Wahlkampf XII – NRW-Parteien zur Religion

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gargoyle-1663459_1280Pünktlich zur NRW-Landtagswahl haben fleißige Wahlbeobachter Daten erhoben. Es geht darum, Wie die Parteien zu den Kirchen stehen (idea.de 9.5.). Bei wissenbloggt werden die Ergebnisse tabellarisch angezeigt. Inwieweit die Bundesparteien mit den Ablegern von Nordrhein-Westfalen übereinstimmen, bleibt offen (Bild: NadineDoerle, pixabay).

Die idea+wb-Untersuchung der Programme zur Landtagswahl am 14. Mai ergab starke Unterschiede der Parteien in ihrer Stellung zu den Kirchen und auch zu den Konfessionsfreien. Die SPD-Ministerpräsidentin ist evangelisch, ihr CDU-Herausforderer katholisch. Bemerkenswert ist, dass alle Parteien außer der CDU auch für Atheisten eintreten. Die CDU tritt nur für egal welche Religion ein.

Partei % / Christentum Islam Atheismus

SPD 32%

Reformationsjubiläum 2017 ist "wichtiger Anlass, sich an dieses Fundament zu erinnern“, versprechen, "das gute Miteinander mit den Kirchen auszubauen“

 

"konstanten Dialog“ mit islamischen Verbänden, mit der Einführung des islamischen Religionsunterrichtes an nordrhein-westfälischen Schulen sind wir
vorangegangen

 

das Recht, keine Religion zu haben und in keiner Weise an religiösen Handlungen teilhaben
zu müssen ist ein konstituierendes Merkmal unseres Demokratie

CDU 32%

Bekenntnis zur "Leitkultur auf dem Fundament unserer christlich-jüdisch-abendländischen Wurzeln“, Zurückweisung von Bestrebungen, Religion aus dem Alltag von Staat und Gesellschaft hinauszudrängen

 

Wir wollen solide  Grundlagen  legen  für  einen  islamischen  Religionsunterricht, Religionsausübung der Muslime in Deutschland "vom Einfluss fremder Staaten“ befreien

 

pro Christen, pro Juden, pro Muslime, aber keine Erwähnung Konfessionsfreier

Grüne 7,5%

religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden verbannen, christliche Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umwandeln, Kirchenaustrittsgebühren abschaffen, Verbot von Tanz- und Kulturveranstaltungen an "stillen Feiertagen“ abschaffen

 

DITIB, Zentralrat der Muslime, Islamrat und Verband der Islamischen Kulturzentren erfüllen zur Zeit nicht die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Religionsgemeinschaften

 

für eine stärkere Entflechtung von Religionsgemeinschaften und Staat

Linke 6%

kommunale Kindertagesstätten ausbauen, damit kein Kind in kirchliche Kindergärten gehen muss, Religionsunterricht aus staatlichen Schulen verbannen, staatliche Finanzierung der theologischen Fakultäten an Universitäten abschaffen

 

kritisieren, wenn muslimische, meist sehr konservative Organisationen, wie die türkische DITIB versuchen, Macht und Einfluss zu erweitern

 

Laizismus: Staat und Religion konsequent trennen, Religions- und Weltanschauungspolitik muss auf die veränderte Wirklichkeit der religiösen Landschaft antworten, aber auch all diejenigen berücksichtigen, die sich als religions- und weltanschauungsfrei betrachten

FDP 12%

Staat darf "Religion und Religionsgemeinschaften weder privilegieren noch benachteiligen“

 

für einen flächendeckenden islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache

 

Wir wollen einen Staat, der Religion und Religionsgemeinschaften weder privilegiert, noch benachteiligt. Unser Ziel ist der weltanschaulich neutrale Staat

AfD 6%

uneingeschränkte Akzeptanz der Wertefundamente unserer Gesellschaft, basierend auf Judentum, Christentum, Humanismus und Aufklärung und unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung

 

Imame dürfen nur auf Deutsch predigen, und Predigten dürfen keine verfassungsfeindlichen Botschaften beinhalten

 

Religionsfreiheit" bedeutet auch "Freiheit von Religion", gerade am Arbeitsplatz

Die Links führen zu den Wahlprogrammen, die prognoszierten %-Zahlen stammen von der Forschungsgruppe Wahlen. In NRW können 13,1 Millionen der bundesweiten 61,5 Millionen Wahlberechtigten abstimmen.

 

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Eine Antwort auf Wahlkampf XII – NRW-Parteien zur Religion

  1. Wilfried Müller sagt:

    Über die heutige (14.5.) Wahl wird munter spekuliert, z.B. in Nordrhein-Westfalen: Von wegen "rote Herzkammer" (ZEIT ONLINE 13.5.). Man sollte darüber nicht vergessen, dass die NRW-SPD mit Norbert Walter-Boirjans den einzigen sozialen (Finanz-)Minister hat, dessen Name für Ankauf von Steuer-CDs und Wiedergutmachung der Steuerflucht in Milliardenhöhe steht. Der Bundesfinanzminister Schäuble tut so gut wie gar nichts, außer dass er ohne eigene Leistung an Walter-Borjans Meriten zu partiziiern versucht.

     

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