Ditib aufs Maul geschaut

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turk-2132659_1280Die Ditib firmiert als Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. und sieht sich als bundesweiten Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden in Deutschland (wiki). Der Verband untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Die an staatlichen theologischen Hochschulen in der Türkei ausgebildeten Imame der Ditib werden für fünf Jahre nach Deutschland geschickt und sind de facto Beamte des türkischen Staates, von dem sie auch bezahlt werden (Bild: Public_Domain_Photography, pixabay).

Die türkischen Moscheen sind damit offiziell der staatlichen türkischen Diyanet-Behörde untergeordnet, die wiederum von der islamistischen Erdogan-Partei AKP kontrolliert wird. Die Islamfunktionäre der Ditib behaupten gern, die gesamte deutsche Islam-­Gemeinde zu vertreten und verlangen Sonderrechte dafür, obwohl niemand sie dazu bestellt hat. Trotzdem hat es Gewicht, wenn die Ditib etwas sagt. 

Wer mal reinschaut in die Freitagspredigten, findet dort allerhand Skurrilitäten. Als Beispiel kann die Freitagspredigt zum 05.04.2013 gelten, Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Ein Ausschnitt (die Hervorhebung ist von der Ditib, die Buchari-Texte sind anscheinend nicht unumstritten):

Verehrte Muslime,

unzählig sind die Gaben, die uns Allah geschenkt hat. Zu den bedeutendsten dieser zählen unsere Kinder. Sie sind uns von Allah anvertraut und wir haben sie auf die beste Art und Weise zu hegen und zu pflegen. Denn genauso, wie wir nur das ernten können, was wir säen, werden auch unsere Kinder die Erziehung nur haben, die wir ihnen geben. So sagte dereinst auch unser Prophet (saw): “Jeder Mensch, der auf die Welt kommt, kommt zunächst mit der natürlichen Veranlagung zum Islam auf die Welt. Die Eltern sind es dann, die sie zu Christen, Juden oder Feueranbetern machen.” [Buchārī, Dschanāiz 92; Ebū Dāwud, Sunna 17.] Eltern haben demnach eine wichtige Rolle bei der Erziehung der Kinder. Andererseits weist uns dieser Hadis auch darauf hin, dass Kinder, wenn sie auf die Welt kommen, zunächst ihrer gottgegebenen Veranlagung nach auf den Islam ausgerichtet sind. Spätere Einflüsse bzw. ihre Umwelt ist es dann, die sie hiervon abbringt. Der Hadis gemahnt Eltern förmlich, ihre Kinder nicht dem Leerlauf bzw. sich selbst zu überlassen, die Anerziehung der Religion betreffend. Und darauf zu achten, dass sie nicht Aberglauben, falschen Ideologien oder auch dem Müßiggang sich hergeben. Hier drin tragen Eltern Verantwortung.

turkey20160527_servedDieser Text ist Indoktrination pur, mit den Hilfsmitteln von Lüge und Betrug. Wenn es das ist, was in den Koranschulen gelehrt wird, hat es mit friedvoller, kooperativer Religionsfreiheit nichts zu tun. Dann geht es vielmehr um eine Machtergreifung im Hirn von Eltern und Kindern. Wie das Bild so hübsch zeigt, werden sie gerupft und fertig zum Braten gemacht (auf englisch heißt Türkei Turkey und Truthahn turkey).

Das Ergebnis solcher Desintegration kann sich durchaus in Parallelgesellschaften niederschlagen. Dahinter dürften erdoganische Umtriebe stecken, die alle Arten von Einmischung und Glaubensknechtschaft nach Deutschland tragen. Auch die Lernresistenten sollten allmählich begreifen, wie schädlich das ist. Denen muss man klar machen, dass alle Kinder frei von Religion geboren werden, und dass erst die Lügner und Betrüger sie der Verdummung und Unterdrückung unterziehen – bis hin zum glaubensspezifischen Religionsunterricht. Und der ist sowieso das Gegenteil von Integration, weil er die Kinder trennt und indoktriniert.

Es ist Zeit, nicht bloß zu analysieren, wieviel Lüge und Betrug von der o.a. Art die Ditib verbreitet. Die Ditib gehört abgeschafft. Solange sie in Diensten der Diyanet steht, hat sie in Deutschland nichts zu suchen. Solange ihre Imame von der Türkei abhängig sind, haben sie in der deutschen Jugendbildung nichts verloren, genausowenig wie als Prediger in deutschen Moscheen.

leaveuskidsalone

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5 Antworten auf Ditib aufs Maul geschaut

  1. Wilfried Müller sagt:

    Eine Insiderstimme sieht die Tätigkeit der Islamverbände so ("Das Kopftuch ist Symbol der Geschlechter-Apartheid", DEUTSCHLANDFUNK 7.4.):

    Sie haben Integration geleistet, indem sie immer wieder die Menschen daran erinnert haben, die Ausländer, die Migranten daran erinnert haben, dass sie erstens Muslime sind und zweitens Türke, Albaner, Araber oder sonst etwas sind und drittens vielleicht irgendwann mal Deutsche. Aber sie werden nie wirklich Deutsche werden und sie dürfen keine deutsche Identität entwickeln. Und das ist das, was die Verbände in den letzten zehn, 15 Jahren getan haben. Und unsere Politik hat diese Islamisten noch hofiert.

    Dadurch haben Menschen – zweite, dritte Generation – mittlerweile eine neue Identität entwickelt, und zwar das Moslem-Sein. Das ist die neue Identität, nicht die Identität "ich bin Albaner", "ich bin Araber", "ich bin Türke", sondern "ich bin zu allererst Moslem".

  2. So ist es, Wilfried! Ein ganz dummer Rückfall in lange überwunden geglaubte Zeiten – zumindest in unseren Breiten.

  3. Wilfried Müller sagt:

    Noch einen Einblick dazu liefert der Artikel Türken in Deutschland: Ins Gebet genommen (ZEIT ONLINE 13.2.): Spionieren türkische Geistliche ihre Gemeinden aus? Indoktrinieren türkische Lehrer deutsche Kinder? Zeit, mit Betroffenen zu sprechen. Der eher laizistisch ausgerichtete Türkische Lehrerverband urteilt so über den von den "türkischen Abgesandten" erteilten Schulunterricht: Frontalunterricht, teilweise nationalistisch geprägt, mit Unterrichtsmaterial aus dem vergangenen Jahrhundert. Weniger politische Indoktrination sei zu fürchten als Rückständigkeit. Früher hätten viele Lehrer der bildungsbeflissenen Gülen-Bewegung nahegestanden, heute kämen sie aus dem Lager der Erdoğan-Partei AKP. Daher seien sie religiös geprägt, wie auch ihr Unterricht.

  4. Wilfried Müller sagt:

    Noch eine Sicht auf das Buch Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird liefert der Artikel Befremdet – Islam In deutschen Moscheen wird freitags nicht Hass, aber Abgrenzung gepredigt (der Freitag 12.4.): Die Freitagsprediger führen einen Kulturkampf, der das Denken und Fühlen ihrer Zuhörerschaft engstens an einen konservativen Islam bindet.

    Zwar erfolgt die Radikalisierung von Attentätern nicht auf diesem Wege, und die Imame betonen kontinuierlich, dass Muslime hiesiges Recht befolgen sollen. Aber aktuelle Bezüge kommen kaum oder nur vernebelt vor, und viele Predigten wirken wie aus der Zeit gefallen. Einen Beitrag zur Integration von Muslimen leisten sie nach dieser Sicht nicht.

    Sie finden statt in Hinterhofmoscheen, die oft schwer auffindbar sind. Aber sie werden stark besucht, von erstaunlich vielen jungen Erwachsenen. Die sind nicht nur Flüchtlinge, die seit dem Sommer 2015 nach Deutschland kamen, sondern auch Angehörige der zweiten und dritten Generation hier lebender Muslime.

    Zu dem Buch siehe auch Integration vs. Radikalisierung.

  5. Wilfried Müller sagt:

    Der passende Artikel aus der unausgeregten Sicht der Neuen Züricher Zeitung heißt Moscheen in Deutschland – Orte der Vorradikalisierung (25.4.): Der Islamwissenschafter Abdel-Hakim Ourghi stellt der Lehre in deutschen Moscheen kein gutes Zeugnis aus. Sie lasse den Gläubigen keinen Raum zur Selbstentfaltung in einem säkular geprägten Umfeld.

    Gegenstand der Betrachtung sind geschätzte 2750 Gebetsräume, die meisten davon sogenannte «Hinterhofmoscheen». Bei 6 Millionen Muslimen entfallen ungefähr 2000 Muslime auf eine Moschee (bei einem religiösen Durchseuchungsgrad nahe 100%).

    Die Kritik besagt, die in den türkischen oder arabischen Moscheen vermittelte Religion sei realitätsfremd, nicht zukunftsfähig und unterliege einer Pädagogik der Unterwerfung. Sie isoliere ihre Anhänger von deren westlicher Lebenswirklichkeit. Hierbei werd durch die «Importimame» in den türkischen Moscheen oder die «Selfmade-Imame» in den arabischen Moscheen ein "synoptischer Katalog von Gutem und Bösem" gemäß den Lehren der jeweiligen sunnitischen Rechtsschule oder Glaubensgemeinschaft vermittelt. Die Predigten und der Koranunterricht seien eine Ansammlung von fertigen Antworten, die eine ständige Suche nach dem eigenen Ich in der Berührung mit dem Anderen verhindern wollen. Die so herangezogene «Halal oder Haram»-Generation fühle sich inzwischen durch das Gefühl der Zugehörigkeit zum reinen Islam im alleinigen Besitz der Deutungshoheit über ihre Religion. Das mache sie gefühlsmäßig sowohl Andersgläubigen als auch den moderaten oder passiven Muslimen überlegen. Somit entstehe das Bewusstsein des «Übermuslims», der sich durch die Teilung der Welt in Gut und Böse definiert. Alle anderen befinden sich im Irrtum. Die Juden, die Christen und die Schiiten seien Ungläubige (Kuffar).

     

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