und Europa sollen auf den Pfad des islamischen Orients gebracht werden, das sei einfach irre! Warum werden diese Leute nicht mal mit dieser Frage konfrontiert: Was meinst Du, sind die Gründe, dass es Deutschland und Europa so viel besser geht als der islamischen Welt? Warum sollen die "Ungläubigen", die eine so viel bessere Gesellschaft geschaffen haben, irgendetwas von euch annehmen?
  • Noch ein Kommentar fasst es in die Worte: Das Problem mit den Asylanten und Wirtschaftsflüchtlingen ist, dass sie ihre Kultur mitbringen, die bei ihnen zuhause zu den Zuständen geführt hat, vor denen sie geflohen sind.
  • Ein weiterer Kommentar befindet, dass es nahezu unmöglich sei, seiner eigenen Sozialisation zu entkommen. Als Moslem werde man geboren, habe so zu leben, wie die Gesellschaft es möchte, und werde hart bestraft, wenn man einen anderen Weg gehen möchte. So werde das Angenehme (Sozialstaat und Frieden) mit dem Nützlichen (Beibehalt der eigenen Lebensweise) verbunden, bezahlen müssen wir (Deutschen) das, und das in jeglicher Hinsicht. Dass dieses Verhalten der "Flüchtlinge" letztlich zu gleichen Verhältnissen wie in den Heimatländern führt, sei sicher zu abstrakt für die meisten.
  • Noch ein Kommentar widerspricht: Demnach sei eine Einsicht in die Zusammenhänge, die Sie beschreiben – der Islam als Ursache der Verhältnisse in den islamischen Staaten -, nicht so ohne Weiteres möglich. Aber man könne die Ursachen klar benennen: mangelnde oder schlechte Bildung, Gewalt und körperliche Strafen in der Erziehung, hirarchische Strukturen und hierarchisches Denken, verklemmte Sexualität, Frauenverachtung.
  • Ein allgemeiner Kommentar stellt fest: Solche (sachlichen und sehr guten) Artikel wie der von Herrn Karim wären vor einem guten Jahr noch "rechte Propaganda", "islamophob" und wer weiß was sonst noch alles gewesen. Inzwischen sei dies nicht mehr so. Der Kommentator hat den Glauben an die menschliche Vernunft noch nicht verloren und bittet die andren, dies auch nicht zu tun.

Nur dass die Religion strikt gegen die menschliche Vernunft wirkt, könnte man da einwenden. Wie sehr sie sich bemüht, sieht man in einem weiteren Artikel, der auch wieder dieselbe Stoßrichtung verfolgt:

  • Islam – Integration als Sünde (cicero 30.3.): (Alexander) Kisslers Konter: Ein Buch dokumentiert Predigten in deutschen Moscheen. Die Erkenntnisse sind alarmierend. Der Westen erscheint als Feind, Deutschland als Ausland. Es ist Zeit für eine ehrliche Debatte.
  • Hier geht es um das Buch Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird von Constantin Schreiber. Es firmiert als erster deutscher Moschee-Report: Wo gibt es überall Moscheen und was predigen Imame beim Freitagsgebet? Wie wird über Deutschland gesprochen, wenn keine Kamera dabei ist und man sich unbeobachtet fühlt? Schreiber recherchiert in einer für viele unverständlichen Realität, die unsere Gesellschaft prägt wie nie zuvor.
  • Aus einer Rezension dazu: Ergebnis ist – wen wundert es wirklich, dass keine einzige Moschee ein vernünftiges Zusammenleben zwischen Deutschen und Muslimen vermittelt, ganz im Gegenteil. Da hier aber (noch) nicht zum bewaffneten Aufstand gegen Nichtmuslime aufgerufen wird, sind die Predigten legal. Der Verfassungsschutz kümmert sich nur um die Spitze des Eisbergs, d.h. um die offen gewaltbereiten Einrichtungen (und schon mit diesen sind sie überlastet).
  • Eine weitere Rezension besagt: Ich bin selbst Moslem und gehe hin und wieder in meine Moschee im Ruhrgebiet. Es ist leider leider wahr, dass sich dort viele Extremisten sammeln und Hetze verbreiten. Auch waren bei uns in der Moschee oft Prediger aus anderen Gemeinden, diese haben teilweise Ungeheures von sich gegeben, zum Glück haben daraufhin einige den Saal verlassen, aber viele blieben leider sitzen. Ich kenne aus eigener Erfahrung 3 Moscheen in meiner Gegend, ich selbst kann bestätigen, dass sich dort immer mehr Extremisten sammeln.
  • Zum selben Buch ein anderer Artikel, Berlin – Aufruf zur Abgrenzung (Berliner Morgenpost 28.3.): Ein TV-Journalist besuchte 13 Freitagsgebete in deutschen Moscheen und erlebte Verstörendes. Weihnachten „die größte aller Gefahren“. Der Journalist Miguel Sanches erwähnt daraus, es sei für die anderen Besucher und für die Verantwortlichen vollkommen in Ordnung gewesen, dass der Autor da war, nur für den Autor sei nichts in Ordnung gewesen. Die Zeit der Recherche waren acht ernüchternde Monate für ihn. Bestenfalls seien die Predigten dichte, religiöse Texte gewesen, schlimmstenfalls wurde das Leben in Deutschland, die Demokratie und unsere Gesellschaft abgelehnt. Aus Sicht von interviewten Wissenschaftlern zeige sich "eine Frömmigkeitsbewegung in der zweiten und dritten Generation".
  • Aus weiteren Kommentaren gesammelt:
    Es wird gepredigt, dass sich Muslime von Nichtmuslimen fernhalten sollen (Erdogan sagte hier ebenfalls ganz offen, dass eine Assimilation nicht stattfinden soll).
    Es wird von Wissenserwerb gesprochen, wobei hier ausschließlich theologisches Wissen gemeint ist. Vielleicht auch ein Grund, warum die Jugendlichen lieber in die Moschee, als in Schule gehen.
    Kaum ein Prediger spricht Deutsch. Die Deutsche Sprache wird nicht als wichtig erachtet und wird auch nicht gebraucht.
    Man beansprucht für sich die einzige Wahrheit und den einzig frommen Lebensstil.
    Nichtmuslimen wird eher Verachtung entgegengebracht.
    Die Predigten haben zum großen Teil eher politischen und nicht theologischen Charakter (vor allem in den türkischen Moscheen).
    Besorgniserregend waren seine im Buch veröffentlichten Beobachtungen vor allem deshalb, weil man sich nach der Lektüre schwer vorstellen kann, wie ein friedliches, verständnis-, und respektvolles Nebeneinander zwischen Islam und deutscher Mehrheitsgesellschaft überhaupt möglich sein soll. Denn ein solches setzt ja voraus, dass sich eine Religion, bei aller Religionsfreiheit, an die bestehende und sich verändernde Lebenswirklichkeit einer Gesellschaft anpasst. Und fairerweise muss man zugeben, dass auch unsere Kirche damit oft ihre Schwierigkeiten hat. In den Predigten, die der Autor aber in den Moscheen hörte, musste er feststellen, dass sie so konservativ waren, dass sie keinerlei Weiterentwicklung oder Anpassung an die sie umgebende Gesellschaft verrieten. Ein Iman hat seine Predigt so eröffnet: "Jede Neuerung ist Ketzerei. Und Ketzerei ist Irrtum. Und Irrtum endet im Feuer". Muss man sich da noch wundern über die Herausbildung bzw. das Bestehen von Parallelgesellschaften in Deutschland?

Ohne weitere Prüfung kann man die Verhältnisse nicht verallgemeinern, aber es bleibt doch im Ansatz verstörend, wie wenig von unserer Offenheit gegenüber den Immigranten sich im Verhalten vieler von ihnen widerspiegelt. Wenn die Offenheit genutzt wird, um ausschließlich die eigenen Maßstäbe hochzuhalten, ist das geradezu ein Missbrauch der Offenheit, wie er im wb-Artikel Freiheitsmissbrauch formuliert wird.

  • Als Vertiefung dazu die Meldung Türkisch-Islamische Union: Bundesregierung hält an Zusammenarbeit mit Ditib fest (ZEIT ONLINE 22.3.): Imame des Moscheeverbandes stehen im Verdacht, für die Erdoğan-Regierung spioniert zu haben. Laut Medienbericht will die Regierung ihn dennoch weiter finanziell fördern.
  • Das geht zurück auf den Artikel Spitzel-Affäre Berlin hält am Dialog mit Islamverband Ditib fest (Kölner Stadt-Anzeiger 22.3.): Auch nach den Spionage-Vorwürfen gegen Imame der Türkisch-Islamischen Union Ditib hält die Bundesregierung an der Zusammenarbeit mit dem größten islamischen Verband in Deutschland fest. Das betrifft eine finanzielle Förderung ebenso wie die Teilnahme der Ditib an der Deutschen Islamkonferenz, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht.

Von einer anderen Warte wird das Problem in einem Essay betrachtet, der den Radikalismus als Krankheit deutet:

  • Radikalisierung als Krankheit – Ist Islamismus heilbar? (SPIEGEL ONLINE 1.4.): Seit Sigmund Freud wird extreme Religiosität als eine Form von Geisteskrankheit gesehen. Nur den Islam schließen wir aus dieser Sichtweise aus. Dabei gehören Islamisten doch meistens auf die Couch, oder? Der Artikel von Johannes Thumfart spricht von psychologischem Rassismus: Westlich geprägte Täter würden für psychisch kranke Amokläufer gehalten, während muslimisch geprägte Täter als religiös motiviert gelten. Dabei sei es eigentlich Teil des gesunden Menschenverstands, Äußerungen extremer Religiosität als Ausdruck psychischer Krankheit zu sehen, z.B. lustfeindliche Protestanten, homophobe Katholiken und ich-schwache Buddhisten. Beim Islamismus funktioniere die Einschätzung nicht, wovon der Islamismus profitiere –  für junge Männer sei es ungleich attraktiver, als verfemte Outlaws auf heiliger Mission dazustehen denn als am Leben gescheiterte Geisteskranke. Der Autor zitiert erst Freud, nach dem Religion eine universelle Zwangsneurose sei, und dann zwei Bücher, die "den Islam gleichberechtigt neben den anderen Buchreligionen auf die Couch bringen":
  • Fethi Benslama: "Der Übermuslim" Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt. Das ist keine Islamkritik, sondern Resultat der Arbeit an und mit muslimischen Patienten mit religiös bedingten Zwangssymptomen. Der Autor geht von bekannten Statistiken aus und entwickelt daraus eine genuin islamisch geprägte Psychoanalyse. Mehr als die Hälfte der Islamisten in Frankreich stammen aus der Mittelschicht, zwei Drittel von ihnen sind zwischen 15 und 25 Jahre alt und 40 Prozent davon Konvertiten. Mithin geht es auch um eine "Postadoleszenzkrise". In der schwierigen Situation werde der Islam zum Orientierungspunkt. Die Attraktion liege darin, dass Betroffene ihre als defizitär erlebte Persönlichkeit "gegen eine Reihe stereotyper Äußerungen wie 'Allahu Akbar' und einen urgroßväterlichen, also ultra-erwachsenen Habitus eintauschen". Der radikale Islamismus sei demnach heute das "weitverbreitetste, aufregendste und in sich vollständigste Produkt auf dem Internetmarkt" – worüber sich der Essayist mokiert: angesichts der Bullshit-verdächtigen Zunft der Psychoanalytiker sei so eine These nicht gerade vertrauenserweckend. Es gebe doch noch Facebook, Snapchat, WhatsApp, Tindr, Grindr und sogar Porno.
  • Fethi Benslama: "Psychoanalyse des Islam": Wie seine Kollegen es für die anderen Buchreligionen taten, stellt der Autor nun die potentiell pathogenen Strukturen des Islams heraus. Er macht den Beginn des Islamismus an drei Jahreszahlen fest (1923: Ägyptische Feministinnen legen den Schleier ab, 1924: Das Osmanische Reich geht unter, 1928: Die Muslimbrüder werden als antikolonialistische Proto-Islamisten gegründet). Der "theologisch bedingte Abgrund im muslimischen Subjekt" werde seit dieser Epoche gleichbedeutend mit dem Bruch zwischen der muslimischen umma – von oum, "Mutter" – und deren Bild in modernen Gesellschaften. Aus dieser Konstellation erkläre sich die obsessive Sorge der Islamisten um die "Rein"-Haltung der Frau. Im Widerspruch zur Aussage des Artikels ist der Autor grundsätzlich gegen die Idee einer Heilung von Islamisten, Islamist zu sein sei keine Krankheit, sondern eine ideologische Wahl.

Bemerkenswert erscheinen die Folgerungen aus der Krankheitsthese: Die Regierungen zögen die falschen Schlüsse. Statt in die Prävention und Behandlung psychotischer Radikalisierung, flössen Steuergelder in die rechtsstaatlich problematische Überwachung. Dabei läge es eigentlich näher, die schwer absehbaren Folgen dämonisierter Sexualität zu diskutieren als die Gleichbehandlung der Religionen durch staatliche Institutionen. Es sei also höchste Zeit, dass sich jemand mit der Aufhebung der beiderseitigen Blindheit zwischen Psychologie und Islam beschäftigt.

  • Dazu ein paar Takte aus einem Linkedin-Text des Publizisten Enrico Matias Tavares, der die religiöse und konservative Kolumnistin Iben Tranholm interviewt, Denmark on the Brink? – An Interview with Iben Tranholm (17.3.): Für die Immigranten in Dänemark gebe es keine dominante Kultur, in die sie sich integrieren könnten, gewiss nicht im religiösen Sinn. Die Dänen haben keinen Gott. Als Resultat bringen die Immigranten Elemente ihrer eigenen Kultur und Religion ins Land, mit entsprechender Reibung, Missverständnissen und soger Kriminalität. – An vielen Probemen der Dritten Welt sei doch der Westen schuld, und religiöse und ethnische Konflikte spielten auch eine Rolle – und was sei mit Hilfe vor Ort, die kostengünstiger sei und die sozialen Probleme vermeide? Tranhelm dazu: Logisch sei das schon, nur gehe es nicht um ökonomische Probleme. Es gehe den Dänen darum, Gutes zu tun, sich zu öffnen und Hilfsbedürftige willkommen zu heißen. Bei Frauen und Kindern und sogar Familien wäre das leichter. Aber es kommen vor allem junge Männer, und die bringen ihre Konflikte und Frustrationen mit. Das mache es für alle schwer. So sei die bizarre Situation entstanden, dass westliche Feministen immigrierte Frauen beim Kopftuchtragen unterstützen und ihnen zusetzen, auf viele Rechte zu verzichten, die ihnen in unseren Ländern zustehen. Dabei werden diese Frauen auch noch von ihren eigenen Umfeld bestraft, wenn sie sich hier integrieren wollen, und die Feministinnen schauen bloß zu – ist ja alles sehr multikulti und gut.
  • Um wenigstens ein paar Zahlen zu haben, der Hinweis auf What Do Europeans Think About Muslim Immigration? (CHATHAM HOUSE 7.2.): Da wurden 10.000 Menschen in 10 europäischen Ländern befragt, soll eine weitere Zuwanderung aus überwiegend muslimischen Ländern gestoppt werden?

    •   Stop Unbestimmt kein Stop
      Deutschland 53% 28% 19%
      Frankreich 61% 23% 16%
      Italien 51% 26% 23%
      Österreich 65% 17% 18%
      Großbritannien 47% 30% 23%
  • Und noch etwas Statistik: Giulio Meotti: Islam, Not Christianity, Is Saturating Europe (ZERO HEDGE 29.3.). Demnach ist der Name Mohammed die Nummer 1 für neugeborene Babys in Mailand, London, Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Utrecht, Brüssel, Marseille.
  • Zur allgemeinen Besorgnislage noch die folgenden Daten, Je religiöser ein Land, desto schlechter seine Schüler in den Naturwissenschaften (derStandard.at 21.3.): Forscher werteten 76 Länder nach den jeweiligen Schulleistungen und dem Grad an Religiosität aus – Grundlage der Auswertung waren zum einen die Daten aus den einschlägigen Schulleistungstests wie Pisa oder Timms, zum anderen erstellten die Forscher eine Rangliste je nach Einfluss der Religion im jeweiligen Land. Zu den säkularsten Staaten gehören laut dieser Liste Tschechien, Estland, Schweden und Norwegen, zu den religiösesten Katar, Indonesien, Ägypten, Jordanien und Tunesien.
  • Eine besonders monokausale Sicht leistet sich der Artikel Glaubenskriege – Die Religion ist auf die Weltbühne zurückgekehrt  (WELT N24 16.3.): In Europa entfaltet der Glaube demnach schon lange keine politische Kraft mehr, woanders aber herrschen noch Mord und Totschlag im Namen Gottes: Während der Westen, Erbe der europäischen Aufklärung, an seinen weltlichen Werten festhält und sich darin Dauer und höhere Moral erhofft, öffnet sich längst der Blick auf die verwüsteten Landschaften des Nahen und Mittleren Ostens, wo im Namen eines fernen Gottes Mord und Totschlag praktiziert werden.
  • Es rennt nicht gerade offene Türen ein, wenn in dieser Situation mehr Religion gefordert wird, Religion an der Universität: Uni für befreites Beten (ZEIT ONLINE 10.3.): Immer mehr Hochschulen sollen religionsfreie Zonen sein. Der gelebte Glaube, heißt es, hat im Wissenschaftsbetrieb nichts verloren. Dem widerspricht ein Rechtswissenschaftler, der Staat müsse das religiöse Bekenntnis seiner Bürger respektieren. In den letzten Jahren wurden "Räume der Stille" wegen Missbrauchs der muslimischen Nutzer geschlossen. Der Ableitung wird widersprochen, Religion sei besser als Privatsache zu behandeln, habe an der Hochschule nichts zu suchen und die Hochschulen hätten als staatliche Einrichtungen neutral zu sein. Das läuft dann unter "Zurückdrängung religiös geprägter Geselligkeit aus der Hochschulöffentlichkeit", und dagegen zu sein ist auch sehr multikulti und gut.
  • Zum Schluss eine Meldung von albanischen Muslimen aus der Schweiz, Muslime bekennen sich in einer Charta zu Laizismus und Rechtsstaat (BLICK 20.3.): Die zwei wichtigsten Vereinigungen von albanischen Muslimen in der Schweiz haben gemeinsam ein Bekenntnis zum Laizismus und zur Trennung von Religion und Staat abgelegt. Gemäss dieser Charta steht die Schweizer Gesetzgebung über allen religiösen Regeln. Das würde man sich von den deutschen Islamverbänden auch wünschen.


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