Reich, reicher, am reichsten

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bag-147782_1280Atheisten-info.at stellt die richtige Frage:Wie geht das vor sich, dass die Reichsten ihren Reichtum in einem Jahr um 16% steigern, aber die arbeitende Bevölkerung in den entwickelten Ländern seit 20 Jahren keine realen Einkommenserhöhungen mehr hat? (Bild: OpenClipart-Vectors, pixabay)
 
Dabei ist die Entwicklung durchaus nicht gleichmäßig. Von 2001-2003 und 2008-2009 sank die Zahl der Milliardäre zusammen mit ihrem Gesamtvermögen stark. Sonst ging es aber nur aufwärts:
Jahr Zahl Summe
1996 423  
2006 946  
2001-2003 sinkt stark sinkt stark
2005   2.2 Billionen
2008 1125 4 Billionen
2009 793 2.4 Billionen
2013   5.4 Billionen
2014 1.645 6.4 Billionen
2017 2.257 8 Billionen

Aus verschiedenen Listen ergibt sich diese Hitparade der Überreichen. Laut wiki sind über 70% Selfmade-Milliardäre, die anderen sind Erben wie die Kochs und die Waltons:

Nr.

Forbes_2013

Forbes_2014

Global_Wealth_2017

Wikipedia_2017  

1 Bill Gates, 75 Bill Gates, 76 Bill Gates, 81 Bill Gates, 86
2 Amancio Ortega, 67 Carlos Slim Helú, 72 Warren Buffet, 78 Warren Buffet, 76
3 Warren Buffett, 61 Amancio Ortega, 64 Jeff Bezos, 72 Jeff Bezos, 73
4 Carlos Slim Helú, 50 Warren Buffett, 58 Amancio Ortega, 69 Amancio Ortega, 71
5 Jeff Bezos, 45 Larry Ellison, 48 Mark Zuckerberg, 68 Mark Zuckerberg, 56
6 Mark Zuckerberg, 45 Charles Koch, 40 Larry Ellison, 58 Carlos Slim Helú, 55
7 Larry Ellison, 44 David Koch, 40 Carlos Slim Helú, 46 Larry Ellison, 58
8 Michael Bloomberg, 40 Sheldon Adelson, 38 David Koch, 43 Charles Koch, 48
9   Cristy Walton, 37 Charles Koch, 43 David Koch, 48
10   Jim Walton, 37 Michael Bloomberg, 42 Michael Bloomberg, 48
Ges 5.4 Billionen  6.4 Billionen >8 Billionen  

Der Report und ein paar konkurrierende Listen:

Andere Quellen sagen: Vom gesamten Weltvermögen wird sich im Jahr 2021 mehr als die Hälfte in den Händen von Millionärs-Haushalten befinden. Vor zwei Jahren waren es noch 44%. So steht es in dem Artikel Globaler Reichtum – Welt der Millionäre (im Überfluss) (Süddeutsche Zeitung 13.6.). Dass die Hälfte des Weltvermögens in ein paar Jahren in den Händen von Millionären liegen soll, klinge drastisch, es stimme aber nur halb. In dem Global-Wealth-2017-Report sei nur das Geld- und Aktienvermögen erfasst, nicht die Immobilien. Außerdem dürfe man nicht von der Vermögensverteilung auf die Einkommensverteilung schließen.

Vom Einkommen war aber auch nicht die Rede, und wer sagt, dass das Immobilienvermögen anders verteilt ist, als das Geld- und Aktienvermögen? Abwiegelung ist nicht angebracht. Die Ungleichverteilung wird immer gravierender. Der Global-Wealth-2017-Report unterscheidet die Kategorien

  • Affluent (wohlhabend): zwischen 250.000 and 1 Million Dollars
  • Lower high net worth: zwischen 1 uns 20 Millionen
  • Upper high net worth: zwischen 20 und 100 Millionen
  • Ultra-high net worth: Über 100 Millionen

Für Multi-Milliardäre ist noch keine Kategorie vorgesehen, aber die Nicht-Besitzenden tauchen auch nicht auf. Die Lage umschreibt der Artikel Global Wealth Report – Millionäre profitieren vom Börsen-Boom (Handelsblatt 15.6.): Der weltweite Reichtum steigt, doch es sind vor allem Millionäre und Superreiche, die 2014 bei ihren Finanzanlagen profitiert haben. Die regionale Verteilung ändert sich – die Asiaten überflügeln Europa.

Oder auch Global Wealth 2017 – Wenn "Millionär sein" nichts Besonderes mehr ist (Süddeutsche Zeitung 13.6.): Die Zahl der Millionäre nimmt weltweit zu… . Besonders die Superreichen profitieren. Bei ihnen wird in den nächsten Jahren ein riesiger Vermögenszuwachs erwartet. Demnach zeigt der Trend auch in Deutschland in dieselbe Richtung. 2016 besaßen die Millionärshaushalte noch 28% der deutschen Vermögen, 2021 sollen es 33% sein. Und das macht Deutschland noch zu einem von den Ländern, wo das Vermögen noch relativ gleichmäßig verteilt sei.

Besonders ungleich ist es in den USA, da sollen die Reichen 2021 70% des Vermögens haben, aktuell 63%, gegenüber 30% in Westeuropa und 45% im Weltduchschnitt. Und woher kommt der Vermögenszuwachs? Etwa die Hälfte wird vom bestehenden Besitz generiert, durch Gewinne von Aktienkursen oder Einkommen von Anleihen und Bankkonten. Die andere Hälfte ist neugeneriertes gespartes Einkommen aus Arbeit oder Unternehmungen. Letzteres macht in den USA nur 28% aus, zeigt das Bild aus dem Artikel The U.S. Is Where the Rich Are the Richest (Bloomberg 16.6.).

bgc4Zu dieser Ungleichheit schreibt atheisten-info.at:

Um wieviel sind der Löhne der arbeitenden Bevölkerung gestiegen? Darüber wird nicht geredet, weil sonst kommen die noch drauf, dass sie seit zwanzig Jahren draufzahlen und werden rabiat!

Von den Überreichen haben wir überreichlich, dankesehr. Es wird Zeit, dass die Allgemeinheit von den Wohlstandsgewinnen profitiert statt bloß die Privilegierten.

 

Links von atheisten-info.at dazu:

Links von wb dazu:

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